Aus dem Atelier: Abstecher in die Modewelt

In den letzten Tagen habe ich einen Abstecher in die Welt der Mode, genauer der Modeillustration gemacht. Fasziniert von verschiedenen Künstlern, liess ich mich treiben, zeichnete mit klareren Linien, «zog meine vormals nackten Frauen an», liess sie gehen, stehen, tanzen. Ich experimentierte mit einem illustrativeren Stil und irgendwie gefiel mir das Aufgeräumte, die klaren Strukturen. Weniger Chaos, weniger Dreck, weniger Unordnung – sowohl auf dem Papier wie auch im Atelier. Als ordnungsliebender Mensch kam mir das sehr entgegen.

Und plötzlich merkte ich eine innere Unzufriedenheit. Da fehlte plötzlich was. Etwas, das mir die Kunst vorher gegeben hat: Die Freude am Erforschen. Ich hatte mein Grundthema verloren, nämlich den Menschen in seiner Welt und seinem Sein einen Ausdruck zu geben. Ich hatte ihn im wahrsten Sinne verkleidet.

Heute habe ich ihn wieder entkleidet. Gewisse Dinge werde ich aber mitnehmen aus der Zeit. Und genau das ist das Schöne, das wohl auch zu (meine)m Weg gehört: Immer wieder Neues erforschen, um dann mitzunehmen, was passt und wegzulassen, was doch nicht meins ist.

Habt einen schönen Tag!

Das Bild entstand nach einer Fotografie des Modehauses Chloé.

(Die Zeichnung habe ich eingescannt, um verschiedene Farbvariationen auszuprobieren. Den für solche Dinge eigens angeschafften Scanner einzurichten, war eine Herausforderung für sich….)

Aus dem Atelier: Scham

«Das Schöne, auch in der Kunst, ist ohne Scham nicht denkbar.» Hugo von Hofmannsthal

Als ich nach Zitaten über die Scham suchte, hatte ich natürlich etwas im Sinn. Allerdings entsprach das in keiner Weise dem, was ich gefunden habe. Scham, so landläufig die Ansicht, sei es bei Philosophen, Literaten oder in Religionsbüchern, wird als Zier und gebührliches Empfinden gesehen. Sie ist quasi der Hüter der Moral, der Wächter über Zucht und Ordnung.

Nun kann ich dieser Sicht durchaus etwas abgewinnen, doch mir ging es um etwas anderes: Um die Scham, die wir oft verspüren, wenn es um unsere Unzulänglichkeiten und vermeintlichen Unperfektheiten geht. Wir verstecken sie so gut wie möglich, verstecken damit uns selbst auch, denn indem wir diesen Teil verbergen, dringt nur noch eine halbherzige Version unserer selbst nach draussen. Wir vermitteln ein Bild, das nur in Teilen uns entspricht.

Das ist sicher gut und sinnvoll als Selbstschutz in gewissen Momenten, doch oft kann einem dieses Verhalten auch behindern. Wir stehen uns damit selbst im Weg, weil wir uns nicht trauen. Wir fürchten uns vor unseren Fehlern, fürchten uns vor den Reaktionen darauf, und wagen nicht, was wir eigentlich gerne tun und sein würden.

Das liegt sicher mit daran, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der Fehler und Scheitern verteufelt werden, etwas, das es nicht geben darf. Wie schade. Wie oft zeigen sich gerade in Fehlern oder Dingen, die nicht gelingen neue Wege und Möglichkeiten? Kreativität entsteht da, wo dem freien Ausprobieren nichts im Wege steht. Und meiner Meinung nach entsteht dann das Schöne. In der Kunst und im Leben.

Habt einen schönen Tag!

Aus dem Atelier: Studien und Stile

«Meine Bilder sind Gleichnisse und nicht Abbilder.» Ernst Ludwig Kirchner

Ähnlichkeit mit der Wirklichkeit wird oft als höchstes Kriterium für Bilder gewertet. Bei näherem Betrachten stellt sich jedoch die Frage, ob das wirklich stimmt. Ich bin sehr dafür, eine realistische Darstellung im Hinblick auf Proportionen und Flächenwirkungen zu üben und zu können. Einfach ein Strichmännchen zu zeichnen und zu behaupten, das sei eben der eigene Ausdruck und die Sicht auf den Menschen, greift mir persönlich zu wenig tief. Allerdings denke ich, dass es dann auch weitergehen sollte. Zwar achte ich das Handwerk von Menschen, die fotorealistisch zeichnen und malen können, sehr, bewundere es auch (vor allem auch die Disziplin und Ausdauer, die darin steckt), allerdings fehlt mir da immer der künstlerische Ausdruck, die persönliche Bildsprache, der Künstler im Werk.

