100 Flüchtlinge haben bei Zalando gewildert. Sie haben auf Rechnung bestellt und nie bezahlt. Gross prangt die Schlagzeile in der ach so gerne plakativ schreibenden Zeitung der Nation. Über ein Jahr lang habe Zalando Waren für über 100’000 Euro geliefert, ohne dass je eine Rechnung beglichen wurde.

Das ist natürlich Öl ins Feuer aller Flüchtlingsgegner. Da haben sie den Beweis: Flüchtlinge sind Schmarotzer, sind kriminell, sind einfach nur schlimm. Super. Beweis erbracht. Schauen wir alles mal genauer an. 100 Flüchtlinge sind es, die so handelten. Wären 100 Flüchtlinge nach Deutschland gekommen, wäre wohl kaum die Rede von einer Flüchtlingskrise. Die Rede war von 6-stelligen Zahlen an Flüchtlingen, die teilweise nur mal übers Wochenende nach München kamen. In welcher Relation als stehen da 100 Flüchtlinge?

Ich will nicht in Abrede stellen, dass nicht nur die ehrlichen, lieben, tollen, wunderbaren Menschen hierher fliehen. Alle, die irgendwie können (und wollen), werden versuchen, dem Schrecken zu entkommen, den sie in ihrem Heimatland aktuell erdulden müssen. Vielleicht ist die Wahrscheinlichkeit, dass solche mit mehr Ellenbogen etwas eher fliehen, weil sie mehr Mittel und Wege finden (das nur eine Annahme, mit keiner Statistik belegt) etwas grösser, im Grundsatz wird aber die Verteilung von gut und böse etwa gleich sein wie in unserer Gesellschaft hier vor Ort auch. Ich hätte gerne die Zahl derer, die hier leben und ihre Rechnung bei Zalando auch nicht zahlen. Und dann wüsste ich gerne, wieso Zalando an eine Adresse liefert – ein Jahr lang – , von der noch nie eine Rechnung bezahlt wurde.

Zalando ist mir relativ egal, was mich immer wieder nervt, sind nackte Zahlen und es sind auch Statistiken. Ich mag sie nicht. Statistiken gaukeln Objektivität vor, sind aber nur ein Resultat einer (oft) willkürlich gewählten Selektion. Klar, es gibt Parameter, die eine Statistik als aussagekräftig qualifizieren. Nur: Was hilft es mir, wenn ich an Krebs sterbe, obwohl die Statistik sagt, 75% überleben meine Art von Krebs? Ich hatte vielleicht vorher ein bisschen mehr Hoffnung, als wenn die Aussicht auf Überleben bei 25% gewesen wäre. Nur… dann hätte ich ja nun doppelt verloren.

Ich gehe noch viel weiter: Statistiken helfen, Menschen zu manipulieren. Egal, was man sagen will: Man kann es mit einer Statistik belegen. Wenn man diese auch noch geschickt auswertet, hat man quasi gewonnen. Das Rezept? Man stelle die Frage auf eine Weise, dass das Ergebnis so rauskommt, das es den eigenen Zwecken dient. Dann packe man das Resultat so in Sprache, dass es bei den Lesern die Punkte trifft, die man treffen will, um die Reaktion auszulösen, die einem dient.

Nackte Zahlen sind etwa gleich. Man wirft sie in den Raum und sie sind relativ (!!) hoch. Man rechnet damit, dass Leser direkt auf die Grösse der Zahl anspringen und gar nicht die Relation dahinter prüfen. Und oft klappt das ganz gut.

Drum: 100 Flüchtlinge betrogen Zalando… das klingt nach viel, das lässt Blut kochen, das lässt Wut aufkommen und Widerstand gross werden. Würde man sich schnell besinnen, sich dann an Onkel Einstein erinnern, dann wüsste man: Alles ist relativ. Das gilt auch für statistische Daten und nackte Zahlen.

