Gedankensplitter: Zur Freiheit verdammt

«Man wird nicht als Frau geboren, man wird es.» Simone de Beauvoir

Simone de Beauvoirs Satz wurde oft zitiert – und sehr oft falsch. Dann lautete er wie folgt:

«Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht.»

Es sind nur zwei Worte, doch sie implizieren viel. Man betont durch sie die soziale Komponente des Frauseins, der Rollenzuschreibung Frau. So gesehen kommt man zur Welt und wird dann in die Mangel der Gesellschaft genommen wird, welche einen zu dem formt, was man in dieser Gesellschaft als Frau versteht. Die Frau als solche ist damit ein Opfer, das Opfer der bestimmenden Kräfte einer Gesellschaft, welche ihr durch die soziale Prägung eine Rolle zuschreibt.

Der Satz ist nicht nur falsch zitiert, so formuliert widerspricht er auch dem Grundgedanken des Existenzialismus. Im Existenzialismus gibt es zwei wichtige Kerngedanken: Den der Freiheit und den der Verantwortung. Beide wären ausgesetzt, würde man Simone de Beauvoirs Satz so verstehen, wie die falsche Übersetzung oft verstanden wird. Die Frau als Opfer wäre weder frei noch trüge sie die Verantwortung für ihr sein. Dass Simone de Beauvoir das so nicht gemeint haben kann, liegt meines Erachtens auf der Hand. Was also meinte sie wirklich?

Folgt man dem Existenzialismus, haben wir folgende Ausgangslage: Der Mensch wird in eine Welt geworfen, die er sich nicht selbst ausgesucht hat. Diese Welt bestimmt seinen Rahmen, sie bietet ihm die dieser Welt inhärenten Möglichkeiten. Es ist nun am Menschen, diese Möglichkeiten zu nutzen und sich das Leben zu gestalten, das er sich für sich selbst wünscht. Dadurch, dass es diesen Rahmen gibt, wird nie alles für jeden möglich sein. Doch bei dem, was möglich ist, hat er die Wahl. Er hat die Freiheit, sich zu entscheiden – er muss es sogar. Nun kann man einwenden, dass niemand ganz frei ist und wir alle von verschiedenen Prägungen gesteuert werden, die uns unbewusst handeln lassen. Das ist sicherlich richtig, doch ist es durchaus möglich, diesen Prägungen auf die Schliche zu kommen und sie zu umgehen. Nicht dass das leicht wäre in jedem Fall, aber doch möglich.

Dies im Hinterkopf nochmals auf das Zitat geschaut, bietet sich nun folgende Interpretation: Man wird nicht zur Frau geboren, sondern man wird es – weil man sich selbst für diesen Weg entscheidet. Die Frau ist nicht das Opfer der Gesellschaft, sondern sie selbst wählt, in das von dieser gezeichnete Frauenbild zu passen – oder eben nicht. Nun ist es durchaus so, dass dieses Frauenbild problematisch sein kann. Zudem wird es sich auch nicht einfach verändern, nur weil sich eine Frau entscheidet, sich dem Bild zu widersetzen und eigene Wege für sich zu finden. Die Gesellschaft (was immer einzelne Menschen sind im individuellen Fall) ist in der Lage, Steine in den Weg zu legen, Druckmittel bereitzuhalten, das Leben zu erschweren, folgt der Mensch nicht der ihm zugesprochenen Vorbestimmung. Will man daran etwas verändern, kann das nur gelingen, wenn der Mensch einsieht, dass er die Wahl hat, dass er nicht einfach Opfer ist, sondern ein selbstbestimmtes Wesen mit der Verantwortung dafür, was er ist und tut. Und: keiner kann eine Veränderung des Systems allein bewirken.

Um die Gesellschaft zu verändern, braucht es viele. Es braucht das Bewusstsein, dass Muster und Rollenzuschreibungen nur verändert werden können, wenn sich die davon Betroffenen zusammentun und dafür einstehen, dass jeder ein Recht auf Selbstverwirklichung hat – in dem Sinne, sein zu dürfen, wer er ist. Mit den Worten Simone de Beauvoirs:

«Der Frau bleibt kein anderer Ausweg, als an ihrer Befreiung zu arbeiten. Diese Befreiung kann nur eine kollektive sein.» Simone de Beauvoir

Anekdoten: Verbrecher aufgepasst

Als Kind wollte ich Detektiv werden. Ich wollte für Recht und Ordnung sorgen, wollte Gerechtigkeit siegen lassen. Und: Ich wollte es nicht irgendwann, sondern gleich.

Ich erklärte also mein Kinderzimmer zu meinem Büro und begann, es entsprechend zu gestalten. Ich malte ein Schild mit der Aufschrift: «Detektei Dan Tanner». Ich muss den Namen aus einem der Krimis abgeleitet haben, den ich gerade schaute, auf alle Fälle war klar, dass es ein Mann sein musste. Da ich damals Jungs eh cooler fand als Mädchen, kam mir das gelegen – oder war vielleicht auch darum gewollt.

Auf alle Fälle hing nun also dieses Schild an der Tür mit dem Vermerk: «Klopfen vor dem Eintreten». Was mir sowieso immer wichtig war, konnte ich so explizit einfordern und damit an den Mann, die Frau, die potenziellen Klienten bringen. Mit dem Schild war es noch nicht getan. Als nächstes kam mein Pult dran. Zuerst musste ich es verschieben, damit das Ganze auch einen professionellen Anschein macht: Stirnseite zur Tür, so dass ich die Eintretenden gleich im Blick hatte. So sassen sie auch immer in den Filmen und die mussten es ja wissen. Danach musste es entsprechend eingerichtet werden: Karteikasten, Notizblock, säuberlich aufgereihte Stifte. Ich besorgte mir einen Detektivkoffer mit Fingerabdruckpulver, Lupe und einigem mehr und ordnete auch das schön auf dem Tisch an. Ich entwarf auch ein Tischschild, auf dem nochmals mein Name mit Funktion standen. Sah das alles toll und professionell aus, ich war stolz!

Leider kam ich ob all dieser zeitaufwendigen Vorbereitungen nie dazu, einen Fall zu lösen. Den Verbrechern wäre ein Stein vom Herzen gefallen, hätten sie es gewusst.

Lesemonat Januar

Gerade erst sind wir ins neue Jahr gestartet und schon ist der erste Monat Geschichte. Ich bin unter spanischer Sonne ins neue Jahr genutzt, habe den Jahreswechsel dazu genutzt, Altes abzuschliessen und zu sehen, was ich mir vom Neuen erhoffe. Ich habe mir überlegt, was ich vom neuen Jahr will und mich darauf festgelegt – um am Schluss des Monats zu merken, dass das so nicht passt. Das meinte wohl Wilhelm Raabe mit seinem Ausspruch:

«Alles in der Welt geht in Wellenlinien. Jede Landstrasse und so weiter. Wehe dem, der überall ein Lineal anlegt.»

 Ich habe viel gelesen, nachgedacht, geschrieben, ich habe dabei neue Erkenntnisse gewonnen und eigentlich bekannte wieder hervorgeholt. Bei all dem habe ich viel über mich gelernt:

  • Ich lasse mich ungern beschränken, mache es aber manchmal selbst, nur um zu merken, dass ich es nicht mal dann mag. Ich habe zu viele unterschiedliche Interessen, um mich auf etwas festzulegen. Vielleicht meinte Simone de Beauvoir ihren Satz genau so: «Ich möchte vom Leben alles.»
  • Ich darf mir ruhig mehr zutrauen.
  • Ich muss nicht perfekt sein, ich bin gut so, wie ich bin. (das wird wohl ein lebenslanger Lernprozess)

Es war ein guter Monat, Spanien hat mir gutgetan und der Abschied fiel schwer. Mittlerweile bin ich wieder in der Schweiz angekommen, auch innerlich, und geniesse es, hier in eine andere Welt einzutauchen mit mehr Kultur, was ich auch sehr geniesse. Leider ist das Leben nicht nur bunt und hell, auch traurige Vorfälle bleiben nicht aus. Mit einem solchen endete dieser Monat, das wird noch eine Weile nachhallen. Was bleibt, ist die Dankbarkeit für das Gute in meinem Leben, und Hoffnung und auch Zuversicht, dass es ein gutes Jahr werden wird. Ich werde es auf meine Weise beschreiten.

