Frank Berzbach: Die Kunst, ein kreatives Leben zu führen. Anregung zu Achtsamkeit.

Kreativität als ein Leben in Freiheit

Kreativität wird erst zur Lebensform, wenn wir nicht aufhören, darüber nachzudenken, welchen Sinn unsere Arbeit hat, welche Richtung wir einschlagen wollen und wie wir die Welt besser hinterlassen. Die gute Botschaft … besteht darin, dass wir jederzeit die Möglichkeit haben, die Richtung zu ändern.

Frank Berzbach richtet sich mit diesem Buch an Menschen, für die „Kreativität eine grundsätzliche Lebensform ist“. Im Zentrum steht dabei die Frage „Wie wollen wir leben?“. Der Autor hat mit diesem Buch nicht nur einen Ratgeber unter vielen geschrieben, der zeigen soll, wie das Leben besser wäre. Er hat basierend auf Philosophie, Psychologie und Zen Buddhismus Werte und Wege zusammengetragen, wie das Leben so lebbar wird, wie man sich das selber wünscht.

Sie sind zwar nicht immer ihres Glückes Schmied, aber noch weniger sind sie NUR Opfer der Umstände.

Berzbach geht der Frage nach, was Kreativität ausmacht, wo wir uns beim Leben derselben im Weg stehen und wie wir sie in unseren Alltag integrieren. Er zeigt auf, wie wir diesen Alltag kreativ leben können. Wir alle sind immer äusseren Umständen unterworfen, können selten einfach von jetzt auf gleich alles umkrempeln und nur noch das leben, was wir gerade als für unsere eigene Entwicklung nötig und wichtig erachten. Wichtig ist aber, das Leben mit Achtsamkeit zu beschreiten, die Dinge nicht nur zu tun, weil sie grad gefordert sind. Indem wir uns bewusst werden, was wir selber vom Leben erwarten, können wir dem Leben auch die Richtung geben, die wir uns wünschen, die uns entspricht – und müssen uns nicht nur treiben lassen und Zwängen ausgeliefert sehen.

Bei all dem steht eine Balance zwischen Verstand und Gefühl im Zentrum. Gerade ein kreatives Leben ist auf Gefühle angewiesen, nur die rationale Herangehensweise an die Welt führt zu wenig weit. Trotzdem ist es wichtig, den Verstand zu gebrauchen, denn alles andere wäre dumm:

Dummheit ist entweder fremdgesteuert und hält sich an alle Befehle oder sie ist permanent egoistisch und feiert die prinzipielle Verweigerung.

Wenn zum eigenen Denken dann noch die leidenschaftliche Hingabe an eine Tätigkeit kommt, gepaart mit Achtsamkeit für die eigenen Gefühle und Befindlichkeiten sowie die unserer Umwelt, kommen wir einem kreativen Leben schon viel näher.

Die Formel für Kreativität ist einfach. Finde heraus, was dich belastet, und lese es ab, so, wie man einen übervoll bepackten Koffer abstellt, den man viel zu lange getragen hat. Wenn wir frei sind und uns nichts beunruhigen kann (…), dann wird die in uns befindliche Schöpfung, egal was sie im Einzelnen sein mag, herausfliessen, völlig natürlich und einfach.

Fazit:
Ein inspirierendes und motivierendes Buch, das tief abgestützt ein kreatives Leben und Wege, es zu leben, aufzeigt. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor
Frank Berzbach
Frank Berzbach, geboren 1971, hat in Köln und Bonn Pädagogik, Psychologie und Literaturwissenschaft studiert und an der Goethe-Universität in Frankfurt/Main promoviert. Nach einigen jahren in der Bildungsforschung war er Fahrradkurier für einen schönen Buchladen. Er unterrichtet Psychologie und Kulturpädagogik an der ecosign/Akademie für Gestaltung und an der Fachhochschule Köln.

Angaben zum Buch:
BerzbachBroschiert:192 Seiten
Verlag: Verlag Hermann Schmidt (10. April 2013)
ISBN-Nr.: 978-3874398299
Preis: EUR 29.80 / CHF 45.90

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Werk und Schöpfer

Oft hörte ich: Den Künstler lese oder höre ich nicht, dessen Bilder schau ich mir nicht an – weil: Er war menschlich, politisch, ethisch auf einer Linie, die meiner nicht entspricht, oder er ist gar so untragbar ist, dass man den Menschen mit allem, was er hervorbrachte, ignorieren müsste.

Die Frage, die sich mir hier stellt, ist: Kann man den Faden so spinnen in der Kunst – und generell? Ist jemand, der auf einer – oder mehreren – Ebene(n) daneben griff, auf allen Ebenen und absolut zu verdammen? Kann jemand, nur weil er irgendwo falsch lag, nicht irgendwo auch richtig liegen? Was ist der richtige Umgang mit Menschen, die sich menschlich oder ethisch disqualifizieren? Was ist der richtige Umgang mit dem, was sie sagen, tun, schaffen?

