Ich erinnere mich… an ein Kinderbuch

Ich bin kein Mensch, der gross Erinnerungen nachhängt oder oft von früher erzählt. Ich bin wohl mehr der Vergesser und Verdränger. In letzter Zeit stiess ich immer wieder über das Erinnern. Wenn ich so zurückdenke, war es sogar schon früher präsent, indem ich mich Erinnerungen und Zeugnissen von anderen Menschen befasste – aber nie mit den eigenen. Das möchte ich nun ändern. Ich möchte mein Leben in erinnerte Geschichten packen. Ich möchte sehen, wo überall Erinnerungen versteckt sind und darauf warten, ans Licht geholt zu werden. Hier meine erste, der weitere folgen werden.

Heile Welten

Ich erinnere mich, wie ich auf dem Bett liege und lese, mal wieder, mein Lieblingsbuch. Ich kann mich nicht erinnern, wie oft ich es schon gelesen habe. Ich weiss nicht mal mehr, von wem ich es geschenkt gekriegt habe. Zwei Bände sind es. Ich bin sicher, dass ich gleich beide ausgepackt habe, eines der Bücher öffnete und die Nase reinsteckte. Das mache ich mit allen neuen Büchern so, noch bevor ich überhaupt einen Buchstaben lese. Ich liebe diesen Geruch.

Als ich die Bücher nun erneut lesen wollte, ich weiss nicht mal mehr, wie sie mir nach so langer Zeit wieder in den Sinn gekommen waren, fand ich sie nicht mehr. Hatte ich sie weggegeben? Oder gar fortgeworfen? Beides erschien mir fragwürdig. Ich konnte mich nicht erinnern, nur eines war mir klar: Ich wollte sie wieder haben.

Es schien aussichtslos. In der ersten Buchhandlung wurde ich damit abgespeist, dass man die Bücher weder kenne noch irgendwo finde. In der zweiten hiess es, die Bücher seien vergriffen und leider nicht mehr erhältlich. Wieso ich danach noch in eine dritte Buchhandlung ging, wusste ich nicht. Eigentlich hätte es dafür keinen Grund gegeben. Und doch lief ich hinein und war mehr als erfreut, als diese sogar ein Exemplar des von mir so gewünschten Buches auftreiben konnten.

„Die Turnachkinder“ – Ein Band spielte im Sommer, einer im Winter. Erzählt wurde die Geschichte einer Familie, erzählt wurde mitten aus dem Leben. Man las von Kindern, die spielten und lachten und gemeinsam Dinge erlebten. Einmal im Sommerwohnsitz, einmal im Winterhaus. Und obwohl ich das Buch schon so oft gelesen hatte, war das alles, was ich noch wusste. Ausser einem:

Jedes Mal beim Lesen fühlte ich mich wohl und irgendwie in eine heile Welt versetzt. Vielleicht konnte ich diese gerade jetzt gut brauchen. Vielleicht wollte ich die Bücher aus dem Grund so dringend wieder lesen, weil ich wieder in diese Welt eintauchen wollte, die mir selber gerade abhanden gekommen schien.

Und noch etwas passierter jedes Mal beim Lesen: Ich kriegte Lust, mit meiner Puppenstube zu spielen. Oft sprang ich schon während des Lesens auf, holte mein Puppenhaus hervor und begann, es einzurichten. Eigentlich was das überhaupt alles, was ich damit machte. Ich richtete es nur ein. Das gefiel mir daran

Mein Puppenhaus war ein zweistöckiges Haus. Unten gab es eine Küche, ein Wohnzimmer und ein Klo. Von da führte ganz hinten eine schmale Treppe mit einem weissen, verschnörkelten Treppengeländer in den oberen Stock. Dort befanden sich ein Badezimmer, ein Schlaf- und ein Kinderzimmer. Sogar Licht gab es in dem Haus. Kleine Lampen liessen sich an Steckdosen anschliessen und wenn man den Schalter drückte leuchteten sie. Immer, wenn ich es eingerichtet hatte, freute ich mich auf die Nacht, um es dann im hellen Glanz erstrahlen zu lassen. Es war wunderschön.

