Ich schimpfe ja immer mal gerne über die sozialen Medien. Über die Fassaden, an die man gerät, über den Mist, den man sich auflädt. Aber: Es gibt auch das andere: Man trifft auf Menschen, die man sonst vielleicht nie getroffen hätte. Und teilweise trifft man die dann auch real. Das ist mir in meinem Leben oft passiert, schon vor den Sozialen Medien, als es noch nur Foren gab. Eine meiner langjährigsten Freundinnen stammt aus einem solchen Forum. Eigentlich nicht nur eine.

 

Kürzlich hatte ich wieder das Vergnügen. Wir verflogten uns schon lange im Netz, nun klappt ein Treffen. Ich sass also in ihrer Wohnstube und wir plauderten. Und der Gesprächsstoff ging nie aus. Das allein war schon wunderbar. Doch dann kriegte ich sogar noch ein Geschenk mit auf den Weg. Eine Gewürzmischung (nicht nur eine, aber die eine habe ich gleich probiert und bin hin und weg): Ein Rosmarin-Knoblauchsalz. Ich liebe rohes Gemüse, würze das gerne mit einer Würze, die neben Salz auch noch Geschmack liefert, ich hatte bisher so meine Favoriten – die sind alle übertroffen:

 

Würzmeister – Rosmarin-Knoblauchsalz

Screenshot 2018-01-12 19.23.07

Das war das Wundersalz. Wer nun denkt, das sei doch „cheibe tüür“ (wie man in der Schweiz sagen würde): Das Salz wird von Würzmeister eigenhändig hergestellt. Und: Man braucht so wenig dafür für eine wirklich grosse Portion Gemüse. Und zu guter Letzt: Der Geschmack… Er überzeugt schlicht. Da schmeckt man raus, was drin ist. Man muss das Essen nicht zuschütten mit Gewürz, es reicht ein Hauch und es ist ein Genuss.

 

Ich mache auf meinem Blog nie Werbung, hier steht immer meine Meinung. So auch hier. Wer hochwertige Gewürze schätzt, die danach schmecken, was drin ist:

Hier kriegt man die:

 

Würzmeister

Screenshot 2018-01-12 19.24.05

Und auch wenn die Qualität für sich spricht, ist es umso schöner, dass dahinter Menschen stehen, die einen Traum leben, für den sie einen immensen Einsatz leisten. Dass sich diese Menschen dabei auch noch für andere Menschen einsetzen, denen es nicht gut geht, ihnen eine warme Stube, eine Gemeinschaft, ein Mittagessen und auch mehr bieten, spricht nur noch mehr für sie!

Kunst ist schwierig. Sie ist schwer fassbar, meist nicht genehm, wenn sie bestehen will, Landläufigem verquer, da dieses zu bequem scheint. In Zeiten des Social Media hat das Ganze noch an Dimensionen gewonnen. Nun erlebt man (selbsternannte) Künstler, die das potentielle Publikum fragen, ob dieses das, was sie zu schaffen gedenken, gut finden, sehen wollen, bejubeln wollen (denn: kritische Gedanken will man nicht hören!).

Die Frage ist eher rhetorisch. Wenn man fragt, ob jemand was sehen will, hat man was, das man dringend zeigen will. Man traut sich vielleicht nicht so aus sich heraus, es könnte ja vermessen wirken, drum fragt man an und: Kriegt man nur ein (einziges) Ja, kann man mögliche kritische Stimmen dem in die Schuhe schieben. Sollte jemand kritisieren, kann man anmerken: Ich war noch nicht fertig, aber DER wollte sehen.

Pendelte Kunst früher zwischen Können und Kommerz, kommen heute noch die sozialen Medien und das damit zusammenhängende Marketing dazu. Da findet man dann Künstler, die fragen:

Publikum, was hättet ihr denn gerne?

Der Künstler möchte ja gesehen und gekauft werden, ergo muss er ja gefallen. Nur: Schon Hannah Arendt sagte:

Wenn ich schreibe, bin ich an Wirkung nicht interessiert.

