Beruf: Prinzessin

Ich habe für mich beschlossen, Prinzessin zu sein. Ich finde, das steht mir zu. So eine, wie ich sie mir vorstelle. Mit einem Prinzen, der mich auf Händen trägt. Einer, der mich liebt, wie ich bin, der für mich da ist, für mich sorgt, schaut, dass es mir gut geht. So ein Siegfried, der den Drachen tötet, der die Gefahren bannt, die das Leben bietet, der mich hegt wie seinen Augapfel.

Dass der gute Mann dabei stark genug sein muss, auch die Launen einer Frau zu ertragen, ihr (vermeintliches?) Wissen, wie die Welt läuft, und sich dabei nichts sagen lässt, zu tolerieren, sie um Gottes Willen nicht klein reden soll, sondern sie in höchsten Tönen loben und es auch so meinen muss, versteht sich von selber. Ich bin ja schliesslich Prinzessin und nicht zu erziehen.

Das klingt nicht emanzipiert? Und wie es das ist. Wer Emanzipation noch immer so versteht, dass Frau etwas tun muss, was sie früher nicht konnte, das man nun aber in jahrelangem Kampf geändert hat, damit sie es nun kann, hat ganz viel ganz und gar nicht verstanden. Frau muss können, was sie will und damit die Freiheit haben, zu entscheiden, was sie tut (das muss Mann übrigens genauso, aber ich kann schlecht für den sprechen, das soll er bitteschön mal selber tun). Leider ist es darum noch schlecht bestellt, wird man doch gerne in irgendwelche ach so modernen Rollenmuster hineindiskutiert und mit den nicht entsprechenden degradiert.

Ich aber habe mich ganz frei und bei all meinen Sinnen entschieden: Ich bin Prinzessin. Wenn nun ein Mann meint, wieso ich denke, mir das Recht herausnehmen zu können, das zu sein, kann ich ihm nur sagen: Weil ich es will. Und wenn ein Mann findet, das gehe gar nicht, er mich nicht so haben will, dann kann er es (es steht ihm frei – siehe oben) auch lassen. Was ich denn biete? Na: Mich. Und ich bin toll. Eine wahre Prinzessin eben. Liebreiz, Intelligenz, Schönheit auf einem Haufen. Und ganz viele Ecken und Kanten mit dazu. Also ich finde das prima. Du nicht? Dann bist du nicht mein Prinz.

Das musste mal gesagt sein. Und nun wurstel ich wieder in meinem Leben rum, dies bevorzugt alleine, bis denn der Prinz erscheint, der genau das ist, was ich mir erträume und der mich genauso behandelt, wie ich finde, es verdient zu haben. Und ich denke, er wird das nicht bereuen. Dass es Prinzen im Leben nicht gar so schlecht haben, versteht sich von selber. Schlussendlich sollen sie ihr Leben und ihre Wünsche genauso definieren, wie das die Prinzessinnen tun. Aber das müssen sie schon selber tun, und wer weiss: Vielleicht passt plötzlich ein Prinz zu einer Prinzessin und vice versa und sie leben glücklich. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann beglücken sie sich noch heute. Oder so.

Moral der Geschicht? Wisse was du willst und verbieg’ dich nicht.

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