Du willst was tun. So wirklich. Und du malst es dir aus und es wäre genau das, was du dir für dich vorstellen könntest. Wäre da nicht… Die Aufzählung dessen, was nun kommt, ist lang. Schliesslich finden sich immer mehr Gründe, die dagegen sprechen als solche, die unterstützen. Da wir rein mathematisch darauf getrimmt werden, dass Quantität immer siegt, so will es ja auch die Demokratie (die Mehrheit siegt über die Minderheit), stehen wir zurück. Wir linsen ab und an zum Wunsch und schauen gleich wieder verschämt weg. Wir denken Dinge wie „schön wäre es ja schon“ und „irgendwann werde ich es tun“. Wir sind dann die, welche immer denken, was sie nach der Pensionierung alles tun werden, merken aber erst dann, dass sie gar nie gelernt haben, es zu tun – und lassen es auch dann.

Die meisten Träume sterben nicht daran, weil die äusseren Umstände sind, wie sie sind. Sie sterben daran, dass wir immer wieder Umstände finden, die der Umsetzung der Träume im Wege stehen. Sobald das Kriterium „wenn…. dann“ ins Spiel kommt, kann man davon ausgehen, dass es nie der Fall sein wird. Es gibt immer wieder neue, noch nicht erfüllte Wenns. Das Dann kommt gar nie zum Zug.

Wenn du also wieder mal was willst, dann frag dich nicht, wieso es grad nicht geht, sondern schaue, was du brauchst, es zu tun. Und dann gilt es nicht mehr, Dinge auszuräumen, die im Weg sind (es ist immer was da), sondern Möglichkeiten zu schaffen, es zu tun! Und – ganz wichtig: Man muss es tun! Einfach anfangen. Und natürlich merkt man dann, dass es vielleicht nicht so leicht ist. Und es Hindernisse gibt. Auch da gilt wieder: Nicht die Hindernisse betrauern, Wege suchen!

Wünsche brauchen Zeit und Raum. Die muss man sich einräumen. Dann können sie gedeihen. Das klappt selten „wenn – dann“, sondern nur „so – jetzt“. Und nein, ich sage nicht, alles ist immer möglich. Das ist schlicht nicht so. Es gilt durchaus zu prüfen, ob der Wunsch einem wirklich auch entspricht. Es bringt nichts, sich gegen den Strich kämmen zu wollen. Wenn der Strich aber stimmt, dann findet sich ein Weg – wenn man es denn will.

Es sind einige Wochen, Monate, Jahre gar, die ich hier über Bücher (und anderes) berichte. Über die Zeit wuchs die Leserzahl, was mich freut. Herzlichen Dank allen treuen Lesern und all denen, die sich die Zeit nehmen, ihre Meinung zu meinen Beiträgen zu hinterlassen. Ich freue mich echt jedes Mal, wenn die Sprechblase orange leuchtet und so anzeigt, dass jemand seine Meinung sagte. Dabei ist es egal, ob die Meinung meine ist oder dieser entgegengesetzt. Ich habe erstens die Wahrheit nicht gepachtet und mag es zweitens, Dinge auch von anderen Seiten zu betrachten.

Ich komme ursprünglich aus der Wissenschaft, habe Sprach- und Literaturwissenschaft und Philosophie studiert. In der Wissenschaft gelten Regeln, eine ist, nicht persönlich zu werden, sondern sachlich zu bleiben. Das zog ich in meinem Blog nicht durch, versuchte aber, bei Rezensionen auf der Sachebene zu bleiben. Das möchte ich ändern.

Bislang habe ich Bücher nicht besprochen, die ich nicht gut fand, weil ich fand (und immer noch finde), dass es oft Geschmacksache ist, ob ein Buch ankommt oder nicht. Was mir nicht gefällt, kann bei anderen Begeisterungsstürme auslösen. Ich lese aus Prinzip keine Bücher fertig, die mich nicht ansprechen. All diese verschwanden bislang stillschweigend im Regal. In Zukunft möchte ich sagen, wieso ich Bücher nicht las oder nicht fertig las. Ich werde auch ab und an einfach kurz sagen, worum es in einem Buch geht, wieso ich es für mein Regal auswählte. Ich möchte offen legen, wo ich aufhörte, zu lesen, und wieso ich das tat. Und bei den guten Büchern wird in Zukunft mehr Innensicht von mir als Leserin drin stecken.