Wie seht ihr das?

Habt einen schönen Tag!

Tagesbild: Sein in der Welt

«Es gibt kein richtiges Leben im falschen.» Theodor Adorno

Wer bin ich? Wie will ich sein? Wo gehöre ich hin? Was ist mein Platz? Ohne das Wissen darum bleibt das Leben eine ständige Suche.

Habt einen schönen Tag!

(Das Zitat stammt übrigens aus „Minima Moralia“ von Theodor Adorno. Eines der Bücher, das mir als einziges Buch einfallen würde, um es auf eine Insel mitzunehmen)

Tagesbild: Wer bin ich?

*Erkenne dich selbst.» Orakel von Delphi

Das ist wohl eines der bekanntesten philosophischen Zitate und zugleich eine Aufgabe an jeden einzelnen. Die Selbsterkenntnis, so ist man sich sicher, führt zu einem gelingenden, weil selbstbestimmten Leben aus den eigenen Bedürfnissen heraus.

Stimmt das? Sind wir als die, welche wir sind, wirklich so selbstbestimmt? Wie viel Anteil haben wir an uns, wenn wir einfach unbewusst in den Tag hineinleben? Was ist mit Genen, Prägungen, Mustern, sozialen Einflüssen…. ? Sie haben in Tat und Wahrheit einen grossen Einfluss auf uns. Umso mehr also gilt es, in sich zu gehen, zu forschen, herauszufinden, wo denn nun dieses Ich wirklich ist und wie es aussieht, was es will.

Ist das so? Vielleicht wäre es besser, hinzusitzen und sich zu fragen: Wer will ich sein? Und dann daran gehen, sich zu dem zu machen, der man sein will. Wie sagte schon George Bernhard Shaw:

«Life isn’t about finding yourself. Life is about creating yourself.»

Vielleicht sind wir wie ein Klumpen Ton, den wir nun nach unseren Wünschen gestalten können. Vielleicht ist es erfüllender, statt Archäologe auf der Suche nach verschütteten Eigenschaften mehr Schöpfer seines eigenen Ichs zu sein. Ein Versuch ist es wert!

Habt einen schönen Tag!

Tagesbild: Spielen

„Spielen ist Experimentieren mit dem Zufall.“ Novalis

Den Bleistift spazieren führen, so beschrieb Paul Klee das Zeichnen. Die Freiheit, diesen Spaziergang ohne festes Ziel sondern mit spielerischer Neugier zu machen, gibt dem Ganzen einen Hauch von Abenteuer und Lebendigkeit. Der Zufall spielt mit, sich ihm auszusetzen kann befreiend wirken.

Habt einen schönen Tag!

Tagesbild: Raus aus der Gefallensfalle

Rousseau sagte einst, der Mensch sei frei geboren, doch er liege in Ketten. Er sah den Staat als Gefängnis, ich denke, oft sind wir selbst der Wärter desselben. Wir streben nach Anerkennung und wollen gefallen. Dafür opfern wir oft viel, manchmal wohl zu viel. Wir passen uns an, unterdrücken Eigenheiten, verbiegen uns in verschiedenste Richtungen und verlieren uns dabei mehr und mehr selbst aus dem Blick. In uns ist eine Stimme, die uns ständig sagt, was wir tun und was besser unterlassen sollten. Sie kommt aus dem Inneren, doch ist sie im Ursprung nicht unsere, sondern die derer, welche die ungeschriebenen Gesetze dessen, was richtig und was falsch ist, will man gefallen, geschrieben haben.

Der Mensch ist frei geboren. Wir schreiben diese Freiheit auf unsere Fahnen, fordern sie vom Staat, kämpfen gegen Unterdrückung, nur um uns dann selbst in die Schranken zu weisen. Wir verhüllen unsere wahre Natur, halten uns zurück, bleiben in den gesetzten Mauern und blicken nur ab und zu sehnsüchtig durch einen Spalt hinaus.