Zum Beispiel
Michael Jackson. Ein Meilenstein der Popmusik. Kaum einer kennt den Namen nicht, gewisse Lieder haben sich so eigebrannt, dass man beim ersten Takt weiss, was es ist. Aber – bei aller musikalischen Leistung – es gab eine dunkle Seite. Immer wieder kamen Gerüchte auf, er sei pädophil. Die (juristische) Gewissheit gab es nie, die Gerüchte und Fakten reichten aber, den Verdacht als begründet zu sehen in der Allgemeinheit. Was macht das mit seinem Werk? Darf man das noch hören? Ist Thriller plötzlich weniger gut?

Ein weiteres Beispiel
Ezra Pound – Wegbereiter der modernen Lyrik und Faschist. „Muss“ man ihn lesen, weil er lyrisch etwas zu bieten hat, weil er ein Meilenstein der Literaturgeschichte ist, oder sollte man ihn meiden, weil er ein Gedankengut vertrat, das nicht zu vertreten ist?

Noch ein Beispiel gefällig?
Was ist mit Heidegger? Ein Nazi? Sind seine Texte zum Denken, seine klaren Analysen zur Zeit und zum Sein hinfällig, weil er der falschen Ideologie anhing (für eine Zeit)?

Zählt das Werk für sich oder ist es immer auf den Schöpfer begrenzt? Kann ich Michael Jacksons Musik mögen, ohne damit Pädophilie zu verharmlosen? Muss ich mich von Pound distanzieren, weil ich den Faschismus/Nationalsozialismus und alle seiner Unterstützer damit als verabscheuenswürdig erachte? Kann einer, der einer falschen Ideologie folgt, trotzdem etwas Wertvolles und Wahres sagen?

Wie geht man damit um? Jedes Werk hat einen Schöpfer und es ist von diesem durchtränkt. Durchtränkt eine Ideologie das ganze Werk oder kann daneben was blühen? Ganz unbedarft?

Ich frage.

Achim Sommer (Hrsg.). – The World of Tim Burton (Rezension)

Manchmal sind die normalen Menschen die Monster

Zeichnen war ein Ventil für mich, um auszudrücken, was immer ich fühlte, um aus der geisttötenden Einförmigkeit der Vorstadt auszubrechen. (T.B.)

TB1Schon als Kind zeigte sich Tim Burtons zeichnerisches Talent, mit 13 Jahren drehte er seinen ersten Film. Nach einem Studium in Trickfilmkunst, finanziert durch die Disney-Studios und der Mitwirkung an mehreren Zeichentrickfilmen trat er auch als Autor und Regisseur den Erfolgskurs an (der Kurzfilm Vincent ist preisgekrönt).

Das Max Ernst Museum in Brühl holte nun mit der Ausstellung The World of Tim Burton das zeichnerische und malerische Werk des US-amerikanischen Popkünstlers nach Deutschland und macht sie hier einem breiten Publikum bekannt. Begleitend zu dieser Ausstellung ist der vorliegende Ausstellungskatalog erschienen. Als Einstieg fasst Prof. Dr. Jürgen Wilhelm (Vorstandsvorsitzender der Stiftung Max Ernst) die einzelnen Stationen und Meilensteine des originellen und kreativen Künstlers zusammen und setzt diesen in eine dialogische Beziehung zu Max Ernst. Auf zwei kurze Einleitungen durch den Herausgeber Achim Sommer sowie die Kuratorin Jenny He folgen eine kurze Stellungnahme von Tim Burton und seine Gefühle zu dieser Ausstellung sowie ein Interview, das Achim Sommer und Patrick Blümel (Ausstellungsassistent) mit Tom Burton geführt haben.

TB2Das Herzstück des Buchs sind sicher die 60 Seiten mit Bildern aus der Ausstellung. Sie bestechen durch ihre phantasievollen Szenerien, die makabren Ideen, gruselige, skurrile und abgründige Charaktere.

Manchmal fühle ich mich wie ein Alien, der zu nichts und niemandem in seinem Umfeld einen Zugang findet. (T.B.)

Tim Burton zeichnet eine surreale Welt, in der es thematisch immer wieder um den Tod und das Leben danach geht und die Beziehungen zwischen verschiedenen Welten aufgegriffen werden. Seine Helden sind oft Aussenseiter, melancholische, depressive Helden, welche unter der Welt um sie leiden.

Wie viele Menschen habe ich mich Aussenseitern immer verbunden gefühlt. Nicht in der Lage zu sein, dazuzugehören, das Gefühl, dass alles, was man anfasst, in der Luft zerrissen oder in den Schmutz gezogen wird…Es ist schön zu sehen, wenn ein Aussenseiter der Held ist – zu sehen, dass Anderssein nicht heissen muss, dass man nichts zu bieten hat und dass mitunter die sogenannten normalen Menschen die eigentlichen Monster sind. (T.B.)

Den Abschluss des Buches macht eine ausführliche und reich bebilderte Biographie des Künstlers. Alle Texte sind in Deutsch und Englisch verfasst.