Damit bin ich nicht mehr Wissenschaftler, aber das bin ich schon lange nicht mehr. Ich bin dankbar, den Weg gegangen zu sein, ich habe die Schullaufbahn lange verfolgt, heute ist es nicht mehr mein Weg. Und das soll sich künftig auch in meinem Blog niederschlagen, wenn es um Bücher geht.

Was ich dabei nicht vergessen möchte: Schreiben ist harte Arbeit. Es ist eine Kombination von Handwerk und Kunst. Ich habe Hochachtung vor dem Tun des Künstlers, egal, ob mir das Produkt gefällt oder nicht, wenn er dieses ernsthaft und mit Herz tut. Trotzdem bin ich keiner, der verehrt, der Fan ist. War ich nie, werde ich nie sein. Künstler sind Menschen, Werke gefallen oder tun es eben nicht. Wenn mir ein Werk gefällt, muss ich nicht den Menschen, der es schuf, mögen. Wenn ich einen Menschen mag, muss ich sein Werk nicht toll finden. Ich trenne da stark. Drum sammle ich keine Autogramme, ich huldige auch keinem sogenannten Star. Ich lese Bücher, höre Musik, finde sie gut oder nicht. Und ich lerne Menschen kennen, mag sie oder nicht. Und all das soll mehr Platz in diesem Blog finden.

Ich sollte etwas tun. Ich habe es mir fest vorgenommen. Und da das, was ich tun sollte, eigentlich das ist, was ich tun möchte, ist das gar nicht so schlimm – würde man meinen. Man würde denken, ich gehe mit beschwingtem Mut und Schaffenskraft daran, zu tun, was getan werden soll und will. Doch weit gefehlt. Ich habe Termine. Überall Termine. Und habe ich keine, habe ich Projekte. Immer wieder neue. Sie werden mit Feuereifer gesucht und verfolgt. Sie fressen Zeit und Energie und freuen auch, wenn sie gelingen. Doch schon bald kommt wieder das Gefühl: Ich sollte etwas tun. Das, was ich schon lange wollte, immer wegschob, es wäre nun an der Zeit und diese reif, es zu tun.

Wie lange denke ich schon, ich möchte es tun. Wie lange studiere ich daran herum. Und was auch immer ich tue, das Eine kommt wieder als das eigentliche, das, was wirklich getan werden sollte, wollte, möchte – somit müsste. Die leisen Zweifel am Anfang, ob ich es denn auch tun könnte, wurden mit der Zeit lauter. Einfach, weil so viel Zeit verstrich und es immer noch nicht getan war. Es musste einen Grund haben, dass ich es nie tat, es nur immer wieder tun wollte. Und ich analysiere, was es war, das mich hinderte und merke: Es ist der blosse Umstand, dass ich nie angefangen habe. Und ich hinterfrage, wieso dem so ist und komme zum Schluss, dass die Ursache des Nichtanfangens darin begründet liegt, dass ich jedes Mal neue Projekte startete, die so viel Zeit und Energie kosteten, dass ich den Anfang hinausschieben musste, weil es an Kraft, Ruhe, Musse fehlte. Und mit jedem Aufschub wurden die Zweifel lauter, ob ich es denn überhaupt könnte, was wiederum die Suche nach neuen Projekten förderte. Und so biss sich der Fuchs in den Schwanz.

Was, wenn ich wirklich damit anfangen würde? Ich wäre ja ganz am Anfang und selbst wenn ich es nicht gar nicht könnte, ich könnte es wohl nicht so meisterhaft, wie ich es können wollte. Was, wenn ich es zwar täte, aber es wäre schlecht? Wenn ich es danach sähe und mich schämte, so etwas getan zu haben? Was, wenn es jemand anders sähe und mir sagte, dass es nichts wert sei, einfach nur nutz-, sinn- und alles los? Ich würde mich klein fühlen. Kleiner als klein. So klein, wie ich mich immer fühle, wenn ich denke, es nicht zu können. Oder noch kleiner? Vor allem: Wäre es schlecht, dann hätte ich es ja doch nicht gekonnt. Zwar wäre es getan, aber nicht gekonnt. Und diese Niederlage, die könnte ich nicht ertragen. Der möchte ich mich nicht stellen. Und je mehr Zeit ins Land geht, desto realistischer sehe ich sie. Aber ich weiss: Loslassen wird es mich nie. Ich will es tun. Ich muss es tun. Und ich weiss, ich werde es tun. Heute aber frage ich mich noch, ob ich eigentlich lieber mit Bleistift, Kuli oder Tintenroller schreibe. Wenn die Frage geklärt ist, habe ich noch ein paar offene Projekte. Aber dann – dann fange ich an. Vielleicht schon morgen. Ganz bestimmt.