Das mit der Puppenstube würde mir dieses Mal nicht passieren. Eigentlich war ich ja schon zu alt für die Bücher, für die Puppenstube war ich es aber definitiv. Zudem stand diese schon längst im Keller. Wie ein Zeichen dafür, dass die Kindheit nun vorbei war, eine neue Phase begonnen hatte.

Langsam tauchte ich wieder in die Geschichte ein. Und schon nach kurzer Zeit war des da, das Gefühl des Vertrauten, das Gefühl dieser unbeschwerten Welt des Spielens, des Lachens. Und ich war mittendrin. Ich sog das Buch förmlich in mich hinein, streckte dann und wann wieder die Nase hinein, was irgendwie etwas Tröstliches und auch etwas von Nach-Hause-Kommen hatte. Und dann schlich er sich langsam ein, ganz schleichend, fast schon zögerlich: Der Gedanke, dass es schön wäre, mein Puppenhaus wieder einzurichten. Ich schob ihn zur Seite, sagte mir, ich sei nun wirklich zu alt dafür und das sei Kinderkram.

Als mich dieser Gedanke aber nicht los liess, stieg ich in den Keller hinunter. Ich wollte nur schaue, ob das Haus noch da war. Da stand es. Etwas verstaubt zwar, aber ansonsten tadellos, die Möbel dazu waren gut verpackt. Ganz hinten im Keller thronte das Haus auf Kisten mit anderen Zeugen meiner Kindheit und schaute mich an. Eigentlich war es ja nichts Schlimmes, ein Puppenhaus einzurichten, sagte ich mir. Hatte ich nicht gerade kürzlich mein Zimmer umgestellt, weil ich überzeugt war, dass es auf eine andere Weise besser aussähe? Und ich fühlte mich danach wirklich zufrieden und wohl und glücklich. So ein Puppenhaus war quasi ein Übungsplatz. Ich konnte ja nicht ständig mein Zimmer neu einrichten.

Unter den verwunderten Blicken meiner Eltern holte ich die Puppenstube wieder aus dem Keller und stellte sie in meinem Zimmer auf die Kommode. Nun konnte es losgehen. ich schob kleine Tische hin und her, platzierte Stühle, hängte Bilder an die Wände, suchte den geeigneten Platz für Sofa und Kommoden und dekorierte alles mit kleinen Blumenvasen. Als ich fertig war, brach der Abend an, es dunkelte schon ein. Ich schaltete das Licht im kleinen Haus an und der ganze Zauber war wieder da. Zufrieden legte ich mich aufs Bett und las weiter.

Schön, dass gewisse Dinge sich nicht änderten.

Rezension: Torben Kuhlmann – Maulwurfstadt

Der Preis des Fortschritts

KuhlmannMaulwurfstadtAuf einer wunderschönen grünen Wiese ist ein Maulwurfhügel. Darunter wohnt ein Maulwurf in Frieden – allerdings nicht lange allein. Schon bald kommen weitere Maulwürfe, sie bauen neue Hügel auf der Wiese und unter der Erde ganze Städte. Und je mehr Zeit ins Land geht, desto weiter wird die Untergrundwelt ausgebaut. Aus der Idylle – oben wie unten – ist eine turbulente, lärmende und dicht besiedelte Welt geworden.

Torben Kuhlmann braucht nicht viele Worte, um die Geschichte zu erzählen, er lässt Bilder sprechen – und die sprechen nicht nur eine deutliche Sprache, sie bestechen durch ihre Farbwahl, ihren Ausdruck, ihre Sprache. Torben Kuhlmann ist es gelungen, sowohl in Farbe, Gesamtgestaltung wie auch Ausarbeitung jedes einzelnen Bildes die Stimmung der Geschichte einzufangen.

Maulwurfstadt ist ein Bilderbuch, das man gerne anschaut, bei dem man immer wieder neue Details entdeckt – gross und klein werden begeistert sein. Dass dabei ganz nebenbei noch sinnbildlich die Geschichte der Menschheit und die Besiedlung des Erdballs aufgegriffen werden, ist ein zusätzliches Plus. Torben Kuhlmanns Erzählkraft gelingt es auf schöne Weise, aufzuzeigen, dass Fortschritt nicht nur immer positive Effekte hat, sondern durchaus auch Dinge mit sich bringen kann, die man sich so nicht wünschte – und vielleicht auch gar nicht vorstellte am Anfang. Eine wunderbare Gesprächsgrundlage beim Anschauen des Buches.

