Pema Chödrön: Den Sprung wagen

Wie wir uns von destruktiven Gewohnheiten und Ängsten befreien

„Sich mit sich selbst anfreunden“

Wir finden Frieden nur, indem wir ihn auf dem Fundament der bedingungslosen Offenheit gegenüber allem gründen, was auch kommen mag. Frieden ist keine Erfahrung frei von Herausforderungen, frei von Höhen und Tiefen, er ist eine Erfahrung, die umfassend genug ist, um alles einzuschliessen, was kommt, ohne dass wir uns bedroht fühlen.

Wir Menschen leben oft in Gewohnheiten und Strukturen. Erfahrungen prägen unser Verhalten, wenn uns Menschen oder Situationen treffen, die uns herausfordern, reagieren wir auf eine Weise, die uns das Leid verdrängen lässt. Oft sind diese Reaktionen nicht dazu gut, uns wirklich besser zu fühlen, sie verhaften uns im Gegenteil im negativen Gefühl – dem ursprünglichen und einem, das in unseren Erfahrungen gründet.

Wenn wir Furcht, Besorgnis oder irgendein Gefühl von Haltlosigkeit empfinden oder merken, wie die Furcht uns bereits in den Gedanken verstrickt: „Dafür werde ich mich rächen“ oder „Ich muss zu meiner Sucht greifen, um dem zu entrinnen“, können wir diesen Augenblick neutral betrachten: als einen Augenblick, in dem wir eine von zwei Richtungen einschlagen können.

Wenn wir diesen Mechanismus erst einmal wahrnehmen, können wir bewusst damit umgehen. Das, was uns passiert, begegnet, ist nicht das wirkliche Übel. Das kommt erst, wenn wir uns darauf stürzen und daraus eine Geschichte spinnen, die sich aus unseren Gewohnheiten und eingeübten Reaktionen speist. Pema Chödrön spricht hier von Shenpa, was so viel wie „anhaften, einrasten“ bedeutet. Erst durch dieses Anhaften kommt wirkliches Leid und wir sind nicht mehr frei, sondern gefangen in den negativen Gefühlen. Ein Schritt zurück, innehalten, kann helfen, das wahrgenommene Übel in seiner Relation und wirklichen Tragweite zu sehen.

Dann wird uns vielleicht deutlich, dass unsere Notlage nur ein winziger Augenblick in der Zeit ist und wir die Wahl haben, alte gewohnte Reaktionen zu stärken oder frei zu sein.

Pema Chödrön spricht in diesem Buch ein Thema an, das wohl jeden Menschen – mehr oder weniger – beschäftigt: Wie gehe ich mit eigenen negativen Gefühlen um, wie kann ich mich aus Spiralen von Leid befreien. Manche Lehren und Übungen mögen für einen sehr westlich eingestellten Menschen mit wenig buddhistischem Hintergrund gar weit gehen, im Grossen und Ganzen sind es aber einfach zu praktizierende und durchaus nachvollziehbare Übungen, die Pema Chödrön in diesem dünnen, leicht verständlichen, trotzdem aber tiefgehenden Büchlein präsentiert. Statt einfach unbewusst auf Herausforderungen zu reagieren, ist es sinnvoller, achtsam zu sein, innezuhalten, auch mal auszuhalten. Denn:

Nichts bleibt, wie es ist, nichts ist von Dauer.

Jedes Leid wird wieder vergehen. Es vergeht schneller, wenn wir es nicht künstlich verlängern.

Fazit
Ein tiefgründiges Buch, ein lehrreiches Buch mit einfachen und nachvollziehbaren Übungen; eines der Bücher, die man liest und viel für sich mitnimmt. Prädikat: Absolut empfehlenswert.

Pema Chödrön
Pema Chödrön ist US-Amerikanerin und buddhistische Nonne in der Tradition des tibetischen Meditationsmeisters Chögyam Trungpa. Sie ist Leiterin des tibetischen Klosters Gampo Abbey auf der kanadischen Insel Cape Breton. Neben Ayya Khema gehört Pema Chödrön heute zu den bekanntesten buddhistischen Lehrerinnen der Welt. Wie diese wurde sie Mutter, bevor sie ihre Gelübde als Nonne ablegte und ist somit bestens sowohl mit dem weltlichen als auch dem geistlichen Leben vertraut.

Angaben zum Buch:
Chödrönden_sprung_wagenTaschenbuch: 128 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (17. Dezember 2012)
Übersetzung: Margarethe Randow-Tesch
ISBN: 978-3442220120
Preis: EUR: 7.99 ; CHF 12.90

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Martin F. Meyer: Illustrierte Geschichte der Philosophie

Eine Reise durch die Philosophie von der Antike bis in die Neuzeit

Epochen – Autoren – Werke, so heisst der Untertitel dieses reich bebilderten Übersichtswerk über die Geschichte der Philosophie. Martin F. Meyer startet bei den Vorsokratikern und führt den Leser in einer gut verständlichen Sprache durch die Zeit bis hin in die Neuzeit. Dabei bettet er die einzelnen Philosophen immer in ihre Zeit ein, gibt einen kurzen Einblick in ihre persönliche Herkunft und den Werdegang und geht dann auf die zentralen Werke und deren grundlegenden Aussagen ein.

Die Illustrierte Geschichte der Philosophie ist sehr geschmackvoll aufgemacht, das Layout ist schlicht, übersichtlich und überzeugt ästhetisch. Kleine Infoblöcke (in Kreisform, was dem Layout ein gewisses Etwas gibt) bieten schnell erfassbare Überblicke über die vorherrschenden Denker einer Zeit oder aber erläutern deren wichtigsten Theorien. Eine schöne Auswahl an Bildern rundet den Gesamteindruck ab.

Philosophie hat mitunter nicht den Ruf, sehr unterhaltsam und prickelnd zu sein, dieses Buch hat aber Suchtcharakter und es birgt die Gefahr, zur nächsten Buchhandlung rennen zu wollen und alle vorgestellten Bücher gleich auch noch lesen zu wollen. Ich kann es jedem, der sich mal einen Überblick über die Geschichte der Philosophie verschaffen will, nur ans Herz legen. Aber: Nicht nur denen, das Buch ist wirklich einfach eine wunderbare Unterhaltung und man entdeckt ja auch als alter Hase immer wieder etwas Neues oder findet etwas wieder, das in Vergessenheit geriet.