Was, wenn wir einfach mutig wären? Wenn wir die Schleier fallen liessen, uns zeigten? Was, wenn wir wirklich frei wären?

Habt einen schönen Tag!

Tagesbild: Lass uns spielen

«Spiel ist geistige oder körperliche Tätigkeit, die keinen unmittelbaren praktischen Zweck verfolgt und deren einziger Beweggrund die Freude an ihr selbst ist.»
Johan Huizinga (1872-1945), niederländischer Kulturhistoriker

Wir leben in einer Zeit, in welcher alles etwas taugen muss. Wir optimieren die Welt, das Leben, uns selbst. Wir dürfen nicht nur gut sein, wir müssen besser werden. Besser als wir sind und vor allem besser als die anderen. Das Grundprinzip des Kapitalismus ist zu unserer eigenen Natur geworden, die ursprüngliche wird mehr und mehr verdrängt. Wenn wir nur erst erreicht haben, was wir anstreben, denken wir, dann sind wir glücklich. Und merken nicht, wie wir das Glück genau dadurch mehr und mehr aus dem Leben katapultieren.

Einfach nur spielen? Um des Spiels willen? Das geht höchstens, wenn wir genug geleistet haben und auch nur für kurz, dann müssen wir uns wieder dem Ernst des Lebens widmen. Das fängt schon im Kindesalter an, leider immer noch früher. Alles Spielerische und Kreative weicht mehr und mehr dem Leistungsdruck. Dabei weiss man, dass gerade im Spiel das Leben gelernt wird. Vor allem auch das Miteinander-Leben. Da lernen wir, mit Leidenschaft an etwas zu sein, mit Frustration umzugehen, Regeln zu befolgen und die dadurch entstehende Freiheit auszukosten. Wir lernen, Lösungen zu finden, um die Ecke zu denken, Dinge auszuprobieren, auch mal zu scheitern, dann aber doch weiterzugehen.

Schiller sagte, der Mensch sei nur da ganz Mensch, wo er spiele. Wir sollten wieder mehr spielen. Die Dinge zwar ernst nehmen, aber nicht verbissen, sondern mit einer spielerischen Leichtigkeit. Dann ist der Kopf halt grün und die Haare sind blau. Wie sagte Franz Marc so schön zu einer Betrachterin seiner Bilder, die meinte, Pferde seien nicht blau?

„Das sind keine Pferde, das ist ein Bild.“

Ich wünsche euch einen verspielten Tag.

Tagesbild: Bunt gefiedert

„Kunst wäscht den Staub des Alltags aus der Seele.“ Pablo Picasso

Wenn man an Spanien denkt, denkt man an Sonne, Meer, Wärme, Farben, Licht. Darauf freue ich mich auch immer, wenn es nach Spanien geht, denn der Winter in der Schweiz, vor allem, wenn man in den Niederungen und an einem See lebt, ist eher grau und kalt, wobei man das „eher“ eher streichen könnte.

Nun denn, nach einigen wirklich wunderbar sonnigen Tagen in der Schweiz (Wunder gibt es immer wieder), landete ich gestern aus grauem Himmel kommend auf dem Boden der Tatsachen im Regen in Spanien. Nun sitze ich hier, höre draussen das Meer an die Steine branden, die Wellen rauschen, die Palmen… ich höre hier, bevor die Wetterbeschreibung ausufert und bei all ihrer Gräulichkeit doch noch zu Kitsch verkommt.

Und da dachte ich an Picasso. Wie oft schon hing meine Seele staubverhangen in den Seilen, ich konnte mich zu nichts aufraffen. Wenn ich es dann doch tat, Stift oder Pinsel in die Hand nahm, dann zeigte sich plötzlich Licht. Magisch. Heute würde man dem wohl „im Flow sein“ sagen. Für mich ist es einfach ein Aufgehen im Tun, das aus mir entspringt. Das Schöne daran: Nicht nur der Staub der Seele schwindet, auch das Grau draussen drückt nicht mehr, wenn auf dem Papier plötzlich Farben sind.

