Ich bin so ich
Und oft wohl eigen,
ich fühle halt,
wie ich es tu.

Du fragst dich wohl,
was das nun solle,
bist gar anders,
find’st deins gut.

Das find ich auch,
nur bin ich anders,
und würde gern
als ich geseh’n.

Wir können doch
Auf eig’nen Wegen,
unsern Weg
gemeinsam geh’n.

Indem ich lieb,
was dich so prägt,
und du mich nimmst,
wie ich halt bin.

©Sandra Matteotti

“ Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“
(Reinhold Niebuhr)

Es gab in meinem Leben leider viele Momente, in denen ich dachte, dem, was grad passiert, einfach hilflos ausgeliefert zu sein. Ich fühlte mich ohnmächtig (es lag nicht in meiner Macht, etwas zu ändern), hilflos (ich wusste mir nicht zu helfen und fand auch im Aussen keine Hilfe) und vor allem sehr verletzlich (die Welt schaut auf mich und urteilt….).

Und ja, es ist so: Es gab viele Situationen, in denen das Gefühl nicht falsch war: Ich konnte die Dinge nicht ändern. Dabei wollte ich es so gerne. Ich studierte ganze Nächte, suchte tagsüber nach Wegen und Möglichkeiten. Am Schluss… blieb alles, wie es war. Und dieses Gefühl des Ausgeliefertseins, der Hilflosigkeit, hatte sich eingebrannt.

Wie oft greifen wir genau auf das Gefühl zurück, wenn wir vor Schwierigkeiten stehen? Denken: Ach, das bringt ja eh nichts, es gelingt ja nicht.

Es ist eine Tatsache, dass wir nicht alles im Leben in der Hand haben. Ganz viel entzieht sich unserer Kontrolle, beruht auf Zufällen oder ist von etwas abhängig, das ausserhalb unserer Macht liegt. Wenn wir uns nun über diese Dinge aufregen und uns daran aufreiben, passiert nur eines: Wir ärgern uns, ändern aber nichts am Grund für den Ärger. Die Dinge nehmen ihren Lauf.


Es gibt aber durchaus Dinge, die wir selber in der Hand haben. Da dann einfach abwartend zu sitzen und zu hoffen, dass sich alles zum Guten wendet, wäre mehr als schade. Wir könnten da selber Hand anlegen, nur: Dinge zu verändern ist nicht immer nur einfach, Gewohnheiten wiegen mitunter schwer. Sind sie doch erstens erprobt und oft auch bequem. Und doch: Es wäre schade, es nicht zu tun, da wir damit das Steuer unseres Lebens aus der Hand geben und auf etwas verzichten, das wir insgeheim (wir würden uns sonst nicht ärgern) wollen.

Nach meinem kürzlichen Text zum Thema Geduld möchte ich hier die wunderbaren Worte von Rilke nachreichen Geduld. Wer könnte sich schöner und tiefer ausdrücken, als der grosse Meister:

Man muss den Dingen
Die eigene, stille,
ungestörte Entwicklung lassen, die tief von innen kommt,
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann; alles ist austragen –
und dann
Gebären…
Reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt und getrost in den Stürmen
des Frühlings steht,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer kommen könnte.
Er kommt doch!
Aber er kommt nur zu den Geduldigen, die da sind,
als ob die Ewigkeit vor ihnen läge,
so sorglos still und weit …
Man muss Geduld haben,
gegen das Ungelöste im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben, wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.
Es handelt sich darum, alles zu leben. Wenn man die Fragen lebt,
lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages in die Antwort hinein.

„Gelassenheit können nur jene erreichen, die ein unerschütterliches und klares Urteilsvermögen haben – der Rest hadert ständig mit seinen Entscheidungen schwankt hin und her zwischen Ablehnung und Akzeptanz.“ (Seneca)

Schon bei kleinen Fragen kann ich mich aufhängen: Markiere ich in Büchern nun mit Bleistift oder mit Leuchtstift? Waren andere klar gegen Markierungen oder aber verwendeten, was grad da ist, konnte ich mich Tage und Wochen mit der Frage aufhalten, was dem Buch angemessener wäre – die Frage nach meinem Nutzen aus der Markierung und welche diesem besser dienen würde, kam erst später – so weit kam ich eigentlich selten.