Fazit
Ein sehr fundiertes, umfassendes, lesbares und schön aufbereitetes Buch, das eine breite Übersicht über die Geschichte der Philosophie bietet und zu weiterer Lektüre verleitet. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor:
Martin F. Meyer ist Privatdozent am Philosophie-Seminar der Universität Koblenz-Landau

Angaben zum Buch:
MeyerIlluPhiloTaschenbuch: 186 Seiten
Verlag: J. B. Metzler Verlag (16. März 2016)
ISBN: 978-3476026484
Preis: EUR: 24.95 ; CHF 31.90

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Dalai Lama, Desmond Tutu: Das Buch der Freude

Nicht düsteres Schicksal bestimmt unsere Zukunft – wir bestimmen sie selbst. Tag für Tag, in jedem Augenblick können wir nicht nur unser eigenes Leben, sondern auch die Lebensqualität anderer Menschen auf unserem Planeten formen und erneuern. Wir verfügen über diese Macht.

41HR9WsIoGL._SX311_BO1,204,203,200_Dalai Lama und Desmond Tutu trafen sich anlässlich des 80. Geburtstags des Dalai Lama in dessen Exilheimat Indien und sprachen eine Woche lang über die Freude. Begleitet wurden sie dabei vom Journalisten Douglas Abrams, der die Gespräche schlussendlich zu diesem fertigen Text zusammentrug und das Thema mit Erkenntnissen aus der Neurobiologie wie durch persönliche Beobachtungen aus seinem Leben sowie aus dem Zusammentreffen der beiden alten Freunde anreicherte.

Wie kann man in Anbetracht auf das viele Leid auf dieser Welt Freude bewahren? Diese Frage stand immer wieder im Zentrum. Es ist eine Frage, die man auch dem Dalai Lama immer wieder stellt, welcher als Kind schon Verantwortung übernehmen musste und schlussendlich aus seiner Heimat vertrieben wurde, so dass er seit 50 Jahren im Exil lebt. Auch Desmond Tutu blickt auf turbulente Zeiten zurück, wenn man bedenkt, welchen Kampf er gegen das ehemalige Apartheid-Regime in Südafrika führte. Und strahlen beide Männer eine tiefe Freude und Gutmütigkeit aus. Züge der Verbitterung oder Worte des Hasses sucht man vergebens.

Freude und Glück lassen sich nicht erlangen, indem man eigenen Zielen und Erfolgen nachläuft […] sondern nur im Geist und Herz des Menschen, und wir hoffen, dass jeder dort Freude und Glück findet.

Worauf also gründet die Freude? Wir begegnen in diesem Buch den acht Säulen der Freude:

  1. Blickwinkel: Es gibt verschiedene Sichtweisen
  2. Bescheidenheit
  3. Humor
  4. Akzeptanz
  5. Vergebung
  6. Dankbarkeit
  7. Mitgefühl
  8. Grosszügigkeit

Jede dieser Säulen wird näher erläutert und es werden Übungen genannt, wie man sie aufbauen kann, so dass sie tragend werden.

„Das Buch der Freude“ ist ein inspirierendes Buch, ein lehrreiches Buch, ein Buch, das zum Nachdenken anregt und Freude macht beim Lesen. Durch die Beschreibungen der Hintergründe des Treffens ist es auch ein Buch, das Einblicke in das Wesen einer Freundschaft gibt. Fast hat man ab und an das Gefühl, dabei zu sitzen, den beiden beeindruckenden Männern zuzuschauen und mit ihnen eine Tasse Tee zu trinken.

Fazit
Ein wunderbares Buch: inspirierend, lehrreich, zum Nachdanken anregend – ein Buch, das zeigt, was Freude ist, wie man sie erlangen kann, und das beim Lesen Freude macht. Prädikat: Absolut empfehlenswert.

Über die Autoren
31HEYd66JuL._UX250_Tenzin Gyatso, Seine Heiligkeit der 14. Dalai Lama, bezeichnet sich selbst als einfachen buddhistischen Mönch. Geboren 1935, floh er nach der Besetzung Tibets 1959 nach Indien, wo er seitdem im Exil lebt. Das geistliche und (bis zu seinem freiwilligen Rückzug 2011) weltliche Oberhaupt der Tibeter wurde 1989 mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Seine spirituelle Arbeit, seine Bemühungen um die politische, religiöse und kulturelle Identität Tibets sowie sein Einsatz für den Weltfrieden finden Anerkennung in der ganzen Welt.

21rkvg0J7cL._UX250_Desmond Mpilo Tutu, geboren 1931, ist emeritierter Erzbischof der Anglikanischen Kirche in Südafrika. Als wichtigste Symbolfigur neben Nelson Mandela im Kampf gegen die Apartheid erhielt er 1984 den Friedensnobelpreis. Ab 1995 war er Vorsitzender der Wahrheits- und Versöhnungskommission in Südafrika, die nach den Prinzipien von Mahatma Gandhi arbeitete. Seine Politik der Vergebung und Aussöhnung wurde zum leuchtenden Beispiel für gewaltfreie Konfliktlösung. Auch im Alter von 84 Jahren setzt sich Bischof Tutu unermüdlich weltweit für Frieden und Menschlichkeit ein.

Douglas Abrams ist Lektor, Autor mehrerer erfolgreicher Romane und Sachbücher und seit mehr als zehn Jahren Koautor von Desmond Tutu. Als Gründer der Literaturagentur Idea Architects engagiert er sich besonders für Projekte, die das Ziel verfolgen, mehr Weisheit, Gesundheit und Gerechtigkeit in die Welt zu bringen.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Lotos Verlag, Auflage 9 (26. September 2016)
Übersetzung: Helmut Dierlamm, Friedrich Pflüger
ISBN: 978-3778782651
Preis: EUR: 22.99 ; CHF 38.90
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Jean-Francois Mallet: Das einfachste Kochbuch der Welt deluxe (Rezension)

Richtig gut kochen mit maximal 6 Zutaten

MalletdeluxeFesttage sind immer auch eine Gelegenheit, zusammenzusitzen, etwas Leckeres auf den Tisch zu stellen und gemeinsam zu essen. Gerade an Weihnachten darf es auch mal etwas Anspruchsvolleres sein, nur: Der zu erwartende Aufwand lässt einen schon vor dem Fest innerlich schwitzen.

Dass es auch anders geht, zeigt der französische Koch Jean-François Mallet. Nachdem er schon mit „Das einfachste Kochbuch der Welt“ zeigte, dass kochen nicht aufwändig sein muss, legt er mit der deluxe-Version nach und beweist, dass auch Festtagsmenues mit einfachen Mitteln gekocht werden kann.