Ich will es schon lange tun. Der Wunsch, es zu tun, hat sich in mir festgesetzt, blieb sitzen, brannte sich ein. Erst eine vage Idee, ein Gespinst, dann immer grösser werdend, einnehmender. Ab und an zur Utopie erklärt, doch nie losgelassen, jagt es mich jetzt schon nachts. Ich träume davon, es zu tun oder es tun zu  müssen, mich nicht zu trauen. Werde davon verfolgt, werde es nicht los, fliehe, renne ihm wieder hinterher, weil es doch zu mir gehört. Und drum: Es ist soweit, ich werde es tun. Ich muss nur anfangen.

Vielleicht sollte ich zuerst Bücher darüber lesen, wie ich es genau anpacken muss. Es gibt so viele, die es tun, so viele, die es tun wollen und scheitern. Ich möchte es gut machen, wenn ich es tue. Also gehe ich auf Büchersuche. Ich recherchiere im Internet, bestelle Berge von Büchern, werfe dann alle wieder auf den Haufen, weil ich denke, dass ich alles, was ich lese, eigentlich schon weiss. Ich weiss, worauf es ankommt, weiss, was am Schluss dabei rauskommen sollte, weiss, wie es gut ist und wie nicht. Nur wie ich selber dahin komme, das weiss ich nicht.

Vielleicht hilft mir eine Schule? Vielleicht kann ich es da lernen? Vielleicht kann mir jemand sagen, was ich tun muss, ich ihm nur noch folgen und es gelingt? Ich gehe wieder auf Internetrecherche, sehe andere, die es tun und nun anleiten, wie ich es tun könnte. Ich sehe Schulen und Lehrgänge, ganze Studiengänge, die mich lehren wollen, das zu tun, was ich in der Theorie kann, in der Praxis nie begonnen habe. Ich verwerfe den Gedanken mit der Schule wieder, da ich denke, dass ich eigentlich selber weiss, wie es geht. Wozu dann Schule? Lieber Bücher lesen, das half immer.

Und so lese ich Bücher und stosse immer wieder auf die Bemerkung, es nun selber tun zu müssen, nicht nur zu lesen. Ich finde das gut, denn es heisst ja auch „learning by doing“. Ich denke, ich bin effizienter, wenn ich einfach mal weiter lese, das Tun auf später verschiebe, sonst komme ich nie ans Ziel. Ich klebe Post its in die Seiten, damit ich die Stelle mit den Anleitungen zum Tun wieder finde später. Später kommt nie, da ich das Buch meist vor Ende des Lesens auf die Seite lege und mich wieder anderem zuwende.

So beschliesse ich einmal mehr, es einfach zu tun. Mal im Kleinen, muss ja nicht gleich gross sein. Ich tu’s einfach, lasse mich ein auf dieses Tun, schaue, was dabei herauskommt. Ich finde den Gedanken schön, ich finde den Gedanken gut. Er fühlt sich richtig an. Doch wie soll ich es tun? Wo fang ich an? Was wird daraus? Ob ich mir da nicht zuerst mehr Gedanken machen müsste? Ich kann ja nicht einfach drauf los stürmen, sollte doch ein wenig wissen, wo das Tun durchgehen, wo es hinführen soll? Doch Schule? Da lerne ich, wie die Wege zum Ziel hin sind. Oder zumindest doch ein Buch, das ist günstiger und schneller gelesen. Nein, ich wollte es nun tun, nichts lesen oder lernen.

Ob ich noch zuerst aufräumen sollte hier? Einfach so drauflos zu tun, was ich tun will, alles andere stehen und liegen zu lassen, erscheint mir auch nicht richtig. Und all die Bücher, die ich gekauft habe, die hätte ich vielleicht doch zuerst lesen sollen. Ich meine, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und man lernt immer etwas dazu. Wieso auf all das Wissen verzichten und mich selber in eine Ecke zu manövrieren mit meinem Tun? Langsam wird es dunkel, ich merke, dass ich müde bin. Zu müde, um heute noch anzufangen. Aber morgen werde ich es tun. Ganz bestimmt.