Ich glaube, jeder trägt einen solchen Lichtbringer in sich. Wenn man es schafft, den anzuzapfen, gerade in Zeiten, die eher grau sind, wird das Leben heller.

Ich wünsche euch einen schönen und hellen Tag!

Tagesbild: Up to the sky

„Das Herz hat Gründe, die der Verstand nicht kennt. Blaise Pascal

Up to the sky… heisst es bald, Spanien ruft. Trotzdem es eigentlich zur Normalität gehört, dieser Wechsel immer wieder, spüre ich in mir eine Unruhe. Und hier ist noch so viel zu tun, es kommt zu früh.

Die Erfahrung zeigt, dass das immer so war und es dann doch gut ist, nein, sogar schön ist. Im Moment kann ich es doch nicht ganz glauben. Ein Zeichen dafür, dass der rationale Geist noch so viele Argumente auffahren kann. Die Gefühle sind stärker.

Habt einen schönen Tag! 💕

Tagesgedanken: Ich hab’ ne Meise

«Hätte Gott mich anders gewollt,

so hätt’ er mich anders gebaut.»

Johann Wolfgang von Goethe

Als Kind hörte ich oft den Spruch:

«Du bist anders als die andern.»

Es war nicht als Kompliment gedacht, im Gegenteil, das war einer der grössten Vorwürfe überhaupt, denn die anderen, das waren die Normalen, das waren die, welche waren, wie man zu sein hatte. Nur ich, ich war anders.

Es kam eine lange Phase, in der ich zwar meine Unsicherheiten behielt, aber nie mehr mit solchen Aussagen konfrontiert wurde, im Gegenteil. Ich war in einem Kreis ähnlich denkender und funktionierender Menschen wie ich. Plötzlich war ich in Teilen vielleicht doch anders, aber in anderen auch gleich. Vor allem war da ein gegenseitiges Verständnis für das jeweilige Sosein.

Später hörte ich den Spruch auch wieder, teilweise begleitet mit einem

«Du bist komisch.»

Ich nahm mir das zu Herzen, zumal es mir auch vorkam, dass ich anders war als all die um mich. Zwar war ich mit mir zufrieden, fühlte mich mit mir wohl, doch mit den anderen umso unwohler, Denn: wenn die alle anders als ich waren und sich sicher waren, ihr Sein sei in Ordnung, das Normale eben, dann konnte ich nur daneben sein.

Vielleicht ist die tiefe Wahrheit aber im Ganzen zu sehen: Es gibt solche und andere. Und beide haben Platz. Schön, wenn es gelingt, die (Vor-)Urteile abzulegen und offen das Anderssein des anderen anzunehmen. Wichtig dabei ist jedoch nur eines: So zu sein, wie man sich selbst mit sich wohl fühlt. Allen wird es nie gefallen, doch die leben mein Leben dann nicht, wenn ich mich nach ihnen verbiege. Und so stehe ich heute dazu:

«Ich habe eine Meise. Ich mag die.»

Habt einen schönen Tag!

Arbeitsnotizen: Veränderungen und Findungen

«Man steigt nie zweimal in den gleichen Fluss.» Heraklit

Kein Zitat drückt in meinen Augen das Grundprinzip des Lebens besser aus als dieses von Heraklit. Nicht nur verändert sich die Welt um uns, auch wir selbst Verändern uns immer wieder. Was im Laufe der Zeit fast unmerklich passiert, ausser in Situationen, die, meist von aussen angestossen durch Ereignisse oder Begegnungen, zum Bruch oder klaren Wechsel führen, zeigt sich oft im Rückblick.

Mein Weg führte immer wieder in die Kunst – und immer wieder davon weg. Die Gründe für das Hingezogen-Sein lassen sich in einem zusammenfassen: Es ist in mir angelegt, mein Naturell. Die Gründe fürs Wegziehen sind vielfältig, sie reichen von Verboten über Ängste und Selbstzweifel bis hin zu Sinnkrisen, Existenzfragen und mehr.

Blicke ich zurück, sehe ich Dinge, die in meinem bildnerischen Tun immer wiederkehrten, sehe aber auch Veränderungen oder Weiterentwicklungen. Es zeigt sich, dass auch die Zwischenphasen im neuen Eintauchen ihren Raum einnehmen, sich durch etwas zeigen. Als wären sie nötige Schritte auf dem Weg weiter gewesen. So wie Rilke es meinte, wenn er von wachsenden Ringen sprach. James Joyce hatte noch ein anderes Bild:

«Der Umweg ist der Weg nach Hause.»