Meine Bücher

Ich habe mich mit Mord und Totschlag durch den Monat bewegt, bin menschlichen Abgründen auf die Spur gekommen und dabei durch die verschiedensten Orte der Welt gekommen. Meine Highlights:

  • Nele Neuhaus: Eine unbeliebte Frau
  • Kristen Perrin: Das Mörderarchiv
  • David Baldacci: Long Shadows
  • Nicola Upson: Mit dem Schnee kommen der Tod
  • Josephine Tey: Der letzte Zug nach Schottland

Hier die vollständige Liste:

Kristen Perrin: Das MörderarchivAls junges Mädchen hört Frances von einer Wahrsagerin, dass sie einmal ermordet werden wird. Sie glaubt dieser Weissagung und ist auf der Hut, umso mehr, als ihre Freundin Emilie plötzlich verschwindet. Hatte das ihr gegolten? Als sie viele Jahre später wirklich ermordet wird, vermacht sie ihr grosses Vermögen zu einem Teil ihrer Nichte oder dem Neffen ihres verstorbenen Mannes – je nachdem, wer von ihnen den Mord aufklärt. Annie macht sich sofort auf die Suche, gerade die richtige Aufgabe für eine angehende Krimi-Schriftstellerin. Hinweise erhofft sie sich aus dem Tagebuch ihrer Tante, wodurch sie auch mehr über Emilies Verschwinden damals kommt. Die Suche nach dem Mörder bringt sie selbst auch in Gefahr. 5
Elizabeth George: Mein ist die RacheWas als romantisches Verlobungswochenende geplant war, wird du einer mörderischen Angelegenheit. Zuerst stirbt ein Journalist, der sich als Frauenheld einige Feinde gemacht hat, danach gibt es einen weiteren Toten, der Verdacht wandert vom einen zum anderen. Mittendrin noch eine Frau zwischen zwei Männern. grossartiger Spannungsbogen, stimmige und authentische Figuren, eine mitreissende Geschichte. 5
Elizabeth George: MeisterklasseDas Folgebuch zu „Wort für Wort“. Elizabeth George offenbart ihren persönlichen Schreibprozess von der Idee über die Recherche hin. zu ersten Entwürfen und deren Überarbeitung bis zum fertigen Buch. Sie macht mit Beispielen die Theorie anschaulich und bietet mit Übungen die Gelegenheit, das Gelesene auszuprobieren. 5
Nele Neuhaus: Eine unbeliebte FrauEin Oberstaatsanwalt bringt sich mit einer Ladung Schrott um, eine junge Frau stürzt sich von einem Turm. Schnell stellt sich heraus, dass sie keinen Selbstmord begangen hat, sondern umgebracht wurde. Die Suche nach dem möglichen Täter bringt eine Menge Feinde ans Licht, niemand scheint die Frau wirklich gemocht zu haben. Bodenstein und Kirchhoff müssen ihren ersten gemeinsamen Fall lösen und verlaufen sich dabei mehrfach, während sie Einsicht in immer tiefere Verstrickungen und Verbrechen gewinnen. Grossartiger Plot, stimmige Figuren, gut umgesetzt. 5
Ruth Ware: Zero days – abgebrochenDie Sprache hat mich nicht gepackt, im Gegenteil. Ich war nach kurzem so genervt, dass ich abbrach.
Sebastian Fitzek: MimikDie Mimikresonanzexpertin Hannah Herbst wird von einem gefährlichen Killer aus dem Gefängnis entführt. Er behauptet, sie habe ihre Familie brutal ermordet, es existiert sogar ein Video mit dem Geständnis. Nur: Sie kann sich an nichts erinnern und schwankt zwischen der Angst, es könnte stimmen, und der Überzeugung, dass alles ein Irrtum sein müsste. Das ganze Buch hängt an der zentralen Frage, viele Seiten erscheinen nur als Aufschieben der Antwort, ohne zur Spannung beizutragen. Dann häufen sich die Leichen, alles wird immer verworrener. Das Buch hat viele Schwächen und lässt doch nicht los. Leider ist die Auflösung dann doch sehr weit hergeholt und es bleibt ein leises Bedauern zurück. 3
C.J.Box: Blue HeavenAnnie und William, zwei Kinder, sehen, wie vier Männer einen fünften umbringen. Als die Männer bemerken, dass sie beobachtet werden, wollen sie die Zeugen aus dem Weg schaffen, doch es gelingt Annie und William, zu entkommen. Nur: Wo sollen sie hin? Und wem können sie trauen? 4
Nicola Upson: Mit dem Schnee kommt der TodDetective Chief Inspectro Archie Penrose wird von der Burgherrin auf die Insel St. Michael’s Mount eingeladen, um da an der Weihnachtsfeier, auf welcher für Flüchtlinge gesammelt werden soll teilzunehmen. Er bringt als Begleitung Josephine Tey und deren Freundin Martha Fox mit und ist zuständig für das Wohlergehen des Spezialgasts, Marlene Dietrich. Dass just an diesen Weihnachten auf der sonst so friedlichen Insel gleich zwei Morde geschehen, bringt alle durcheinander. Der Täterkreis ist beschränkt, da die Insel von der Aussenwelt abgeschlossen ist, nur: Wer war es, und: War das erst der Anfang?5
Günter Keil: Der Mörder im KopfInterviews mit Meistern der Spannungsliteratur, Autoren von Krimis und Thrillern über ihr Lieblings-Wc-Papier, politische Meinungen, Schreibprozesse, persönliche Interessen und mehr. Spannend, informativ, menschlich. 5
Sebastian Fitzek: Der HeimwegKlara will sich umbringen, denn sie hält das Leben mit ihrem gewalttätigen Ehemann nicht mehr aus. Aus verstehen baut sich bei ihrem Versuch ein Anruf zum Begleittelefon auf, dessen Nummer sie schon lange gespeichert hat. Jules bringt sie dazu, mit ihr zu reden, kann sie langsam von ihrem Vorhaben abbringen. Doch da ist noch die tödliche Gefahr, die auf sie lauert, weil ein Psychopath ihr angekündigt hat, sie umzubringen, wenn sie ihren Mann nicht verlässt. Auch ein Todesdatum hat er ihr genannt: Heute… Ein Katz- und Mausspiel, in welchem man bald nicht mehr weiss, wem man nun wirklich trauen kann, was Wahrheit, was Einbildung und was einer psychischen Krankheit entsprungen ist. Ein typischer Fitzek. 5
Simon Beckett: Versteckt. Dunkle GeschichtenDrei Kurzgeschichten, die in menschliche Abgründe leuchten. Etwas vorhersehbar, aber durchaus unterhaltsam. 3
David Baldacci: Long ShadowsEine Richterin aus Florida und ihr Bodyguard werden ermordet im Haus der Richterin. Ein neuer Fall für Amos Decker und seine neue Partnerin Francesca White. Decker, der keine Veränderungen mag, sieht sich mit zu vielen davon konfrontiert. Zudem erweist sich der Fall als komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Nicht nur sterben immer noch mehr Menschen, es gibt auch unterschiedliche Mordmethoden sowie eine Spur, die weit zurück in die Vergangenheit reicht. Und nichts will zusammenpassen.  5
Hubertus Borck: Die StrafeFranke Erdmann und Alpay Eloglu werden zu einem Brand gerufen. Es ist nicht der erste, doch langsam beschleicht sie die Ahnung, dass diese Brände keine Einzelfälle waren, sondern zusammenhängen. Die Frage ist nur: Wie und was will der Täter erreichen? Zudem: Wer steht noch auf seiner Liste? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, ob sie den Mörder finden, bevor er sein nächstes Opfer anzündet. Anfangs eher schleppend und langatmig, mit wenig fassbaren Figuren, siegt die Neugier doch, die Antwort auf die offenen Fragen zu finden. Die Themen Sozialkritik und Klimabewusstsein wurden teils gut, teils etwas moralisierend verpackt.3.5
Josephine Tey: Der letzte Zug nach Schottland Als Inspektor Grant mit dem Zug nach Schottland fährt, um sich eine Auszeit zu nehmen, findet man im Abteil neben seinem eine Leiche. Nicht sein Business, Grant freut sich auf seine Zeit mit Fischen und Freunden. Doch da ist noch diese Zeitung, die er aus Versehen eingesteckt hatte, und die offensichtlich dem Toten gehört hatte. Auf ihr steht ein hingekritzeltes Gedicht. Was bedeutet es und wer war dieser Mann? Die Angelegenheit lässt Grant nicht los und schon bald steckt er mitten in Ermittlungen. Sehr literarische und poetische Sprache, bildhafte Beschreibungen und humorvolle Dialoge und Zwischenbemerkungen.
H.S.Palladino: Die den Schnee fürchten – abgebrochenEine Profilerin, die durch ein Fehlurteil ihre Stelle verloren hat und nun mit Drogenkranken und Wutgesteuerten arbeitet, hat Albträume und wird Zeugin eines Selbstmords, bei dem bald nicht mehr sicher ist, ob es wirklich einer war. Die Figuren bleiben blass, die Geschichte entwickelt sich nicht, sondern tritt an Ort, ich komme in keinen Lesefluss rein.

Wieso ich Krimis und Thriller liebe

In unseren Breitengraden wachsen wir mit klaren Ordnungen auf. Es gibt für alles eine passende Schublade, die mit den entsprechenden wertenden Zuschreibungen versehen ist: Gut, schlecht, wertvoll, mangelhaft, erstrebenswert, etc. Diese Kriterien machen auch vor der Kunst nicht Halt. Auf der einen Seite gibt es die Unterhaltungsliteratur, die Unterhaltungsmusik, auf der anderen die hohe Literatur, die anspruchsvolle Musik. Je nachdem, welcher Sorte du dich verschreibst, steigen oder sinken dein Wert und Ansehen. Als Literaturwissenschaftlerin und Philosophin, die sich über viele Jahre mit den anspruchsvollen Büchern dieser Welt beschäftigt hat, wiegt das umso schwerer. Das sah ich einmal, als ich es wagte, nach Monaten mit Buchtipps aus der anspruchsvollen Literatur und Philosophie, einen Monat (in diesen Welten so gesehen) eher seichte Kost zu lesen. Die Bemerkungen blieben nicht aus. Ob mir der Verstand mit dem Niveau meiner Bücher in den Keller gerutscht sei, war noch eine der netteren. Irgendwie traf mich das damals, obwohl ich mir immer sagte, dass solche Bemerkungen sich eher selbst entlarven, als dass sie mich abwerten. Bei solchen Dingen zählt die Ratio leider oft wenig, die Gefühle überwiegen.

