Glück oder Untergang? Das Unterhemd

Sie: „Sag mal, kannst du dich nicht mal ordentlich kleiden? Ich mein, das Unterhemd geht ja gar nicht.“

Er: „Ach komm, das ist so knallvergnügt. Das Leben ist schon trist genug. Und schau mal raus, das Wetter ist grau in grau, drückt aufs Gemüt, zieht runter, raubt Kraft und Energie, und das könnte schon fast ein neuer Hip-Hop-Hit sein, ich müsste es noch aufschreiben, und den Beat drunter legen, dann wäre es mitreissend, und Stimmung hebend, im Gegensatz zum Grau draussen, und wer nun noch nicht im Takt mitliest, hat schlicht kein Musikg’hör.“

Sie: „Sprich, du willst auf dieses ach so schreckliche Teil nicht verzichten, und fügst als Argument diesen Sermon an, der weder Rhythmus noch Reim hat?“

Er: „Ja!“

Wir wissen nicht, wie er endete…..

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Für die abc.etüden, Woche 04.18: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Wortspende für die Textwoche 06.18 kommt von Anna-Lena von visitenkartemyblog.wordpress.com

Sie lautet: Unterhemd, knallvergnügt, verzichten.

Der Ursprungspost: HIER

 

Zensur an der Kunst

Ein Gedicht wird von einer Hauswand gewischt (HIER) , Bilder in Museen werden abgehängt. (HIER ein Beispiel). Alles aus Gründen des Sexismus’.

Wir sind also so weit, Zensur an der Kunst zu üben, um eine Gesinnung zu schützen. Und ja, ich meine es, wie ich es schreibe. Heute scheint alles Sexismus zu sein, das in irgendeiner Form Frauen in Rollen zeigt, die man in den Kreisen, die ständig „Hier“ schreien, nicht haben will und zu Un-Rollen erklärt hat.

Ich bezweifle, dass solche Aktionen dem Anliegen von Frauen, gleiche Chancen und gleiche Behandlung zu erfahren, dient. Im Gegenteil. Ich denke erstens, dass man aufgrund solchen Irrsinns wirklich angebrachte Forderungen nicht mehr ernst nimmt. Ich denke zweitens, dass man dadurch so viel Energie von wichtigen Fragen abzieht, dass für diese – und damit eine Veränderung da, wo es Not täte – zu wenig bleibt.

Zensur an der Kunst hatten wir vor einigen Jahrzehnten. Und nein, ich will das hier nicht mit einem Holocaust vergleichen. Die Tragweite ist weit davon entfernt und die Grausamkeit von damals steht in keinem Vergleich. Aber: Die Mittel. Um etwas zu erreichen, eine eigene Sicht zu zementieren, geht man dahin und streicht, was nicht ins eigene Weltbild passt. Das allein lässt aufhorchen.

Es ist kunstfeindlich (und ohne Kunst und Kreativität wäre das Leben gar trist – wenn überhaupt noch lebbar auf Dauer), es ist undemokratisch, es ist unmenschlich (da ohne Kunst….man lese oben….). Die Kunst ist es doch erst, die uns immer wieder erinnert. Sie ist es, welche uns Dinge vor Augen führt. Sie ist es, die Freude bringt, Leben ins Leben bringt. Sie ist es, die ungehindert hinschauen können muss, da sie sonst keine Kunst, sondern Dekoration ist. Beschneiden wir sie, schneiden wir uns vom Leben ab.

Und drum nochmals hier. Nur für euch. Lesbar, auch wenn man es von Wänden wischt:

avenidas
avenidas y flores

flores
flores y mujeres

avenidas
avenidas y mujeres

avenidas y flores y mujeres y
un admirador

(Eugen Gomringer, Alice Salomon Poetik Preis 2011)

Es soll immerhin ein neues Zuhause kriegen: HIER

Freitagsfragen – Ich hab Antworten

 

Ich stiess über Mia HIER  auf diese Fragen. Ich machte ja schon mal solche Bloggeraktionen mit, vom Freitagsfüller über Montagsirgendwas hin zu was weiss ich (man findet es alles im Blog, ich habe schlicht ein Sieb von Gedächtnis, das alles ad acta legt, was erledigt ist – so bleibt Platz für Neues und das kommt ja täglich dazu). Die Aktion stammt von der Brüllmaus, der Ursprungslink zu diesen Fragen ist HIER.

1.) Kommst Du gut mit Schlafmangel zurecht? Wie kämpfst Du gegen die Müdigkeit an?