Die Ausstellung ist noch bis am 3. Januar 2016 im Max Ernst Museum in Brühl zu sehen.

Fazit:
Ein informatives und sehr schön gestaltetes Buch zu einem aussergewöhnlichen Künstler, das den Betrachter in neue – skurrile, abgründige und auch zum Nachdenken anregende – Welten entführt. Absolut empfehlenswert.

Angaben zum Buch:
TimBurtonCoverGebundene Ausgabe: 120 Seiten
Verlag: Hatje Cantz Verlag (14. August 2015)
ISBN-Nr.: 978-3775740296
Preis: EUR 24.80 / CHF 34.90

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Steven Naifeh, Gregory White Smith – Van Gogh. Sein Leben (Rezension)

Das Leben und Scheitern eines Jahrhundertmalers

„Dieser Mensch ist entweder verrückt, oder er lässt uns alle weit hinter sich.“

Dem ersten Teil der Aussage von Camille Pissarro haben wohl viele in Vincent van Goghs Umfeld zugestimmt. Vincent van Gogh war alles andere als ein gewinnender Mensch. Er war störrisch, eigensinnig, eigenbrötlerisch, ablehnend, teilweise ungepflegt. Er war aufbrausend, fanatisch in allem, was er wollte, fordernd und nicht sehr umgänglich. Ob diese Eigenschaften Grund für sein ständiges Scheitern bei allem, was er anpackte, waren oder aber er so wurde, weil er von klein auf in seinen Sehnsüchten und Wünschen verstossen wurde und nicht reüssierte, ist schwer zu sagen. Fakt ist, dass er erst mit 30 Jahren zur Malerei kam, der Weg davor steinig war, der danach nicht weniger.

Vincent van Gogh wurde in eine Familie hineingeboren, in der Zusammenhalt und Familiensinn grossgeschrieben wurden. Diese Werte ins Herz gepflanzt muss es umso schmerzlicher gewesen sein, immer der Aussenseiter, gar der verstossene, „missratene“ Sohn zu sein. Vincent schwankte zwischen verzweifelten Annährungsversuchen und trotziger Abkehr von der Familie. Und er litt. Teilweise so sehr, dass er in Depressionen verfiel, sich völlig zurückzog von den Menschen und vom Leben – nicht dass er in weniger depressiven Momenten sehr sozial veranlagt gewesen wäre.

Wenn er sich nicht um gute Gesellschaft bemühe, komme es daher, weil man „als Maler auf andere gesellschaftliche Bestrebungen verzichten muss“. Wenn er „zeitweilig unter Schwächeanfällen, Nervosität und Melancholie“ leide, liege es an „einer Eigenheit in der Natur jedes Malers“. Wenn er ein unruhiges, unkonventionelles Leben führe, dann weil es „zu meinem Beruf passt. […] Ich bin ein armer Maler.“

Er suchte zwar immer Anschluss, am liebsten familiären, war aber nicht in der Lage, diesen lange aufrecht zu erhalten. Er überwarf sich mit allen Menschen, die er anfänglich verehrte, die es auch gut mit ihm meinten.

Als er endlich zur Kunst fand, ging er darin auf. Wie alles zuvor betrieb er auch die Malerei fanatisch. Er war einerseits dankbar für jede Anleitung, die er finden konnte, schlug Ratschläge aber trotzdem schnell in den Wind, um seinen eigenen Weg zu gehen.

Sehr ausführlich beschreiben Steven Naifeh und Gregory White Smith Vincent van Goghs Leben und Schaffen. Quellen, Briefe und ältere Biographien fanden Eingang in dieses 1200 Seiten starke Buch, welches ein Leben präsentiert, das vom Scheitern geprägt war. Es bettet das Leben dieses Suchenden ein in den zeitlichen Kontext und legt seine Bezüge zur Umwelt, zu den Menschen seiner Zeit offen. Es zeigt auf, was Vincent van Gogh bewegte, umtrieb, teilweise auch umstiess. Sachlich, akribisch, nie langweilig entfaltet sich der gequälte Lebensweg eines Menschen, der von Sehnsüchten geplagt war, die sich nie erfüllten, und der ob seines eigenen Scheiterns verzweifelte – um sich dann doch wieder aufzuraffen und in ein neues Abenteuer zu stürzen. Die Malerei war das letzte. Auch da war der Weg hart, doch er ging ihn durch alle Schwierigkeiten hindurch. Glücklich hat er ihn nicht gemacht, aber unsterblich.

Fazit:
Ein Standardwerk – Genauer und detaillierter kann man das Leben und Schaffen eines Künstlers nicht erzählen. Sehr empfehlenswert.