Nur: Was ist die Konsequenz? Nur noch hohe Literatur lesen, mich nur noch mit Kant und Konsorten beschäftigen statt mit eher populären Schreibern? Wozu? Um denen die Argumente zu nehmen? Natürlich sind die erstgenannten Bücher und ihre Autoren wunderbar und wichtig und tiefgründig und vieles mehr, doch ja, ich mag auch anderes. Sogar sehr. Ich liebe Krimis und Thriller und das, seit ich ein Kind bin. Es geht nichts über einen spannenden Fall in Buch- oder Filmform. Das Lesevergnügen, das Gepackt- und nicht mehr losgelassen Werden: Grossartig. Und ja, ich liebe Krimis auch, weil sie eine Möglichkeit sind, viele Themen auf eine spielerische Weise anzupacken, sie nebenher ins Bewusstsein zu rufen. Soziale Ungerechtigkeiten, menschliche Abgründe, Beziehungsschwierigkeiten, politische Machenschaften – nirgends sonst taucht man auf so unbeschwerte Weise hinein, kommt ihnen lesend so nah.

Zudem mag ich den Gedanken der Gerechtigkeit, der immer irgendwie mitschwingt. Ich mag es, wenn am Schluss das/der Gute siegt. Ich mag es, wenn Verbrechen aufgeklärt werden, wenn Unrecht ans Licht kommt und geradegerückt wird. Am meisten mag ich es, wenn dies nicht auf zu seichte Weise passiert, sondern verstrickt und verschachtelt ist. Ich mag die verschiedenen Figuren, mag es, mitzuraten, mir den Kopf zu zerbrechen. Ich mag es, involviert zu sein, emotional und rational. Und ja, ich mag die menschlichen Sonderbarkeiten, die Abgründe, die dunklen Seiten – sie alle haben in Krimis und Thrillern eine Plattform.

Was ich nicht mag? Schubladisierungen, Hierarchien, Bewertungen, die zu Abwertungen führen. Schon gar nicht beim Lesen. In meinen Augen gibt es nur zwei Kriterien für Bücher: Es gefällt oder es gefällt nicht. Das erste soll man lesen, das andere lassen. Ausschlaggebend ist nicht, was man liest, sondern dass man liest, finde ich. Denn: Lesen heisst den eigenen Horizont erweitern. Es heisst, in fremde Welten eintauchen und andere Lebensmöglichkeiten kennenlernen. Es bedeutet, miterleben und mitfühlen zu können, ohne erhobenen Zeigefinger, sondern mit Spass.

Neues Jahr, neuer Blog 

My two cents

Schon ist ein Monat um vom neuen Jahr. Ich habe ihn genutzt, um mich zu sortieren, hinzuschauen, was ich wirklich will, wie es weitergehen soll. Ich habe in den letzten Wochen und Monaten des vergangenen Jahres gemerkt, dass ich mich oft getrieben fühlte, dass ich dachte, liefern zu müssen, dass ich dabei, es liegt wohl in der Natur des Menschen, auch gefallen wollte. Zwar habe ich mich nie verstellt, habe immer «mein Ding» gemacht, und doch merkte ich, dass Freude und Leidenschaft etwas zu schwächeln begannen, zumal sich meine Leseinteressen in der letzten Zeit merklich verschoben haben.

Ich könnte es mit Goethe sagen:

“Habe nun, ach! Philosophie,
Juristerei und Medizin,
Und leider auch Theologie
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor;
Heiße Magister, heiße Doktor gar
Und ziehe schon an die zehen Jahr
Herauf, herab und quer und krumm
Meine Schüler an der Nase herum-
Und sehe, daß wir nichts wissen können!
Das will mir schier das Herz verbrennen.

Nun bin ich sicher nicht gescheiter als die anderen, zumal ich nicht festlegen möchte, was «gescheit» überhaupt heissen soll, ist es doch, so denke ich, immer an Massstäbe geknüpft, die von Menschen gemacht werden, welche sich als massgeblich für unsere Gesellschaft erachten. Ob das immer gescheit ist, wage ich zu bezweifeln. Aber ich schweife ab.

Ich habe von Kind an viel gelesen, damals hauptsächlich Krimis, aber auch anderes. Landläufig aber wohl eher das, was man in unseren Breitengraden etwas abschätzig die seichte Literatur nennt. Die Schullektüren waren selten mein Geschmack, was aber durchaus auch daran gelegen haben kann, dass sie unter Zwang zu lesen waren – was mir das Lesen eher verleidete. Trotzdem blieb die Liebe zu Büchern bestehen, das Studium der Literaturwissenschaft und auch der Philosophie waren folgerichtig – und von einer grossen Leidenschaft erfüllt. Ich habe die sogenannte Hochliteratur mehrheitlich gern gelesen, habe viel daraus gezogen. Aber: Nach dem Studium hatte ich erstmal genug. Ich war irgendwie gesättigt. Ich verlegte mich auf das Lesen von Krimis. Nein, ich frass sie regelrecht.

Ich habe nie zu denen gehört, die Literatur (und auch andere Kunst) in Hierarchien einbaut. Ich merkte aber, dass dies oft getan wird. Und ja, vielleicht hat mich das auch ab und zu beeinflusst. Nach einer langen Pause mit Krimis, ich habe sie immer noch gerne geschaut, aber nicht mehr gelesen, habe ich nun beschlossen, dass ich diese Leidenschaft nicht mehr länger brachliegen lassen möchte. Und: Ich habe auch wieder begonnen, literarisch zu schreiben, Kindergeschichten, Kurzgeschichten und ein grösseres Projekt schwebt mir auch vor. All das möchte ich in diesen Blog einbringen.

Das heisst nicht, dass alles andere nicht mehr da ist, mich interessieren immer noch viele Themen, Philosophie ist mir wichtig und ein grosser Teil von mir, aber die Schwerpunkte haben sich etwas verlagert. Ich freue mich über jeden, der mich auch weiter begleitet, verstehe aber, wenn es für den einen oder anderen nicht mehr passt.

So oder so möchte ich mich bedanken. Ich habe hier viele treue Leser, erhalte im Blog und auch auf anderen Kanälen immer wieder schöne und berührende Rückmeldungen. Das bedeutet mir viel, der Austausch bedeutet mir viel, und das Wissen, dass das Internet nicht nur eine grosse, anonyme Masse ist, sondern auch ein Ort für menschliche Begegnungen.

Was könnt ihr erwarten:

  • Buchtipps
  • Anekdoten
  • Kurzgeschichten
  • Gedankensplitter
  • Inspirationen, die ich teilen möchte

Sprich: Ein kunterbuntes Sammelsurium von Texten über die Welt und das, was mich in ihr bewegt.

Margaret Atwood: Brennende Fragen

Eigentlich wollte ich nur mein Regal umräumen, da fiel mir dieses Buch in die Hände. Das Vorhaben war vergessen, weil ich den grossen Fehler gemacht habe, das Buch aufzuschlagen und irgendwo loszulesen. Da hatte mich Margaret Atwood an der Angel und liess mich nicht mehr los.

«Brennende Fragen – Warum dieser Titel? Vielleicht weil die Fragen, mit denen wir im 21. Jahrhundert konfrontiert sind, mehr als dringlich sind.»

«Brennende Fragen», Fragen und Themen, die umtreiben in dieser Zeit, in diesem 21. Jahrhundert. Margaret Atwood hat darüber geschrieben. Sie schrieb über soziale Ungerechtigkeit, über Gleichberechtigung und Revolution. Sie schrieb über Ungleichverteilung von Reichtum, über Probleme der Demokratie und übers Schreiben – das der anderen und das eigene. Sie beleuchtet diese ganze Welt mit ihrem klaren, scharfsinnigen Blick, vergisst dabei nie, eine kleine Prise Humor einzustreuen.

«Man braucht alle drei Teile: Talent, harte Arbeit und Leidenschaft. Hat man nur zwei davon, bringt man es nicht sehr weit.» Margaret Atwood

Sie hat offensichtlich alles davon. Habt ihr schon ein Buch von ihr gelesen? Welches ist euer Liebling?

Neue Regel fürs Bücherregalumräumen: Bücher bleiben geschlossen! Ich befürchte aber, es kommt damit gleicht heraus mit diesem Vorsatz wie mit den meisten, die fürs neue Jahr aufgestellt werden.

Habt einen schönen Tag!

Angaben zum Buch:

Der Klappentext
«Brennende Fragen – Warum dieser Titel? Vielleicht weil die Fragen, mit denen wir im 21. Jahrhundert konfrontiert sind, mehr als dringlich sind. Natürlich denkt man das in jedem Zeitalter über die jeweiligen Krisen, aber diese Ära erscheint definitiv ein anderes Kaliber zu sein. Da ist erstens unser Planet. Verbrennt die Welt sich buchstäblich selbst? Haben wir sie in Brand gesteckt? Können wir die Feuer löschen?

Wie steht es mit der eklatanten Ungleichverteilung von Reichtum? Wann werden die 99 Prozent Arme die Nase voll haben und – bildlich gesprochen – die Bastille in Flammen aufgehen lassen?