Ich behaupte mal ganz keck: Wer auf Wirkung zielt, ist kein Künstler, sondern Werbefachmann. Das ist nicht per se schlecht, es ist schlicht was komplett anderes. Ganz viel, das heute als Kunst produziert wird, wäre besser als Werbung deklariert. Es soll Gefallen geliefert werden, drum orientiert man sich an den Kundenbedürfnissen. Kunst jedoch will einen Inhalt portieren, will etwas aussagen, wecken, auslösen. Da kann man nicht vorher fragen:

Wie hättet ihr es denn gern?

Und genau da tut sich auch die Schere auf zwischen U und E. Das eine will unterhalten, gefallen. Das ist nicht per se schlecht, es ist wunderbar, wenn Menschen für eine Zeit Freude haben. Wer das auslösen kann, hat ganz viel geschafft. Anderes hat vielleicht einen anderen Anspruch. Es zielt nicht so sehr darauf ab, was kurz gefühlt wird beim Genuss, sondern darauf, was gesagt werden will/muss – um dann etwas auszulösen. Längerfristig.

Damit ist nicht das eine besser (grundsätzlich) als das andere, es sind nur zwei verschiedene Dinge. Und sollte ein U-Könner beklagen, vom E-Könner unterschieden zu werden, könnte man ihm sagen:

Aus einem Apfel wird nie ne Birne.

Und das muss auch nicht sein!

Die Buchbranche weint. Sie weint um ihr Privileg, das sie seit Gutenberg ihr Eigen nennt. Sie weint um ihren Platz bei der Vermittlung von Texten. Sie hadert und schimpft, hält sich hoch, stampft E-Books in den Boden. Sie plädiert für Wert und Qualität, für Qualität. Von andern wird sie ab und an dem Untergang geweiht gesehen, wieder andere sehen sie noch lange lebendig. So oder so, die Buchbranche ist das grosse Opfer im Spiel der Zeit. Will sie überleben, muss sie sich was einfallen lassen.

Sie hat sich – wie es scheint – schon lange etwas einfallen lassen, um zu überleben. Unterm Strich zählt der Gewinn, dem wird alles untergeordnet. Will man viel Gewinn haben, muss man mehr einnehmen, als ausgeben. So einfach das klingt, so schwierig ist es oft. Der Markt ist nicht uneingeschränkt gross, die Verkäufe nehmen nicht zu, die Gefahren sind gross, dass sie sogar abnehmen. Was also tun? Die Kosten müssen gesenkt werden. Wie tut man das? Man spart. Am einfachsten bei Gehältern. Man setzt auf mies bis gar nicht bezahlte Praktikanten, die man in Jahresfrist auswechselt. Innerhalb des Jahres verspricht man ihnen Einblick in die Verlagswelt, was ihnen unglaublich viel bringt bei ihrer Zukunft im Verlagswesen. Die armen Geisteswissenschaftler – die sind es nämlich meistens – haben keine andere Wahl, als von der Hoffnung und dem Hungerlohn zu leben. Immerhin ein Jahr halbwegs gesichert.

Das könnte angehen, wäre so ein Praktikum wirklich ein Einblick in die Berufswelt, nach dem dann die Festanstellung wartet – im selben Verlag oder anderswo. Doch weit gefehlt. Auf Praktikum 1 folgt Praktikum 2 – die Reihe geht weiter. In Inseraten zu solchen Praktikumsstellen steht schon bei den Anforderungen, dass der Bewerber bevorzugt neben Hochstulabschluss, diesen und jenen Kenntnissen einer Eier legenden Wollmilchsau auch Praktikumserfahrung in anderen namhaften Verlagen vorweisen können sollte. Dann wäre man gewillt, die gute Person mal genauer anzuschauen, ob sie denn geeignet wäre, sie ein Jahr lang auszupressen, um sie dann zurück auf den Arbeitsmarkt zu werfen, wo sie nach einem neuen Praktikum Ausschau halten kann.

Ethik geht anders. Nun kann man sagen, dass Ethik leider brotlos ist, die Verlage überleben wollen. Die Frage wäre noch: Wozu? Um Bücher zu produzieren, die man durch E-Books ersetzen könnte, was man aber nicht tun möchte, weil Papierbücher wunderbar nostalgisch sind und für Wert und Qualität stehen?

