Es ist wieder Samstag und ich möchte weitere 10 Artikel vorstellen, über die ich die Woche durch im Netz gestolpert bin. Allen gemeinsam ist, dass sie sich um Literatur im weitesten Sinne drehen.

Bücher im Café

Der Kaffeehaussitzer liest gerne in Kaffees – der Name verrät es schon –, liest Bücher und bloggt darüber. Er hat Karla Paul ein Interview dazu gegeben

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Mit Adam Zagajewski durch Krakau

Der wohl wichtigste polnische Lyriker zeigt seine Heimat Krakau.

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Äsops Fabeln

Tierfabeln, die unterhalten, dabei aber eine tiefere Botschaft mit sich bringen – Weisheiten in Geschichten verpackt, damit der Leser etwas fürs Leben lernt.

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Ägypten in Zeiten des Umbruchs – eine Schriftstellerin erzählt

Die Autorin Mansura Eseddin erzählt über Ihre Heimat, die politische Situation und die Funktion von Literatur für sie.

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Wenn Literatur Brücken baut

Das Literaturfest »Poetische Quellen« in Bad Oeynhausen und Löhne sowie die »Sarajevoer Poesietage« wollen in Zukunft zusammenarbeiten. Der Autor Dzevad Karahasan hat daran massgeblichen Anteil und er spricht darüber.

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Sketchnotes – Notizen aufgepeppt

Wer genug hat von den ewig gleichen langweiligen Notizen, für den gibt es Sketchnotes. Man muss dafür nicht Picasso sein, und: Man kann es lernen. Zum Beispiel mit dem Buch hier.

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Die Interior-Design-Welt der Buchblogger

Buchbloggern scheint es nicht mehr so sehr um Literatur zu gehen, sondern um die ästhetische Präsentation des Leseerlebnisses.. Habe ich bei Instagram genauso gefühlt und bewege mich drum ein wenig weg da. Was denkt ihr dazu??

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Buchblog-Award

Welcher Buchblog hätte einen Award verdient? Es winken Preise.

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Kindern Lesefreude vermitteln

In Wien gibt es im Wiener Allerhgeiligenpark eine Leseaktion. Unter dem Motto „Wer sich auf die Decke setzt, ist willkommen“ soll Kindern Freude am Lesen vermittelt werden.

Ein Projekt, das man vielleicht auch an anderen Orten starten könnte?!

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Der Zeichner und Autor Hans Traxler im Gespräch

Jeder kennt sie wohl, die Zeichnung, die aus Helmut Kohl eine Birne machte. Ihr Schöpfer erzählt, wie er auf die Idee kam.

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Auch heute wieder eine Zugabe:

Max und Moritz – wer kennt sie nicht?

Ein Artikel über die Geschichte des Comics, die natürlich auch Max Buschs „Max und Moritz“ ins Visier nimmt.

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DSC_0013Es ist wieder Samstag und ich möchte weitere 10 Artikel vorstellen, über die ich die Woche durch im Netz gestolpert bin. Allen gemeinsam ist, dass sie sich um Literatur im weitesten Sinne drehen.

Ein Interview mit Affinity Konar

Affinity Konars Roman „Mischling handelt vom Schicksal der Zwillingsschwestern Perle und Stasia, die 1944 nach Auschwitz deportiert und dort zu Mengeles Versuchsopfern werden.

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Martin Suter im Interview

Martin Suter hat auf Stichworte reagiert und plaudert aus dem Nähkästchen zu frühen Erinnerungen, Reisen, Beziehungen.

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Nele Neuhaus im Gespräch

Die bekannte Krimiautorin Nele Neuhaus erzählt über die Angst vor dem weissen Blatt Papier, wie sie mit den Verrissen ihrer Bücher durch Denis Scheck geht und über Krimis allgemein.

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Bolivianische Bücher und Literatur

Ein Artikel über die Lage der bolivianischen Literatur – Verlage, Autoren, Hoffnungen

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Goethes Faust – kurz und knapp

Für all die, deren Schulzeit schon ein bisschen zurück liegt und die die Handlung von Goethes Faust vergessen haben: Eine Zusammenfassung.

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Ausstellung: Grosser Stoff in kleiner Schale

Bücher im Kleinstformat lagern im Magazin des Mainzer Gutenberg-Museums. Ein Lesevergnügen wird das wohl kaum mit Lupe und Pinzette, aber süss anzuschauen sind sie allemal.