Viele ganz grosse Künstler haben ihr Leben lang – oder zumindest grosse Teile davon – am Hungertuch genagt. Sie wurden von denen, die bestimmten, was Kunst sei, ignoriert, verlacht, diskriminiert. Und doch gaben sie nie auf. Gaugin starb arm auf Tahiti, Cezanne, wartete lange auf Anerkennung, van Gogh verzweifelte fast. Als sie dann tot waren, schnellten die Preise für ihre Bilder in die Höhe. Plötzlich waren sie gefragt. Plötzlich waren die vorher verkannten Künstler Genies, jeder wollte ein Stück von ihnen haben.

Kürzlich sah ich eine Doku über den Fälscher Wolfgang Beltracchi. Er malte Bilder im Stil bekannter Künstler und gab sie als deren Werke aus. Er verbesserte – dies seine Worte – deren Kunst sogar noch. Dies würden auch die Verkaufszahlen belegen, waren doch einige seiner Bilder die am teuersten gehandelten von Künstlern, unter deren Namen sie liefen. Aufgeflogen ist er wegen chemischer Unstimmigkeiten, nicht wegen künstlerischer Mängel. Die Folge war eine Haftstrafe, die er momentan im freien Vollzug absitzt.

Wo liegt sein Verbrechen? Er hat Bilder gemalt und die unter falschem Namen verkauft. Das ist Betrug. Allerdings scheinen seine Bilder in der Tat besser gewesen zu sein als die der Künstler, unter deren Namen sie liefen. Der Preis aber war nur darum so hoch, weil dieser Name drunter stand. Hätte Beltracchi seine Bilder unter seinem Namen verkauft, hätten sie wohl kaum je diese Phantasiesummen erreicht. Von einer Million war die Rede, die er mal schnell an einem Nachmittag auf die Leinwand bannte.

Was also ist Kunst wert? Ist Kunst in der Tat nur eine Frage von Angebot und Nachfrage? Bemisst sich ihr Wert an der Summe, die sie einbringt? Ist Beltracchi ein Künstler oder nur ein Kopist? Wobei: Er hat nicht konkrete Bilder gefälscht, sondern den Stil. Ist ein Stil geschützt?

Menschen waren gewillt, Millionen für ein Stück meisterlich bemalter Leinwand zu zahlen. Und bevor sie den Preis zahlten, sassen sie sicherlich vor dem Bild und fachsimpelten über den Wert des Bildes und das Können des Künstlers. Daran änderte eigentlich nichts ausser dem kleinen Detail der Signatur und Zuschreibung. Entlarvt das nicht viel mehr als nur den Betrug dessen, der meisterlich malen kann?

Es war einmal ein Fischteich. Neben vielen kleinen Fischen schwamm darin auch ein grosser Hecht. Die kleinen Fische bewunderten ihn, weil er so gross war. Alle buhlten um seine Gunst, jeder dachte, wenn er nur erst im Schlepptau des grossen Hechts sei, wäre er auch etwas Besonderes und nicht bloss ein kleiner Fisch.

Eines Tages schwamm Jakob, ein wunderschöner kleiner blauer Fisch durch den Teich, als der grosse Hecht ihn ansprach. „Jakob, du bist so schön blau, wie bist du so geworden?“ Jakob freut sich über die Aufmerksamkeit und sagt zum grossen Hecht: „Ich habe in einer Teichecke eine blaue Blume gefunden. Immer, wenn ich davon esse, werde ich noch blauer.“ Der grosse Hecht strahlte über alle Backen und fragte Jakob: „Kannst du mir die Blumen zeigen? Ich möchte auch so blau sein. Als Dank dafür nehme ich dich in mein Rudel auf, dann bist du auch einer von den Besonderen.“

Jakob freute sich und nahm den grossen Hecht sogleich mit in die Ecke, wo die blauen Blumen wuchsen. Gierig fing der Hecht zu essen an. Er ass und ass, bis er keinen Bissen mehr runterkriegte. Langsam wechselte seine Farbe ins Blaue. Der Hecht war glücklich und schwamm weg. Jakob rief ihm nach: „Warte auf mich, ich gehöre nun doch zu dir.“ Der Hecht drehte sich um und lachte nur: „Du kleiner Fisch? Wozu würde ich dich jetzt noch brauchen?“