Dann die Demokratie. Schwebt sie in Gefahr? Was meinen wir überhaupt mit Demokratie? Hat es sie denn je gegeben, im Sinne von Gleichberechtigung aller Bürger? Meinen wir es ernst mit aller? Wie viel darf frei geäußert werden und von wem und zu welchem Thema? Die Revolution durch die sozialen Medien hat Onlinegruppierungen von Menschen, die je nachdem, ob man sie mag oder nicht, als ›Bewegungen‹ oder ›Mob‹ bezeichnet werden, bisher ungekannte Macht verliehen. Ist das gut, ist es schlecht oder nur eine neue Spielart der Meute, die etwas umtreibt?

Dies sind einige der brennenden Fragen, die man mir im Verlauf der vergangenen beiden Jahrzehnte gestellt hat und die ich mir selbst stelle. Hier nun ein paar Versuche dazu? Denn das ist ein Essay ja seiner Bedeutung nach: ein Versuch. Ein Bestreben.»

Die Autorin und die Übersetzende
Margaret Atwood, geboren 1939, ist unbestritten eine der wichtigsten Autorinnen Nordamerikas. Ihre national wie international vielfach ausgezeichneten Werke wurden in viele Sprachen übersetzt. »Der Report der Magd«, das Kultbuch einer ganzen Generation, wurde preisgekrönt als Serie verfilmt. 2017 erhielt sie den Friedenspreis des deutschen Buchhandels und für ihren Roman »Die Zeuginnen« wurde sie 2019 bereits zum zweiten Mal mit dem Booker-Preis für den besten englischsprachigen Roman ausgezeichnet. Atwood lebt in Toronto.

Martina Tichy studierte Germanistik und Amerikanistik und ist seit vielen Jahren als Übersetzerin aus dem Englischen tätig, u. a. von Amitav Ghosh, F. Scott Fitzgerald und Paul Murray.

Facts and Figures

  • Herausgeber ‏ : ‎ Berlin Verlag; 1. Edition (12. Oktober 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 704 Seiten
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3827014733

Mein Leben – meine Wahl

*Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen, die wir von den Dingen haben.» Epiktet

«Was macht das mit dir?» Es gibt kaum einen Satz, der mich immer, wenn ich ihn höre, dermassen nervt. Er impliziert, dass ich das arme kleine Opfer meines Lebens bin und dieses Leben kommt und etwas mit mir macht. Ich muss es still erdulden, habe keine Wahl. Nein! Es ist mein Leben, ich habe eine Wahl.

«Von allem, was existiert, hat Gott einen Teil in unsere Verfügungsgewalt gegeben, den anderen Teil nicht. In unserer Macht steht das Schönste und Wichtigste: der Gebrauch unserer Eindrücke und Vorstellungen.»

Das Leben mag sein, wie es will, ich habe nicht alles in meiner Hand. Leider. Zum Glück vielleicht auch, denn die Konsequenzen, wenn jeder alles in der Hand hätte, wären irgendwie gruselig. Was ich in der Hand habe, ist, was ich daraus mache. Nicht das Leben macht etwas mit mir, ich mache etwas mit meinem Leben. Der erste Schritt dabei ist, dass ich das, was im Leben passiert, interpretiere und bewerte. Aus dieser Interpretation und Bewertung speisen sich dann meine Gefühle, meine Haltung. Finde ich es gut, sehe ich mich als glücklichen Menschen, finde ich es schlecht, als Pechvogel. Aus dieser Einordnung leitet sich meine Stimmung ab. Ist sie gut, empfinde ich die Welt als hell, andernfalls versinke ich in der gefühlten Düsterheit der Welt.

«Nicht wie die Dinge wirklich sind, sondern wie sie in unserer Einstellung und Vorstellung sind, macht uns zufrieden oder unzufrieden.»

So gedacht kann das Leben also nichts mit mir machen. Ich habe die Wahl. Das wird nicht dazu führen, dass es plötzlich nur noch bunte Konfetti vom Himmel regnet und alles ein riesiges Fest wird, aber nur schon das Gefühl, nicht der Spielball sondern der Steuermann meines Lebens zu sein, hilft, mich doch besser zu fühlen. Und wer weiss, vielleicht hat Rilke ja recht, wenn er sagt:

«Du musst das Leben nicht verstehen, dann wird es werden wie ein Fest.»

Habt einen schönen Tag!

Mit Freundlichkeit die Welt verbessern

Ein Blick in die Zeitungen reicht, um zu zeigen: Die Welt ist grausam. Krieg, Betrug, Mord und Todschlag, wohin das Auge reicht, das Klima geht vor die Hunde und wir, wenn wir nicht aufpassen, damit. Und das schlimmste: Schuld ist der Mensch. Der Mensch mit seiner Profitgier, seinem Machtstreben, seinem Verlangen nach mehr, ohne Rücksicht auf Verluste. Schnell ist das Gefühl da, dass es so nicht weitergehen kann und darf, dass man was tun sollte und wollte. Und dann steht die grosse Frage im Raum: Was? Und: Kann es gelingen?

Jedem Vorstoss zum Guten, jeder Idee für eine Veränderung und Verbesserung schallen tausend Stimmen entgegen, wieso es nicht möglich ist. Dem Visionär wird der Wind aus den Segeln genommen, bevor er das Schiff eingewässert hat. So mancher fühlt sich beschämt, sieht sich als naiven Idealisten, als weltfremden Dummen. Und dann gibt es noch die, welche einfach machen. Sie gehen hin und tun Gutes in Situationen, in denen es dringend nötig ist. Und es gelingt. Es wächst etwas Schönes daraus.

Es kann Mut machen, Beispiele von solchen Menschen zu lesen, um dem eigenen Wunsch, etwas Gutes zu tun, Kraft zu geben. Beispiele von Menschen, die den Weg gegangen sind, die sich den Nörglern, Kritikern, Zweiflern entgegengestellt haben und einfach taten, was sie richtig und nötig fanden. Alexandra Stewart hat solche Geschichten zusammengetragen. Sie stellt in ihrem Buch «So kommt das Gute in die Welt» Menschen vor, die in schwierigen Situationen Gutes taten. Sie zeigt, dass Freundlichkeit die Welt zu einem besseren Ort machen kann, auch wenn – oder gerade dann – alles düster erscheint.

«In diesem Buch erfährst du, warum der Mensch von Natur aus freundlich ist. Du lernst ganz normale Menschen kennen – Erwachsene und Kinder -, die dazu beigetragen haben, unsere Welt zum Besseren zu verändern. Sie werden dir zeigen, dass Freundlichkeit nicht immer sanft ist. Manchmal bedeutet sie Mut, oft Entschlossenheit, doch immer ist sie Stärke.»

Das Buch handelt nicht von Helden oder speziell ausgebildeten Menschen. Es sind Menschen wie du und ich, die mit Freundlichkeit auf die Welt blicken und in ihr handeln. Es zeigt, wie viel Freundlichkeit bewirken kann und dass sie sich vermehrt, wenn sie in die Welt kommt, weil sie andere ansteckt, ebenso zu fühlen und zu handeln.

Was für ein schönes Gegengewicht zu all den düsteren Nachrichten. Ein Buch, das Hoffnung und Mut macht, das Zuversicht gibt. Es geht auch anders und wir alle können dazu beitragen. Wie sagte schon Khalil Gibran:

«Freundlichkeit ist wie Schnee, sie verschönert alles, was sie bedeckt.»

Angaben zum Buch
Alexandra Stewart (Autorin), Jake Alexander (Illustrator): So kommt das Gute in die Welt. Wahre Geschichten, die Mut machen, Midas Verlag, Zürich 2023.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Midas Kinderbuch (15. August 2023)
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 120 Seiten
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3038762584
  • Lesealter ‏ : ‎ Ab 10 Jahren

Autorin und Illustrator
Alexandra Stewart ist eine Sachbuchautorin für Kinder. Sie ist ausgebildete Journalistin und hat als Pressesprecherin für die Metropolitan Police und die britische Regierung gearbeitet. Sie ist die Autorin von Everest: The Remarkable Story of Edmund Hillary and Tenzing Norgay und Jumbo: The Most Famous Elephant Who Ever Lived (Der berühmteste Elefant, der je gelebt hat).

Jake Alexander ist ein preisgekrönter britischer Illustrator. Im Jahr 2019 gewann er sowohl den Macmillan Prize als auch die Creative Conscience Gold Medal. Er ist der Autor und Illustrator von We Want Our Books und illustrierte David Olusogas Black and British: An Illustrated History.

Sunil Mann – Nachgefragt

 Sunil Mann wird am 21. Juni 1972 im Berner Oberland/Schweiz als Sohn indischer Einwanderer geboren. Er verbringt seine Jugend bei Pflegeeltern in Spiez und besucht in Interlaken das Gymnasium. Nach einem erfolgreichen Studienabbruch in den Fächern Psychologie und Germanistik (in Zürich) versucht er sich im Gastgewerbe mit einem halbherzigen Besuch der Hotelfachschule Belvoirpark. Danach arbeitete er 20 Jahre als Flugbegleiter, unterbrach aber immer wieder für mehrmonatige Aufenthalte im Ausland (Israel, Ägypten, Japan, Indien, Paris, Madrid, Berlin, etc.), so dass er genügend Zeit zum Schreiben hatte. Er wurde dafür mehrfach ausgezeichnet. Seit 2018 lebt er als freischaffender Autor in Zürich, wo er sein Heim mit einer wachsenden Anzahl Bücher und Ginflaschen teilt.