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Ausstellung: Kafka. Der ganze Prozess

Das fand ich nicht, das möchte ich einfach jedem nochmals ans Herz legen, der Kafka mag – die Ausstellung dauert noch bis am 28. August. Gezeigt wird das 100 Jahre alte Manuskript von Kafkas Roman „Der Prozess“.

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Auf den Spuren Lessings

15 Orte, an denen Gotthold Ephraim Lessing gewesen ist – Eine Literaturreise, die beim Lessing Museum in Kamenz beginnt und in Braunschweig endet.

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Der deutsche Buchpreis 2017

Von Jahr zu Jahr gibt es mehr kritische Stimmen zum deutschen Buchpreis, die Auswahlkriterien, Themenwahl sowie die Geschlechterverteilung bei den Autoren werden heiss diskutiert. Hier einige Gedanken dazu sowie die diesjährige Longlist.

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Wenn die Regale zu voll werden

Wer gerne liest, kennt das Problem: Die Regale platzen aus allen Nähten, Bücher müssen weg. Was läge näher, als ein neues Zuhause für sie zu suchen? Tipps und Tricks, wie man gebrauchte Bücher am besten online verkaufen kann.

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Ich weiss, die 10 sind eigentlich voll, aber den hier wollte ich euch nicht enthalten:

Lesen als Medizin

Als hätten wir das nicht schon immer gewusst: Bücher tun gut und sie können mitunter auch helfen.

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Spätpubertäre Kinder und plakative Sprache

Mit folgendem Text wurde das Buch angekündigt:

„Vier Geschwister kehren in das elterliche Haus in der süddeutschen Provinz zurück. Joschi ist eigentlich nur ein Clochard, irgendwo zwischen Karl Marx und verlottertem Mönch. Jakob ein Fernsehmann mit winziger Mansarde in Paris. Uli ein alternativer Aussteiger mit wechselnden Vorlieben. Nur Linda ist auch im Privatleben eine Macherin. Ihren Vater haben sie kaum gesehen, seit der sich von der »ungarischen Hure« pflegen lässt. Jetzt ist er tot. Morgen früh wird das Testament eröffnet, bis dahin muss das Erbe verteilt sein. Keiner verlässt das Haus – und nach einer langen Nacht kommt der Augenblick der Wahrheit.“

OttAuferstehungEigentlich hätte ich da schon wissen müssen, dass das nichts wird mit mir und dem Buch. Schon diese wenigen Zeilen haben so viel Plakatives in sich: Ein Clochard zwischen Karl Marx und verlottertem Mönch. Wie soll man sich den bitte vorstellen? Wo haben die beiden Pole des gewählten Vergleichs eine Ebene, auf der man dann als Clochard in der Mitte sein könnte? Dann der alternative Aussteiger: Sind Aussteiger nicht per se alternativ, indem sie sich eben gegen ein Leben in einer Gesellschaft entscheiden, ein alternatives Leben dazu leben? Schlussendlich Linda, die im Privatleben eine Macherin ist. Was genau macht eine Macherin privat? Müsste sie nicht beruflich eine Macherin sein? Den Fernsehmann Jakob kann man stehen lassen, wenn auch nicht klar wird, wieso in einem so kurzen Text wichtig ist, dass er in einer winzigen Mansarde wohnt und die in Paris ist.

Leider hat schon der erste Satz bestätigt, was als leise Ahnung da war

Komm heim, so schnell es geht, Papa ist tot, hatte Linda frühmorgens, kaum dass es Tag war, ins Telefon gehechelt und am Ende des knappen Gesprächs gestöhnt: Gottlob!

Ich mag grundsätzlich lange Sätze, auch Schachtelsätze, aber: Für diesen hier gibt es keinen Grund. Er wirkt nur gequält, in die Länge gezogen, krampfhaft um noch einen Einschub erweitert. Frühmorgens ist zudem immer dann, wenn es noch kaum Tag ist, und: Wieso hechelt sie? War sie vorher noch joggen? Und wenn sie ja froh ist über des Vaters Tod, was man aus dem „Gottlob“ entnehmen kann: Wieso stöhnt sie?

Nun kann man sagen, ich sei zu pingelig, aber solche Dinge sind schlicht und einfach Gründe für mich, ein Buch schnell zur Seite zu legen. Was so anfängt, wird sich kaum ändern. Ich wollte dem Buch aber doch eine Chance geben. Ich las also weiter. Der nächste Satz war leider nicht viel sinnvoller:

Was soll das heissen, dachte Jakob, obwohl doch klar war, was sie meinte.