Angaben zum Buch:
VanGoghGebundene Ausgabe: 1216 Seiten
Verlag: S. Fischer Verlag (9. Oktober 2012)
ISBN-Nr.: 978-3100515100
Preis: EUR 34 / CHF 48.90

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Jodi Picoult: Bis ans Ende der Geschichte (Rezension)

Die Vergangenheit schläft nie

Jede Erinnerung ist eine Papierblume im Ärmel eines Zauberers, gerade eben noch unsichtbar und gleich darauf so gegenwärtig und blühend, dass ich mir nicht vorstellen kann, wieso sie sich die ganze Zeit versteckt hatte.

picoultendeSage Singer hat ihre Mutter bei einem Autounfall verloren und ist seit da durch eine Narbe gezeichnet. Sie entzieht sich gerne den Menschen, so dass ihr der Beruf der Bäckerin, den sie mit Leidenschaft ausübt, gerade recht kommt. Regelmässig besucht sie eine Trauer-Selbsthilfegruppe, wo sie auf Josef trifft. Josef ist auch Kunde in der Bäckerei, in der Sage arbeitet. Immer sitzt er da mit seinem Dackel und hat sein kleines Notizbuch auf dem Tisch.

Zwischen Josef und Sage entsteht eine Freundschaft. Beide waren sie allein, beide fühlen sie sich verstanden.

Es ist ein Unterschied, ob man die Vergangenheit mit jemandem teilt oder sie allein durchlebt. Es fühlt sich weniger nach Wunde, eher nach Verband an.

Eines Tages bittet Josef Sage um einen Gefallen: Sie soll ihn umbringen. Er erzählt ihr von seiner Vergangenheit als SS-Soldat. Sein Tod soll Sühne sein für seine Schuld. Sage steht vor einem Dilemma. Ist die Erfüllung dieses Wunsches moralisch legitim? Gesetzlich ist sie sicher nicht.

Bis ans Ende der Geschichte ist ein sehr vielschichtiger Roman. Er behandelt die unterschiedlichsten Themen, die alle für sich romanfüllend gewesen wären: Trauer nach einem Verlust, der Umgang mit eigenen Schwächen, Vergangenheitsbewältigung nach dem Holocaust – auf beiden Seiten, denn Sages Grossmutter ist eine Überlebende des Regimes.

Jodi Picoult schafft es, sehr glaubwürdige und stimmige Charaktere zu erschaffen, die alle ihre Geschichten als Erzählstränge in den Roman einbringen und diese langsam zu einem Netz weben. Das Buch regt zum Nachdenken an, es stellt viele ethische Fragen, auf die man Antworten finden muss und will.

Ab und an hat der Roman Längen, ganze Abschnitte erscheinen als sehr weit hergeholt und wenig zielführend, haben aber am Schluss ihren Sinn im Ganzen. Ein sehr durchdachtes, gut durchkomponiertes literarisches Werk, das sich dann und wann etwas zu sehr in die Länge zieht durch die Beschreibung zu vieler Details. Damit steht Jodi Picoult aber nicht alleine da, diese – wenn man es denn so nennen will – Schwäche teilt sie mit ganz Grossen der Literatur.

Fazit:
Ein kunstvoll durchkomponiertes, mit plastischen Figuren beseeltes, zum Nachdenken anregendes Werk, das einige Längen aufweist. Sehr empfehlenswert.

Die Autorin
Die gebürtige New Yorkerin Jodi Picoult eroberte im Sturm die Herzen ihrer Leser. Vor allem ihr Talent , mit Feingefühl vielschichtige zwischenmenschliche Beziehungen zu beschreiben, schätzen ihre Fans. Die 1967 geborene Autorin lebt heute mit ihrem Mann und ihren Kindern in Hanover, New Hampshire. Bereits während ihres Studiums widmete sie sich dem Schreiben und arbeitete zunächst als Texterin und Lehrerin. Ihren ersten Roman verfasste sie 1992, als sie mit ihrem ersten Kind schwanger war. Damit sie für ihre Bücher effektiv recherchieren kann, hat ihr Mann seinen Beruf aufgegeben. Jodi Picoult kann so die Schauplätze ihrer Romane besuchen, um eine genaue und authentische Beschreibung zu liefern. Kein Wunder also, dass man mit ihren Romanhelden jedes Mal mitfiebert, als ob sie wirklich wären.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 576 Seiten
Verlag: Penguin Verlag (22. August 2016)
Übersetzung: Elfriede Peschel
ISBN-Nr: 978-3328100515
•
Preis: EUR 10 / CHF 14.90
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Das Walt Disney Film Archiv (Rezension)

Die Animationsfilme 1921 – 1968

Mickey Mouse und seine Nachfolger – ein Blick hinter die Kulissen

Walt Disney ist vor 50 Jahren, am 15. Dezember 1966 gestorben. Auf einer Farm in Missouri aufgewachsen, begann er 1919 mit der Produktion von Trickfilmen. Es sollten aber noch 9 Jahre vergehen bis zu seinem Durchbruch: Steamboat Willie – Mickey Mouse hat seinen Auftritt.

