Kürzlich stellten wir – böse Mutter mit ungezogenem Kind – unsere Schuhe in den Hausflur, was den Unmut des Herrn Nachbarn auf sich zog. Wer das verpasst haben sollte, kann das hier nochmals nachlesen. Heute dann….

Ich schickte das Kind mit dem Hund raus – jaja, wir haben hier noch Kinderarbeit, schliesslich muss man als Mutter ja schauen, wo man bleibt und für irgendwas hat man die Brut ja. Es klingelt – Kind ist noch nicht ganz im Arbeitsmodus und mit seinen pubertierenden Jahren einerseits verweigernd, andererseits vergessend, dieses Mal den Schlüssel – und Kind bittet um Einlass. Mit dem Kind und dem (eigenen) Hund steht aber auch noch Nachbars Hund vor der Tür. Vom Nachbarn (nicht dass ich es bedauerte) keine Spur, der Hund ein bisschen hyperaktiv. Ich lotse also – die Lage voll im Griff, schliesslich hat man Übung mit einem pubertierenden Kind, zwei aufmüpfigen Katern und einem … ach, der Hund ist ok – das Kind mit eigenem Hund in die Wohnung. Dabei fällt mein Blick – die Nase hat es auch signalisiert – auf eine Pfütze. Der fremde Hund war undicht.

Ich frage mich nun, wie das einhergeht mit dieser überkorrekten Haltung des Herrn Nachbarn und kann es mir nur so erklären, dass ein Hund weder Schuh noch Kommode ist – beides wäre nämlich im Hausflur verboten, von freilaufenden, einsamen und undichten Hunden war nie die Rede gewesen.

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*Für unkundige im Titelbild der Unterschied zwischen Schuhen, Kommoden und Hunden

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben

Das Leben in der Schweiz ist mitunter sehr reglementiert. Damit sich auch alle an die Regeln halten, agieren die emsigen Schweizer Bürger gerne als private Polizei. Als ich heute von der Arbeit heimkam, erfuhr ich, dass mein Nachbar heimlich Buch über die Schuhe vor meiner Tür führt. Er hat mich das – stolz über seine Aufmerksamkeit und exakte Arbeit – mit einem Verweis auf die Hausordnung wissen lassen:

Hallo Frau M.

Stets habe ich gehofft, dass ich Sie im Gang antreffen würde.
Da dies nicht der Fall war – vielleicht waren Sie ein paar Tage weg gewesen und da wir nun für ein paar Tage weggefahren sind -, auf diesem Weg.
Als ich gestern in der Wohnung war, waren drei Paar Schuhe im Gang abgestellt. Montag waren es zwei Paar, Sonntag ein Paar.
Um offen zu sein, mich stört das. Ich wäre froh, wenn das nicht mehr vorkommen würde. So wie meine Frau mir berichtet hat, hat die Liegenschaftsverwaltung erklärt, weshalb Schuhe und sonstige Gegenstände im Hausflur nicht vorgesehen sind. Es wäre gut, wenn wir uns alle daran halten täten.

Danke und beste Grüsse
XXX

Ich bin nun nicht ganz sicher, ob ich ihm mitteilen muss, dass ich nicht weg war, sondern schlicht arbeite tagsüber und mich auch sonst selten im Hausflur rumtreibe? Ich wüsste gerade gar nicht, ob mir ein Sitzen in ebendiesem überhaupt erlaubt wäre – ich werde bei Gelegenheit mal die Hausordnung anschauen.

Aber schön, gibt es aufmerksame Nachbarn. So werde ich nie als unentdeckte Leiche im Hausflur verenden und erst Jahre später gefunden werden.