Und danach ging es in einer Art innerem Monolog Jakobs weiter. Der Leser erfährt von einem Feind Lindas, der „das Schwein“ genannt wird, der hier Denkende sitzt zuerst mit den vier Geschwistern im Haus des Toten, dann denkt er an den Aufbruch zurück, dann an das, was er eigentlich hätte tun müssen. Er erzählt dem Leser von seinem Trotz gegen die Bitte seiner Schwester, sofort zu kommen, indem er extra langsam machte.

Wenn einer tot ist, kann er ruhig warten, es schmerzt ihn nicht, dachte Jakob und blieb noch ein paar Stunden, wie einer, der sich selbst zuschaut und denkst: Ich bin es, bin es nicht.

Ich weiss nun nicht genau, wie einer aussieht, der sich zuschaut und dabei denkt, er sei es oder aber auch nicht, da ich dies noch nie gemacht habe. Meistens bin ich mir eigentlich sicher, ich zu sein. Auf alle Fälle schaut sich Jakob noch ein wenig selber zu, sucht nach Trauer oder Selbstmitleid, denkt an die Eltern und die Kindheit zurück. Und so plätschert das Buch vor sich hin, strotzt nur so vor Absonderlichkeiten und plakativen Ausdrücken.

Nach knapp 50 Seiten habe ich aufgegeben. Aufgrund des Titels würde ich annehmen, dass der Vater gar nicht tot ist, sondern irgendwann wieder aufersteht. Daraus hätte man etwas Gutes machen können. Leider hat der Autor das nicht gemacht.

Fazit:
Spätpubertäre Kinder kommen zusammen, weil der Vater vermeintlich tot ist, und ziehen in plakativer Weise über alles und jeden her. Keine Leseempfehlung!

Zum Autor
Karl-Heinz Ott wurde 1957 in Ehingen bei Ulm geboren. Er studierte Philosophie, Germanistik und Musikwissenschaft und arbeitete anschließend als Dramaturg in Freiburg, Basel und Zürich. 1998 erschien sein Debütroman ›Ins Offene‹, für den er den Förderpreis des Hölderlin-Preises und den Thaddäus-Troll-Preis erhielt. Auch die nachfolgenden Romane ›Endlich Stille‹ und ›Ob wir wollen oder nicht‹ wurden mehrfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Förderpreis des Friedrich-Hölderlin-Preises (1999), dem Alemannischen Literaturpreis (2005), dem Preis der LiteraTour Nord (2006), dem Johann-Peter-Hebel-Preis (2012) dem Wolfgang-Koeppen-Preis (2014). Karl-Heinz Ott lebt in Freiburg.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (10. Februar 2017)
ISBN-Nr.: 978-3423145510
Preis: EUR 11.90 / CHF 16.90
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Reisen mit Erich Kästner

Fahrt in die Welt
Seltsam ist’s mit einem Schiff zu fahren,
das sich abschiedsschwer vom Ufer trennt.
Jenes Land, in dem wir glücklich waren,
wird ein Strich am Firmament.

Lange stehen wir an Bord und winken,
bis die Heimat wie ein Traum vergeht.
Muss das Alte immer erst versinken,
ehe Neues aufersteht?

Doch dann schauen wir nicht mehr zurück.
Unbekannte Ufer werden kommen
und vielleicht ein unbekanntes Glück.
Und das Herz ist fast beklommen.

Und wir freuen uns am Wunderbaren,
und wir reisen gern durch neue Meere.
Herrlich ist es, in die Welt zu fahren,
wenn nur nicht das Heimweh wäre!

Erich Kästner reiste gerne und er reiste vor allem gerne mit dem Zug. In der Eisenbahn kam er schnell vorwärts und konnte dabei den Menschen um sich beim Reisen zuschauen, aber auch in sich selber gehen und das eigene Reisen hinterfragen. Er reiste selten alleine, oft waren Freundinnen dabei oder aber die Mutter. Immer plante er dabei die Reisen sorgfältig, Abenteuer überliess er lieber seinen Romanfiguren wie zum Beispiel dem Amfortas Kluge, welcher in den Kongo will und am Nordpol landet.