Ich wollte genügen. Dem landläufigen Usus folgend, wie man mit Büchern umgeht, gewissen ästhetischen Prinzipien, wie das Buch nach meinem Lese- und Arbeitsvorgang (und ja, Bücher und Lesen war und ist immer noch teilweise mein Beruf) aussehen sollte. Dies nur ein Beispiel.

Ich bin, um es gelinde auszudrücken, nicht immer sehr entscheidungsfreudig gewesen. Ich konnte sogar bei den banalsten Fragen hin und her überlegen, Argumente wälzen und zu keinem Schluss kommen. Bei den schwierigen Fragen war es umso schlimmer. Schlussendlich wollte ich die richtige Entscheidung treffen.

Ob eine Entscheidung richtig oder falsch ist, zeigt sich meist sowieso erst hinterher. Oft kann man im Vorfeld noch so viele Argumente hin und her wälzen, sie sind schlussendlich selten ausschlaggebend, denn: Man weiss tief drin eigentlich sehr genau, was man will und was passt – eine innere Stimme, ein Bauchgefühl. Nur: es ist so ungesichert, worauf will man sich berufen, wenn man sich später rechtfertigen will? Die Ratio erschien mir da oft der sicherere Weg. Das kann ich, das hat Hand und Fuss, das hat Argumente, die ich dem anderen auftischen kann. Und doch fühlt es sich oft so mühsam an. Und wie oft sagte ich im Nachhinein: „Hätte ich nur auf meine innere Stimme gehört.“

Was noch dazu kommt: Würden wir drauf hören, hätten wir eine Entscheidung, die unserem Fühlen und Sein entspräche, und damit auch wieder Ruhe. Dieses andauernde Wälzen von Argumenten, dieses Hin und Her im Geist, bringt meist vor allem eines mit sich: Unruhe.

Wenn also wieder einmal eine Entscheidung ansteht: Eigentlich kenne ich meine Antwort. Wenn ich ihr nicht traue, hilft es, eine Münze zu werfen. Wenn sie fällt, weiss ich, wie ich mich fühle. Bin ich enttäuscht, ist diese Entscheidung nicht die, welche ich mir wünsche. Bin ich zufrieden, sollte ich den Weg ausprobieren.

Ich sage nicht (NIE!!), dass man den Kopf einfach ausschalten soll. Nur: Wenn es um Entscheidungen geht, die zu einem persönlich stimmigen Weg führen sollen, sollte man den Bauch nicht ignorieren. Das heisst nicht, dass der Weg immer einfach, toll, gewinnbringend und erfolgreich ist. Aber: Es war zumindest der eigene Weg. Jeder andere kann genauso misslingen. Und dann habe ich doppelt verloren. Ich habe mich, meine Bedürfnisse und Wünsche aufgegeben, um in eine Schublade zu passen – und sie schloss immer noch nicht…

Wir werden nie in jede Schublade passen, wir sollten aber immer im Auge behalten, was in unsere passt.

„Du musst dich (im Leben) wie bei einem Gastmahl benehmen. Es wird etwas herumgereicht, und du kommst an die Reihe.“ (Epiktet)

Jeder kennt sie wohl, die unliebsamen Zeitgenossen, die sich überall vordrängeln wollen, die sich bei einem Essensbuffet an dir vorbei zwängen, nur um der erste beim Fleisch zu sein. Während ich mich hier – vor allem aus Gründen des Anstands – zurückhalte, gibt es durchaus Situationen, in denen ich ungern geduldig warte, bis die Zeit reif und ich am Zug bin.

Ich war schon immer ein eher ungeduldiger Mensch. Vor allem wenn es darum ging, etwas zu lernen, hätte ich es lieber bereits gestern gekonnt, als mich erst mühsam dahin zu begeben. Auch ersehnte Ferien oder gewünschte Dinge hätte ich lieber sofort, als noch lange drauf warten zu müssen. Wenn der Entscheid, etwas zu wollen, mal gefällt war, dann gab es keinen Grund für einen Aufschub, ausser, dass die Zeit sich nicht an meine Wunschvorstellungen hielt.