Im Buch finden sich Rezepte für Aperitifs, Vorspeisen, Hauptgänge sowie Käse & Desserts, darunter sind so lecker klingende Sachen wie Blätterteigpasteten mit Antipasti, Sardinen-Clementinen-Tarteletts, Trüffel-Crostini mit Olivenöl, Caesar Salad mit Langusten, Sesam-Scampi mit Romanesco, Käsesoufflees, Kalbsröllchen mit Steinpilzen, Lammkarree mit Minze und Apfeltarten mit Mandelschnitten – um nur einige zu nennen.

Die Rezepte sind wirklich simpel, die Bandbreite riesig und: Kein Rezept hat mehr als 6 Zutaten und die Zubereitung ist einfach und wenig zeitintensiv. Es ist für jeden Geldbeutel was dabei, man muss, um die Gerichte zu kochen, kein Meisterkoch sein und bei einigen Rezepten gibt es auch Alternativen, mit denen sich die Gerichte verändern lassen. Um sich im Buch zurechtzufinden, gibt es ein Register, das nach Kategorie geordnet ist, und ein zweites, welches die Gerichte nach ihren Hauptzutaten auflistet.

Einem Weihnachtsessen deluxe ohne Stress steht also nichts mehr im Weg.

Fazit:
Ein tolles Buch für alle, die gerne mal etwas Ausgefallenes kochen, dabei aber nicht stundenlang in der Küche stehen wollen. Sehr empfehlenswert.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer; Auflage: 1 (14. September 2017)
ISBN-NR: 978-3863557829
Preis: EUR: 24.99 ; CHF 38.90
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Brad Wilson: Tiere vor der Kamera

Schau mir in die Augen

Immer schon habe ich mich für jene Präzision interessiert, aus der Schönheit erwächst – für genau diesen einen Moment, in dem eine bestimmte Stimmung und Ruhe und diese besondere Komposition aufeinandertreffen und aus etwas gewöhnlichem etwas Ungewöhnliches werden lassen, aus etwas Erwartbarem etwas Unerwartetes.

titelBrad Wilson hat sich im vorliegenden Buch dem Tierporträt gewidmet. Vor einem schlichten schwarzen Hintergrund porträtiert er Tiere wie Elefanten, Tiger, Löwen, Eulen und mehr. Er lässt sie durch ihre Persönlichkeit zum Betrachter sprechen und auf ihn wirken.

Ohne trennende Gitter einem Elefanten, Tiger oder Schimpansen nur wenige Meter entfernt gegenüberzustehen, lässt niemanden kalt. Irgendetwas Tiefes, Ursprüngliches schwingt in solchen Begegnungen machtvoll mit. Auf dieses ungewöhnliche und fragile Terrain wagte ich mich mit meinem Projekt.

tigerDie Wirkung, die Brad Wilson seiner Begegnung mit den Tieren zuschreibt, spricht auch aus den Bildern und überträgt sich auf den Betrachter. Aus Ihnen sprechen zudem die grosse Verbundenheit und der Respekt, die Wilson den Tieren entgegenbringt. Ohne diese wäre ein solches Projekt nicht möglich gewesen und schon gar nicht so wunderbar herausgekommen.

Das vorliegende Buch ist wohl mitunter eines der schönsten Tierbücher, das ich je gesehen habe. Man kann sich nie daran satt sehen, denn das Buch wirkt immer wieder neu.

Vielleicht können meine Bilder […] uns daran erinnern, dass wir – trotz des tiefen Gefühls der Isoliertheit, das unsere Gegenwart so oft bestimmt – nicht allein sind, dass wir nicht abseits stehen, sondern Teil einer wunderbar reichhaltigen und eng verbundenen Vielfalt des Lebens sind.

euleTiere haben eine Seele, sie sind Wesen wie wir und jedes hat seine eigene Persönlichkeit. Dies wird in diesem Buch offensichtlich. Die hochwertige Aufmachung, die brillianten Farben und das schöne Layout runden das Gesamtbild ab. Eingeleitet wird es zudem mit einem Vorwort von Desmond Morris.

Fazit:
Ein wunderschönes Buch, das die Persönlichkeit der Tiere sprechen lässt. Absolut empfehlenswert.

Autor und Mitwirkende
Brad Wilson begann seine Ausbildung in Visual Arts an der Universität von North Carolina in Chapel Hill, wo er Kunstgeschichte und Studio Art studierte – mit Schwerpunkten in Malerei, Skulptur, Zeichnung und Architektur. Von dort aus besuchte er Seminare in Santa Fe und Maine, um sich schließlich ganz auf die Fotografie zu konzentrieren. 1992 ging er nach New York, wo er mit einer ganzen Reihe angesehener Fotografen zusammenarbeitete und seine Karriere mit kommerzieller Fotografie begann.

Seine Arbeiten wurden weltweit publiziert und waren in zahlreichen Werbekampagnen, in Magazinen, auf Musikcovern und auf über 400 Büchern in den USA, Europa, Asien und Südamerika zu sehen. 2004 zog Brad Wilson nach Santa Fe, New Mexico, wo er, umgeben von der Schönheit und Stille der Wüste, seine Fotoarbeit fortsetzt. Brad Wilson wird vertreten von der Doinel Gallery in London.

Desmond Morris, Zoologe und Verhaltensforscher, wurde international berühmt durch seinen Bestseller „Der nackte Affe“. Es folgten weitere Welterfolge wie „Bodwatching/Körpersignale“, „Catwatching“, „Dogwatching“ und „Babywatching“ (alle bei Heyne).

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe:184 Seiten
Verlag: Prestel Verlag (29. April 2914)
ISBN-Nr.: 978-3791348971
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Helen Birch: Sketching People (Rezension)

Über 90 Inspirationen zum Zeichnen und Skizzieren von Menschen

BirchSketchingFür viele stellt das Zeichnen von Menschen eine grosse Herausforderung dar. Sogar Menschen, die sonst gerne zeichnen, schrecken anfangs oft davor zurück. Eigentlich schad, denn es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, sich dem Modell Mensch anzunehmen. Das vorliegende Buch zeigt einige davon und will dazu anregen, sich inspirieren zu lassen und auszuprobieren.