Wem Gott will rechte Gunst erweisen
(vorausgesetzt, dass es ihn gibt),
den lässt er in ein Seebad reisen,
besonders wenn er die Berge liebt.

Im vorliegenden Buch hat die Herausgeberin Sylvia List Texte Kästners vereint, die alle eines gemeinsam haben: Das Thema Reisen. Es finden sich Gedichte sowie kurze Reiseanekdoten, welche vom Scharfblick und der spitzen Zunge ihres Autors zeugen.

Sie schmorten zu Tausenden in der Sonne, als sei die Herde schon geschlachtet und läge in einer riesigen Bratpfanne. Manchmal drehten sie sich um. wie freiwillige Koteletts.

Neben diesen wunderbaren Metaphern finden sich Anleitungen zum Schreiben von Reiseberichten, Gedanken dazu, wie einer überhaupt zu reisen hätte, was er an Garderobe einpacken nicht versäumen dürfe, welches Verhalten auf Reisen angebracht ist sowie Gedanken darüber, was Reisen bedeutet.

Reisen fördert die Völkerversöhnung. […] Die Touristen sind Kriegsgegner; sie bilden einen unsichtbaren Völkerbund.

Entstanden ist ein wunderbares Lesebuch, das Einblicke in das Denken, Schreiben und Dichten des Autors Erich Kästner gewährt und Lust auf mehr macht, zumal neben den Gedichten und kurzen Texten auch Auszüge aus Kästners Roman Fabian in diesem Buch enthalten sind.

Fazit:
Ein wunderbares Buch zum Reisen, das Erich Kästner in all seinen Eigenheiten, seinem Sprachwitz, seinem Scharfblick sowie seiner Erzählgabe sichtbar macht. Absolute Leseempfehlung!

Zum Autor und zur Herausgeberin
Erich Kästner wurde 1899 in Dresden geboren und starb 1974 in München. Der Schriftsteller, Satiriker, Dramatiker und nicht zuletzt Autor der berühmten Kinderklassiker ›Das doppelte Lottchen‹, ›Das fliegende Klassenzimmer‹, ›Pünktchen und Anton‹, ›Emil und die Detektive‹ und ›Die Konferenz der Tiere‹ wurde mit zahlreichen Preisen bedacht (u.a. mit dem Büchner-Preis und der Hans-Christian Andersen-Medaille).

»Erich Kästner war ein wehmütiger Satiriker und ein augenzwinkernder Skeptiker. Er war Deutschlands hoffnungsvollster Pessimist und der deutschen Literatur positivster Negationsrat. War er ein Schulmeister? Aber ja doch, nur eben Deutschlands amüsantester und geistreichster. Er war ein Prediger, der stolz die Narrenkappe trug.« Marcel Reich-Ranicki

Sylvia List ist Slavistin, war lange Jahre Lektorin und arbeitet derzeit als freie Übersetzerin und Herausgeberin in München.

Angaben zum Buch:
KästnerReisenTaschenbuch:176 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (1. Mai 2014)
ISBN-Nr.: 978-3-423-14313-4
Preis: EUR 8.90 / CHF 12.90
Zu kaufen in Ihrer Buchhandlung vor Ort oder online u.a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

„Gehen“ gehört zu meinen Lieblingswörtern, und so beschloss ich am 12. März 2010, ein Jahr lang jede Woche irgendwohin zu gehen, mit andern Worten, einen Spaziergang zu machen. Über alle Spaziergänge habe ich etwas geschrieben. Hier sind sie.

Franz Hohler spaziert durch die Welt. Mal bewegt er sich im eigenen Quartier, dann wieder verlässt er sein Heim durchs Gartentor und durchquert die Stadt, um andere Kreise zu besuchen. Ab und an fährt er mit dem Zug in die nahe Umgebung, um die zu erkunden oder aber spaziert in fernen Ländern. Jede Woche entsteht so ein kleiner Text zum Spaziergang. Der Leser wird an der Hand genommen, sieht Mövenschwärme am Himmel und Plakate an Wänden. Er ist Zeuge von Gesprächen und freut sich an Bäumen, die da stehen.

Wir sind noch etwas zu früh für die volle Blüte der Bäume. Dennoch stehen schon einige am Wegesrand wie die Vorgruppe des grossen Konzerts und zeigen uns, wozu ihre zweige imstande sind.