Ich muss allerdings gestehen: Die Vergangenheitsform stimmt nicht immer – allerdings mit fortschreitendem Alter mehr. Denn: Wie ich es auch drehte und wendete, vieles liess sich nicht beschleunigen. Die Ferien kamen erst zu einem bestimmten Datum und um «Für Elise» auf dem Klavier zu spielen, brauchte ich erst gewisse Grundlagen.

Wir können den Lauf des Lebens nicht beschleunigen, da gewisse Dinge ihre Zeit brauchen. Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht. Was wir aber beeinflussen können, ist unsere Haltung. Die Ferien mögen wunderbar klingen, aber auch jetzt gibt es schöne Momente, die wir vielleicht verpassen, wenn wir nur immer sehnsüchtig auf die Ferien schielen. Es wäre auch toll, jetzt schon ein anspruchsvolles Lied spielen zu können, aber es gibt durchaus auch einfachere, die wunderbar sind. Und mit einem neuen Paar Hosen wird das Leben auch nicht schöner, vor allem nicht, wenn wir noch viele haben, die wir heute anziehen und damit einen schönen Tag verleben könnten.

Manchmal hilft es, auch im Leben nicht der sein zu wollen, der sich vordrängeln will, sondern im Wissen darauf, das alles seine Zeit hat und kommen wird, wenn es denn sein soll.

„Kein Mensch weiß, was in ihm schlummert und zutage kommt, wenn sein Schicksal anfängt, ihm über den Kopf zu wachsen.“ (Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach)

Nietzsche prägte einst den Spruch, dass uns das, was uns nicht umbringt, stärker mache. Ich kam im Leben oft an Punkte, wo ich dachte, dass ich nicht mehr kann, nicht mehr mag, dass ein Punkt erreicht sei, an dem es nicht weiter geht. Doch: Es gab keine Alternative. Irgendwie. Und ja, es ging weiter. Ich bin wohl nicht an allem gewachsen, ich bin bei weitem nicht für alles dankbar, und doch haben mich all die Situationen eines gelernt:

Ich kann mehr, als ich mir zutraue.

Wir wachsen an unseren Herausforderungen. Ich hätte auf so einiges in meinem Leben gerne verzichtet. Und doch hat es mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Ich bin noch immer ein Mensch mit Ecken und Kanten, mit Höhen und Tiefen, mit Fähigkeiten und Schwächen. Ich höre oft, wenn ich etwas schreibe:

So einfach ist das nicht!

Oder aber man denkt, dass ich alles, worüber ich schreibe, gross überwunden hätte und nun wie im Märchen selig bis zum Lebensende lebe. Weit gefehlt. Ich habe lange geforscht, viel gelesen, pflege eine langjährige Praxis der Einkehr und Innenschau auf unterschiedlichen Pfaden. Ich habe dadurch einiges erkennt, vieles ergründet, manches auch durchschaut. Aber die Überwindung braucht Zeit, sie braucht Praxis. Es ist ein Weg. Und dieser beginnt mit dem Erkennen. Das ist aber erst der erste Schritt.

Du fragtest mich, wie es mir geht,
was war dein Wunsch, was war das Ziel?
Du sagtest mir, dir geht es gut,
war das real, war das nur Spiel?

Was ist gemeint, was nur gesagt?
Wo liegt das Herz, wo nur Benimm?
Was ist noch echt, was darf so sein,
wo ist die Box, wo muss ich rein?

Wo Menschen sind, da gibt es Regeln,
nur manche töten schlicht das Sein.
Was wirklich gilt, das ist Gebot,
was man nicht will, sagt das Verbot.

So laufen wir in strammen Rastern,
geh’n im Schritt, sind gar genehm.
Und wo’s nicht passt, da greifen Strafen,
gesetzlich klar, privat bequem.