Denkt immer daran, dass die ganze Sache mit einer Maus begann. (Walt Disney)

waltdisneyMit Mickey Mouse begann das, was man wohl als eine Erfolgsgeschichte sondergleichen bezeichnen könnte. Es folgten Filme, welche das Herz von Kindern und Erwachsenen auf der ganzen Welt erfreute: Schneewittchen, Das Dschungelbuch, Pinocchio oder Peter Pan, um nur einige zu nennen.
Der vorliegende – nicht nur inhaltlich – gewichtige Band zeigt, wie die Filme in den Studios entstanden sind. Es werden verschiedene Entwürfe der Figuren und Szenerien gezeigt, welche wieder verworfen wurden, um schliesslich die endgültige Version zu finden. Die Bilder werden von einem erklärenden Text begleitet, so dass man als Leser Film für Film nachverfolgen kann, wie der Schaffensprozess ablief, was alles nötig war, um schlussendlich einen den fertigen Film zu haben.

Das Buch liefert nicht nur Hintergrundwissen, es weckt auch Erinnerungen: Wer erinnert sich nicht an die Filme, wer blickt nicht wieder mit glänzenden Augen auf all die Vertrauten aus Kindertagen? Das Buch selber wurde für die deutschen Leser in der Originalfassung auf Englisch belassen, wird aber von einer Broschüre mit den deutschen Texten begleitet. Die hochwertige Aufmachung und das ungewöhnliche Format (das Buch misst 33 x 48 cm und wiegt über 6 kg) machen dieses Buch zusätzlich zu einer ausserordentlichen Leseerfahrung.

Fazit:
Informative und ästhetisch aufbereitete Hintergrundinformationen zu einem der grossen Filmproduzenten mit dem Nebeneffekt, wundervolle Kindheitserinnerungen zu wecken. Sehr empfehlenswert.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 624 Seiten
Verlag: Taschen Verlag (15. Oktober 2016)
ISBN-Nr.: 978-3836552899
Preis: EUR 150 / CHF 187.90
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Facebook und die ominösen Andeutungen

Was ich ab und an bei FB so liebe? Menschen, die ein Wort hinschreiben. So ein vieldeutiges. Es können auch viele Worte sein, vieldeutige, die aber irgendwie nichts aussagen, nur was ganz diffus erahnen lassen. So Andeutungen, die keiner versteht. Vor allem keiner, der nichts weiss. Einige wissen vielleicht was. Die zeigen sich dann als Eingeweihte. Sie sind quasi die Insider des Mysteriums.

Fragt man nach, kommt:

Ich will nichts drüber sagen.

Ja mein Gott, ich wollte es gar nicht wissen. Hätte man nix gesagt, wäre keine Frage gekommen. Fragt man nicht, hiesse es, man interessiere sich nicht. Aber:, Wieso also muss man ein diffuses Wort hinschreiben? Was will man damit bezwecken?

Ich könnte jedes Mal kotzen. Und würde am liebsten entfreunden, blocken, durchatmen. Aber. Ich bewahre Contenance. Denke mir „da will sich wer wichtig machen“ und gehe weiter. Aber: Doof finde ich es….und ich verstehe es nicht. Was bringt das demjenigen? Ist das ein Gewinn? Fühlt man sich mysteriös? Man müsste ja denken, andere hätten kein Leben, die würden dann am Computer sitzen und sich die Kopfhaut blutig kratzen beim Versuch, das Rätsel zu lösen?! Sind sie so wichtig? Andere so klein – aus ihrer Sicht? Sympathisch finde ich das nicht.

Was ich noch dazu sagen möchte: Das Verhalten mag doof sein, es unterstützt aber auch noch eine Tendenz: Sich nicht mehr zu interessieren. Man liest Andeutungen, geht drüber weg. Vielleicht auch mal bei wem, dem es schlecht geht, der Hilfe bräuchte. Weil: Man wird durch diese selbstverliebten Mysteriumsbauer darauf trainiert, nicht nachzufragen, weil es schlicht nix bringt, als ein Ego noch mehr aufzubauen. Und DAS finde ich wirklich traurig.

Immer genügen

Ich bin nicht gut genug. Ich pack das nicht. Ich kann das nicht. Ich bin eh zu doof. Ich Pfeife, wieso probiere ich überhaupt, ich werde eh scheitern.

So oder so ähnlich reden wir so oft mit uns. Und nein, das ist noch nicht genug, es geht noch weiter:

Mich erträgt eh keiner. Ich bin so schwierig. Wer will es mit mir bloss aushalten. Ich muss mich anpassen, sonst laufen alle davon. Ich bin übel und die anderen werden es alle bald merken – also: Ball flach halten.

Und so gehen wir durchs Leben und machen es allen recht. Wir versuchen es zumindest und rechnen es uns hoch an. Dass wir damit ständig scheitern, weil es nie allen recht ist, stellen wir uns selber in Rechnung.

Wir haben nicht genügt.

Wir versuchen härter, nehmen uns mehr zurück. Wir wickeln Kinder, hoffahren Ehemänner, schmeicheln Chefs und schreiben auf Twitter und Facebook von unserem ach so tollen Leben, auf Instagram folgt noch das Bild dazu. Wenn genug Likes kommen, haben wir gesiegt, ansonsten geht die Litanei neu los:

Wir haben nicht genügt.