Fazit:
Ein wunderbares Buch mit aussagekräftigen Bildern und einer Geschichte, die schön anzuschauen und zu erzählen ist sowie zu weiteren Überlegungen anregt. Sehr empfehlenswert – für gross und klein.

Zum Autor
Torben Kuhlmann
Torben Kuhlmann studierte Illustration und Kommunikationsdesign an der HAW Hamburg mit Schwerpunkt Buchillustration. Im Juni 2012 schloss er sein Studium mit dem Kinderbuch Lindbergh – Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus ab. Maulwurfstadt ist Kuhlmanns zweites Bilderbuch bei NordSüd.

Angaben zum Buch:
KuhlmannMaulwurfstadtGebundene Ausgabe: 32 Seiten
Verlag: NordSüd Verlag (20. Januar 2015)
Empfohlenes Alter: 5 – 7 Jahre
ISBN-Nr.: 978-3314102745
Preis: EUR 14.99 / CHF 21.90

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E.T.A. Hoffmann, Lisbeth Zwerger: Der Nussknacker

ZwergerNussknackerHeilig Abend steht vor der Tür, die Kinder sind voller Erwartungen, was für sie auf dem Gabentisch liegt. Sie werden nicht enttäuscht; Bilderbbücher, Süssigkeiten und Spielzeug warten auf sie. Plötzlich entdeckt Marie einen kleinen Mann mit grossem Kopf und kleinem Körper: Ein Nussknacker. Weil er Marie so gut gefällt, darf sie ihn behalten. Bis alle ins Bett gehen, hat der arme Nussknacker allerdings alle Zähne verloren vom vielen Knacken der Nüsse. Marie will ihn drum besonders weich betten, damit er sich erholen kann.

Die Nacht bricht ein und plötzlich regt sich was, es wispert und flüstert und raschelt. bald sieht sich Marie umgeben von einem Mäuseheer, angeführt vom siebenköpfigen Mausekönig. Der Nussknacker ruft die anderen im Zimmer zu Hilfe – die Mäuse müssen bekämpft werden.

Am nächsten Morgen ist Marie krank. War alles nur ein Fiebertraum? Steckt doch mehr dahinter? Ein wunderbares Märchen für Gross und Klein!

E.T.A. Hoffmann erfand die Geschichte vom Nussknacker ursprünglich für die Tochter eines Freundes: Marie Hitzig. Realität und Phantasie gehen eine wunderbare Verbindung ein, indem Marie, selber mit einer reichen Phantasie ausgestattet, zur Protagonistin eines Märchens wird, das voller Magie ist, dabei aber auch immer eine Spur Witz mit sich trägt.

Lisbeth Zwerger hat die Geschichte mit ihren Illustrationen grossartig eingefangen. Mit klaren Linien, einer gedämpften Farbpalette und dem feinen Sinn für die Details entwickeln sich ihre Bilderwelten. Man kann sich nicht satt sehen an den Zeichnungen, die viel mehr sind als blosse Wiedergabe des Textes, sondern immer tiefer gehen.

Fazit:
E.T.A. Hoffmanns wunderbare Geschichte wurde gekonnt gekürzt und grossartig illustriert – ein Genuss für alle Sinne, für Gross und Klein. Sehr empfehlenswert.

Der Autor und die Mitwirkenden
E.T. A. Hoffmann kam am 24. Januar 1776 als Sohn eines Hofgerichtsadvokaten in Königsberg zur Welt. Der Jurist und Richter war ein künstlerisches Multitalent: Er arbeitete unter anderem als Komponist und Kapellmeister, Zeichner und Literat. Hoffmann starb am 25. Juni 1822 an einer schweren Krankheit in Berlin. Er hat mit seinen tiefenpsychologisch geprägten Erzählungen der deutschen Romantik Weltgeltung verschafft.