Man lässt so durch, was einem passt,
der Rest, der ist gar liederlich,
man nimmt so hin, was ganz entspricht,
den Rest verstösst man, weg damit.

Wir leben so in einer Box,
Die jemand anders definiert,
wir woll’n gefallen, dies die Krux,
es sind wir selber, die verlier’n.

©Sandra Matteotti

„Inwendig lernt kein Mensch sein Innerstes
erkennen; denn er mißt nach eignem Maß
sich bald zu klein und leider oft zu groß.
Der Mensch erkennt sich nur im Menschen, nur
das Leben lehret jeden, was er sei.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

Wie oft stossen wir im Leben immer wieder auf gleiche Situationen und oft wissen wir nicht, wie es kommen konnte. Wieso streiten wir immer wieder – auch mit unterschiedlichen Menschen – über gleiche Themen? Wieso fühlen wir uns unverstanden? Wieso fühlen wir uns in gewissen Umgebungen unwohl und wollen gewisse Dinge einfach nicht gelingen? Ein grosser Teil liegt wohl daran, dass wir unseren eigenen Anteil daran nicht erkennen. Wir sind für unsere eigenen Muster und Eigenheiten oft betriebsblind, gehen nach altbewährten und lange eingefahrenen Mustern durchs Leben, ohne bewusst hinzusehen, was wir da tun. Teilweise können wir es nicht sehen, teilweise wollen wir auch nicht, denn: Wer gräbt schon gerne im eigenen Sumpf? Man könnte drin versinken.

Oft brauchen wir einen Spiegel von aussen, um uns wirklich zu sehen. Wir erhalten ihn durch Beziehungen. Wenn diese immer wieder an ähnlichen Stellen schwierig werden, können wir irgendwann die Augen nicht mehr davor verschliessen, was abläuft. Und: Es wird uns auch bewusst, dass es nicht einfach abläuft, sondern dass wir aktiv daran beteiligt sind. Nicht willentlich vielleicht, aber doch agierend.

Wenn wir wirklich hinschauen, wahrnehmen was passiert, erkennen, was wir dazu beitragen, dann haben wir die Chance, etwas zu ändern. Dann können wir das Steuer selber in die Hand nehmen und uns so verhalten, wie wir es wirklich wollen. Wir sind nicht nur die Marionetten unserer Prägungen und Muster aus der Vergangenheit, sondern frei(er) agierende Menschen, die aufgrund ihrer Überzeugungen und Werte handeln.


Es liegt dabei auf der Hand, dass dies nicht alles von einem Tag auf den anderen klappen wird, was sich lange eingebrannt hat, braucht auch Zeit, wieder zu verschwinden. Aber: Je früher wir damit anfangen, desto besser sind die Chancen, dass es gelingt.

Liebst du mich?
Das frag ich mich,
und gäbe viel,
dass du es tust.

Bin ich so gut?
Müsst’ ich was tun?
Was willst du denn,
wo reich ich nicht?

Ein Wort von dir,
ein Blick danach,
schon fühl ich mich
in meiner Pflicht.

Es wög wohl schwer,
wär ich noch mehr,
doch das, was ist,
scheint schlicht mir Mist.

Ich würde gern
in Normen passen,
wäre gern so
ein Gewinn.

Ich würde gern
die Welt bespassen,
bin doch aber
manchmal ernst.

Ich wär so gern der,
den man mag,
doch bleib ich schliesslich
doch nur ich.

Ich würd so vieles
tun für dich, doch
bleiben muss ich
letztlich ich.

©Sandra Matteotti

Ein weiterer Blick hinter die Kulissen. Auf meiner Seite Kreativzeiten werden in Zukunft immer wieder solche Interviews zu finden sein. Zudem werde ich auch Kunstbände und Artikel rund um Kreativität und Kunst da publizieren. Wenn dich solche Themen interessieren, würde ich mich freuen, wenn du mal reinschaust.

Kreativzeiten

Waren Sie das Kind, das immer und überall mit Zeichenstiften bewaffnet auftrat?

Nein.

Wie sah Ihr Weg in die Illustration aus?