Vorgestellt werden Zeichnungen und Skizzen, welche in Ateliers entstanden sind, aber auch solche, die zu Hause von der Familie oder auf der Strasse von Menschen in Cafes, an Bahnhöfen, auf Strassen angefertigt wurden. Die Bandbreite an Zeichenlokationen findet sich auch im Zeichenmaterial: Erlaubt ist, was gefällt, Bleistift, Tinte, Aquarell, Filzstifte, Farbstifte, Kugelschreiber eignen sich wie auch jede Art von Papier, Karton oder andere Untergründe.

Wer nun noch denkt, Menschen zu zeichnen sei etwas vom Schwierigsten, dem sei gesagt: Übung macht den Meister! Das vorliegende Buch zeigt, auf wie viele unterschiedliche Arten man sich der Sache annähern kann. Helen Birch stellt dazu die verschiedenen Stile vor, zeigt, wie der jeweilige Künstler an sein Modell herangetreten ist, worauf er achtete, wie er dieses aufs Papier brachte. Fast nebenbei erfährt man auch Wissenswertes über die einzelnen Zeichenutensilien. Diese Informationen finden sich aber am Ende des Buches nochmals als Grundlagen.

Wenn man einen bestimmten Bildstil finden will, bietet sich das Inhaltsverzeichnis mit allen im Buch behandelten Zeichnungen als Thumbnails an, wer nach einem bestimmten Künstler sucht, findet ihn im entsprechenden Verzeichnis. Ein zusätzliches Stichwortverzeichnis lässt nach Stilen, verwendeten Materialien und einigem mehr suchen.

Fazit:
Ein wunderbares, sehr durchdachtes Buch und informatives Buch, für alle, die gerne zeichnen und sich inspirieren lassen wollen. Auch einfach nur zum Anschauen ist es wirklich toll. Sehr empfehlenswert.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer; Auflage: 1 (16. Februar 2017)
ISBN-NR: 978-3863556464
Preis: EUR: 14.99 ; CHF 21.90
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Jean-Francois Mallet: Das einfachste Dessertbuch der Welt (Rezension)

Richtig gute Rezepte mit maximal 6 Zutaten

MalletDessertIch war das Kind, das nicht gerne Schokolade hatte und das nach dem Essen fragte, ob e,s statt auf das Dessert zu warten, auf den Spielplatz darf. Süssspeisen waren nie meine erste Wahl (die selber gebackenen Kuchen meiner Mutter ausgenommen) und so backe ich auch eher selten Süsses (Brot und Salziges schon eher).

Nun habe ich einen Sohn und der liebt Süsses, hätte es natürlich am liebsten von mir gebacken. Mir graute immer ein wenig vor dem Aufwand, doch dann stiess ich auf dieses Buch (aus dieser Reihe gibt es ja zu allen Themen was, das Nähbuch stellte ich kürzlich auch mal vor: HIER) und dachte, damit könnte es vielleicht besser klappen.

Die Rezepte sind wirklich simpel, die Bandbreite an möglichen Desserts riesig und klingen tun sie alle sehr lecker. Ob Schokotörtchen oder Crème Brûlée, Erdbeer-Litschi-Charlotte oder Apfeltarte, Waldbeerfladen oder Macrons: Kein Rezept hat mehr als 6 Zutaten und die Zubereitung ist einfach und wenig zeitintensiv.

Vielleicht stelle ich mich doch bald mal in die Küche und probiere mich durch ein paar Dessertrezepte.

Fazit:
Ein tolles Buch für alle, die Süsses lieben und schnell etwas selber gemachtes auf dem Tisch haben möchten. Sehr empfehlenswert.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer; Auflage: 1 (17. August 2017)
ISBN-NR: 978-3863558253
Preis: EUR: 19.99 ; CHF 29.90
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S. Colin, S. Mallet: Das einfachste Nähbuch der Welt (Rezension)

Schnell und einfach nähen in maximal 5 Schritten

ColinNähenIch erinnere mich noch gut an meine Zeit in der Primarschule, als Handarbeitsunterricht fix im Stundenplan war. Es war ein Graus. Ich langweilte mich fürchterlich, wäre lieber ins Werken gegangen, das damals den Buben vorbehalten war. So kämpfte ich mich durch Häkeltierchen und Strickschals, nähte fluchend vor mich hin und sah nur eine Lösung gegen die Langeweile: Schwatzen. Aus mir noch heute unerfindlichen Gründen durfte man das aber nicht im Handarbeitsunterricht. Schweigend mussten wir an unseren Tischen sitzen und vor uns hin arbeiten. Dass ich mich nicht daran gehalten habe, versteht sich von selber, ich hatte zum Glück eine wirklich gutmütige Lehrerin, welche jeweils in der letzten Stunde vor Zeugnisvergabe fand: Wenn ich in dieser Stunde wenigstens nur flüstern statt raut reden würde, gäbe es beim Betragen trotz allem noch ein „gut“. Ich habe es mehrheitlich geschafft.

In letzter Zeit wurmte mich der mangelnde Einsatz in den Handarbeitsstunden ein wenig, vor allem, wenn ich im Netz selber genähte Dinge sah, die mir wirklich gefielen. Da ich auch immer auf der Suche nach dem perfekten Etui für meine Zeichenstifte bin, es aber nie finde, kam mir das einfachste Nähbuch wie gerufen. Damit könnte vielleicht sogar ich es schaffen, etwas zu nähen. Ich wurde nicht enttäuscht.

Das Buch ist wirklich gut aufgebaut für einen ungeübten Näher. Zuerst wird das nötige Material abgebildet und sein Einsatz erklärt, dann werden verschiedene grundlegende Nähtechniken in Bild und Text gut nachvollziehbar vorgestelltund schon geht es an die ersten Nähprojekte.

Die Projekte sind mehr als simpel und in maximal 5 Schritten zu nähen. Am Anfang steht das jeweils benötigte Material sowie ein Verweis auf die jeweilige anfangs vorgestellte Nähtechnik, dann kommt Schritt für Schritt die Anleitung – wieder in Text und Bild. Von Kleidern über Etuis hin zu Notizbuchumschlägen ist alles dabei. Am Ende des Buches finden sich noch einige Vorlagen wie zum Beispiel für einen Bären oder eine Puppe, die man leicht durchpausen und dann im jeweiligen Projekt mit Stoff umsetzen kann.

Meine Stifte kriegen wohl bald ein neues Zuhause.

