Wo was raus soll, muss was rein

Vor einiger Zeit kam ich zum zweifelhaften Glück, dass in meinem Keller, welcher gleichzeitig Luftschutzkeller ist, 40 Notbetten untergebracht und zwei Trockenklos installiert wurden. Der gute Mann, der das ganze Zeugs anschleppte, teilte meine Meinung, dass dies höchst fragwürdig sei und eh nie gebraucht würde. Nun denn: Es ist Gesetz und alles muss seine Richtigkeit haben.

Die Abnahme der Klos durch den netten Beamten der Stadt dauerte knapp 5 Sekunden. Auf meine Frage, ob ich den Keller nun verkaufen dürfe, da er ja über genügend Schlafmöglichkeiten und sogar zwei eigene Klos verfüge, erntete ich einen kurzen Blick und ein schnell unterdrücktes Lachen (auch er teilte wohl meine Ansicht über die Unsinnigkeit des Unterfangens).

Als ich so über meinen Keller nachdachte, stellte sich mir aber eine dringende Frage: Wenn die Notwendigkeit eines Luftschutzkellers gesetzlich verankert ist, sieht man ja grundsätzlich einen Sinn darin und auch die Möglichkeit, dass dieser benutzt wird. Ich würde also mit 39 anderen Nasen in meinem Keller sitzen, wir hätten je ein Bett und zusammen zwei Klos. Nur: Was soll in die Klos? Müsste mich der Kanton nicht auch mit Essensvorräten oder zumindest Geld, solche zu besorgen, ausstatten? Ob ich mal nachfragen sollte? Oder gebe ich diesem Luftschutzkeller doch zuviel Sinn, den er doch nicht hat?