Die zweite Woche für mich bei der Montagsfrage vom Buchfresserchen: HIER – und gleich eine, die eigentlich so gar nichts mit mir zu tun hat.

Die Frage für diesen Montag lautet:

Welche Erfahrungen habt ihr mit Gay Romance gemacht? Was reizt euch daran, was stößt euch ab? Habt ihr Lesetipps?

Ich habe eigentlich gar keine wirkliche Erfahrung damit, da ich mich mit dem Thema schlicht kaum auseinandersetze. Mich interessiert die sexuelle Ausrichtung von Menschen überhaupt nicht, das einzige, was mich interessiert ist, dass alle ihre frei leben können und deswegen nicht irgendwie benachteiligt sind.

Da mich das Thema Homosexualität nicht selber betrifft, habe ich auch keine Bücher gezielt dazu gesucht – und in der Literatur, die ich gelesen habe, kam kaum ein Buch vor, das speziell das Thema behandelte (oder ich hätte es vergessen).

Ausnahme ist Thomas Manns Tod in Venedig: Der berühmte Schriftsteller Gustav von Aschenbach fährt zur Erholung nach Venedig, wo er einen Knaben sieht, in den er sich verliebt. Zwar hält er die Distanz, tut aber doch alles, um jugendlicher auszusehen und vielleicht doch Eindruck zu machen, wodurch er schlussendlich jegliche Selbstachtung verliert. – Also nicht eine Romanze im wirklichen Sinne und schon gar kein der Homosexualität gegenüber aufgeschlossenes Buch, was wohl mit Thomas Manns eigener unterdrückter Neigung zusammenhängt.

Ein wirklich wunderbares Buch zum Thema Homosexualität habe ich aber gelesen: Bethan Roberts Der Liebhaber meines Mannes: Bethan Roberts gelingt es, in einer sehr feinfühligen Art die Geschichte dieser drei Menschen nachzuzeichnen. Sie präsentiert die Geschichte in den Worten von Marion, welche 1999 zurückblickt, und durch Patricks Tagebuch aus der Zeit der 50er Jahre. Tom ist sprachlos, er findet weder eigene Worte für das, was geschah noch findet er sie für die Gegenwart. Er ist nur die Figur, um welche Marion und Patrick drehen, quasi die Sonne in deren Universum. Strahlend ist dabei nur seine optische Schönheit, sein Wesen bleibt merkwürdig blass, er scheint nur als Projektionsfläche für zwei Menschen zu dienen, welche ihren Platz in der Gesellschaft suchen und Tom dazu brauchen. Ein feinfühliger Roman mit viel Tiefe, Sensibilität, der ohne Kitsch und Schnörkel die Komplexität menschlicher Beziehungen beschreibt. Berührend, zum Nachdenken animierend, einnehmend.

Meine Rezension dazu: HIER

Sonst fällt mir auf die Schnelle kein Buch zu dem Thema ein. Wie sieht das bei euch aus?

Ich bin im Netz wieder mal auf eine Aktion gestossen, die mir gefiel: Die Montagsfrage beim Buchfresserchen

Die Frage für diesen Montag lautet:

Wenn du weder Buchverfilmung noch Buch kennst, was würdest du zuerst anschauen/lesen?

Grundsätzlich würde ich, wenn ich ein Buch wirklich lesen will, den Film wohl nicht anschauen, um mir nicht die Spannung des ersten Lesens zu nehmen. Es gibt viele Bücher, die ich mehrmals gelesen habe und das immer wieder mit neuer Freude, aber: Das Nichtwissen um die Wendungen, die eine Geschichte nimmt, um das Ende, das sie ansteuert, das hat man nur beim ersten Mal und das ist eine ganz spezielle Spannung im Leseprozess. Das Vergnügen wäre durch die Vorwegnahme des Films natürlich getrübt.

Verfilmungen von Büchern sind oft schwierig und auch oft enttäuschend. Es gibt aber Verfilmungen, die trotz Kennen des Buches wunderbar waren. Als Beispiele fallen mir nun spontan „Die unendliche Geschichte“, „The Great Gatsby“ und „Jakob der Lügner“ ein.

Dann gibt es aber Bücher, die ich unbedingt lesen möchte, aber schlicht nicht dazu komme – aus verschiedenen Gründen. Dann würde ich den Film schauen – quasi als Ersatz, um wenigstens die Geschichte zu kennen. Ob ich danach das Buch je noch lesen würde? Schwer zu sagen, kam noch nie vor. Natürlich ist mir bewusst, dass der Film nie eins zu eins das Buch wiedergibt, aber meist doch in etwa die Grundzüge.

Als Fazit kann man also wohl sagen: Wenn ich das Buch wirklich lesen will, dann lese ich es vor dem Film, wenn es geht. Da es schlicht viel mehr Bücher gibt, die ich lesen möchte, als ich Zeit habe, das wirklich zu tun, wird es für ein Buch, von dem ich den Film gesehen habe, eher schwer.

Wie sieht das bei euch aus?