HohlerSpaziergängeEs gelingt Franz Hohler, seine Spaziergänge durch wunderbare Sprachbilder und den Blick für die kleinen Details nicht nur lesbar, sondern auch erfahrbar zu machen. Entstanden sind so 52 kurze Texte gespickt mit Erinnerungen des Autors an Kindertage, aktuellen Momentaufnahmen und scharfsinnigen Kommentaren und Gedanken, die nicht selten ein Augenzwinkern mit im Gepäck haben . Nach der Lektüre dieses Buches wird man die Welt beim nächsten Spaziergang mit anderen Augen betrachten. Am liebsten würde man gleich die Schuhe binden und losgehen.

Fazit:
Ein wunderbares Buch voller Sprachbilder und Witz, das Lust auf eigene Spaziergänge macht. Absolute Leseempfehlung!

Zum Autor und zur Übersetzerin
Franz Hohler wurde 1943 in Biel, Schweiz, geboren, er lebt heute in Zürich und gilt als einer der bedeutendsten Erzähler seines Landes. Hohler ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, zuletzt mit dem Alice-Salomon-Preis und den Johann-Peter-Hebel-Preis. Sein Werk erscheint seit über vierzig Jahren im Luchterhand Verlag.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch:160 Seiten
Verlag: btb Verlag (9. Dezember 2013)
ISBN-Nr.: 978-3442746828
Preis: EUR 8.99 / CHF 13.90
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Mit sieben erlebte ich meinen ersten literarischen Erfolg. […] Mit vier armen Reimen war ich zum Dichter der Familie geworden. Mit acht hatte ich nichts mehr zu schreiben.

DelacourtDer siebenjährige Edouard schreibt ein kleines Gedicht und wird von seiner Familie hochgelobt – er sei der Dichter in der Familie. Was so erfolgsversprechend beginnt, geht leider nicht so weiter, der Schreibfluss, zumindest der dichterische, versiegt, Werbetexte fliessen stattdessen aus der Feder, und auch sonst nimmt das Leben seinen Lauf: Falsche Frau, zerbrochene Familie und mittendrin Edouard, der immer noch nach dem – wie sein Vater einst sagte – heilenden Schreiben sucht.

Als Ich-Erzählung wird uns hier eine Geschichte fortlaufender Tragödien präsentiert, die in unzusammenhängenden Sätzen daher kommt. Weder werden die Figuren wirklich plastisch, noch stellt sich je ein wirklicher Erzählfluss ein, man hangelt sich als Leser von Moment zu Moment, fühlt sich irgendwie verloren – wohl etwas so verloren, wie sich der Ich-Erzähler selber in seinem Leben fühlt – und der Autor wohl in seinem Schreiben.

Das einzig Zusammenhängende in dem Roman ist der chronologische Ablauf, jedes neue Jahr beginnt mit einer Auflistung aktueller Filme, Bücher oder Musiktitel, was ein wenig Nostalgie aufkommen und selber zurückdenken lässt. Das reicht aber leider nicht, um auch in die Geschichte hineinzufinden – fast schon möchte man sagen: Welche Geschichte. Die wenigen, durchaus humorvollen, pointierten und gut beobachteten Episoden und Momentaufnahmen, die man doch findet, zeigen, dass der Autor es besser könnte, leider hat er es in diesem Buch nicht besser gemacht. Schade, denn der Stoff an sich hätte durchaus mehr Potential gehabt.

Fazit:
Ein sehr enttäuschendes Buch, das aufgrund der unzusammenhängenden Sätze und Absätze, der wenig plastischen Figuren und dem Fehlen eines einnehmenden Plots nicht zu überzeugen vermag.

Zum Autor:
Grégoire Delacourt
Grégoire Delacourt wurde 1960 im nordfranzösischen Valenciennes geboren und lebt mit seiner Familie in Paris. Sein Bestseller Alle meine Wünsche wurde in fünfunddreißig Ländern veröffentlicht. Im Atlantik Verlag erschien von ihm zuletzt Die vier Jahreszeiten des Sommers (2016). Homepage des Autors: HIER

Tobias Scheffel, geboren 1964, lebt in Freiburg/Breisgau. Er hat unter anderem Robert Bober, Fred Vargas ud Georges Perec übersetzt. 2005 wurde er mit dem Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis ausgezeichnet.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: Atlantik Taschenbuch (12. Juli 2017)
Übersetzer: Tobias Scheffel
ISBN-Nr: 978-3455404685
Preis: EUR 20; CHF 28.90

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