5 Inspirationen – Woche 9

Eine weitere Woche Lockdown ist hinter uns, und obwohl vieles nicht möglich ist wie früher, rast die Zeit, die Wochen vergehen wie im Flug. Für mich ist die ganze Zeit nicht wirklich schlimm, im Gegenteil, ich geniesse die Ruhe, die Entschleunigung, die Reduktion in so vielen Bereichen, der vermehrte Blick nach Innen als nach Aussen. Ab und an frage ich mich, wie alles wird, wenn wir wieder in so etwas wie eine Normalität eintreten. Wird sie das gewohnte Normal sein oder ein neues? Werden Hektik und Getriebensein wieder zunehmen? Wieviel hat jeder selber in der Hand und was haben wir aus all dem gelernt? Ich bin gespannt.

Was ist mir diese Woche begegnet, hat mich diese Woche inspiriert?

  • Ich las einen Artikel über Schriftsteller und ihre Beziehung zur Musik. Musik hat mich mein Leben lang begleitet, früher noch mehr als heute. Ich hörte immer Musik, sie begleitete mich durch alle Hochs und Tiefs meines Lebens. In letzter Zeit wurde es weniger – eigentlich schade. Das will ich wieder ändern.
    Ein schönes Zitat dazu von Niezsche:

„Ohne Musik wäre das Leben ein Fehler.“

  • Einmal mehr hörte ich den Podcast Hotel Matze, dieses Mal mit Ferdinand von Schirach, den ich für seine tiefen Gedanken und seine literarische Verarbeitung derselben sehr schätze. Im Podcast spricht er über sein Schreiben, über die Würde des Menschen und seinen Wunsch nach einer europäischen Verfassung, welche in seinen Augen vom Volk gewollt und als Utopie geschrieben werden müsste, die man in der Folge zu erfüllen versuchen müsse, statt von vornherein nur das festzuhalten, was in der eigenen begrenzten Sicht aktuell Sache ist.
  • Mich hat einmal mehr die Seite Pinterest inspiriert mit ihren tausenden von Kochideen. Auch diese Woche bin ich wieder über völlig neue Rezeptzusammenstellungen gestolpert, habe Neues ausprobiert und so mein Kochrepertoire um sehr leckere Novitäten erweitert. Ich habe mittlerweile auch einige Kochrezepte abgespeichert – falls jemand stöbern mag: Meine Pinwände auf Pinterest
  • Ab und an inspiriert mich mein eigenes Bücherregal. Diese Woche fiel mir beim Stöbern Max Frischs Buch „Fragebogen“ in die Hände und liess mich innehalten. Das Buch umfasst 11 Fragebogen zu Themen wie Hoffnung, Humor, Tod, Eigentum Geld und mehr. Jeder Fragebogen umfasst mehrere Fragen, die man als Leser selber durchdenken kann. Ein spannendes Buch, ein Buch, das anregt, hinterfragen lässt – sich, andere, die Welt und die Beziehungen zwischen allen. Ich habe schon mal damit begonnen, Fragen daraus zu beantworten, ich glaube, ich mache das mal wieder. Spannend könnte auch sein, über die Jahre zu sehen, wie sich die Antworten verändern.
  • Als letztes möchte ich noch ein Zitat anfügen von Goethe, welches in meinen Augen eine der wichtigsten Lebenslehren enthält: Es reicht nicht, grosse Reden zu halten, was man alles weiss. So lange man nichts tut, bleibt alles, wie es ist. Es reicht nicht, von eigenen Träumen und Wünschen und Zielen zu erzählen. Wenn man sie nicht angeht, kommt man nie an.

„Es ist nicht genug zu wissen, man muß auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.“ Johann Wolfgang von Goethe

Ich hoffe, es war was für euch dabei, das euch angesprochen hat. Wenn ihr etwas habt, das euch diese Woche angesprochen, bewegt, inspiriert hat – ich würde mich freuen, wenn ihr davon berichten würdet. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und einen guten Start in die neue Woche!

