Lebensspiel

Es tost das Meer in lauten Wogen, rauschend
Brechen Wellen an der Steine Riff.
Sie schiessen auf mit weisser Krone, bis
In sich zusammenbricht die weisse Gischt.

Auf und nieder, immer wieder, neu
Ergiesst sich dieses Spiel des Elements.
Sonnenfunken tänzeln, rauf und runter,
munter eingewirktes Glitzervlies.

Spiel des Lebens, Lebensfülle, stetig
Gehend, kehrend, mitgeführt im Fluss
Der niemals anhaltenden Ewigkeit.

Und über allem steht die Sonne, thront
Als die, die ganz klar weiss, dass ohne sie
Kein Leben und in dem kein Lichtspiel sei.

©Sandra von Siebenthal, Juni 2021

Lebe dein Leben

Jahre vergehen
wir waren mal nah,
verloren die Nähe,
verloren uns ganz,
Gedanken, sie kamen
und gingen dahin.
Die Trauer geschluckt,
den Alltag gelebt,
den Graben geschaufelt,
der Übergang fehlt.

Es plätschert der Fluss
und still liegt der See,
wir treiben dahin,
die Ruder im Schoss,
lassen geschehen,
dass Land ausser Sicht,
erzählen uns Gründe
und glauben uns nicht.

Der Tag, er wird kommen,
denn das tut er stets,
und er wird uns zeigen,
was wir überseh’n.
Wir werden erschüttert
und hören uns flehen,
zurück gibt es keines,
die Einsicht nur bleibt.
Drum lebe dein Leben
und lass dich nicht gehen,
sag was du fühlst,
bald ist es zu spät.