So bin ich also wieder zuhause angekommen, versuche aber noch, mich zurechtzufinden. Motive und Themen werden gewälzt, Medien und Stile ausprobiert, verworfen, wieder aufgenommen. Manchmal voller Inspiration und Tatendrang, teilweise auch mit Frustration und Wut. Und doch ist da dieses innere Feuer, das weitertreibt. Und immer wieder denke ich:

«Ich hab’s.»

Um am nächsten Tag zu denken:

«Noch nicht ganz.»

Matisse meinte, Kunst zu machen brauche Mut. Dem stimme ich zu. Und Geduld. Beides nicht immer leicht. Ich bleibe dran. Denn Disziplin ist das nächste. Und Kontinuität. Nie zu vergessen aber: Freude.

Habt einen schönen Tag!

Tagesbild: Die Kuh

Früher, da ich unerfahren
Früher, da ich unerfahren 

Und bescheidner war als heute, 

Hatten meine höchste Achtung 

Andre Leute.

Später traf ich auf der Weide 

Außer mir noch mehrere Kälber, 

Und nun schätz ich, sozusagen, 

Erst mich selber.
Wilhelm Busch (1832 – 1908)

Was Wilhelm Busch hier schreibt, müsste man sich gross ausdrucken und irgendwohin kleben.

Viele kennen das wohl, dass sie denken, die anderen seien besser, schöner, toller, interessanter, talentierter, intelligenter… to be continued… und achten sich klein. Aus diesem Denken folgt so viel: Man traut sich zu wenig zu und vertraut zu wenig auf sich.

Ich bin dann mal weg, auf der Weide, Kälber suchen.

Habt ein schönes Wochenende!

Tagesbild: Schlafende Katze

«Gib niemals auf, für das zu kämpfen, das du tun willst. Mit etwas, wo Leidenschaft und Inspiration ist, kann man nicht falsch liegen.» Ella Fitzgerald

Ich weiss nicht, wieso es mir die schlafenden Katzen so angetan haben. Vielleicht, weil ich selbst ein wenig müde bin. Was aber auch ist: Ich liebe es, dasselbe Motiv auf verschiedene Weisen zu probieren. Ich mag es, mit klaren Linien, fliessenden Übergängen und auch vielen Farben zu spielen. Erstens ist darin eine grosse Entdeckerfreude, zudem ist es immer wieder spannend zu sehen, wie unterschiedlich Motive wirken, je nachdem, wie sie umgesetzt werden.

Und immer ist da das Spielerische. Für mich etwas ganz Zentrales beim kreativen Schaffen. Zwar sind Kontinuität, Disziplin und Struktur in meinen Augen wichtige Punkte, wenn es darum geht, kreativ zu sein, weil dieser Rahmen erst der Kunst die Freiheit gibt, aber wenn die Freude fehlt, bleibt es leer und damit auch bedeutungslos.

Habt einen schönen Tag!

Tagesbild: Der Hase

«Drei Hasen tanzen im Mondenschein
im Wiesenwinkel am See:
Der eine ist ein Löwe,
der andre eine Möwe,
der dritte ist ein Reh.

Wer fragt, der ist gerichtet,
hier wird nicht kommentiert,
hier wird an sich gedichtet;»

Das An-sich-Tun propagiert hier Morgenstern. Abstand nehmen von den ewigen Fragen «Wozu», «Warum» und vor allem «Was soll das sein?» Wir wollen oft die Antworten präsentiert haben, oder noch schlimmer, haben sie schon, bevor wir genau hingeschaut haben. Dabei ist gerade das Hinschauen die Tür zu so viel Schönem, Neuem, auch Spannendem. Und wenn man ganz tief in sich hineinsieht, dann findet man da Dinge über sich heraus, die das Weitergehen im Leben stimmiger werden lassen, weil es plötzlich von innenheraus und nicht mehr von aussen bestimmt passiert.

Was einem so in den Sinn kommt, wenn man einen Hasen zeichnet…

Habt einen schönen Tag.