Wer bist du? Wie würdest du deine Biografie erzählen?

Aufgewachsen in einer eher ländlichen Umgebung, ziemlich behütet, andererseits aber auch von klein auf an eine besondere Familiensituation gewohnt. Das Pendeln zwischen den sehr schweizerischen Pflegeeltern und meiner sehr indischen Mutter gehörte zu meinem Leben, und dieser konstante Spagat zwischen den Kulturen hat mich nachhaltig geprägt. Schon früh wusste ich, dass ich schreiben wollte. Da damals aber keine Ausbildung in der Richtung existierte, musste ich meinen Weg selber finden. Was ich im Moment als enorm mühsam empfand. Im Nachhinein hat sich das aber als Vorteil erwiesen. Ich habe viele Erfahrungen gesammelt, die mir jetzt noch zugutekommen. Dieser Weg hat mich auch gelehrt, mich für mein Ziel einzusetzen, Frusttoleranz zu entwickeln und mich nicht von Fremdmeinungen beirren zu lassen.

Du sagtest in unserem letzten Interview, dass Schreiben für dich nicht nur ein Hobby sei, das zum Beruf wurde, sondern etwas, das dein Leben reicher macht. Würdest du das noch so sehen? Oder anders: Wieso schreibst du?

Das würde ich immer noch unterschreiben. Ich kann mir keine Tätigkeit vorstellen, die mich glücklicher macht als Schreiben. Ich tue das, weil ich erstens glaube, dass ich es kann. Mittlerweile habe ich Erfahrungen in ganz unterschiedlichen Genres gesammelt und gemerkt, dass Schubladen eine sinnlose Erfindung engstirniger Menschen sind. Zweitens bin ich – nicht zuletzt aufgrund meiner Biografie – in der Lage, Dinge zu erzählen, die sonst niemand erzählt, Themen anzusprechen wie zum Beispiel Alltagsrassismus, um die die meisten anderen Autor*innen (und auch die Medien, notabene) einen grossen Bogen machen. Und drittens zahlt es die Miete und den einen oder anderen Drink.

Woher holst du die Ideen für dein Schreiben? Natürlich erlebt und sieht man viel, aber wie wird eine Geschichte draus?

Ideen kommen überallher. Sei es ein Zeitungsausschnitt, ein unfreiwillig mitgehörtes Handygespräch im Tram, Netflix oder auch mal von einem Roman, den ich gelesen habe. Eine Idee allein reicht allerdings in der Regel nicht für ein ganzes Buch (es gibt da Ausnahmen), meist ist es bloss ein Denkanstoss, von dem aus sich dann irgendwie eine eigenständige Geschichte entwickelt. Wie genau, habe ich immer noch nicht herausgefunden. Mein Gehirn macht das selbstständig, sobald der Druck (nahende Abgabetermine!) gross genug ist.

Wenn du auf deinen eigenen Schreibprozess schaust, wie gehst du vor? Entsteht zuerst ein durchdachtes Gerüst oder aber schreibst du drauflos und schaust, wo dich das Schreiben hinführt?

Auch wenn das in gewissen literarischen Kreisen verpönt ist, arbeite ich fast immer mit einem Plot. Also einem vorskizzierten Ablauf einer Geschichte. Gerade bei Kriminalromanen ist das sehr hilfreich, damit man sich nicht in der Handlung verliert oder zu geschwätzig wird. Allerdings verändert sich dieser Ablauf, sobald ich mit dem Schreiben beginne. Da kommen mir plötzlich Dutzende neuer Ideen. Es gilt dann abzuwägen, was hineingehört und was man besser weglässt. Damit verändert sich zwangsläufig die Storyline. Ich habe vermutlich noch nie das Buch geschrieben, das ich mir ursprünglich vorgestellt habe. Die Ausnahme ist „In bester Absicht“, mein erster „literarischer“ Roman. Da habe ich ohne Plot gearbeitet und stattdessen diverse Szenen separat geschrieben, sie dann zusammengehängt und anschliessend die inhaltlichen Lücken gefüllt.

Wenn man an Schriftsteller denkt und auch Interviews von früher liest, schreiben viele die ersten Entwürfe von Hand, oft sogar mit dem immergleichen Schreibmaterial (Legal Pad und Bleistift oder ein bestimmter Füller). Wie sieht das bei dir aus? Stift oder Tasten?

Der grösste Teil der Vorarbeit findet bei mir im Kopf statt. Ich überdenke die Geschichte, die ich erzählen will, so oft, bis sie zu mir gehört, bis ich sie richtig spüren kann. Dann erst schreibe ich einen Handlungsablauf auf, immer auf dem Laptop.

Ich hörte mal, der grösste Feind des Schriftstellers sei nicht mangelndes Talent, sondern die Störung durch andere Menschen. Brauchst du zum Arbeiten Stille und Einsamkeit, oder stören Sie andere Menschen nicht?

Ich bevorzuge Stille, im Café oder im Zug muss ich immer den Gesprächen ringsum zuhören. Ausserdem fände ich es wahnsinnig prätentiös, mit dem Laptop in der Öffentlichkeit rumzusitzen und die Welt wissen zu lassen, dass ich Schriftsteller bin.

Meiner Ansicht nach ist aber der grösste Feind eines Autors nicht die Umwelt, sondern mangelnde Disziplin.

Was sind für dich die Freuden beim Leben als Schriftstellerin, was bereitet dir Mühe?

Dass ich vom Schreiben leben kann und dass es mir immer noch Spass macht, ist ein Privileg. Das bedeutet auch eine gewisse Freiheit. Wenn ich die Nase voll habe von Zürich und seinem Wetter, kann ich auch mal irgendwo an die Sonne reisen und dort weiterarbeiten. Und ich liebe es, mich in Themen zu vertiefen, zu recherchieren. Mühe macht mir eigentlich fast nichts, höchstens vielleicht der ganze Bürokram, den ich natürlich auch erledigen muss, Auftraggebern nachrennen, die vergessen, die Gagen zu zahlen, die Steuererklärung.

Du hast in verschiedenen Genres geschrieben, vom Krimi über Kinderbücher bis hin zur Liebesgeschichte nun. Wieso dieser Wechsel?

Mich treiben beim Schreiben hauptsächlich zwei Dinge an: Neugier und Lust. Deswegen probiere ich gerne neue Dinge aus, bewege mich auch mal aus der Komfortzone raus in unbekannte Gefilde. Was ich nie sein wollte, ist ein One-Trick-Pony, also jemand, der immer genau dasselbe macht. Glücklicherweise wird das auch vom Publikum akzeptiert.

Es gibt die Einteilung zwischen hoher Literatur und Unterhaltungsliteratur (was oft einen abschätzigen Unterton in sich trägt). Was hältst du von dieser Unterteilung und hat sie einen Einfluss auf dich und dein Schreiben?

Ich finde das eine erschreckend antiquierte Haltung, die dringend abgeschafft gehört. Im englischen Sprachraum existiert sie schon lange nicht mehr. Dort werden auch Kriminalromane mit renommierten Literaturpreisen ausgezeichnet, Kinderbücher in wichtigen Tageszeitungen besprochen. Was hierzulande wohl bei manchen für Schnappatmung sorgen würde. Gewisse Entscheidungsträger*innen klammern sich krampfhaft an diese Unterteilung, wobei – mir zumindest – nicht ganz klar ist, weshalb. Es gibt in allen Bereichen hervorragende Werke, aber natürlich auch Schrott. Gerade bei der Vergabe von wichtigen Literaturpreisen, die der Sichtbarkeit zuträglich sind, eine Vielzahl von Genres systematisch auszuschliessen, zeugt von einer unglaublichen Ignoranz. Vermutlich müssen wir einen Generationenwechsel in den Feuilletons und Literaturgremien abwarten, bis sich diesbezüglich etwas ändert.

Du bist immer wieder in Schulen, liest da vor Klassen. Wie bist du dazu gekommen und was reizt dich daran?

Ich habe mittlerweile vier Kinderbücher und zwei Jugendbücher geschrieben. Lesungen für diese Altersgruppen (vor allem für Jugendliche) funktionieren in der Regel nicht so gut als öffentliche Veranstaltungen. Gerade die älteren bringt man kaum dazu, freiwillig eine Lesung zu besuchen. Glücklicherweise setzen aber viele Schulen auf Leseförderung und laden dazu Autor*innen ein. Hinzu kommen all die kantonalen und regionalen Organisationen, die in ihren Programmen grossflächig Schullesungen anbieten. Das ist zwar zeitweise anstrengend, weil es bis zu vier Lesungen pro Tag sind, andererseits macht es mir auch Freude, den Lernenden zu zeigen, dass Literatur nicht zwangsläufig trocken und langweilig sein muss. Und die Diskussionen im Anschluss sind sehr bereichernd, man bekommt Einblick in die Welt der heutigen Jugend.

Eine neue Studie zeigt, dass das Leseverhalten von Schweizer Kindern zu denken gibt, das Leseverständnis ist bei einem Viertel der Kinder stark eingeschränkt bis teilweise gar nicht vorhanden. Wie erlebst du das?

