Was wäre wenn…

…und ab und an… würde ich gerne die Uhr zurück drehen. Und dann würde ich besser aufpassen in der Schule. Ich würde alles mitnehmen, was man lernen könnte. Ich wäre gerne der Superstreber. Der, welcher alles weiss, immer da ist, ganz präsent. Brav.

Das war ich nie. Vieles interessierte mich schlicht nicht, weil ich es (für mich) nicht für relevant hielt. Das liess ich dann auch die Lehrer wissen. Ich war wohl unbequem. Ich setzte meine Prioritäten. Leistete natürlich auchEinsatz, aber nur gezielt. Ich hätte wohl mehr profitieren können. Von so vielem. Das denke ich. Ob es so ist? Ich weiss es nicht. Ich habe es schlicht nicht gelebt.

Schlussendlich bin ich der Überzeugung, dass man nur da Erfolg hat, wo man mit ganzem Herzen dabei ist. Aber: Um dahin zu gelangen, braucht es einen gewissen Einsatz. Erst dann sind Wege offen. Viele. Nicht alle. Wege brauchen Mut. Mut, sie zu gehen. Wer sich nur ausmalt, was er gerne hätte, wird nie an ein Ziel gelangen, da er nie den ersten Schritt tut. Er wollte nur, machte nicht. Träumte nur, ging nie. Gehen braucht Mut. Ab und an muss man dabei auch Kompromisse eingehen, um auf den Weg zu gelangen und da zu bleiben. Aber eines bleibt: Man muss gehen.

Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Und ja, vielleicht gingen vor diesem Schritt einige Schritte oder ganze Wege in die Irre. Deswegen nun zu sagen, ich fürchte mich, diesen Schritt zu gehen, ist nie eine Haltung, die an ein Ziel führen kann. Damit plädiere ich nie für eine haltlose Träumerei oder blindes Drauflosgehen, das wäre aussichtslos, aber das Verharren in althergebrachten und nichts bringenden Mustern ist es ebenso.

7 Comments

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  1. Du willst nicht wirklich „der Superstreber“ in der Schule (gewesen) sein, oder? Oder sehnst du dich danach, gemobbt und gequält zu werden? Glaub mir, schon der Begriff „Streber“ oder „Streberin“ ist für betroffene Kinder und Jugendliche eine Beleidigung, die sie an den Rand des Ausgeschlossenseins drückt, wo sie sich fühlen, als würden sie zerquetscht wie lästige Insekten. Nein, schön ist anders.

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    • Man sollte es nicht am Wort aufhängen, ich denke, was ich damit meine, ist wohl klar.

      Streber sind wohl meist nicht gerne gesehen, es werden aber nicht alle gemobbt. Wir hatten in der Klasse 6er-Schüler (in der Schweiz die höchste Note), die integriert waren und nicht am Rand standen. Die Welt ist nicht nur schwarz oder weiss. Zudem: Gemobbt werden können Kinder wegen so vielem – und das ist traurig. Gute Noten und Interesse an der Schule ist nicht das einzige und vor allem auch nicht zwingend ein Mobbing-Grund.

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    • Wenn ich jemandem sage „du bist ein Streber“, mag das durchaus so sein (wobei selbst das auf den Kontext ankommt), wenn ich sage, ich wäre selber gerne ein Streber (oder strebsam), ist das etwas anderes, da ich mir ja kaum etwas Negatives wünsche.

      Man hat wohl oft auch seine persönlichen Konnotationen.

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