Fazit:
Ein wirklich tolles Nähbuch für Anfänger – Schritt für Schritt werden einfach zu realisierende Projekte erklärt und die Resultate lassen sich sehen. Sehr empfehlenswert.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer; Auflage: 1 (20. Juli 2017)
ISBN-NR: 978-3863557942
Preis: EUR: 24.99 ; CHF 36.90
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Stefanie Hiekmann: 1 Pot Pasta – Aromen aus aller Welt

30 neue Nudelgerichte aus einem Topf

Hiekmann1Ich bin bekennender Teigwarenfan, könnte wohl jeden Tag Teigwaren essen und es würde mir nie verleiden. Wenn man ein wenig kreativ ist, kann man immer wieder neue Saucen zaubern, welche Abwechslung auf den Teller bringen. Wie es so ist im Leben, gibt es auch beim Kochen gewisse Gewohnheiten, man hat irgendwann ein Repertoire an Rezepten und kocht diese in wechselnden Reihenfolgen. Das passiert mir auch mit meinen Pastasaucen: Eine Basis aus ähnlichen Zutaten wird durch verschiedene Beigaben variiert, die Bandbreite ist aber über die Zeit kleiner geworden.

Dem wollte ich an den Kragen gehen und stiess auf das Buch 1 Pot Pasta – Aromen aus aller Welt. Nicht nur finden sich darin Saucenrezepte, die über die üblichen Tomaten- und Käsesaucen hinausgehen, einem Abwaschmuffel wie mir kommt es natürlich sehr entgegen, wenn nur ein Topf im Einsatz ist beim Kochen. Die Rezepte bewegen sich kreuz und quer durch die Welt, von Italien über Marokko bis Thailand ist alles dabei. Wer denkt, Ananas oder Wassermelonen hätten im Spaghettitopf nichts zu suchen, der irrt gewaltig.

Das Kochbuch ist sehr ästhetisch gestaltet, die Bilder sind ansprechend, die Titel im Letteringstil gehalten und alles auf schwarzem, hochwertigem Papier gedruckt. Ein wirklich schönes Kochbuch, das zum Nachkochen anregt. Die Kochanleitungen sind auch für Kochanfänger gut verständlich, die Rezepte relativ schnell gekocht: Es gibt also keine Ausrede mehr, nicht zu kochen. Ich mach wohl bald mal wieder eine Spaghetti-Woche: Jeden Tag ein anderes Spaghettirezept.

Wer doch lieber bei gewohnten Spaghettigeschmacksrichtungen bleiben möchte, für den gibt es den Vorgänger dieses Buches: One Pot Pasta…basta! (HIER)

Fazit:
Ein wirklich tolles Kochbuch mit neuen Rezeptideen und Geschmacksrichtungen für Teigwarenliebhaber. Sehr empfehlenswert.

Zur Autorin
Stefanie Hiekmann (Jahrgang 1990) ist Food- und Gastrojournalistin und lebt in Osnabrück. Sie arbeitet für verschiedene regionale und überregionale Zeitungen, Magazine und Zeitschriften und ist darüber hinaus als Buchautorin tätig.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 64 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer; Auflage: 1 (20. Juli 2017)
ISBN-NR: 978-3863557836
Preis: EUR: 9.99 ; CHF 14.90
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Cara Nicoletti: Yummy Books (Rezension)

In 50 Rezepten durch die Weltliteratur

NicolettiYummyWas entsteht, wenn eine Frau aus einer Metzgerfamilie, die Literatur liebt, ein Buch schreibt? Wer sich die Frage schon mal gestellt hat, der findet die Antwort in diesem Buch. Cara Nicoletti kam als Kind einer Metzgersfamilie schon früh mit dem Kochen in Berührung. Von klein an zog sie sich aber auch gern mit einem guten Buch zurück. Halfen die Bücher ihr in der Kindheit und Jugend, vor der oft überfordernden Realität zu fliehen, so identifizierte sie sich auch später noch gerne mit den Figuren aus den fiktiven Welten. Noch näher fühlte sie sich ihnen, wenn sie ass, was diese assen, sprich: Sie kochte sich die Rezepte aus den Büchern einfach selber.

Ihr Literaturstudium verdiente sie sich mit Jobs in Restaurants, als Köchin, Metzgerin und vieles mehr. Sie merkte bald, dass sie ebenso gut beim Essen-Zubereiten mit Kollegen über Literatur wie mit Studienfreunden übers Essen reden konnte – die Idee für das Buch nahm Gestalt an.

Yummy Books vereint 50 Rezepte aus 50 Büchern, die sich Cara Nicolettis Lebenszeit entlang hangeln, von der Kindheit bis ins Heute. Anhand von persönlichen Anekdoten, die sie mit den einzelnen Büchern verbindet, und einer kurzen Inhaltsangabe oder Figurenbeschreibung werden die einzelnen Rezepte eingeführt. Diese enthalten neben den Inhaltsangaben eine Anleitung zur korrekten Zubereitung. Auf diese Weise kann man mit Laura von der kleinen Farm Frühstücksbratwurst essen, mit Pippi Langstrumpf Buttermilchpfannkuchen, man kann den Rollbraten vom Schweinekopf aus Herr der Fliegen kochen oder aber die in Rotwein geschmorte Lammkeule mit Wildpilzen.

Die Idee, Kochen und Bücher zu verbinden, ist gut, zumal in vielen Romanen gekocht und gegessen wird und man ab und an wirklich gerne mit am Tisch sitzen würde. Die Umsetzung mutet teilweise sehr wie ein Erinnerungs- und Lesetagebuch an, die Rezepte sind vom Layout her wenig übersichtlich gestaltet. Auch die Fotos sind eher gewöhnungsbedürftig, man sieht einige Metzgereiinterna (für sensible Gemüter und Vegetarier als eher schwierig), die einzelnen Rezepte sind wenig dekorativ abgelichtet – was aber wiederum dem Buchstil, das explizit kein Hochglanzkochbuch ist, entspricht und daher absolut passend ist. Eine Bibliographie der behandelten Werke macht es leicht, diese zum Rezept zu kaufen und zu lesen. Was fehlt, ist eine Aufstellung der einzelnen Rezepte in den Kategorien Frühstück, Hauptgang, Dessert, etc. So muss man sich, sucht man für einen bestimmten Gang ein Rezept, unter Umständen durch 50 Rezepte lesen, um etwas Passendes zu finden.

Fazit:
Die Idee, Kochen und Literatur zu verbinden, ist durchaus interessant, entstanden ist aber eher ein Erinnerungs- und Lesetagebuch statt ein Kochbuch im engeren Sinne.