Das ist leider schon länger so. Man darf auf gar keinen Fall verallgemeinern, aber es gibt Schüler*innen, die nicht in der Lage sind, einer Erzählung zu folgen. Entsprechend fehlt dann auch das Verständnis, das heisst, sie wissen im Anschluss nicht, was ich ihnen vorgelesen habe. Meiner Meinung nach hat das auch damit zu tun, dass ihnen zu Hause nie jemand vorgelesen hat. Was wiederum oft mit der beruflichen Situation der Eltern zusammenhängt und ob diese selber lesen. Das Gelesene kurz zusammenzufassen, hilft da teilweise, aber das Kernproblem ist damit natürlich bei Weitem nicht gelöst.

In Amerika sind Kurse in kreativem Schreiben schon lange populär, in unseren Breitengraden scheint immer noch die Idee vom Genie vorzuherrschen und das Lernen des Handwerks wird eher stiefmütterlich behandelt. Ist Schreiben lernbar? Und wenn ja, wieso scheint das fast verpönt bei uns?

Grundsätzlich ist alles lernbar, davon bin ich überzeugt. Ob man dann auch gut in dem Bereich ist, hängt davon ab, wie viel Talent vorhanden ist, ob man was zu erzählen hat und inwiefern man bereit ist, sich wirklich ins Zeug zu legen. Wichtig ist dabei, dass man eine eigene Sprache entwickelt, eine eigenständige Art des Erzählens. Dass es bei uns so wenig Angebote dazu gibt, hängt womöglich damit zusammen, dass man in der Schweiz künstlerischen Tätigkeiten gegenüber eher misstrauisch eingestellt ist. Ich werde oft gefragt, ob ich auch einen richtigen Beruf habe.

Du bietest auch Schreibworkshops für junge Erwachsene an. Wieso die Einschränkung?

Das ist eigentlich immer die Entscheidung des Veranstalters. Ich werde im Frühjahr 2024 wieder einen Kurs im Literaturhaus Aargau geben, der sich explizit an junge Erwachsene richtet. Und einen an der Octopus Schreibschule in Zürich für Kinder zwischen neun und zwölf. Aber es gibt etliche Workshops für Erwachsene. Bei Octopus, aber auch in der Geschichtenbäckerei oder bei Schreibszene.ch

Was rätst du einem (jungen) Menschen, der ernsthaft ein Buch schreiben möchte?

Sich erst einmal zu überlegen, was er schreiben möchte, wie die Geschichte verlaufen soll. Vor allem das Ende ist wichtig, damit er nicht unterwegs plötzlich steckenbleibt. Und dann gibt’s nichts anderes als sich hinzusetzen und zu schreiben. So regelmässig wie irgend möglich.

Herzlichen Dank, lieber Sunil, für deine Zeit und diese aufschlussreichen Antworten!

Sunil Manns Homepage: https://www.sunilmann.ch/

Nele Neuhaus: In ewiger Freundschaft

Inhalt

«Seit zehn Tagen, seit sie seine Karriere, ja, sein ganzes Leben zerstört hatte, antwortete sie nicht mehr auf seine Mails und ging auch nicht ans Telefon… Seine Angst und sein Selbstmitleid hatten sich allmählich in Verärgerung verwandelt, dann war der Zorn gekommen und schliesslich der Hass… Letzte Nacht hatte er beschlossen, sie zur Rede zu stellen.»

Die erfolgreiche Literaturkritikerin Heike Wersch ist tot. Nachdem sie die Literaturwelt zünftig durcheinander gewirbelt hat mit ihren destruktiven Aktivitäten, wird sie erschlagen und ihre Leiche im Wald entsorgt. Im Zentrum der Ermittlungen stehen bald sechs Menschen, die seit Kindertagen befreundet sind und um die sich ein düsteres Geheimnis rankt. Doch der Kreis der Verdächtigen weitet sich schnell aus, als sich zeigt, dass sich das Opfer mit seiner Art im Leben mehr Feinde als Freunde gemacht hat. Dann kommt es zu einem weiteren Mord im Kreis der Verdächtigen. Ist das erst der Anfang einer Reihe? Und: Was steckt dahinter?

Gedanken zum Buch
Es ist lange her, dass ich so gefesselt war von einem Buch wie hier. Wo ich ging und stand, hatte ich das Buch in der Hand, es kam sogar so weit, dass ich damit in der einen, mit der anderen im Kochtopf rührte.

«Mal ganz abgesehen vom Inhalt, ist dieser Text sprachlich absolut überzeugend. Der Spannungsbogen wird kontinuierlich aufgebaut, man ist beim Lesen sofort dich an den Figuren dran und kann sich mit ihnen identifizieren. Die Dialoge sind lebendig und authentisch, der Text entwickelt einen unglaublich starken Sorg, man will unbedingt wissen, wie es weitergeht… Sie ist eine Meisterin der Cliffhanger und bläht Handlungen nicht unnötig mit Nebensächlichkeiten auf.»

Was Nele Neuhaus hier einer ihrer Figuren in den Mund legt, hat sie selbst erfüllt. Man könnte anbringen, dass die Spannung darum so stark zunehmen konnte, weil sie anfangs etwas fehlte, doch dann nahm das Buch wirklich Fahrt auf und liess nicht mehr los. «In ewiger Freundschaft» ist der elfte Fall für das Ermittlerteam Pia Sander und Oliver von Bodenstein, es ist aber trotz diverser Anspielungen auf das Vorleben der Ermittlercrew als erstes lesbar, wenn ich auch am Anfang arg mit den vielen Namen (und es sind wirklich sehr viele) kämpfte. Das mag aber meinem in der Tat miserablen Namensgedächtnis geschuldet sein. Das Personenverzeichnis am Anfang des Buches hat mir da gute Dienste geleistet. So etwas möchte ich gerne bei jedem Buch haben.

Krimis sind landläufig eher der seichten Literatur zugeordnet, sie überhaupt Literatur zu nennen, wird in den gehobenen Literaturkreisen oft mit einem Nasenrümpfen begleitet. Das und einiges mehr aus der Literaturszene greift das Buch selbst auf, neben diversen anderen Eigenheiten und Machenschaften im literarischen Betrieb, insbesondere im Verlagswesen. In meinen Augen sind solche Zuordnungen fragwürdig und unsinnig. Nele Neuhaus ist es gelungen, einen spannenden Plot aus einem wirklich packenden Kriminalfall und verschiedenen Nebensträngen aus dem privaten Leben der Ermittler zu entwerfen. Das Buch verspricht Unterhaltung und Leservergnügen von der ersten bis zur letzten Seite. Was will man mehr?

Fazit
Ein fesselnder Krimi mit einem undurchschaubaren Fall und authentischen Figuren, ein Buch, das man am liebsten in einem Zug durchlesen möchte.

Zur Autorin
Nele Neuhaus, geboren in Münster / Westfalen, lebt seit ihrer Kindheit im Taunus und schreibt bereits ebenso lange. Ihr 2010 erschienener Kriminalroman Schneewittchen muss sterben brachte ihr den großen Durchbruch, heute ist sie die erfolgreichste Krimiautorin Deutschlands. Außerdem schreibt die passionierte Reiterin Pferde-Jugendbücher und Unterhaltungsliteratur. Ihre Bücher erscheinen in über 30 Ländern. Vom Polizeipräsidenten Westhessens wurde Nele Neuhaus zur Kriminalhauptkommissarin ehrenhalber ernannt.

Angaben zum Buch

  • Herausgeber ‏ : ‎ Ullstein Taschenbuch; 10. Edition (23. September 2022)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 528 Seiten
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3548067100

Nora Roberts: Spur der Finsternis

Inhalt

«Ihre Träume und Ziele waren unkompliziert und überschaubar… Eines Tages würde sie nicht nur ein eigenes Haus, sondern auch eine eigene Bar besitzen.»

Morgan hat einen Plan, wie sie ihr Leben gestalten will, und sie ist auf gutem Weg. Nach zwei Studien sucht sie einen Ort, an dem sie sich niederlassen kann. Dort kauft sie ein kleines Haus, eine Mitbewohnerin ist schnell gefunden, die noch dazu zu ihrer besten Freundin wird. Zwei Jobs sollen dazu dienen, möglichst schnell genug zu sparen, um den Traum einer eigenen Bar zu verwirklichen. Als auch noch Luke in ihr Leben tritt, scheint ihr Leben perfekt, bis ihre Freundin in ihrem Haus ermordet wird. Als das FBI vor der Tür steht und ihr mitteilt, dass Luke ein Identitätsräuber ist, der ihr in der Zwischenzeit alles genommen hat, was sie sich aufgebaut hat, liegt ihr Leben in Trümmern. Noch schlimmer: Eigentlich wollte er sie umbringen, nicht ihre Freundin Nina. Und er hat noch nie eine Mission nicht zum Abschluss gebracht.

Morgan lässt alles hinter sich. Sie zieht nach Vermont zu ihrer Mutter und ihrer Grossmutter, und fängt erfolgreich ein neues Leben an. Alles scheint wieder auf gutem Weg, bis die Beamten des FBI vor ihrer Tür stehen: Es hat ein neues Opfer gegeben und am Tatort findet sich ein Zeichen dafür, dass Morgan noch nicht in Sicherheit ist. Der Mörder will sein Werk vollenden.

Gedanken zum Buch
Nora Roberts schafft es, den Leser mit den sehr authentischen, sympathischen Figuren in den Roman zu ziehen und festzuhalten. Morgan wirkt von Anfang an wie eine Vertraute, deren Weg man weiter begleiten will. Man nimmt als Leser Teil an ihrer Trauer, an ihrem Selbstmitleid, aber auch an ihrem Neuanfang. Ein Buch, das neben einer spannenden Geschichte auch zeigt, dass man es selbst in der Hand hat, ob man nach einem schweren Schicksalsschlag in der Opferrolle verbleibt oder aber wieder aufsteht und weitermacht.