Wie wäre es, wenn wir nur einem genügen wollten: Uns selber? Wie wäre es, wenn wir mal hinhören würden, was wir eigentlich wollen. Wissen wir es überhaupt? Oder ist alles eigene Wollen schon lange begraben von den Wünschen und Bedürfnissen anderer? Und ja, wir kriegen von aussen die Bestätigung für das Begraben:

Mutter opfere dich auf. Es ist dein Kind, es ist deine Verantwortung.

Wir kriegen von aussen die Bestätigung:

Geh arbeiten, leiste was.

Wir kriegen von aussen die Bestätigung:

Verdiene viel, sonst bist du nix.

Wir kriegen von aussen die Bestätigung:

Du bist in einer Beziehung. Da musst du zurückstecken.

Ich propagiere nicht den Egoismus, der über Leichen geht. Ich bin auch dafür, dass Kompromisse sein müssen und ein Miteinander gefunden werden muss. ABER:

Gehen wir wirklich Kompromisse ein oder geben wir uns auf? Welchen Wert hat das eigene Glück und dürfen wir es anstreben? Wie hoch ist der Preis dafür und sind wir bereit, ihn zu zahlen? Wo bleibt man selber, wo hat man sich verloren?

James Patterson: Das 9. Urteil (Rezension)

Ein Serienkiller sorgt für Hochspannung

Pete drückte ab. Die Kugel zischte durch den Schalldämpfer, traf die Frau im Nacken. Sie legte die Hand an die Wunde. Blut spritzte zwischen ihren Fingern hervor. „Mein Baby“, keuchte sie.

patterson9Ein irrer Serienmörder tötet wahllos junge Mütter und deren Kleinkinder. Lindsay Boxer und die anderen Ermittler tappen im Dunkeln, zumal die Polizei von San Francisco gnadenlos unterbesetzt ist und ein in der Dringlichkeit höher eingestufter Fall sie auch beschäftigt: Der Mord an der Frau eines bekannten Filmstars.

Plötzlich geht eine Lösegeldforderung ein: Der Mörder will zwei Millionen Dollar, sonst tötet er weiter. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Der neunte Fall des Women’s Murder Club ist an Spannung kaum zu überbieten. Von der ersten Seite an wird man gepackt und will das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Patterson gelingt es, durch einen geschickten Wechsel zwischen verschiedenen Fällen immer wieder Cliffhanger einzubauen. Des Weiteren sind die verschiedenen privaten Geschichten der vier Frauen des Women’s Murderclub geschickt in die Ermittlungsarbeit eingewebt und sorgen für weitere Spannungsbögen.

Einmal mehr zeigt sich, dass James Patterson sein Handwerk beherrscht. Auch wenn es in den vergangenen Fällen die eine oder andere Flaute gab, ist diese Reihe mit etwas vom Besten, was es im Bereich Thriller gibt.

Fazit:
Beim neunten Fall des Women’s Murder Club schöpft Patterson wieder aus dem Vollen seines Könnens und liefert einen Thriller, der von der ersten bis zur letzten Seite an Spannung kaum zu überbieten ist. Sehr empfehlenswert!

Der Autor
James Patterson, geboren 1947, sagt von sich selbst: „Ich bin schnell. Ich bin ein Ja-Nein-Typ, ich hasse Vielleichts.“ Und er ist tatsächlich so schnell, dass er an mehreren Romanen gleichzeitig arbeitet und pro Jahr mitunter fünf Titel auf Platz 1 der Bestsellerlisten landet. Begonnen hat seine Karriere, als er mit 27 Jahren den „Edgar Allan Poe Award“ für seinen ersten Roman „Die Toten wissen gar nichts“ bekam. Seitdem arbeitet er pausenlos an den Thrillern der „Alex-Cross“-Reihe oder schreibt über Detektiv Lindsay Boxer und den „Women’s Murder Club“ (siehe auch Der 1. Mord, Die 2. Chance, Der 3. Grad, Die 4. Frau, Die 5. Plage, Die 6. Geisel, Die 7 Sünden, Das 8. Geständnis und Die Tote Nr. 12). Hinzu kommen weitere Romane sowie Sach- und Kinderbücher. Patterson hat Englische Literatur studiert und war einige Jahre Chef einer Werbeagentur. Heute lebt er mit seiner Familie in Palm Beach City, Florida.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (18. März 2013)
Co-Autorin: Maxine Paetro
Übersetzung: Leo Strohm
ISBN-Nr: 978-3442372331
Preis: EUR 8.99 / CHF 13.90
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That’s life

Ab und an denke ich: Es ist ein Scheissleben. Aber das ist es nicht. Es ist einfach, wie es ist. Nie fair, nie einfach, nie gerecht. Mit schönen Momenten, wertvollen Momenten, kleinen Schönheiten am Wegesrand, Hoch-Zeiten – und viel Schwerem. Man muss irgendwie innerlich schaffen, ein Gleichgewicht herzustellen.