Man verstehe mich nicht falsch. Ich liebe Bücher und zwar die aus Papier. Sie bevölkern mein Wohnzimmer, meine Essecke, mein Büro, mein Schlafzimmer, meine Küche und sogar das Kinderzimmer des nicht lesenden Kindes. Ich kann kein neues Buch lesen, ohne zuerst in ihm gerochen zu haben. Ich liebe es, die Seiten umzublättern, das Papier zu spüren. Der haptische Effekt beim Lesen gehört dazu. Ich mag es, mit dem Bleistift über die Seiten zu fahren, Notizen zu hinterlassen, meine Spuren des Lesens, des Analysierens. Nur: Wert und Qualität sieht anders aus. Nicht nur haben auch arbeitende Menschen ihren Wert, auch das Produkt sollte noch diesen aufweisen und sich nicht nur aus Nostalgie mit dem Prädikat „Wert“ versehen wollen. Lektoratspraktikanten für einen Hungerlohn mögen günstig sein, allerdings spricht das zu lesende Produkt in vielen Verlagen Bände. Die Argumente fürs Buch sind langsam überholt, da die Verlage sie selber zerstören in ihrem Sparwahn. Was bleibt also? Pure Nostalgie? Die wird nicht ewig halten. Qualität setzt sich durch, aber sie muss auch wirklich da sein, nicht nur propagiert. Sie nur als Argument gegen die bösen Anderen aufzurufen, wird nicht langfristig Erfolg bringen.

Als ich ein kleines Mädchen war, ging meine Mutter mit mir in die Bibliothek in unserem Ortsteil. Jede Woche gingen wir ein bis zweimal dahin, holten neue Bücher, brachten alte zurück. Ich habe mich über die Jahre wohl durch grosse Teile der Kinder- und Jugendliteratur gelesen. Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke? Noch mehr Bücher (natürlich auch anderes). Die Schulzeit war eine harte Bewährungsprobe für meine Literaturliebe, doch sie überlebte. Dass ich danach Literaturwissenschaft studierte, war nicht wirklich erstaunlich. Die zweitschönste Zeit im Studium war die Vorbereitung auf die Zwischenprüfung. An die 100 Werke wollten gelesen werden. Ein halbes Jahr hatte ich Zeit. Die schönste Zeit war meine Masterarbeit. Ich lebte 9 Monate mit Thomas Mann. Hörte seine Musik, las seine Bücher, seine Biographien, seine Briefe, schaute Filme über sein Werk. Wo ich ging und stand – er war dabei, in mir, mit mir.

Immer wieder hörte ich in der Zeit des Studiums, vor allem bei meinem Masterthema, aber auch danach: Wie kann man das nur lesen? Das ist so öde, so langatmig alles, schwere Kost. Wieso las ich es und wieso mit so viel Freude? War das wirklich alles nur Schnee von gestern? Ich empfand es nie als schwere Kost und wenn, liess ich es sein, sie zu lesen. Lesen muss berühren, lesen muss mir was geben. Wenn ein Buch nicht gefällt, lass ich es sein, egal, wie sein Autor heisst. Es gibt Autoren, die ich liebe, aber eines ihrer Werke nicht lesen konnte, weil es mir nicht gefiel, es gibt auch sogenannt grosse Namen, die ich schlicht nicht lesen kann, weil mich ihr Stil nicht anspricht, mir ihre Bücher nichts geben und nur Zeit nehmen. Durch einige kämpfte ich mich durch, die meisten liess ich nach einigen Seiten links liegen.

Heute lese ich viel zeitgenössische Literatur. Verglichen mit meinen Klassikern ist sie oft wirklich sehr leichte Kost, wobei ihr die Leichtigkeit nicht wirklich als Qualitätsmerkmal gereicht. Darf ich sie kritisieren? Ist es als Rezensent meine Aufgabe, sie zu zerreissen und in die Tonne zu werfen? Tue ich damit nicht einem Schriftsteller unrecht, der sich Mühe gab, eine Idee hatte und sie auf seine Weise kreativ umsetzte? Gibt es objektive Qualitätsmerkmale von Literatur und wer setzt sie fest? Erhofft sich nicht jeder Leser etwas anderes von einem Buch und stellt damit andere Ansprüche, bei denen es oft nicht um literarische Qualität sondern um reine Unterhaltung, Ablenkung, Freude geht? Kann nicht jemand etwas ansprechend finden, das mir das Gesicht einschlafen lässt? Darf ich schreiben, dass es mir so geht oder schreibe ich besser gar nichts?