Neben authentischen und lebendigen Figuren gelingt es Nora Roberts, die Schauplätze des Geschehens plastisch zu beschreiben und den Spannungsbogen immer gespannt zu halten. Die verschiedenen Charaktere, deren Beziehungen untereinander und eine Liebesgeschichte runden den Roman ab, welcher in einer flüssigen Sprache geschrieben ist. Für den ungeduldigen Leser sind die langen Passagen des normalen Lebens zwischen den Szenen, welche die Geschichte wirklich vorwärtsbringen, wohl etwas episch, für den Leser, der gerne in Geschichten mit lebt, zeichnen sie eine bunte und einladende Welt, in die man eintauchen kann.

Fazit
Eine spannende Geschichte mit authentischen Figuren und plastischen Schauplätzen in einer flüssig lesbaren Sprache. Die passende Lektüre für einen kalten Wintertag auf dem Sofa mit einer Tasse Tee und einer warmen Decke.

Autorin und Übersetzerin
Nora Roberts wurde 1950 in Maryland geboren. Ihren ersten Roman veröffentlichte sie 1981. Inzwischen zählt sie zu den meistgelesenen Autorinnen der Welt. Ihre Bücher haben eine weltweite Gesamtauflage von 500 Millionen Exemplaren überschritten. Mehr als 200 Titel waren New-York-Times-Bestseller, und ihre Bücher erobern auch in Deutschland immer wieder die Bestsellerlisten. Nora Roberts hat zwei erwachsene Söhne und lebt mit ihrem Ehemann in Maryland.

Christiane Burkhardt lebt und arbeitet in München. Sie übersetzt aus dem Italienischen, Niederländischen und Englischen und hat neben den Werken von Paolo Cognetti u. a. Romane von Fabio Geda, Domenico Starnone, Wytske Versteeg und Pieter Webeling ins Deutsche gebracht. Darüber hinaus unterrichtet sie literarisches Übersetzen.

Angaben zum Buch

  • Herausgeber ‏ : ‎ Heyne Verlag (15. November 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 528 Seiten
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453274303
  • Originaltitel ‏ : ‎ Identity

Hilary Mantel: Sprechen lernen

Inhalt

«All diese Erzählungen sind aus Fragen über meine frühen Jahre entstanden, wobei ich nicht sagen kann, dass ich durch das Übertragen meines Lebens ins Fiktionale Rätsel gelöst hätte – aber zumindest habe ich einzelne Teile hin und her geschoben.»

In sieben Kurzgeschichten tauchen wir ein in das Leben der Arbeiterklasse im England in den Fünfziger- und Sechzigerjahren. Es ist die Welt, in der auch Hilary Mantel aufwuchs.

Es ist nicht immer leicht, über die eigene Kindheit zu schreiben, vor allem dann nicht, wenn diese kompliziert und voller Widersprüche ist. Hilary Mantel hat in sieben Kurzgeschichten versucht, die Welt ihrer Kindheit auferstehen zu lassen. In einer Mischung aus Erlebtem, Erinnertem, Gefühltem und Fiktionalem hat sie mit ihrer eindrücklichen Sprache und mit dem ihr eigenen Witz, der dazu dient, die Tragik noch klarer offenzulegen, die Stimmung ihres Aufwachsens einzufangen versucht. Es ist ihr auf eine eindrückliche Weise gelungen.

Gedanken zum Buch

«Ich möchte diese Geschichten nicht autobiografisch, sondern autoskopisch nennen. Aus einer entfernten, erhöhten Perspektive blickt mein schreibendes Ich auf einen auf seine bloße Hülle reduzierten Körper, der darauf wartet, mit Sätzen gefüllt zu werden. Seine Umrisse nähern sich meinen an, aber es gibt einen verhandelbaren Halbschatten.»

Hilary Mantel betont, dass es sich bei den vorliegenden Kurzgeschichten nicht um autobiografische Texte handelt. Die Frage stellt sich, wieso ihr diese Einordnung wichtig ist, scheinen die Texte doch an ihre Autobiografie «Von Geist und Geistern» anzuschliessen, diese zu ergänzen.

„Es war ein kaputter, steriler Ort ohne Bäume, wie ein Durchgangslager, mit der gleichen hoffnungslosen Dauerhaftigkeit, die solche Lager anzunehmen pflegen.“

Sie schildert das Geschehen aus der Perspektive von Kinderaugen auf die Erwachsenen, es ist zugleich der Blick zurück als Erwachsene auf das eigene Kindsein. Es gelingt Hilary Mantel, die Atmosphäre der Welt ihres Aufwachsens plastisch werden zu lassen, fast fühlt man sich beim Lesen mittendrin.

Schonungslos, scharfsichtig und ohne Sentimentalität zeichnet Hilary Mantel das Bild einer Gesellschaft, sie zeigt, wie die Leben der Erwachsenen, die der Kinder prägen und formen. Sie tut das in einer unglaublichen Sprachgewalt, die messerscharf und in passgenauen Bildern arbeitet. Sie zeigt auf, wie ein aufwachsender Mensch sich verändert, um sich vor dem, was um ihn passiert, zu schützen. Sie zeigt auf, wie im Nachhinein Erinnerungen verblassen und erst wieder scharf werden, wenn man sie bewusst hinterfragt.

Leider blieben die einzelnen Protagonisten der Geschichten seltsam blass, quasi auf Distanz. Das könnte dem Umstand geschuldet sein, dass sie doch nur als Stellvertreter für die eigentlich Erlebende dienten und ihnen dadurch zu wenig Aufmerksamkeit zuteil wurde beim Schreiben. Dies aber nur eine Spekulation und Anmerkung am Rande.

Fazit
Eine sprachgewaltige Autoskopie, die ein Porträt einer Zeit und einer sozialen Schicht aufzeigt.

Autorin und Übersetzer
HILARY MANTEL, geboren 1952 in Glossop, gestorben 2022 in Exeter, England, war nach dem Jurastudium in London als Sozialarbeiterin tätig. Für ihre Romane ›Wölfe‹ (2010) und ›Falken‹ (2013) wurde sie jeweils mit dem Booker-Preis, dem wichtigsten britischen Literaturpreis, ausgezeichnet. Bei DuMont erschien außerdem u. a. die Autobiografie ›Von Geist und Geistern‹ (2015) und zuletzt der dritte Band der Tudor-Trilogie ›Spiegel und Licht‹ (2020).

WERNER LÖCHER-LAWRENCE geboren 1956, ist als literarischer Agent und Übersetzer tätig. Zu den von ihm übersetzten Autor*innen zählen u. a. John Boyne, Meg Wolitzer, Patricia Duncker, Hisham Matar, Nathan Englander, Nathan Hill und Hilary Mantel.

Angaben zum Buch

  • Herausgeber ‏ : ‎ DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG; 1. Edition (15. August 2023)
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 160 Seiten
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3832168162

Jürgen Banscherus: Ein Fall für Kwiatkowski. Die Kaugummiverschwörung

Als Kind las ich gerne Krimis. Ich verschlang fast sämtliche Reihen, die es damals gab: TKKG, Die drei ???, Geheimnis um… und Fünf Freunde. Vor allem die letzten beiden hatten es mir angetan. Da ich Krimis immer noch sehr mag, suchte ich nach einem neuen Lesevergnügen aus diesem Bereich und stiess auf einen sympathischen jungen Detektiv: Kwiatkowski

«Ich bin Kwiatkowski, der Privatdetektiv. Gerade habe ich beschlossen, aufzustehen. Ich werde eine Flasche Milch aus dem Kühlschrank holen und mir das erste Kaugummi des Tages genehmigen.»

Ohne Milch und seine Lieblingskaugummis (eine andere Marke kommt nicht in die Tüte) geht gar nichts bei Kwiatkowski. Als diese plötzlich regelmässig aus dem nahegelegenen Kiosk gestohlen werden, kann er das nicht auf sich beruhen lassen: Er hat einen neuen Fall.
Dass dabei auch ein nettes Mädchen eine Rolle spielt, erhöht Kwiatkowskis Aufregung noch, als dann auch noch ein alter Feind ins Spiel kommt, ist die Spannung am Höhepunkt. Wie sich das bloss alles auflösen lässt? Aber keine Bange: Ein erprobter Detektiv wie Kwiatkowski wird den Fall knacken!

So manches Kind wird sich wohl nach dieser Lektüre wünschen, es hätte auch eine so entspannte Beziehung zu seiner Mutter, seinen Eltern. Nur schon die Vorstellung, dass das Aufräumen des Zimmers eine Ermessenssache ist und keine ernstgemeinte Aufforderung, welche Befolgung verlangt, wirkt verlockend. 

Eine kurzweilige und unterhaltsame Detektivgeschichte mit einem liebenswerten Helden. Jürgen Banscherus entwirft mit wenigen Worten eine gewiefte Spürnase, mit der sich der Leser auf der Suche nach den Dieben verbündet. Die wunderbaren Illustrationen von Ralf Butschkow runden das Lesevergnügen ab.