Das klingt düster? Das mag sein. Mehr habe ich nicht. Ich habe viele Menschen gehen sehen. Ich stand oft selber kurz davor. Manchmal denke ich, es wäre eine Erlösung gewesen, und doch bin ich froh, hier zu sein. Das Leben ist schön. Es hat viel zu bieten. Und es nimmt viel. Es nimmt einem Menschen, kostet Kraft. Es bring Unsicherheiten. Es macht ab und an Angst.

Und immer geht man weiter. Man hadert, weint, schimpft. Und wenn es hart auf hart kommt, möchte man es behalten. So irgendwie. Vielleicht nicht genauso, wie es ist, aber doch behalten.

Wir können uns das Leben nicht aussuchen. Gewisse Dinge haben wir im Griff, für gewisse können wir kämpfen, einige kommen ungefragt. Und ab und an singen wir Halleluja, ab und an verfluchen wir alles – uns damit.

Am Schluss bleibt wohl nur, herauszufinden: Was liegt in meiner Macht?

  • Kann ich es ändern? Ok, ich ändere es! Alles gut!
  • Kann ich es ändern, es ist aber schwer? Ich mache es oder höre auf, zu heulen!
  • Ich kann es nicht ändern? Ich muss es schlucken und habe zwei Möglichkeiten:
    • ich verfluche das Leben
    • Ich verfluche das, was ich nicht ändern kann, sehe aber, dass es noch anderes gibt.

Mehr habe ich auch nicht. Ich hätte ab und an gerne mehr, glaube aber nicht an die Alles-ist-möglich-Sprüche, weil ich zu wissen glaube, dass es das nicht ist. Wir haben schlicht nur die Möglichkeit, mit dem, was möglich ist, umzugehen. Das ist viel, aber es rettet uns nie vor den Tiefen, die das Leben mit sich bringt.

Ich hoffe und wünsche mir, immer die Schönheiten zu sehen, die das Leben bringt. Sie machen das Leben lebenswert.

Zum Thema hätte ich noch ein bisschen Musik – ein Lied, das ich sehr liebe

James Patterson: Die 7 Sünden (Rezension)

Feuerteufel und Todesengel?

„Lasst uns nicht allein!“
Er sah, wie die Flammen an den Vorhängen emporzüngelten, und hörte die erstickten Schreie seiner geliebten Frau, während die Haustür krachend ins Schloss fiel.

patterson7Eine Reihe von Brandanschlägen fordert mehrere Menschenleben, immer reiche Ehepaare. Lindsay Boxer steht vor einem Rätsel und weiss nur, dass sie bald mehr wissen muss, damit nicht noch mehr Menschen sterben.

Zur gleichen Zeit gibt es neue Hinweise im Fall des verschwundenen Michael Campion, des herzkranken Sohnes eines ehemaligen Gouverneurs. Er soll das letzte Mal bei einer Prostituierten gesehen worden sein, aus deren Haus er nie mehr rausgekommen ist. Als die bildschöne und mädchenhaft unschuldig aussehende Prostituierte ihre Tat gesteht, scheint wenigstens dieser Fall gelöst – bis sie das Geständnis widerruft. Und irgendwo vermutet Lindsay Boxer einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen, nur: Wo?

Zum Glück hat sich Lindsays Privatleben ein wenig normalisiert, fast könnte man es glücklich nennen, wären da nicht Lindsays Zweifel und ihr Zögern. Zudem raubt ihr der berufliche Ehrgeiz jegliche Zeit für ein Privatleben, so dass sie ihren Liebsten, der ihretwegen einige Opfer gebracht hat, kaum sieht, was auf Dauer nicht gut gehen kann. Die wenige Zeit, welche die beiden haben, verbringen sie in detailreich beschriebenen Liebesaktivitäten – hätten sie mehr Zeit, müsste man wohl die Genrewahl überdenken.

Der siebte Fall des Women’s Murder Club ist wieder gewohnt spannend. Von der ersten Seite an zieht er einen in den Bann und lässt nicht los, bis alles restlos aufgeklärt ist. Dass das Ende ein wenig gar überraschend und wenig befriedigend ist, bleibt als kleiner Wermutstropfen zurück. Trotzdem ist das Buch ein wirklicher Pageturner und ein kurzweiliges Lesevergnügen.

Fazit:
Beim siebten Fall des Women’s Murder Club ist Patterson wieder gewohnt spannend und packend. Von der ersten Seite an ist man im Bann des Buches und legt dieses ungern wieder weg. Sehr empfehlenswert!