In vielen Bücherblogs lese ich, dass sie nur Bücher loben wollen, keine kritisieren. Bücher, die nicht gefallen, werden einfach nicht besprochen. Vielleicht auch mal ne Kritik verschluckt, wenn das Buch sonst ok war? Ich weiss es nicht, ich habe mich schon bei der Versuchung ertappt, weil ich niemandem auf die Füsse trampeln wollte, weder dem herausgebenden Verlag noch dem Schriftsteller (wobei ich nicht denke, dass die meine Rezension lesen, insofern wäre es ja eigentlich egal, könnte man meinen). Bislang verzichtete ich auf die Beschreibung eines Buches, das mir nicht gefiel, vor allem, da ich es vermied, es fertig zu lesen.

Kann ich ein Buch kritisieren, das ich nicht lesen konnte, weil es einfach nur zum Einschlafen war oder gänzlich schlecht? Kürzlich gab es eine Diskussion zu dem Thema und es war viel Entsetzen über dieses Vorgehen zu lesen. Man werde dem Buch dabei nicht gerecht. Das mag sein, doch wenn man deklariert, dass man nur einen Teil gelesen hat und sagt, wieso nicht mehr, dann ist das doch eigentlich die reine Wahrheit? Und auch eine Aussage, nämlich, dass das Buch es nicht schaffte, den Leser zu packen.

Ich habe beschlossen, in Zukunft auch Bücher zu besprechen, die ich nicht mag, die mir nicht gefallen, gegen die ich Einwände habe. Habe ich vorher gedacht, es zu tun wäre vielleicht unfair dem Schriftsteller gegenüber, der es geschrieben hat, so denke ich heute, es zu unterlassen wäre unfair den Schriftstellern gegenüber, die gute Literatur schreiben, die wirklich lesenswert sind, die sich abheben von dem oft so ermüdenden Einheitsbrei, der sich durch besondere Originalität und abstruse Stilmittel von anderen abheben will und dabei nur noch langweiliger wird, weil die Geschichte in den Bemühungen untergeht.

Dabei bleibt immer zu bemerken, dass alles, was ich über das Gelesene schreibe, meine Meinung widerspiegelt und keinen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit hat. Auf der Seele brennt mir dieses Thema schon eine Weile, es wird brennender, da ich seit Wochen an ein und demselben Roman lese (oder eben nicht lese), mittlerweile kämpfend bei Seite 117 angelangt bin und es mir graut, nur noch eine Zeile weiter zu lesen. Die Chance bestünde sicher, dass alles noch besser wird, beim blättern durch die verbleibenden über 200 Seiten sieht das aber nicht so aus. Man darf gespannt sein, was ich damit anstellen werde.

Heute ist der erste Advent. Passend zum Feiertag erhielt ich eines von diesen üblichen Massen-SMS mit einem Standardspruch, ausser dem Namen des Absenders drunter war daran nichts persönlich, weder die Anrede noch der Text. Man merkte genau, man war einer unter vielen im Verteiler, die SMS ging wohl an die ganze Kontaktliste.

Was sagt diese Art der Mitteilung? Sie zeigt einem:

  • Du bist nichts Besonders.
  • Du warst weder persönlich gemeint, noch wurdest du persönlich angeschrieben.
  • Du bist eine unter vielen, eine Nummer in einer Adresskartei.

Diese Botschaft ist umso deutlicher, wenn man sonst von der absendenden Person nie etwas hört.

Woher kommt diese Art der Kommunikation? Der wirkliche Ursprung sind wohl Kettenbriefe. Meist wurde darin ein Gewinn versprochen, wenn man ihn nur oft genug verbreitete. Der virtuelle Anfang war dann wohl in Firmen, in welchen man Witzmails durch die Belegschaft schickte. Mit der Ausbreitung der Emails ins Private, kamen die Mails auch bis nach Hause. Beim Aufkommen der SMS zogen sie auch auf dem Handy ein. Ab und an auch da verbunden mit Heilsversprechen oder Unglücksdrohungen, wenn man sie nicht entsprechend weiter verbreitet. Oft einfach nur wild und bunt und eigentlich nichtssagend pseudowitzig.

