Grenzen der Religionsfreiheit

Eine Institution, in deren Reihen seit Jahrzehnten Kinder missbraucht und ausgebeutet werden, die Völkermordleugner deckt, die Werte vertritt, welche fern jeglichen Zeitbewusstseins sind und Maximen propagiert, welche gesundheitsgefährdend sind (bspw. keine Kondome in einer Zeit von Aids) hat in einer westlich aufgeklärten Welt keine Daseinsberechtigung – es sei denn, diese Institution ist die katholische Kirche.

Die Unrechtmässigkeiten passieren mit schöner Regelmässigkeit, die Leidtragenden sind die Wehrlosen der Gesellschaft, allen voran Kinder, welche den durch das System unterdrückten Trieben der katholischen Gilde Spannungsabbau verschaffen sollen. Die Kirche schaut zu, die Oberen decken die Unteren. Kommt was ans Tageslicht, werden nichtssagende Reden gehalten, alles wird schön geredet, wenn es hart auf hart kommt Zerknirschung geheuchelt – und alles geht weiter wie zuvor.

Überall wird für Gerechtigkeit und Fairness gekämpft, Institutionen müssen ethischen Standards genügen, um überlebensfähig zu sein, gegen Menschenrechte verstossende Institutionen werden angeprangert – bis es sich dabei um eine religiöse Einrichtung in der Grössenordnung der katholischen Kirche handelt. Da wird die Handhabe den Institutionsinternen überlassen, die Welt schaut zu.

Das ist ein noch viel grösserer Skandal. Man schaut zu und schweigt. Wie oft hat die Geschichte gezeigt, dass das ein noch grösseres Verbechen darstellt als das ursprüngliche Verbrechen? Nur durch das schweigende Zuschauen wird die Fortführung von solchen Machenschaften überhaupt ermöglicht.

Darf die Kirche unter dem Deckmantel religöser Freiheit alles machen? Ist sie frei von irgendwelcher folgenreicher Kritik? Müsste man nicht mal dahin gehen, das System als nicht mehr zeitgemäss zu erachten und es zu reformieren? Und vor allem: Wäre es nicht schon lange angezeigt, Überwachung von aussen herbei zu ziehen, wenn man sieht, dass die interne versagt oder gar nicht reüssieren will?

Eine Welt, die die Machenschaften einer katholischen Kirche gutheisst, ist eine korrupte Welt. Sie sollte sich hüten, unter dem Deckmantel von Liberalismus Religionsfreiheit zu propagieren und Ethik scheint in dieser Welt zur leeren Floskel verkommen.

4 Comments

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  1. *sign. Und während die Kirche weiter ihr Reichtum hortet und Geld ansammelt, verhungern nebenan Menschen in totaler Armut. Aber sie hält weiter an Ihrer heilen Welt fest und verteitigt sie bis zum Äussersten.

    Päpste und Bischöfe die erzählen was sie selbst nicht glauben. Nicht zeitgemäse Idealwerte die fernab der Realität sind und eine Bibel die sich wie ein 100mal geänderter Roman liest, der so gar nichts mit der Wahrheit zu tun hat und dennoch als solcher verkauft wird.

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  2. Wenn man weiss, dass die Bibel ein Kanon ist, über welchen zu einer bestimmten Zeit abgstimmt wurde und aus welchem widersprüchliche Kapitel entfernt wurden (wie das Thomas-Evangelium und andere), dann wird das Ganze noch viel unglaubwürdiger.

    Die Bibel ist ein tolles Buch, es transportiert eigentlich eine wunderbare Ethik – wenn man sie versteht und sie metaphorisch nimmt. Als geschriebene Wahrheit über historische Ereignisse taugt sie nicht, denn das ist sie schlicht und ergreifend nicht.

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  3. Ja die darin enthaltene Grundethik ist gut. Die Bibel als Geschichtsbuch zu betrachten ist natürlich nicht richtig und war auch nicht die Meinung in meinem Kommentar. Was ich sagen wollte ist, dass die dort enthaltenen Begebenheiten und Ansichten einfach nicht mehr zeitgemäs sind und sie zu viel Raum für falsche Interpretationen lassen. Was natürlich z.B alle Romane und dergleichen tun. Was mich stört ist, dass die Bibel in der Kirche wie als 'Gesetzesbuc' gehandelt wird.

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  4. Ich weiss nicht, inwieweit die Kirche für die Verfehlungen ihrer Angestellten haftbar gemacht werden kann oder sollte.
    In einer grossen Institution wie der Kirche gibt es Perverse wie überall.
    Natürlich fördert der Zölibat und die Institution auf vielfältige Weise grade sexuelle Abartigkeiten. Und die muss man anprangern. Da gebe ich Dir vollkommen recht.
    Aber ist es nicht ungerecht gegenüber all denjenigen Kirchenvertretern,d ie ihren Job ernst nehmen, vom einzelnen auf das Allgemeine zu schliessen?

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