Schleichend, wir machten unsere Bilder, die dann zur Illustration verwendet wurden.

Was macht einen guten Illustrator aus?

Sie unterstützt treffend einen Text und erklärt zusätzlich Dinge die sich nicht mit Worten sagen lassen.

Ist Illustration Kunst oder Handwerk?

Als Bildermacher haben wir uns diese Frage noch nie gestellt. Sind aber eindeutig Handwerker.

Haben die elektronischen Medien den Beruf schwerer gemacht oder beflügelt?

Beflügelt, die meisten Arbeiten entstanden durch Onlinekontakte und die Zusammenarbeit läuft, fasst ausschliesslich über das Internet.

Was zeichnet Ihren Stil aus?

Eine eigene Bildsprache, die wir über Jahre entwickelt haben, die vom Comic inspiriert ist.

Haben Sie Lieblingsmedien (welche?) oder passen Sie diese immer dem jeweiligen Thema/Auftrag an?

Zeichnung und Aquarellmalerei, die sich vermischt, wobei es oft das zeichnerische und dann wieder das malerische im Vordergrund ist.

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Was ist Kunst? Und: Was macht gute Gestaltung aus? Ist Kreativität wichtig? Und: Wer ist ein Künstler? Fragen über Fragen, Peter Jenny stand mir Rede und Antwort.

Kreativzeiten

Wenn Sie Ihr Leben erzählen müssten, was wäre Ihre Kurzbiografie?

1942 geboren in eine Bergbauernfamilie, die aus dem Wenigen mehr machen musste. Die Erziehung frei, die Familienstruktur war geprägt durch ein verstecktes Matriarchat. Meine Tagträume wurden kaum gestört durch Eltern und Lehrer. Als 10-jähriger war kein Buch sicher vor mir, ich las alles, was ich zwischen die Hände bekam, vom Appenzeller Kalender zu Jeremias Gotthelf bis hin zu den eher verpönten „Schundheftli“.
1958-1962 Lehre als Typograpf.
1964-1965 Kunstgewerbeschule, Zürich
1965-1972 eigenes Büro für Gestaltung
1969-1970 Lehrer am Vorkurs der KGS Zürich, wo ich wegen unüberbrückbaren Differenzen mit der Schulleitung kündigte.
1971 Mitbegründer der privaten Schule Farbe und Form (F+F) in Zürich.
1975-1977 Dozent an der ETH,Zürich (Abteilung für Geistes-und Sozialwissenschaften)
1977-2007 Professor an der ETHZ (Abteilung Architektur). In dieser Zeitspanne realisierte ich verschiedenste Ausstellungen im In- und Ausland, immer mit den Themen Wahrnehmung und Gestaltung. Im gleichen Themenkreis bewegen…

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Das erste Interview aus einer spannenden Reihe auf meiner Kunst-Blog: Kreative und Künstler gewähren Einblicke in Ihr Schaffen.

Kreativzeiten

Kurzbiografie

Felix Scheinberger wurde 1969 in Frankfurt am Main geboren. Schlagzeug war ihm wichtiger als Schule, statt Abi zu machen spielte er bis zum 22. Lebensjahr in Punkbands. Die Begabtenprüfung wurde seine Eintrittskarte an die FH für Gestaltung in Hamburg, wo er Illustration studierte und anschließend nahtlos in die Selbstständigkeit startete.In den letzten zehn Jahren hat er über 50 Bücher illustriert, regelmäßig für angesehene Zeitungen gearbeitet, Preise gesammelt, in Mainz, Hamburg und Jerusalem gelehrt und durch seine Lehrbücher reihenweise Kreative den Zeichenstift und den Wasserfarbkasten wieder entdecken lassen.
Felix Scheinberger war von 2010 -12 Stellvertretender Vorsitzender der IO – Illustratoren Organisation, des Berufsverbandes deutschsprachiger Illustratoren. Seit 2012 ist er Professor für Illustration an der Fachhochschule Münster.

Waren Sie das Kind, das immer und überall mit Zeichenstiften bewaffnet auftrat?