Jakob war traurig. Er war wohl reingelegt worden, weil er zu gutgläubig gewesen war. Wie er so traurig in der Ecke sass, kam sein Freund Klaus angeschwommen. „Was hast du denn, Jakob?“ Jakob erzählte ihm die ganze Geschichte. Klaus schaute ihn an und fing zu lachen an. Jakob wurde böse. „Du willst mein Freund sein? Lachst mich aus, wenn ich leide?“ Klaus hörte sofort auf zu lachen, schaute etwas betreten. Dann sagte er: „Jakob, verstehst du nicht? Du brauchst den grossen Hecht gar nicht, du bist längst etwas Besonderes. Wie wäre er sonst auf dich aufmerksam geworden? Zudem hat der grosse Hecht, seit er so blau ist, keine ruhige Minute mehr, weil alle Fischer hinter ihm her sind.“

Ist Liebe teilbar?

„Geliebte“ – dieses Wort gefällt mir gar nicht. ich bringe es mit dem Getuschel meiner Klassenkameraden in der Grundschule in Verbindung.
Ich habe eine Geliebte, habe ein Verhältnis. Ich bin untreu.
Mehrmals täglich sage ich mir das, um mich selbst davon zu überzeugen. Ich habe das Gefühl, die Gedanken eines anderen zu denken.

Er ist 54, Pariser Anwalt, seit 19 Jahren verheiratet und er hat eine Tochter. Er liebt seine Frau, aber er vermisst Alix, wenn er nicht bei ihr ist. Alix ist 23 Jahre jünger und seine Geliebte seit einem Jahr. Unter der Woche wohnt er bei ihr in Paris, am Wochenende geht er heim zu seiner Frau und seiner Tochter nach Marseille. Er müsste sich entscheiden und stellt sich vor, wie die Dinge liefen, würde er sich entscheiden oder käme seine Frau hinter die Affaire. Er stellt sich vor, wie Alix mit ihm Schluss machen würde oder was passieren könnte, wenn er seine Frau verliesse. Und immer schiebt er die Entscheidung wieder hinaus.

Mit Alix kann ich die Zeit zwar nicht zurückdrehen, aber sie bietet mir, in einer Lebensphase, in der meine Perspektive sich verengt, die Chance, noch mal von vorn anzufangen. […] Es ist toll, sich sagen zu können: Das ist noch drin!

Der namenlose Ich-Erzähler beschreibt sein Leben zwischen zwei Frauen. Er denkt über die Liebe nach, über seine Beziehung zu seiner Familie und der zu Alix. Er spielt in Gedanken die verschiedensten Szenarien durch, um schlussendlich doch alles zu belassen, wie es ist. Er denkt die Gedanken der beiden Frauen, stellt sich ihre Reaktionen auf verschiedene Situationen vor, ohne je eine davon zu erleben. Er lebt zwei Leben, die beide seines sind. Und keines kann er sich vorstellen, zu verlassen. Er liebt seine Frau, er liebt Alix. Weihnachten steht vor der Tür, geplant ist eine Reise mit der Familie nach New York. Eigentlich er geeignete Zeitpunkt, endlich eine Entscheidung zu treffen.

In einer klaren Sprache, ohne grosse Sentimentalität, erzählt Diane Brasseur die Geschichte des Anwalts, der neben seiner Frau eine junge Geliebte hat. Dabei geht es nicht um Schuld, nicht um falsch oder richtig. Es geht um Gefühle, um Entscheidungen, um das Leben, das nicht immer erklärbar ist. Es geht um Entscheidungen, die man trifft, treffen muss und auch getroffen hat – und wie man damit umgeht.

Fazit:
Nachdenklich, dicht, sprachlich und inhaltlich packend. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor
Diane Brasseur
Diane Brasseur, 1980 geboren, ist in Straßburg aufgewachsen und hat einen Teil ihrer Schulzeit in Großbritannien verbracht. Nach ihrem Filmstudium in Paris begann sie, als Script Supervisor zu arbeiten, unter anderem für bekannte Regisseure wie Albert Dupontel und Olivier Marchal. Diane Brasseur lebt in Paris.

