20. Juli

Blüte im Teich-1804.jpg

„Man muss jedem Hindernis Geduld, Beharrlichkeit und eine sanfte Stimme entgegenstellen.“ Thomas Jefferson)

Eigentlich sähest du den Weg klar vor sich, doch dann zeigt sich dieses Hindernis, das alles in Frage zu stellen scheint. Zweifel kommen auf, Ärger auch, du siehst dich vor der Aufgabe, dieses Hindernis aus dem Weg zu räumen. Während du einerseits haderst, dass es überhaupt da ist, suchst du anderseits nach Lösungen – nicht immer sind sie offensichtlich. Wie gerne würdest du alles hinwerfen? Oder zumindest einfach nur schimpfen über den Gang der Welt und die Ungerechtigkeit des Lebens?

Manchmal brauchen Wege mehr Zeit als geplant oder gewünscht. Manchmal stellen sie sich auch als weiter als gedacht heraus. Geduld und Beharrlichkeit sind die Zutaten, die ans Ziel führen. Damit aber nicht genug. Das Hadern und Schimpfen mag zwar auf den ersten Blick als Seelenhygiene wirken, doch zu weit getrieben kann es auch Energie- und Hoffnungsräuber werden. Auch wenn es nicht immer einfach ist, hilft es, neben der Geduld und Beharrlichkeit auch noch für ein ausgeglichenes Gemüt zu sorgen, die Gelassenheit, auch bei Hindernissen einen ruhigen Kopf und damit eine sanfte Stimme zu bewahren.

Doch wie so oft: Es ist nicht immer einfach, es mag auch nicht immer gelingen. Behält man das aber im Hinterkopf, hat man bei jeder neuen Situation wieder eine neue Chance, es zu üben.

5. Juli

„Courage ist gut, aber Ausdauer ist besser.“ Theodor Fontane

Neues zu wagen braucht ab und an Mut. Man weiss nicht, wo der Weg hinführt, hat keine Ahnung, was der Weg mit einem macht und vor allem weiss man auch nicht, ob man je ans Ziel kommt. Geht man den neuen Weg dann mal an, dann hilft sicherlich eines: Ausdauer beim Gehen. Und auch wenn es das schöne Bonmot gibt, dass jede Reise mit dem ersten Schritt beginnt, ist es wichtig, auch die nächsten zu gehen.

4. Juli

„Lass deinen Eifer und Mut nicht sinken, wenn es dir nicht vollständig gelingt, alles nach richtigen Grundsätzen auszuführen; fange vielmehr, wenn dir auch etwas misslungen ist, von neuem an, und sei zufrieden, wenn die Mehrzahl deiner Handlungen der Menschennatur gemäss ist , und behalte das lieb, worauf du zurückkommst.“ (Marc Aurel)

Manchmal haben wir hohe Ziele und erreichen sie nicht sofort. Wie oft verlässt uns unser Mut und wir denken, dass wir schlicht nicht in der Lage sind, das zu erreichen, was wir uns wünschen? Und wie oft rappeln wir uns danach wieder auf und probieren es nochmals? Sicher ist: Ans Ziel führt nur der zweite Weg. Und eigentlich wissen wir es selber: Aufgeben ist eigentlich keine Option!

Erich Kästner: Kleines Solo

Einsam bist du sehr alleine.
Aus der Wanduhr tropft die Zeit.
Stehst am Fenster. Starrst auf Steine.
Träumst von Liebe. Glaubst an keine.
Kennst das Leben. Weißt Bescheid.
Einsam bist du sehr alleine –
und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.

Wünsche gehen auf die Freite.
Glück ist ein verhexter Ort.
Kommt dir nahe. Weicht zur Seite.
Sucht vor Suchenden das Weite.
Ist nie hier. Ist immer dort.
Stehst am Fenster. Starrst auf Steine.
Sehnsucht krallt sich in dein Kleid.
Einsam bist du sehr alleine –
und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.

Schenkst dich hin. Mit Haut und Haaren.
Magst nicht bleiben, wer du bist.
Liebe treibt die Welt zu Paaren.
Wirst getrieben. Mußt erfahren,
daß es nicht die Liebe ist …
Bist sogar im Kuß alleine.
Aus der Wanduhr tropft die Zeit.
Gehst ans Fenster. Starrst auf Steine.
Brauchtest Liebe. Findest keine.
Träumst vom Glück. Und lebst im Leid.
Einsam bist du sehr alleine –
und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.

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Einfach, weil man mehr Gedichte lesen sollte

3. Juli

„Zwei Dinge sind zu unserer Arbeit nötig: Unermüdliche Ausdauer und die Bereitschaft, etwas, in das man viel Zeit und Arbeit gesteckt hat, wieder wegzuwerfen.“ (Albert Einstein)

Ist es dir auch schon mal so ergangen, dass du in etwas viel Zeit und Energie gesteckt hast, es aber einfach nicht gut war? Und statt von vorne zu beginnen, hast du versucht, zu retten, was zu retten ist. Leider wurde es dadurch nicht besser, es steckte danach nur noch mehr Energie und Zeit drin.

Ab und an ist es besser, nochmals von vorne zu beginnen, statt sich an etwas festzubeissen, von dem man eigentlich weiss, dass es nicht zur vollen Zufriedenheit rauskommt.

2. Juli

„Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten.“ (Buddha)

Version 2
Hast du dir auch schon mal etwas vorgenommen, bist dann voller Elan gestartet, doch irgendwann ging dir die Puste aus? Was hast du getan? Die Zähne zusammengebissen und weiter gemacht, oder hast du aufgegeben?
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Willst du etwas erreichen, gibt es nur eines: Ausdauer, Disziplin und Geduld.

1. Juli

„Beharrliche Güte siegt auch über schlechte Menschen.“Seneca)

Gibt es schlechte Menschen? Oder empfinden wir die Menschen als schlecht, die uns Böses tun? Was empfinden wir als böse? Meist das, was sich nicht mit unseren Wünschen, Hoffnungen und Erwartungen deckt, das, was unseren Werten widerspricht.

So oder so: Wie wollen wir mit Menschen umgehen, die uns in einer Weise gegenübertraten, die uns denken liess, dass hier ein schlechter Mensch ist? Der erste Impuls ist oft, es heimzuzahlen. Der zweite, wutentbrannt die verbindenden Bänder zu lösen und getrennte Wege zu gehen. Was nicht grundsätzlich falsch sein muss, allerdings wenig bringt, wenn in uns die Wut mitgeht.

Wir können die anderen Menschen nicht ändern, wir haben nur das in der Hand, was wir selber tun, wie wir uns zum Ganzen stellen. Böses wird Böses nie aus der Welt schaffen, das schafft nur das Gute.

29.Juni

„Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug.“ Epikur von Samos

Eigentlich ist alles gut. Das Wetter ist schön, die Beziehung im Lot, das Zuhause hat genügend Platz, der Kühlschrank ist voll. Und dann ist da dieser Gedanke: Da muss doch noch mehr gehen? Das kann doch nicht alles gewesen sein?

Es ist gut möglich, dass es noch mehr gibt. Nur: Wieso will man es unbedingt haben? Wozu? Was verspricht man sich von mehr? Anerkennung? Status? Wirklich Glück? Und: Gibt es nicht immer noch mehr?