5 Inspirationen – Woche 8

Was ist mir diese Woche begegnet, hat mich diese Woche inspiriert?

  • Diese Woche hörte ich den Podcast „Hanser Rauschen“ mit Rafik Schami. Rafik Schami gewährt spannende Einblicke in sein Leben als Schriftsteller, er erzählt, was es für ihn bedeutet, seit vielen Jahren fern der Heimat zu leben, wie er sich sprichwörtlich in die deutsche Literatur hineinschrieb und wieso er das Geschichten-Erzählen so liebt.
  • Ein Artikel über das Schreiben von Tagebüchern (Anaïs Nin on Writing, the Future of the Novel, and How Keeping a Diary Enhances Creativity) hat mich diese Woche angeregt, wieder mehr in dieser Form zu schreiben. Zwar führe ich seit Jahren Notizbücher, die sicher auch mal persönliche Gedanken enthalten, doch mehrheitlich enthalten sie Gedanken zu Gelesenem, Notizen zu Gehörtem. Die Innenansichten nehmen je länger je mehr einen eher geringen Raum ein.

    „While we refuse to organize the confusions within us we will never have an objective understanding of what is happening outside.“

    Ich bin überzeugt, dass da viel Wahres dran ist, weswegen ich früher sehr intensiv Gedanken und Persönliches festhielt. Das möchte ich wieder vermehrt tun – bin noch nicht ganz schlüssig, ob ich fortan zwei Bücher verwenden soll dazu (was umständlich ist, da noch mehr immer dabei sein muss), oder alles in einem Platz hat.
  • Die Dokumentation auf Netflix „Joan Didion. Die Mitte wird nicht halten“ erzählt vom Leben und Leiden der grossen Schriftstellerin Joan Didion. In aktuellen Interviews wie auch mit Originalfilmen und -bildern aus der Vergangenheit wird das Bild einer mutigen Frau gezeichnet, die für ihre Umwelt genau beobachtete und in ihren Schriften ein schonungsloses Bild davon zeichnete. Die Dokumentation zollt dem insofern Tribut, als sie nicht nur die Darstellung eines Lebens ist, sondern dieses auch in die Zeit einbettet und damit zu einer Gesellschaftsstudie wird – vor allem vom Künstlermilllieu Kaliforniens in den 60er Jahren.
  • Auf Instagram stiess ich auf das Bild eines Briefeschreibers und dachte an meine Kindheit zurück, als ich eine Brieffreundin in den USA hatte. Auch später gab es nochmals eine Zeit, als ich mit einem Schriftstellerkollegen Gedanken zum Leben, Lesen und anderem austauschte. Das fehlt mir irgendwie. Immerhin habe ich neu eine eMail-Freundin gewonnen, was schon wirklich schön ist, aber das Briefeschreiben lässt mich nicht ganz los. Erstens wegen des Schreibens an sich, zweitens weil ich denke, dass in Briefen (das beinhaltet nun auch eMails) ein tieferer, weil durchdachterer Austausch möglich ist als in anderen Formen der Kommunikation.
  • Mut zur Unvollkommenheit – ich neige dazu, immer alles perfekt machen zu wollen. Die Angst, es nicht zu schaffen, blockiert mich manchmal so sehr, dass ich mit gewissen Dingen gar nicht anfange, weil ich denke, ich müsste zuerst noch etwas erreichen/tun, um dann der Aufgabe gewachsen zu sein. In einem Interview sagte Margaret Atwood, dass das wichtigste sei, die Geschichte einfach mal zu schreiben. Damit hätte man den Ausgangspunkt, mit dem man dann arbeiten kann. Ich denke, das ist in vielen Bereichen so: Nicht alles klappt auf Anhieb, aber wenn man nie anfängt, wird gar nichts draus.

Ich hoffe, es war was für euch dabei, das euch angesprochen hat. Wenn ihr etwas habt, das euch diese Woche angesprochen, bewegt, inspiriert hat – ich würde mich freuen, wenn ihr davon berichten würdet. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und einen guten Start in die neue Woche!