Kreativität erschafft. Creare, schaffen. Etwas zu erschaffen heisst aber nicht, dass vorher nicht schon etwas da ist. Schliesslich leben wir nicht im luftleeren Raum, sind selten die Ersten irgendwo.
Peter Jenny bringt mit „Kreative Interventionen“ bereits das zehnte Buch in seiner Reihe „Schule des Sehens“ auf den Markt. Die Botschaft lautet: Nichts ist je fertig, nichts beginnt je bei null. Er will anregen, weiterzudenken, will anregen, zu erforschen. Nicht einfach bei der Wahrnehmung stehen bleiben, sondern neue Wege gehen. Eigene Visionen entwickeln, eigene Botschaften verkünden aufbauend auf dem, was da ist.
Peter Jenny plädiert für Neugier und Motivation, zu lernen. Er wendet sich an Autodidakten, die selber die Bildwelt erkunden wollen, ohne Lehrer, ohne vorgefertigte Meinungen, sondern mit offenem Blick.
Den Blick auf Altbekanntes wagen, mit der Absicht, Unbekanntes dabei zu entdecken, ist ein wichtiger Ansporn…
Schon bestehende Bilder zu übermalen oder überkritzeln sei, so Jenny, schon immer gemacht worden. Es zeuge nicht von Respektlosigkeit, sondern vom Weiterdenken und auch oft von Humor. Er fordert darum auf, schon Bestehendes genau anzusehen, darin Neues zu entdecken und diesem Ausdruck zu geben.
Das Geniale ist ja, dass wir nicht immer alles selbst erfinden müssen, um unseren Einfallsreichtum anzustacheln. Auch das bereits Gedachte ist Kreditwürdig für Neues.
Auch in diesem Buch setzt sich Peter Jenny wieder ein für den Mut. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Es gibt nur einen Weg des Ausdrucks, den man für sich finden kann. Dabei helfen ein offener Blick und die Bereitschaft, drauflos zu kritzeln. Wir sind alle (an)schauende Wesen, Bilder sind Tag und Nacht präsent. Peter Jenny möchte dazu einladen, mit den Bildern zu spielen, neue Welten zu entdecken, indem man alte erkundet, anschaut, weiterentwickelt, Neues kreiert.
Wie sagte schon Schiller:
Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.
Mit seinem Buch „Kreative Interventionen“ liefert er einen wunderbaren Spielplatz. verschiedene Übungen laden dazu ein, die eigene Kreativität zu leben, Zusammenhänge zu finden, die vorher so nicht da waren, Neues in bereits Bestehendes zu zeichnen.
Fazit
Ein wunderbar lebendiges Buch, ein wunderbar anregendes Buch, eine Spielwiese für alle die, welche sich und der Welt wieder neu und kreativ begegnen wollen, ausgerüstet mit Stift und Papier. Absolut empfehlenswert.
Der Autor
Peter Jenny hat in 30 Jahren als Professor an der renommierten ETH Zürich Generationen von Gestaltern geprägt. Seine »Schule des Sehens« ist die ideale Grundlage gestalterischer Tätigkeit und künstlerischer Aktivität und umfasst inzwischen 10 handliche Büchlein, die weltweit auf begeisterte Resonanz treffen.
Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: Verlag Hermann Schmidt (24. September 2019)
ISBN: 978-3874399357
Preis: EUR: 12.80 ; CHF 19.90
Zu kaufen in jeder Buchhandlung vor Ort oder online u. a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

Urban Sketching ist ein Trend, der sich in den letzten Jahren etabliert hat und immer mehr anzieht. Oft steht man aber vor dem Problem, wie eine Situation erfassen, die einen mit vielen Details zu überfordern droht. Auch die Zeit ist ab und an knapp – kriegt man es trotzdem hin, eine Skizze ins Sketchbook zu machen?
Die Kunst des Weglassens ist eine sehr gelungene Anleitung, wie man auch bei knapper Zeit etwas Schönes aufs Papier bringen kann. Dabei ist immer auch wichtig, so der Autor, nicht das Meisterwerk anzustreben, sondern eine Skizze, die das Wichtige an einem Augenblick festhält und auch später beim erneuten Betrachten Erinnerungen zurückbringt.
Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
Es gibt eigentlich keine Regeln, was in ein Skizzenbuch gehört, das kann von der Tasse Kaffee vor einem über einzelne Bäume und Blumen bis hin zu ganzen Landschaften alles sein. Es muss auch nicht beim Zeichnen bleiben, ergänzende Notizen können dazu beitragen, beim Wiederbetrachten den gezeichneten Moment noch genauer wieder vor Augen zu führen.
Das Festhalten eines Augenblicks ist immer subjektiv. Man entscheidet sich als Zeichner dafür, was man zeichnet und was man weglässt, sowie auch für die Art der Zeichnung. Piotr Sonnewend widmet sich in diesem Buch dem Monochromen Zeichnen. Er führt ein in die verschiedenen Papiere, die zum Zeichnen geeignet sind und wie man damit die Welt darstellen kann. Auch stellt er das geeignete Zeichenmaterial vor, indem er bei jedem aufzeigt, wie man damit arbeitet und wozu es am besten eingesetzt wird. Auch dem zeichnerischen Konzept und der Komposition widmet er sich, um aufzuzeigen, wie solche Vorüberlegungen das fertige Bild beeinflussen können.
Für viele stellt das Zeichnen von Menschen eine grosse Herausforderung dar. Sogar Menschen, die sonst gerne zeichnen, schrecken anfangs oft davor zurück. Eigentlich schad, denn es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, sich dem Modell Mensch anzunehmen. Das vorliegende Buch zeigt einige davon und will dazu anregen, sich inspirieren zu lassen und auszuprobieren.