Der Autor
James Patterson, geboren 1947, sagt von sich selbst: „Ich bin schnell. Ich bin ein Ja-Nein-Typ, ich hasse Vielleichts.“ Und er ist tatsächlich so schnell, dass er an mehreren Romanen gleichzeitig arbeitet und pro Jahr mitunter fünf Titel auf Platz 1 der Bestsellerlisten landet. Begonnen hat seine Karriere, als er mit 27 Jahren den „Edgar Allan Poe Award“ für seinen ersten Roman „Die Toten wissen gar nichts“ bekam. Seitdem arbeitet er pausenlos an den Thrillern der „Alex-Cross“-Reihe oder schreibt über Detektiv Lindsay Boxer und den „Women’s Murder Club“ (siehe auch Der 1. Mord, Die 2. Chance, Der 3. Grad, Die 4. Frau, Die 5. Plage, Die 6. Geisel und Die Tote Nr. 12). Hinzu kommen weitere Romane sowie Sach- und Kinderbücher. Patterson hat Englische Literatur studiert und war einige Jahre Chef einer Werbeagentur. Heute lebt er mit seiner Familie in Palm Beach City, Florida.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (15. November 2010)
Übersetzung: Leo Strohm
ISBN-Nr: 978-3442375851
Preis: EUR 8.99 / CHF 13.90
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Peter Swanson: Die Gerechte (Rezension)

Ein moralisch gerechtfertigter Mord?

Wenn Sie Ihre Frau töten, tun Sie ihr nur etwas an, was ihr ohnehin widerfahren wird. Und Sie würden andere Menschen vor ihr retten. Sie ist etwas Negatives. Sie macht die Welt schlechter.

swansongerechteTed Severson, ein reicher Unternehmer, denkt, glücklich verheiratet zu sein mit der wunderschönen Miranda, bis er diese eines Tages bei einem Seitensprung beobachtet. Die Wut wächst in ihm. Als er kurz darauf an einer Flughafenbar sitzt und eine attraktive Frau sich neben ihn setzt, erzählt er ihr – ein paar Martinis haben seine Zunge gelockert – von seinem Leben. Lily, so heisst die attraktive Bekanntschaft, versteht ihn gut und macht ihm ein Angebot: Sie will ihm helfen, seine Frau umzubringen.

In der Folge planen die beiden minutiös den perfekten Mord, kommen sich dabei auch näher. Doch dann nimmt die Geschichte eine unerwartete Wende.

Die Gerechte ist die Geschichte eines perfekten Verbrechens. Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven, die sich kapitelweise abwechseln. Dabei gibt es immer Rückblenden vor allem in die Vergangenheit von Lily, die aufzeigen, wie Lily zu dem Menschen mit den moralischen Beweggründen wurde, der sie heute ist. Dem Autor ist hier eine psychologische Analyse gelungen, die ohne jegliche Beschreibungen, sondern nur durch erzählte Handlungen und Erlebnisse auskommt.

Höhepunkt des Buches ist sicher der Moment, als Peter Swanson einen sehr unerwarteten – im Nachhinein aber nachvollziehbaren – Wendepunkt einbaut. Der Autor hat sein Handwerk verstanden, das Buch ist gut geschrieben, spannend aufgebaut und mit den nötigen Überraschungen versehen, um den Leser bei der Stange zu halten. Die Form der abwechselnden Perspektiven und vielen Rückblenden nimmt der eigentlichen Geschichte aber viel an Tempo und ist wohl Geschmacksache: Man mag es oder nicht.

Fazit:
Eine packende Idee stimmig umgesetzt, gut geschrieben und mit den nötigen Überraschungsmomenten und Wendepunkten. Der Stil der wechselnden Perspektiven und Rückblenden ist aber Geschmacksache.

Der Autor
Peter Swanson studierte am Trinity College, der University of Massachusetts in Amherst und am Emerson College in Boston. Er lebt mit seiner Frau und einer Katze in Somerville, Massachusetts, wo er an seinem nächsten Buch schreibt.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (16. Januar 2017)
Übersetzung: Fred Kinzel
ISBN-Nr: 978-3734103599
Preis: EUR 12.99 / CHF 18.90
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Reuel Golden: London (Rezension)

Ein wunderbarer Bildband, eine wahre Goldgrube an Eindrücken.

Avatar von Sandra von SiebenthalSandra von Siebenthal

Portrait of a City

Eine Zeitreise durch London

„Wenn ein Mann genug von London hat, ist er des Lebens müde.“ Samuel Johnson

coverLondon ist eine beeindruckende Stadt und der vorliegende Bildband wird dieser Stadt mehr als gerecht. Ausstrucksstarke Bilder bieten Einblicke in fast zwei Jahrhunderte Geschichte der englischen Metropole – vom viktorianischen Zeitalter bis heute. Eingeleitet werden die einzelnen Kapitel mit einem informativen, gut lesbaren Texten.

Das Buch ist in fünf Kapitel unterteilt:

  • Die Monsterstadt ( 1837-1901)
  • Moderne Zeiten (1902-1938)
  • Die Folgen des Krieges (1939-1959)
  • Die Party und der Morgen danach (1960-1981)
  • Neue Perspektiven ( 1982-heute)

Reuel Golden hat für diesen Bildband Fotos aus Archiven aus der ganzen Welt – von Laien und Profis – gesammelt, viele davon sind noch nie veröffentlicht worden. Entstanden ist so eine Goldgrube an Eindrücken zur Architektur und Geschichte Londons sowie vom alltäglichen Leben.

phpthumb_generated_thumbnailjpgZwischen den Fotos finden sich immer auch Zeitdokumente wie Filmplakate, Buchcover…

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