Zur Autorin
Cara Nicoletti ist Metzgermeisterin, Köchin und Gründerin des literarischen Foodblogs Yummy Books. Sie kommt aus einer Metzgerdynastie aus Boston und lebt derzeit in Brooklyn, New York.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 332 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag (13. Juni 2017)
Übersetzung: Tanja Handels, Susanne Kammerer
ISBN-NR: 978-3518467763
Preis: EUR: 16.95 ; CHF 24.90
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Link zum Verlag: HIER

Pablo Macias: Italian Streetfood (Rezension)

Panini, Pasta, Salate, Desserts

MaciasItalianStreetItalienisches Lebensgefühl zum Mitnehmen – das ist dieses Buch und dafür stehen auch die Rezepte darin. In Italien haben die kleinen Mahlzeiten auf die Hand Tradition. Überall im Land werden auf Märkten, an Festen oder auch am Strand frisch zubereitete Speisen aus saisonalen und regionalen Produkten angeboten für den direkten Verzehr vor Ort.

Auf seinen vielen Reisen durch Italien hat der Opernsänger Pablo Macias diese Tradion kennen- und lieben gelernt. In diesem Kochbuch nimmt er den Leser mit auf eine Reise durch die Küche Italiens – es ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Die einzelnen Gerichte lassen sich gut einzeln zu einem Glas Wein reichen, können aber auch kombiniert und zu einem italienischen Menu ausgebaut werden. Auch wenn mal spontan Besuch kommt, lässt sich mit wenigen Zutaten schnell etwas auf den Tisch zaubern: Wie wäre es zum Beispiel mit Focaccia mit Feigen und Ziegenkäse? Dazu könnte ein lauwarmer Tomatensalat gut schmecken. Wer einen süssen Abschluss möchte, dem könnte ein Panna Cotta mit Orangengelee gefallen. Auch den Limoncello kann man künftig selber machen, traditionell oder als moderne Variation als Spritz.

Jedes Rezept wird von einem persönlichen Kommentar, einer Anekdote oder einer Erklärung begleitet. Die, welche gerne mehr Informationen zur italienischen Küche hätten, werden sich über die Artikel zur Warenkunde freuen, Themen wie verschiedene Pasta-Sorten, Käse, Öl und mehr werden behandelt.

Damit das Kochen und Essen noch mehr Spass machen, liegt dem Buch noch eine CD mit italienischer Musik bei. Auch das Buch selber ist ein Genuss. Es ist hochwertig gestaltet, die einzelnen Rezepte werden durch ästhetische und appetitanregende Fotos in Szene gesetzt. Mit diesem Buch zieht Italien zu Hause ein, gute Laune ist garantiert.

Fazit:
Ein wunderbares Buch voller Italianita. Genuss pur für alle Sinne. Absolut empfehlenswert!

Zum Autor
Pablo Macias ist in Chile, Mexiko und Spanien aufgewachsen. Seine Karriere als Opernsänger führte ihn durch die ganze Welt, wo er die kulinarischen Eigenheiten verschiedenster Länder kennenlernte. Besonders angetan hat es ihm die facettenreiche italienische Küche. In München betreibt er seit 2015 als Koch und Gastronom einen Feinkostladen und ein Bistro namens „Italian Streetfood“.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer (16. März 2017)
Preis: EUR: 24.99 ; CHF 35.90
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Stefanie Hiekmann: Partyfood – einfach gut

HiekmanPartyIch koche gerne und hole mir dazu auch immer wieder Inspiration aus Kochbüchern. Teileweise koche ich genau nach Rezept, oft hole ich mir einfach Ideen zu Kombinationen, Geschmäckern, die ich dann selber kreativ verarbeite. Zu diesem Zweck zog grad kürzlich dieses wunderbare Buch bei mir ein.

Egal ob das nächste Gartenfest ansteht, ein Geburtstag oder spontaner Besuch vor der Tür steht: Mit diesen Rezepten liegt man immer richtig. In diesem kleinen Büchlein finden sich 20 Rezepte für kleine Snacks, die man entweder einzeln anbieten oder aber zu einem grossen Buffet kombinieren kann. Damit man am Schluss nicht mit vielen Resten dasteht oder aber die Gäste mit knurrendem Magen wieder heimgehen, gibt Stefanie Heizmann auch gute Tipps, die richtige Menge abzuschätzen.

Auf einer Seite des Buches findet sich immer ein gekonnt in Szene gesetztes Bild, auf der anderen Seite das Rezept mit gut nachvollziehbarer Zubereitungsanleitung. Egal ob kleine Süppchen, Salate, Mini-Flammkuchen oder gesunder Knabberspass: Mit diesen Snacks wird die nächste Party ein voller Erfolg.

Fazit:
Das kleine Buch ist übersichtlich und sinnvoll aufgebaut sowie ästhetisch präsentiert. Auch ungeübte Köche und Bäcker werden damit Partyerfolge erzielen. Absolut empfehlenswert.

Zum Autor
Stefanie Hiekmann ist Journalistin und Foodbloggerin. Im Mittelpunkt ihrer Rezepte stehen Saisonale Obst- und Gemüsesorten. Auf ihrem erfolgreichen Blog schmecktwohl zeigt sie kreative Rezeptideen und anspruchsvolle Foodfotografien, die Lust aufs Selberkochen machen.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 48 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer (11. April 2017)
Preis: EUR: 9.99 ; CHF 14.90
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Claudia Korthaus: Typografie und Layout (Rezension)

Schrift wirkt

Korthaus2Wenn ich an Layout und Typografie denke, geht meine Erinnerung weit zurück. Als Kind besuchte ich meinen Vater bei der Arbeit und lief dann zwischen seinen Bahnen Tischen durch, wo die einzelnen Seiten in Papierform lagen. Zu Hause hatten wir noch Bleisatz liegen. Seit da ist eine Menge passiert, die Arbeit passiert mehrheitlich am Bildschirm.

Es liegt auf der Hand, dass mein Interesse an der Typografie geblieben ist, auch wenn ich mich mehrheitlich mit dem Inhalt und weniger mit der Form beschäftige, so ist mir das Bild, der ästhetische Eindruck eines Textes immer auch wichtig.

Bei allem Wechsel im Bereich Gestaltung, ist der Grundsatz geblieben, dass Schrift Wirkung hat und man diese einsetzen sollte, um Inhalte zu transportieren.