Susanne Koppe studierte Germanistik, Pädagogik und Psychologie in München sowie Children’s Literature am Simmons College in Boston. Sie leitet eine Agentur für Autoren und Illustratoren. Susanne Koppe lebt und arbeitet in Hamburg und Wien.

Lisbeth Zwerger, geboren 1954 in Wien. Sie gewann mit ihren zahlreichen Werken unter anderem zweimal den Goldenen Apfel der Internationalen Biennale für Illustration in Bratislava und dreimal den Preis der ‚New York Times‘ für die zehn bestillustrierten Bücher. Für ihr Lebenswerk wurde sie mit dem H. C. Andersen Preis ausgezeichnet, der als Nobelpreis der Kinder- und Jugendliteratur bezeichnet wird.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 40 Seiten
Verlag: NordSüd Verlag (26. September 2016)
Empfohlenes Alter: 4 – 6 Jahre
ISBN-Nr.: 978-3-314-10413-8
Preis: EUR 16.99 / CHF 23.90
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Hans de Beer: Kleiner Eisbär

Lars und die verwundenen Fische

DeBeerLarsAls der kleine Eisbär Lars eines Morgens die Nase aus der Winterhöhle steckt, merkt er, dass es warm ist. Sein Vater schimpft auch gleich los, er schimpft über die Wärme und über die Schiffe, die immer mehr Menschen in die Gegend bringen – ein Teufelskreis, denn die machen das Klima und damit die Heimat der Eisbären kaputt.

Lars will dem Ganzen auf den Grund gehen und zieht los. Je weiter er kommt, desto mehr sieht er von den negativen Veränderungen. Unterwegs trifft er auf einen kleinen Seehund und einen Vogel. Gemeinsam überlegen sie, wie sie diese Veränderungen durch die Menschen verhindern können. Ob es ihnen gelingen wird?

Hans de Beer hat mit dem kleinen Eisbären Lars eine Figur erfunden, die schon viele Kinderherzen erobert hat. Die vorliegende Geschichte greift ein ernstes Thema auf, schafft es aber, ohne Moralismus und erhobenen Zeigefinger auszukommen, sondern einfach zu erzählen, was ist.

Ein wunderbares Buch über das Miteinander und die Möglichkeit, gemeinsam stark zu sein und etwas zu bewirken. Die Zeichnungen sind wunderschön, die Figuren niedlich und herzerwärmend. Ein Buch, das schöne Momente und gute Gefühle mit sich bringt!

Fazit:

Ein schönes Buch mit einem liebenswerten Helden und wunderbaren Zeichnungen. Sehr empfehlenswert.

Der Autor und Illustrator
Hans de Beer
Hans de Beer, geboren 1957 in Muiden in der Nähe von Amsterdam. Nach einem kurzen Geschichtsstudium ließ sich Hans de Beer an der Kunstschule Rietveld Art Academy in Amsterdam ausbilden. Seine Examensarbeit über den kleinen Eisbären Lars bescherte de Beer 1987 weltweiten Erfolg. Seit seinem Abschluss 1984 arbeitet Hans de Beer als freier Illustrator. Er lebt mit seiner Lebenspartnerin, einer italienischen Illustratorin, in Amsterdam und in der Nähe von Florenz.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 32 Seiten
Verlag: NordSüd Verlag (September 2017)
Empfohlenes Alter: 4 – 6 Jahre
ISBN-Nr.: 978-3-314-10413-8
Preis: EUR 13.99 / CHF 21.90
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Rudyard Kipling, Aljoscha Blau: Das Dschungelbuch (Rezension)

Die Mowgli-Geschichten

Ruft Chil der Greif: Die Nacht ist reif!
Trägt Mang sie auf Fledermausflügeln.
Im Stall geborgen sind die Herden bis morgen,
doch uns vermag keiner zu zügeln.
Denn die Stunden der Nacht
sind die Stunden der Macht
für Reisszahn, Klaue und Pfote.
Glück auf nun zur Jagd, bis es dämmert und tagt!
Und achtet des Dschungels Gebote!
(Nachtgesang im Dschungel)

Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Mowgli, des Findelkindes, das bei wilden Tieren im indischen Dschungel aufwächst. In einer Reihe von Erzählungen sieht man die Entwicklung von Mowgli vom kleinen hilflosen Kind hin zum verspielten Jungen und schliesslich zum Herrn über die Tierwelt.