Ich war das Kind, das sich für Dinosaurier interessierte, das Star Wars-Sammelbildchen und Steine sammelte, das Gruselgeschichten las und für die Sportfischerprüfung…

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„Neben der Liebe auf den ersten Blick gibt es auch die Liebe auf die erste Berührung. Und die geht vielleicht noch tiefer.“

Vladimir Nabokov würde heute 121 Jahre alt – ich hebe mein Glas!

Denkzeiten

Vladimir_NabokovVladimir Nabokov wird am 22. April 1899 in St. Petersburg als Kind einer russischen Adelsfamilie geboren. Er kommt wegen seines westlich orientierten Vaters schon als Kind in Kontakt mit der Weltliteratur, spricht französisch und englisch. Bereits mit 17 Jahren veröffentlicht er seinen ersten Gedichtband.   Das politische Engagement des Vaters bringt diesem verschiedene Inhaftierungen und führt schliesslich zur Flucht nach London. Nabokov studiert an der Universität Cambridge Romanistik und Russische Literatur und zieht nach dem Studium nach Berlin.

Er publiziert unter dem Pseudonym V. Sirin, kann aber nicht leben von der Literatur und hält sich mit Tennis- und Boxunterricht über Wasser. 1937 folgt die Emigration nach Paris, 1940 die Flucht in die USA, wo er als Kurator des zoologischen Museums an der Harvard University arbeitet und wissenschaftlich schreibt. 1948-1958 hat er eine Professur für russische und europäische Literatur an der Cornell Universität inne. 1955 erscheint sein Roman Lolita, der für Aufruhr sorgte, aber …

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So auf sich gestellt eingeschlossen im einsamen Zuhause lauern doch so viele Gefahren. Eine davon ist, sich ungesund zu ernähren – das Trinken schliesse ich hier mal mit ein. Zuviel heisst das Wort der Angst. Gemeint ist alles, was nicht als gesund deklariert ist: Fleisch, Süsses, Alkohol, Fett – halt alles, was schmeckt und das Leben schön macht.

Zuwenig heisst das zweite Wort der Angst. Gemeint ist hier Gemüse, Obst, Freud- und Trostloses halt, also alles, was man isst, weil man vom anderen eher wenig essen sollte, weil dieses ja ach so gesund ist.

Nun war ich ja lange Jahre Vegetarier, ich mag grundsätzlich Obst, Gemüse auch.. und kochte es nun in diesen schwierigen Zeiten fleissig dem guten Gewissen – und der Gesundheit der Mitessenden geschuldet. Nur: Meist ass ich es dann alleine, ausser ein paar Anstandsbissen ging kaum was weg. Ich fing dann an, das Gemüse in Käsesahnesauce und mit Käse überbacken zu servieren. Nun kam es endlich an – also hauptsächlich die Sauce und die Käsekruste….

Irgendwie erinnerte mich das Ganze an den Turnunterricht in der Schule… zuerst werden die gewählt, die man so wirklich toll findet, dann die noch brauchbaren… und irgend einer blieb am Schluss übrig. Während also Fleisch, Pommes und Konsorten weg gingen wie warme Semmeln, blieb das Gemüse noch immer an mir hängen. Und so langsam frage ich mich….kann das wirklich gesund sein? Für meine Psychohygiene (die will ja schliesslich auch gewaschen sein, nicht nur die Hände) und auch sonst?

Ich hörte mal von einem Ernährungsexperten (ach, es gibt so viele davon), dass Salat den Nährwert von Toilettenpapier (ob das den inflationär angestiegenen Kauf desselben erklärt?) und auch Gemüse den seinen auf dem Teller schon praktisch verloren hätte. Wozu also tun wir uns das an? Vielleicht, weil wir dran glauben (wollen) und denken, uns was Gutes zu tun. Tun zu müssen. Und vermutlich ist schon das unglaublich wohltuend für Körper und Seele.

Und so werde ich wohl auch morgen wieder Gemüse auf den Tisch bringen, die Käsekruste oben abessen und sagen: DAS ist mein Lieblingsgemüse.