Die Unterschiede und Ansprüche, die ein Werk entstehen und typographisch wachsen lassen, kann man grob unterteilen in

  1. den Inhalt, den es zu transportieren gilt, und
  2. die Lesart, mit der das Werk vom Leser erfasst wird.

Die Information, die Art des Werkes, bedingt gleichzeitig eine Lesesituation […]

Claudia Korthaus legt mit dem vorliegenden Buch ein Standardwerk vor – es ist zum 10-jährigen Jubiläum eine Neuauflage ihres Klassikers in Farbe. Unterteilt ist das Buch in 8 Kapitel:

  1. Basiswissen Schrift: Hintergründe, Schriftfamilien und Einteilungen von Schriften
  2. Das Zeichen: Bleisatz, Grösse und Räume
  3. Wort und Zeile: Ausrichtung, Zeilenlänge und –abstand sowie gängige Fehler
  4. Anforderung und Wirkung: Leseformen und die Wirkung von Schriften
  5. Die Seite: Raumaufteilung, Format, Raster und mehr
  6. Die Gesamtkomposition: Bild und Text sowie schmückende Elemente
  7. Typografie im Web und mobil: Unterschiede zwischen Print und Web, webtaugliche Schriften und mehr
  8. Schrifttechnologien

Den Abschluss macht ein Glossar, das die wichtigen Fachbegriffe nochmals aufgreift.

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Dieser Grundkurs sollte in keinem Regal von Layoutinteressierten und auch –profis fehlen. Es ist umfassend, gut lesbar geschrieben und schön illustriert. Die Theorie ist so gut nachvollziehbar und es werden auch häufige Fehler thematisiert sowie deren Umgehung.

Das Buch selber ist bester Beweis, wie schönes Layout aussieht, das Papier ist hochwertig, die Leimung ist gut, so dass mit dem Buch wirklich gearbeitet werden kann, ohne dass das Buch auseinander fällt.

Fazit:
Ein informatives, schön gestaltetes Standardwerk im Bereich Typografie und Layout. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor
Claudia Korthaus
Claudia Korthaus ist mit Leib und Seele Gestalterin: Seit ihrer Ausbildung zur Schriftsetzerin arbeitet sie in verschiedenen Bereichen rund um das Thema Gestaltung. Seit 1994 unterrichtet sie in der Druckvorstufe und arbeitet als Promoterin für verschiedene Software-Firmen. Sie arbeitet als Redakteurin und Autorin für Fachzeitschriften, hat bereits Bücher zum Thema Gestaltung und Design veröffentlicht und lehrt an der Hochschule der populären Künste FH (Berlin).

Angaben zum Buch:
KorthausTypografieBroschiert: 344 Seiten
Verlag: Rheinwerk Verlag (28. Juli 2016)
ISBN-Nr.: 978-3836240857
Preis: EUR 29.80 / CHF 42.90
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Malte Herwig – Die Frau, die nein sagt (Françoise Gilot)

Muse, Malerin – Françoise Gilot über ihr Leben mit und ohne Picasso

Das Leben muss riskiert werden, um gelebt zu sein

Wenn du wirklich leben willst, musst du Dramatisches riskieren, sonst lohnt sich das Leben nicht. Wenn du riskierst, erlebst du auch schlimme Dinge, aber du lernst vor allem eine Menge und lebst und verstehst immer mehr. Vor allem wirst du nicht langweilig. Das Allerschlimmste: langweilig werden.

François Gilot hat etwas riskiert im Leben. Immer wieder. Sie hat sich auf eine Beziehung zu Picasso eingelassen, dem sein Ruf über seinen Umgang mit Frauen vorauseilte. Trotz Warnungen von aussen und eigenem Wissen, dass es nicht gut enden kann, wurde Françoise die Frau an Picassos Seite. Die beiden hatten zwei Kinder und Françoise war es, die nach zehn Jahren für sich beschloss, die Beziehung zu beenden. Bis zuletzt hatte Picasso gehofft, das Ruder rumreissen zu können, als er sie wirklich abreisen sah, drohte er ihr, dass sie nie mehr einen Fuss auf den Boden der Kustwelt bringen würde. Er hatte sich geirrt.

Nachdem François Gilot 1964 selber ein Buch herausgegeben hat über ihre Zeit mit Picasso (Mein Leben mit Picasso), ist mit Die Frau, die nein sagt ein weiteres Zeugnis des Lebens dieser starken Frau erschienen. Malte Herwig hat die eigenwillige Françoise Gilot, welche mittlerweile 90 Jahre alt ist, in ihren Ateliers in New York und Paris besucht und in Gesprächen ihre Sicht vom Leben generell und dem mit Picasso ans Licht gebracht. Dass bei einer Malerin die Malerei immer eng mit dem Leben verknüpft ist, liegt in der Natur der Sache, so dass Gilots Ausführungen über ihr Malen immer auch Philosophien fürs Leben sind.

Du musst aus deinen Fehlern lernen, anstatt sie wegzuwischen. Ein falscher Strich, zu dick aufgetragene Farben müssen Teil einer neuen Bildgestaltung werden, bis alles passt – eine Lebensphilosophie, der Françoise nicht nur in ihren Werken bis heute treu geblieben ist. Was gelebt wurde, bleibt und kann nicht weggewaschen werden. Es ist für immer Teil von dir, aber am Ende zählt das Ganze, das du daraus machst. Das Leben als Gesamtkunstwerk.

Das Buch zitiert teilweise lange Passagen aus Gilots Werk, auch die Gespräche nehmen oft die Thematik jenes Buches auf: Das Leben mit Picasso, Picasso als Mensch und Maler und Kontakte zur Künstlerszene der damaligen Zeit. Gilot selber bleibt trotz allem eher undurchsichtig (was aber auch ihrem Naturell entspricht), sie wird auch in diesem Buch grossenteils durch ihre Beziehung zu Picasso vorgestellt. Es ist allerdings zu vermuten, dass dies trotz des selbst herbeigeführten Bruchs mit Picasso so ist, da auch Abkehr eine Form von Auseinandersetzung sein kann – vor allem, wenn sie von einem so prägenden Menschen und der Zeit mit diesem vonstatten geht.

Françoise machte sich zeitlebens viele Gedanken. Sie durchschaute viel und liess sich dann (trotzdem) bewusst auf die Dinge ein, auch auf die, welche von vornherein schwierig oder gar aussichtslos erschienen, von denen sie sich aber etwas für sich erhoffte – so auch wenn sie liebte und wusste, dass es vernünftig wäre, diese Liebe nicht zu leben. Allerdings wäre das nicht das Leben, wie sie es für sich definiert.