Autor und Illustrator
Jürgen Banscherus lebt im Ruhrgebiet und ist seit 1989 freier Schriftsteller. Inzwischen ist er einer der renommiertesten Autoren für Kinder- und Jugendliteratur. Seine Bücher erhielten zahlreiche Auszeichnungen und wurden bisher in 21 Sprachen übersetzt.www.juergen-banscherus.de

Ralf Butschkow studierte an der Hochschule der Künste in Berlin Visuelle Kommunikation. Dann arbeitete er ein paar Jahre in Werbeagenturen und ist heute als Kinderbuchillustrator für verschiedene Verlage tätig. Er lebt in Berlin.

Angaben zum Buch

  • Herausgeber ‏ : ‎ Arena (16. Februar 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 96 Seiten
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3401607238
  • Lesealter ‏ : ‎ Ab 7 Jahren

Michael Wrede, Annabelle von Sperber: …und dann? Wie Kinderbücher Gestalt annehmen

Inhalt

«Kinderbücher sind oft grosse Sehnsuchtsobjekte. Sie leuchten positiv aus der Kindheit bis in die Gegenwart.»

Wer denkt nicht gern zurück an die ersten Bücher seines Lebens? Wie oft ist es doch eine Freude, diese wieder in den Händen zu haben, weil man sie dem eigenen Kind oder Enkel. Vorlesen kann? Eigentlich viel zu schade, so lange zu warten, sind diese Bücher doch kleine Lichtpunkte am Bücherhimmel, bestechend durch die kreativen Geschichten, die bunten Bilder, die Anregungen zum selbst Fantasieren.

«Was es bedeutet, ein Kinderbuch tatsächlich umzusetzen, wird aber oft unterschätzt. Was kinderleicht daherkommt, entspringt einem fundierten Wissen.»

Michael Wrede und Annabelle von Sperber geben in dem vorliegenden Buch Einblicke die Gestaltung von Kinderbüchern. Sie zeigen die verschiedenen Arten von Kinderbüchern und was diese ausmacht, gehen auf Zielgruppen und Vermarktung ein und widmen sich dem kreativen Prozess der Entstehung. Wie entsteht eine Idee und was macht sie zur Geschichte? Wie entwickle ich einen Charakter und wie seine Umwelt. Was brauche ich, um das Ganze umzusetzen und wie wird am Schluss ein Buch daraus. Von den ersten Kritzeleien im Notizbuch bis hin zum fertigen Buch, welches veröffentlicht werden kann, wird der Leser in die Entstehung von Kinderbüchern eingeführt. Im Vordergrund steht in diesem Buch die Illustration, der Text spielt nur am Rand eine Rolle.

Ein Buch nicht nur für Menschen, die selbst ein Kinderbuch realisieren wollen, sondern auch für all die, welche sich für die Prozesse hinter dem Buch interessieren. Zudem machen die aufwendige und liebevolle Gestaltung des Buchs sowie die wunderbaren Illustrationen dieses selbst zu einer Augenweide.

Autoren
Michael Wrede ist selbstständiger Illustrator für Kinder und Jugendbuch, meistens auch Autor seiner eigenen Werke, war nach vielen Jahren der Lehrtätigkeit, u.a. an der BKA-Hamburg, Design Akademie Berlin, 2011 Mitbegründer der Akademie für Illustration und Design in Berlin (AID-Berlin). Zusammen mit Annabelle von Sperber unterrichtet er Kinder- und Jugendbuch. Er ist Initiator des 2017 erstmalig ausgetragenen Kinderbuchwettbewerbs „Buntspecht“.

Annabelle von Sperber ist selbstständige Illustratorin. Ihre Bilder zeichnen sich durch warme Farben, einen feinen Humor und der Liebe zum Detail aus. Bekannt durch zahlreiche Spitzentitel und Serien im Kinder- und Jugendbuch, die in viele Länder verkauft wurden, machte sie sich mit ihren Kunst- und Architektur-Wimmelbüchern international einen Namen. Diese wurden im Prestel Verlag in München, London und New York publiziert. Sie lehrt Illustration zusammen mit Michael Wrede an der Akademie für Illustration und Design in Berlin (AID-Berlin) und ist für den Fachbereich Illustration an der Faber Castell Akademie zuständig.

Angaben zum Buch

  • Herausgeber ‏ : ‎ Verlag Hermann Schmidt; 1. Edition (6. Mai 2022)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 224 Seiten
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3874399418

Marc Veerkamp & Jeska Verstegen: Bär ist nicht allein

Inhalt

Der Wald ist still, alle lauschen dem Klavierspiel des Bärs. Immer, wenn er aufhören will, rufen sie nach einer Zugabe, so schön ist sein Spiel. Der Bär ist müde. Er würde gerne irgendwo ausruhen, einfach still für sich sein. Doch wohin er auch geht, hört er hinter sich die lauten Forderungen: Mehr, mehr, Pianobär!» Irgendwann wird dem Bären alles zu viel. Er reisst sein Maul auf und brüllt, dass alle erschrecken. Dann sagt der Bär nichts mehr, er schliesst die Augen und wartet, bis er sich allein glaubt. Als er aufschaut, steht da ein Zebra. Ob man auch zu zweit allein sein kann?

Eine herzerwärmende Geschichte, die wunderschön illustriert ist. Mit Schwarz und Weiss und wenigen roten Akzenten erschafft Jeska Verstegen, eine zauberhafte Waldwelt voller Tiere und mittendrin unseren armen Helden, den Bären.  

Gedanken zum Buch: Vom Alleinsein
Erich Kästner schrieb einst in seinem Gedicht «Kleines Solo»

«Einsam bist du sehr alleine – und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.»

Viele Menschen scheuen sich davor, allein zu sein. Sie suchen die Gesellschaft, fast als wären sie auf der Flucht vor sich selbst. Wer allein ist, dem haftet etwas an: Die Frage «wieso». Landläufig geht man davon aus, dass es Gründe dafür geben muss, dass einer allein ist- Entweder will keiner mit ihm zusammen sein, oder aber er ist zu anspruchsvoll. Vielleicht auch beides. Das führt oft dazu, in unglücklichen Beziehungen zu verbleiben, da die Alternative als noch schlimmer angesehen wird. Und da sind sie dann: Zwei Menschen, die keine gemeinsame Ebene, keine gemeinsamen Träume und keine gemeinsame Sprache mehr haben. Sie fühlen sich unverstanden und einsam.

Das macht den Unterschied zwischen Alleinsein und Einsamkeit deutlich: Während Alleinsein ein (von aussen) fassbarer Zustand ist, haben wir es bei der Einsamkeit mit einem Gefühl zu tun. Sie ist das, was tief drin aufkommt und sich über alles ausbreitet, wenn man sich in seinem Sein unverstanden und ungehört fühlt. Sie tritt auf, wenn man sich mit dem, was man ist und braucht, emotional allein fühlt.

In solchen Momenten zieht es einen förmlich weg von all denen, die einen miss- oder gering achten oder gar völlig übersehen. Die vielen Menschen, zu denen man nicht zu passen scheint, die einen mit den eigenen Bedürfnissen nicht wahrnehmen, helfen nicht gegen das Gefühl der Einsamkeit, im Gegenteil, sie verstärken es noch. Wie viel besser, so denkt man dann, wäre es, ganz allein zu sein. Zumindest wäre dann keiner da, welcher einen übersehen könnte. Aber: Wäre es nicht schöner, (einen) Menschen an seiner Seite zu haben, von dem man sich verstanden fühlt?

Text, Illustration und Übersetzung
Marc Veerkamp, 1971 in Alkmaar geboren, wusste schon als kleiner Junge, dass er Schriftsteller werden wollte. Er begann als Journalist und spezialisierte sich auf pädagogische Themen. Im Lauf seiner Karriere verlagerte er seinen Schwerpunkt auf die Belletristik. Heute arbeitet Marc Veerkamp hauptsächlich für Film, Fernsehen und Theater – und schreibt nebenher Bücher. Bär ist nicht allein ist das erste gemeinsame Bilderbuch mit der Illustratorin Jeska Verstegen. Während er die richtigen Worte fand, hat sie kongeniale Bilder dafür geschaffen.

Jeska Verstegen wurde 1972 in Delft geboren. Als sie klein war, liebte sie nichts mehr, als zu zeichnen, zu fantasieren und sich in ihrer eigenen Traumwelt zu verlieren. Verstegen machte eine Ausbildung zur Webzeichnerin und illustriert seit 1990 Kinderbücher. Neben ihrer zeichnerischen Arbeit schreibt sie auch.jeskaverstegen.nl | @jeska_verstegen

Rolf Erdorf, geboren 1956, studierte Romanistik, Germanistik und Niederländische Philologie und arbeitete im Anschluss einige Jahre als freier Journalist für den niederländischen Rundfunk. Seit 1989 ist er hauptberuflich niederländisch-deutscher Übersetzer mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendliteratur sowie Kunst- und Kulturgeschichte. Für seine Übersetzungen aus der niederländischen Kinder- und Jugendliteratur erhielt er mehrere Preise, darunter den renommierten niederländischen Martinus Nijhoff Prijs sowie den Deutschen Jugendliteraturpreis und den Gustav-Heinemann-Friedenspreis.

Angaben zum Buch

  • Herausgeber‏: ‎ Freies Geistesleben; 1. Edition (23. August 2023)
  • Sprache‏: ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe‏: ‎ 32 Seiten
  • ISBN-13‏: ‎ 978-3772528019
  • Lesealter‏: ‎ Ab 5 Jahren