„Kommt, reden wir zusammen
wer redet, ist nicht tot,
es züngeln doch die Flammen
schon sehr um unsere Not.“
Ich hebe mein Glas auf Gottfried Benn, er würde heute 138 Jahre alt.
„Es ist kein Leben dies tägliche Schmieren u. Spritzen u. Quacksalbern u. abends so müde sein, dass man heulen könnte. […] Sinnlosigkeit des Daseins in Reinkultur und Aussichtslosigkeit der privaten Existenz in Konzentration.“
Es klingt nicht so, als ob Gottfried Benn gerne Arzt gewesen wäre. Mehr Freude bereiteten ihm seine erotischen Abenteuer, von denen er trotz nicht weniger Abweichungen vom Bild eines Adonis zahlreiche genoss, und sein Schreiben. Für dieses waren seine medizinischen Kenntnisse und Erfahrungen eine wahre Fundgrube, wühlte er doch auch in seinen Gedichten nur zu gerne in den menschlichen Eingeweiden und liess Körperteile und menschliche Absonderlichkeiten zu Poesie werden.
Aber er konnte auch anders:
«Wer allein ist, ist auch im Geheimnis,
immer steht er in der Bilder Flut,
ihrer Zeugung, ihrer Keimnis,
selbst die Schatten tragen ihre Glut.»
Habt einen schönen Tag!
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HIER ein älterer Beitrag zu Gottfried Benn.