Angaben zum Buch:
BrasseurTreueTaschenbuch: 176 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. April 2015)
Übersetzung: Bettina Bach
ISBN-Nr.: 978-3423260695
Preis: EUR 14.90 / CHF 29.90
Zu kaufen in jeder Buchhandlung vor Ort oder online u. a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

 

 

 

Sophie und Otto Bentwood leben eine Ehe, wie sie wohl nicht unüblich ist für ein gutbürgerliches Paar in New York. Er Anwalt, Hauptverdiener, sie Drehbuchautorin und Übersetzerin, allerdings seit einiger Zeit eher lustlos in ihrem Tun, bestreiten sie mehr neben- denn miteinander ihren geordneten Alltag, bis Sophie eines Tages von einer streunenden Katze gebissen wird. Ein eigentlich unbedeutendes Ereignis, das eine Wende einzuläuten scheint.

Plötzlich, ausgezehrt von der nervösen Erregung, die sie für einen Augenblick ihre Müdigkeit und die eintönige Stumpfheit dieses frühen Morgens hatte vergessen lassen, vergrub sie ihr Gesicht am Bettrand. Otto begann etwas apathisch ihren Rücken unter dem Nachthemd zu streicheln. Sie war dankbar, dass sie nicht gestritten hatten – ihr fehlte die Energie dazu – , aber gleich hinter ihrer Dankbarkeit türmte sich eine düstere Enttäuschung auf. […]Eine Träne kullerte ihr über die Wange. Sie würde sich niemals von ihm befreien.

Ein Paar, das vordergründig alles hat, strauchelt nach und nach über die Unzulänglichkeiten im Selbst wie im Miteinander. Sophies Stimmungsschwankungen treffen auf Ottos Lebenssattheit, gesteigerte Sensibilität kämpft mit Rechenschaft und Moral.

Es war eine Belagerung im Gange – schon seit langer Zeit, aber die Belagerten selbst waren die Letzten, die sie ernst nahmen.

Paula Fox gelingt es in ihrem berühmtesten (und auch verfilmten) Roman, in einer klaren, nüchternen Sprache das Bild einer Mittelschichtsehe zu zeichnen und damit auch die Gesellschaft, in der diese Beziehung gelebt wird (oder eben nicht), zu spiegeln. Es gelingt ihr, auf eine subtile Weise die inneren Vorgänge in den äusseren Handlungen zu spiegeln, so dass die Charaktere plastisch werden, ihr Verhalten nachvollziehbar ist und man auch das nicht explizit Geschriebene implizit mitnimmt, versteht, weiterdenkt.

Ein tiefgründiger Roman, der die Seelenlandschaft zweier Menschen offenlegt, ohne dabei psychologisierend zu sein, eine packende Geschichte, die in nur drei Tagen passiert, aber einen ganzen Lebensentwurf umfasst und offenlegt.

Abgeschlossen wird das Buch mit einem Essay von Jonathan Franzen, der über seine eigenen Erfahrungen als Schriftsteller, sein Schreiben, sein Lesen, sein Leben berichtet. Er beschreibt zudem die Wirkung der Charaktere im Roman, die durch die Erzählweise von Paula Fox lebendig und lebensnah werden.

Ich kann Sophie Bentwood genau kennen und von ihr ebenso ungezwungen sprechen wie von einer guten Freundin, weil ich meine eigenen Erfahrungen mit Angst und Entfremdung in mein Bild von ihr habe einfliessen lassen.

Ein gelungener Abschluss eines grossartigen Buches.

Fazit:
Ein sprachlich gelungenes, in seiner Geschichtsführung stimmiges und inhaltlich packendes Buch. Sehr empfehlenswert.

 

Zum Autor
Paula Fox
Paula Fox wurde am 22. April 1923 in New York geboren. Sie veröffentlicht zahlreiche Kinder- und Jugendbücher, sechs Romane und zuletzt zwei autobiographische Bücher. Paula Fox lebt heute in New York. Von ihr erschienen sind unter anderem Der Gott der Alpträume, Was am Ende bleibt, Luisa, Ein Dorf am Meer, In fremden Kleidern, Der kälteste Winter.