Das hier vorliegende Buch fasst die bekanntesten dieser Erzählungen zusammen. Mit Mowgli erlebt man die verschiedensten Abenteuer, immer mit dabei sind auch der Panther Bagheera als Beschützer und der Bär Baloo, der Mowgli beibringt, was man im Dschungel wissen muss. Es sind Geschichten über die Gefahren des Lebens, aber auch Geschichten über Freundschaft, Respekt und Geborgenheit.

In der letzten Geschichte heisst es dann: Abschied nehmen. Mowgli verlässt den Dschungel und geht in die Zivilisation zurück.

Ein wunderbares Buch, das von Aljoscha Blau neu illustriert wurde. Der schöne Leineneinband sowie das hochwertige Papier machen aus dem Leseerlebnis auch eine Sinnenfreude. Ein Buch, das man gerne immer wieder zur Hand nimmt, drin blättert, über die Seiten fährt, die Bilder bestaunt und liest. Nicht nur als Kind.

Fazit:
Die Geschichten des kleinen Mowgli wunderbar neu illustriert. Absolut empfehlenswert.

Die Mitwirkenden
Rudyard Kipling wurde 1865 in Bombay geboren und ging in England zur Schule. Kipling reiste viel und lebte in Indien, England, Südafrika und in den USA. Er arbeitete als Journalist und schrieb Kurzgeschichten für verschiedene Zeitungen. Als die Dschungelbücher 1894 und 1895 erschienen, war Kipling bereits einer der bekanntesten Schriftsteller Großbritanniens. 1907 erhielt er als erster Brite den Nobelpreis für Literatur.

Aljoscha Blau, 1972 in St. Petersburg geboren, studierte Illustration und Freie Grafik in Hamburg. Er stellte in Europa, Japan, Neuseeland und in den USA aus und hat zahlreiche Bücher illustriert. Gelegentlich unterrichtet er Illustration und Zeichnen an Kunsthochschulen in Dänemark und Deutschland. Der vielfach preisgekrönte Illustrator wurde unter anderem bereits je zweimal mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis und dem Troisdorfer Bilderbuchpreis ausgezeichnet und erhielt 2006 den Bologna Ragazzi Award. Aljoscha Blau lebt heute als freier Künstler in Berlin.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: NordSüd Verlag (17. September 2015)
Übersetzer: Wolf Harranth
ISBN-Nr: 978-3314102929
Preis: EUR 26 / CHF 31.90
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Rezension: Doris Lecher – Spiegel, das Kätzchen

Nach einer Novelle von Gottfried Keller

Der Pakt mit dem Hexenmeister

Vor mehreren hundert Jahren wohnte in Seldwyla eine ältliche Person allein mit einem schönen, putzmunteren und aussergewöhnlich klugen Kätzchen namens Spiegel. […] Das vergnügte, zufriedene zusammenleben nahm aber plötzlich ein trauriges Ende, als Spiegels Herrin unversehens an Altersschwäche starb.

Damit nimmt Spiegels Schicksal seinen Lauf. Ohne Zuhause magert er ab, vor lauter Hunger verliert er fast den Verstand. Nur so ist es zu erklären, dass er sich auf den Hexenmeister Pineiss einlässt und einen fatalen Vertrag eingeht. Nun hilft ihm nur noch eine geschickte Fügung – oder aber der wiederkehrende Verstand, aus dieser Lage wieder herauszukommen.

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“Spiegel, das Kätzchen” @ NordSüd Verlag

Nach einer Novelle von Gottfried Keller hat Doris Lecher die Geschichte um Spiegel, das Kätzchen neu erzählt (dabei etwas gekürzt) und mit wunderbaren Bildern illustriert. Um dem Stoff gerecht zu werden, hat sie auf ihre sonst bevorzugte Technik, das Aquarellieren, verzichtet und sich für den Kupferdruck entschieden. Eine gute Wahl, denn entstanden ist ein wunderbares Buch für Kinder und Erwachsene.