Aber die Vernunft ist kein Freund des Malers, du brauchst sie nicht unbedingt bei der Arbeit. Zum Malen brauchst du Leidenschaft, du musst in Schwung kommen und den Vogel Zweifel von der Schulter scheuchen.

In einigen Gesprächen geht Françoise Gilot auch auf ihr Malen und ihr Verständnis davon, was Malen heisst, ein. Sie schildert ihre Liebe zur Bilderwelt, zu der immer auch eine Liebe zur Sprache kommt.

[…]
Malen ist zuerst einmal Handwerk. Man braucht Fingerfertigkeit, Kenntnis der Werkzeuge und muss die Beziehungen der Farben untereinander studieren.
[…] Das Auge ist das wichtigste Instrument der Malerin
Ich wollte immer Malerin sein, aber die Sprache ist mir sehr wichtig. […] Wenn ich zeichne, ist das Wort nie weit. […] Irgendwo in den Ritzen ihrer Gemälde versteckte sich immer der Intellekt. Im Unterschied zu den männlichen Malerfürsten ihrer Generation trug sie dabei nie dick auf.

Ein weiterer Schwerpunkt des Buches sind die Erkenntnisse, die Malte Herwig aus den Gesprächen für sich selber zieht, als ob er gleichwohl dem Leser erklären möchte, was ihm die Aussagen von Gilot zwischen den Zeilen sagen könnten. Das macht aus dem Buch stellenweise eine Art Lebensratgeber und Selbsterfahrungsbericht. Ich hätte lieber mehr über François Gilot und ihre Malerei erfahren, möchte diesem Kritikpunkt aber nicht zuviel Gewicht geben innerhalb des Ganzen: Die Frau, die nein sagt ist ein informatives und tiefgbründiges Buch, das Einblicke in das bewegte Leben einer mutigen Frau gewährt und eine bereichernde Lektüre.

Fazit
Ein tiefgründiges Buch, das den Menschen François Gilot vorstellt und Einblicke in ihr bewegtes Leben mit und nach Picasso gibt. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor
Malte Herwig
Malte Herwig, Jahrgang 1972, ist Reporter beim Magazin der Süddeutschen Zeitung und lebt in Hamburg. Seine Artikel und Interviews sind in nationalen und internationalen Zeitungen und Magazinen veröffentlicht worden.

François Gilot
Françoise Gilot, 1921 in Neuilly-sur-Seine geboren, lebt und arbeitet abwechselnd in New York und Paris. Ihre Bilder werden in Museen auf der ganzen Welt gezeigt (Museum of Modern Art, Musée Picasso in Antibes, Musée d’Art Moderne in Paris u. a.). Ihr erstes Buch »Leben mit Picasso« (1964) wurde ein internationaler Bestseller trotz der Versuche Pablo Picassos, die Veröffentlichung mit rechtlichen Mitteln zu verhindern und Gilot in der Kunstwelt zu isolieren.

Angaben zum Buch:
die_frau_die_nein_sagtTaschenbuch: 176 Seiten
Verlag: Ankerherz Verlag (15. März 2015)
ISBN-Nr.: 978-3940138828
Preis: EUR 29.90 / CHF 48.90

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Delia Fischer: Das grosse Buch der Wohnstile

Puristisch, klassisch oder glamourös?

fischerwohnstileWenn es draussen grau und unwirtlich ist, wird der Wunsch gross, sich drinnen schön einzurichten. Wer das gerne mit System machen möchte, so, dass das Bett auch zum Schrank und die Kissen drauf zum Teppich passen, der ist bei diesem Buch richtig. Auf über 200 Seiten lernt man verschiedene Wohnstile kennen, kann man sich in fremden Wohnungen umsehen und für sich heraussuchen, was einem gefällt.

 

Vorgestellt werden die Wohnstile

  • Boho
  • Puristisch
  • Country
  • Glamour
  • Girly
  • Klassisch
  • Scandi
  • Exzentrisch

Jedes Kapitel wird eingeleitet mit Stichworten, die den Stil beschreiben, mit Bildern, die als Moodboard fungieren und mit Farbpaletten, Mustern und Materialien, die diesen Stil ausmachen. In der Folge geht es zu einem Hausbesuch bei jemandem, der seine Wohnung in genau diesem Stil eingerichtet hat, so dass man einen guten Eindruck erhält, wie das Ganze umgesetzt aussehen könnte.

Im Anschluss zeigt Delia Fischer anhand eines Flurs, wie man diesen mit einfachen Mitteln in den verschiedenen Stilen gestalten kann. Dasselbe wiederholt sie mit einem Wohnzimmer und einem Schlafzimmer. Wem ein Stil nicht genug ist, der erhält auch noch Tipps, wie Stile gemixt werden können, ohne dass die Wohnung nach einem Sammelsurium aussieht.

Ein wunderbar buntes und informatives Buch, hochwertig gestaltet und mit sehr schönen Fotografien. Genau das Richtige, um an einem trüben Wintertag neue Pläne für das eigene Zuhause zu fassen.

Fazit:
Ein sehr inspirierendes Buch, das verschiedene Wohnstile gut erklärt und aufzeigt, wie man sie selber umsetzen kann. Wunderschön aufgemacht, eine wahre Augenfreude. Sehr empfehlenswert.

Autorin und Ko-Autorin
Delia Fischer ist Gründerin und Geschäftsführerin von Westwing Home & Living. Sie war lange Redakteurin bei Elle und Elle Decoration und gründete das Unternehmen aus reinem Eigennutz: Sie wohnte gern schön und hatte kein endloses Budget. Heute zählt sie zu den erfolgreichsten Start-up-Unternehmerinnen in Deutschland und Visionärin in der Home un- und Living-Branche.

Ko-Autorin Nora von Westphalen studierte Modejournalismus. Nach einigen Jahren als freie Autorin ist sie seit 2005 als Redakteurin bei Elle und Elle Decoration. In dieser Zeit avancierte sie zu einer der Stil-Instanzen im deutschen Lifestyle-Bereich. Nora von Westphalen lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in München.

Angaben zum Buch:
Broschiert:224 Seiten
Verlag: Verlag Georg D.W. Callwey (2. Auflage, 2016)
ISBN-Nr.: 978-3766721105
Preis: EUR 36 / CHF 41.50

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