 

Angaben zum Buch:
FoxEndeGebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: C.H.Beck Verlag (13. März 2013)
Übersetzung: Sylvia Höfer
Sonstiges: Mit einem Essay von Jonathan Franzen
ISBN-Nr.: 978-340664711643279
Preis: EUR 18.95 / CHF 28.70

Zu kaufen in jeder Buchhandlung vor Ort oder online u. a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

 

 

 

 

 

 

Ein Mann liebt eine verheiratete Frau. Mit ihr könnte er sich alles vorstellen, was er sich sonst im Leben nicht vorstellen kann. Sie ist die richtige Frau für ihn, nur: Sie ist nicht frei. Eine Frau liebt diesen Mann, sie könnte sich mit ihm alles vorstellen, weil er für sie der Mann überhaupt ist. Allein: Er ist nicht frei. Der Mann wartet, weil er ein Mann ist, der warten kann, die Frau wartet, weil sie eine Frau ist, die warten kann. Das Ganze unter Plastikpalmen mit verschiedenen Farben, je nach Situation und Stimmung.

Am nächsten Tag stehen wir unter einer schwarzen Plastikpalme, sie trägt ihr Herz links, wo es hingehört, und ich spinne meines in Trauerflor, trage schwer daran, dass sie eine vollkommene Frau ist und ich nur ein passabler Mann.

Michael Stavarič erzählt die komplizierte Geschichte von menschlichen Beziehungen. Gefühle, die hochschlagen und tief fallen, Menschen mit Träumen, Hoffnungen, Phantasien und Zwängen. Liebe, die gelebt werden will und scheitert, Betrug, der schön geredet wird, schmerzt und doch bittersüss ist. Es ist eine Geschichte direkt aus dem Leben, erzählt, wie sie passiert, mit allen Wirrnissen, Hindernissen, Verstrickungen und Verzweiflung, die doch voller Hoffnung steckt. Eine Geschichte, in der alle dasselbe wollen, sich allerdings in ihrem Wollen nicht finden, weil immer etwas im Weg steht.

Dass sie die Vollkommenheit liebe und ich meine Freiheit, dass ich aufhören müsse zu glauben, ich könne noch etwas zum Besseren wenden.

In einer teilweise lyrisch anmutenden Sprache beleuchtet Michael Stavarič die menschlichen Abgründe, die Lebenslügen und Spiele mit Gefühlen. Leitmotive führen durch den Roman, verleihen ihm eine innere Kohärenz, die auf allen anderen Ebenen zu fehlen scheint. Erzählerperspektive, Realitätsebene, Zeitstruktur – alles ändert, sprungartig, augenblicklich. Der Leser pendelt zwischen Innensichten und Dialogen, zwischen Erzählung und Wünschen hin und her und sieht sich immer wieder denselben Motiven ausgesetzt.

Böse Spiele besticht durch eine plastische Sprache, durch eine Lebendigkeit in Form und Stil. Bildhaftigkeit ersetzt blosse Beschreibung, Farben drücken Stimmungen aus, wiederkehrende Refrains erzeugen eine Melodie. Literatur erscheint hier als Komposition aus Tönen, Bildern und Stimmungen.

Fazit:
Lyrische Prosa voller Brüche und Widersprüche, verwirrend und doch lebensnah. Eine lohnende Herausforderung.

Zum Autor
Michael Stavarič
Michael Stavarič wurde am 7. Januar 1972 in Brünn geboren und kam mit 7 Jahren aus der damaligen Tschechoslowakei nach Österreich. Er studierte an der Universität Wien Bohemistik und Publizistik. Neben vielfältigen anderen Anstellungen arbeitete er auch als Rezensent für Die Presse sowie das Wiener Stadtmagazin Falter sowie als Gutachter für tschechische Literatur bei verschiedenen Verlagen. Michael Stavarič lebt heute als freier Schriftsteller in Wien. Er schreibt neben Romanen auch Gedichte, Essays und Kinderbücher, besticht dabei immer durch eine sehr kreative Sprache. Von ihm erschienen sind u. a.  Flüggellos (Gedichte, 2000), Böse Spiele (Roman, 2009), Brenntage (Roman, 2011), Gloria nach Adam Riese (Kinderbuch, 2012).

StavaricSpieleAngaben zum Buch:
Taschenbuch: 155 Seiten
Verlag: C.H.Beck (21. Januar 2009)
Preis: EUR  16.90 / CHF 25.10

 

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