Was soll diese Art der SMS-Kommunikation? Vermutlich entsteht sie aus einem Impuls heraus. Man findet etwas witzig, überlegt nicht, schickt weiter. Vielleicht denkt man auch, man müsse nun was tun, der Anlass sei grad da (Feiertag, etc.) und schickt mit wenig Aufwand und Phantasie ein Standardsprüchlein, wie es grad von irgendwo geschneit wurde, weiter. Meist trifft man auf Empfänger, die sich nichts dabei denken und einfach selber weiter schicken. Ist ja nichts dabei. Vor allem ist es nicht verwerflich, so scheint die heutige Gesellschaft kommunikativ zu funktionieren.

Vielleicht ist das Ganze aber auch ein Abbild der Gesellschaft allgemein. Vieles wird schnell dahin gesagt, der Aufwand für Persönliches wird gemieden. Jeder steckt in seinen Dingen, will sich nicht um den andern scheren. Man schickt belanglose Sprüche hin und her und denkt, seine Pflicht damit getan zu haben. Zurück bleibt ein schales Gefühl, wenn man das System hinterfragt.

Man kriegt dann ab und an zu hören, man denke zu viel, wenn man die Dinge so analysiert. Man messe den Dingen zu viel Wert zu und interpretiere Dinge hinein, die nicht da sind. Ich sehe das anderes. Die gedankenlose Aktionsgesellschaft in ihrer phantasie- und empathielosen Art führt zu nichts Gutem. Ich sage nicht, dass die Deutung, die ich hier unterlege, so gewollt ist, dazu hat man zu wenig nachgedacht beim Tun. Ich werfe höchstens vor, dass man nicht denkt, bevor man etwas sagt oder tut. Und damit (wenn auch unbewusst) Sendungen streut, die dem anderen eine Botschaft vermitteln. Die Botschaft kommt an, ob gewollt oder ungewollt. Darum wäre es vielleicht sinnvoller, nachzudenken, bevor man handelt und mal das eigene (Kommunikations-)Verhalten zu überdenken.

Weniger ist oft mehr. Wirklich gefühlte persönliche Botschaften, auch wenn sie holprig, unbeholfen und nicht bunt daher kommen, senden mehr Gefühl als jede noch so perfekte Standard- und Massensendung. Lieber nichts schicken als einfach eine hohle Nuss. Das Nichts ist neutral, die hohle Nuss im Grunde genommen ein Minus.

Ich denke, ein wenig mehr Bewusstsein für das eigene Tun würde oft helfen, Verletzungen zu vermeiden. Nicht dass ein SMS schon verletzt. Das wird grundsätzlich gelöscht und vergessen. Aber es ist die Spitze eines Eisberges von oberflächlichem Verhalten im Miteinander, das heute mehr und mehr Einzug hält. Es verletzt des Gegenüber, oft unbewusst, nicht gewollt, deswegen nicht ungeschehen. Bewusstsein hilft auf beiden Seiten: Das Bewusstsein über das eigene Tun „was tue ich eigentlich und was will ich damit erreichen, für mich, für andere?“ und das Bewusstsein „der andere handelt nicht immer bewusst, es ist nicht MEIN Problem, sondern SEINS“.

Vielleicht denke ich zu viel. Hinterfrage ich zu viel. In den Augen der anderen bestimmt. Nur ist das mein Wesen und ich mag es so. Ich habe bestimmt auch schon unbewusst gehandelt, zu spät gemerkt oder hinterfragt, was ich eigentlich tat. Ich arbeite an mir. Auf der anderen Seite halte ich mich fern von Floskeln. Sie bringen mir selber und meinem Leben nichts. Und Menschen, die nur solche streuen, werden nie die sein, die wirklich einen Platz in meinem Leben wollen. Wieso also soll ich ihnen einen Raum darin lassen?

Raum ist nicht unendlich. Man sollte sich bewusst dafür entscheiden, wem man diesen zugesteht und wem nicht. Oft neigen wir dazu, möglichst viel in den Raum hinein quetschen zu wollen, weil Quantität oft verlockender scheint als Qualität. Wenn es hart auf hart kommt, zählt die Quantität nichts mehr. Zurück bleiben eh nur die, welche wirklich da sein wollen. Wieso also nicht ihnen schon in guten Zeiten mehr Raum geben und den Rest aussen vor lassen?