Ich kannte früher Schlafmangel kaum. Er kam mit den Problemen, die das Leben in mein Dasein warf. Nacht für Nacht wachte ich um 2 oder 3 auf und konnte nicht mehr einschlafen. Sprich: 3-4 Stunden Schlaf pro Nacht, danach stand ich auf. Irgendwann ging ich wirklich auf dem Zahnfleisch. Seit ich wieder zurück auf der Yogamatte bin (ich musste pausieren), schlafe ich besser. Wenn ich mal nicht kann, wende ich etwas an, das Thich Nhat Han in einem Buch erwähnte: Liegen bleiben, bewusst atmen, mit dem Bewusstsein dem Atem folgen. Es hilft oft, wieder einzuschlafen, wenn ich doch mal mit Schlaflosigkeit kämpfe. Und ansonsten stehe ich auf und geh auf meine Yogamatte. Ich praktiziere erst eine fordernde, dann eine meditative Praxis. Und ja, danach fühle ich mich gestärkt für den Tag. Trotz Schlafmangel. Ab und an kommt am Nachmittag ein Zwischentief. Wenn ich kann, mache ich ein paar Yin-Yoga-Übungen oder Atemübungen. Zweites passt ja eigentlich immer rein.

2.) Es gibt Wiedergeburt und weil Du der 300 Milliardendste Gestorbene bist, darfst Du Dir aussuchen, als was Du wiedergeboren wirst. Was wird es sein?

Mein eigener Hund.

3.) Sammelst und benutzt Du Gutscheine, Rabattcoupons und dergleichen?

Ich behielt sie (sammeln wäre zu viel gesagt) lange, nutzte sie nie. Nun werfe ich sie weg. Ich hab sie eh nie dabei, wenn ich einkaufe.

4.) Die Wahl der Qual: ständig an Papier schneiden oder ständig etwas ins Auge bekommen?

Das klingt ein wenig nach „Das Leben ist scheisse, hättest du lieber Kuh- oder Pferdemist?“. Finde ich schade. Ja, das Leben ist nicht immer einfach. Eigentlich selten. Im Buddhismus heisst es, das Leben ist Leiden. Und das ist (zumindest bei mir) sehr oft so. Aber: Es gibt auch in den dunkelsten Stunden gute Seiten. Man muss sie auch sehen wollen. Und: Ganz viel Leid erschaffen wir uns selber. Wenn man das mal erkennt, kann man schon ganz viel mehr Licht ins Dunkel bringen. Das heisst dann nicht, dass man sich nicht mehr am Papier schneidet oder was ins Auge kriegt, aber man sieht auch, was man aufs Papier zeichnen kann und was mit den Augen sehen.

 

Ich wollte zuerst eine 1 bei Titel schreiben. Ich weiss aber nicht, ob ich das nochmals mache. Dieses Mal sprangen mich die Fragen an, drum machte ich mit.

 

 

Sei kein Verräter

Auf Facebook gibt es immer wieder diese Aufrufe: Teile dieses Bild, um deine Solidarität mit den Hungernden in Afrika zu demonstrieren. Setze dein Bild auf schwarz, um dich für Frauen, die Gewalt erlebt haben, eingesetzt haben. Teile diesen Beitrag, wenn du dich für die einsetzen willst, die Krebs haben.

Und wenn nicht? Bin ich ignorant und schuld an Hungersnöten, Gewalt und Krebs? Und ja, es steht nicht nur so da, es kommt gleich noch hinterher – so von oben herab quasi: Ich weiss, dass viele es nicht tun. Und nein, man will nicht ignorieren, man will ja ein guter Mensch sein, man kann nicht einfach wegschauen.

Nur: Wenn ich das teile: Sind dann alle Erkrankten wieder gesund? Haben alle Hungernden Essen? Hört die Gewalt auf? Hat bisher nicht funktioniert und geteilt wurde fleissig. Ich denke auch, dass man was tun muss, wenn man was ändern will, aber mit solchen Methoden? Mach, was ich fordere, sonst soll dich dein Gewissen plagen? Ein Teilen sind zwei Klicks… Damit lässt sich ein Gewissen beruhigen?

Vielleicht liegt genau da das Problem….

Lüge oder Wahheit?

 

„Immer die Wahrheit, keine Lügen. Unter keinen Umständen.“

Diesen Spruch hörte ich grad in einer eigentlich sehr seichten Liebesschnulze. Aber ja, das wäre mein Wunsch zum Glück. Ich mag keine Lügen. Egal wie schwer die Wahrheit auch sein mag. Eine Lüge wiegt schwerer.

Thomas Mann sagte mal:

Eine schmerzliche Wahrheit ist besser als eine Lüge.

Das ist genau mein Motto. Bei der Wahrheit habe ich die Wahl, mich zu entscheiden. Und selbst wenn sie mich im ersten Moment wütend macht, traue ich mir zu, am Schluss in Ruhe den richtigen Schluss zu ziehen. Wenn mich aber wer belügt, weil a) den Ausbruch fürchtet und mir b) die sachliche Analyse nicht zutraut – dann ist es zwischen uns nicht weit her.

Wer mich belügt zweifelt meine Denkfähigkeit an (und da reagiere ich sehr heikel) und er stellt sich über mich – indem er mir nicht die Chance gibt, selber Stellung zu einer Realität zu beziehen, von der er weiss.

Wieso lügen wir? Sind Lügen wirklich je sinnvoll? Ich denke nicht. Ich bin gespannt, was ihr denkt!