Doris Lecher ist es gelungen, mit ihren Bildern die Stimmung der Geschichte einzufangen. Durch ihre liebevollen Zeichnungen, die mit vielen Details und wunderbaren Farben aufwarten, wird aus Gottfried Kellers Novelle ein Lesevergnügen mit viel Freude beim Anschauen, Staunen und immer wieder Neues entdecken.

Fazit:
Ein wunderbar illustriertes Buch für Kinder und Erwachsene. Absolut empfehlenswert.

Das Interview mit der Illustratorin findet sich hier

Zum Buch gibt es auch einen wunderbaren Buchtrailer

Autor/Illustrator
Doris Lecher

Doris Lecher, geboren 1962 in Zürich, hat Illustration an der Parsons School of Design in New York studiert. Seither schreibt und malt sie für Kinder. Mit Ich will Wurst gewann sie 1997 dem Schweizer Bilderbuchpreis. Ihre Schneckengeschichte ein neues Haus für Charlie hat als Longseller schon viele Kinderherzen erobert. Doris Lecher liebt Kinder, Katzen, Eulen, Kellers Novellen – und vieles mehr.

Gottfried Keller
Gottfried Keller wurde am 19. Juli 1819 in Zürich geboren. Nachdem er sich an der Kunstakademie in München zum Maler ausbilden liess, reiste er zurück nach Zürich und fing wegen dem ausbleibenden Erfolg als Maler zu schreiben an. Er schrieb Werke wie Der grosse Heinrich und die Novellensammlung Die Leute aus Seldwyla, Teil welcher Spiegel das Kätzchen ist. Gottfried Keller starb am 15. Juli 1890 in Zürich.

Angaben zum Buch:
LecherSpiegelGebundene Ausgabe: 40 Seiten
Verlag: NordSüd Verlag (1. Mai 2015)
ISBN-Nr: 978-3314102875
Preis: EUR 16.90 / CHF 23.90

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Rezension: Hans de Beer – Gustav ganz gross

Einmal gross sein

Der kleine Dackel Gustav hat genug davon, alles nur von unten zu sehen. Einmal möchte er auch gross sein und die Dinge von oben betrachten. Als alles nichts hilft, erhält er von einem Freund den Tipp, auf die Stadtbrücke zu gehen, da er von dort einen weiten Blick über die ganze Stadt hat. Gustav zieht los durch die Stadt. Was ihn wohl erwartet?

Hans de Beer hat schon den kleinen Eisbären Lars erfunden und damit viele Kinderherzen erobert. Mit Gustav wird ihm das genauso gelingen. Der kleine Dackel mit dem roten Pullover ist süss gezeichnet und wer könnte sein Anliegen besser verstehen als ein kleiner Mensch?

Ein wunderbares Buch über das Kleinsein, über Freundschaft, Abenteuer und Geborgenheit. Untermalt wird die Geschichte mit grossformatigen Zeichnungen, die mit viel Liebe fürs Detail gezeichnet wurden. Die Figuren wirken alle freundlich und lieblich. Ein Buch, das schöne Momente und gute Gefühle mit sich bringt!

Fazit:
Ein schönes Buch mit einem liebenswerten Helden und wunderbaren Zeichnungen. Sehr empfehlenswert.

Der Autor und Illustrator
Hans de Beer
Hans de Beer, geboren 1957 in Muiden in der Nähe von Amsterdam. Nach einem kurzen Geschichtsstudium ließ sich Hans de Beer an der Kunstschule Rietveld Art Academy in Amsterdam ausbilden. Seine Examensarbeit über den kleinen Eisbären Lars bescherte de Beer 1987 weltweiten Erfolg. Seit seinem Abschluss 1984 arbeitet Hans de Beer als freier Illustrator. Er lebt mit seiner Lebenspartnerin, einer italienischen Illustratorin, in Amsterdam und in der Nähe von Florenz.

Angaben zum Buch:
DeBeerGustavGebundene Ausgabe: 32 Seiten
Verlag: NordSüd Verlag (20. August 2015)
Empfohlenes Alter: 4 – 6 Jahre
ISBN-Nr.: 978-3314103100
Preis: EUR 13.99 / CHF 19.90

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Rezension: Max Velthuijs – Klein Männchen und das Glück

Vom Glück und guten Freunden

Zufrieden wohnt klein Männchen in einer Schuhschachtel, bis ein starker Regen diese aufweicht. Klein Männchen muss dringend eine neue Bleibe finden.

Klein Männchen findet ein vierblättriges Kleeblatt und ist sich sicher: Das bringt Glück. Was auch passiert, Klein Männchen hält an dieser Sicht fest.

Papa Hase ist verschollen. Klein Männchen will bei der Suche helfen und schon bald ist eine ganze Schar dabei, den Verschwundenen zu suchen.

Diese drei herzerwärmenden Geschichten sind voll von positiven Gefühlen, von Freundschaft, Freude, Glück und Hilfsbereitschaft. Illustriert werden sie mit fröhlichen Bildern, die Max Velthuijs auf einfache Formen und klare, leuchtende Farben reduziert hat. Die Illustrationen tragen so viel dazu bei, die Stimmung der Geschichten zu veranschaulichen und den Inhalt mitzuerzählen.

Das Buch garantiert schöne Momente und positive Gefühle beim Lesen, Vorlesen und Anschauen.

Fazit:
Ein wunderbares Buch mit drei herzerwärmenden Geschichten und fröhlichen Zeichnungen. Sehr empfehlenswert.

Der Autor und Illustrator
Max Velthuijs
Max Velthuijs, 1923 in Den Haag geboren, studierte an der Akademie der bildenden Künste in Arnheim. Er arbeitete als Grafiker, Karikaturist, Designer und Bilderbuchkünstler und erhielt zahlreiche bedeutende Preise, darunter den Hans-Christian-Andersen-Preis im Jahr 2004. Seine wohl bekanntesten Bilderbuchfiguren sind der Frosch und seine Freunde. Max Velthuijs ist 2005 im Alter von 81 Jahren verstorben.

Angaben zum Buch:
VeltjuijsMännchenGebundene Ausgabe: 96 Seiten
Verlag: NordSüd Verlag (17. Juli 2015)
Empfohlenes Alter: 4 – 6 Jahre
ISBN-Nr.: 978-3314103032
Preis: EUR 18.99 / CHF 25.90

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Rezension: Erwin Moser – Boris der Kater. Der Goldfisch

Alles hat immer etwas Gutes

MoserBorisGoldfischWie aus einer Erdbeere ein Glas Honig wird, wozu ein Tisch alles dienen kann und dass auch aus Mischgeschicken etwas Gutes entstehen kann: All das erlebt man in diesem Kinderbuch um Kater Boris. In kurzweiligen Geschichten, die alle eine kleine Moral in sich tragen, dabei aber nie zu belehrend wirken, erlebt der Leser (und Zuhörer) dieses Buchs die Welt des Katers Boris.

Illustriert sind die Geschichten mit wunderbar farbigen, fröhlichen Bildern, die mit Federstrichen und Farbe einfach gehalten, dabei aber sehr lebendig und ausdrucksstark sind.

Das Buch garantiert schöne Momente beim Lesen, Vorlesen und Anschauen.

Fazit:
Ein wunderbares Buch mit kurzweiligen Geschichten und fröhlichen Zeichnungen. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor
Erwin Moser
Erwin Moser wurde 1954 in Wien geboren und wuchs im Burgenland auf. Er absolvierte eine Ausbildung zum Schriftsetzer. Aus Unzufriedenheit mit der vorhandenen Kinder und Jugendliteratur begann Erwin Moser ab Ende der Siebzigerjahre eigene Geschichten zu erzählen und zu illustrieren. Seit 1980 sind über 100 Bücher, Geschenkbücher, Kalender und Sammlungen mit Geschichten erschienen, für die er oftmals ausgezeichnet wurde.

Angaben zum Buch:
MoserBorisGoldfischGebundene Ausgabe: 64 Seiten
Verlag: NordSüd Verlag (20. Februar 2015)
Empfohlenes Alter: ab 4 Jahren
ISBN-Nr.: 978-3314101977
Preis: EUR 12.99 / CHF 18.90

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