Ungehorsam beim Salatessen

Wenn man sich gesund ernähren will, sieht man sich immer wieder Entscheidungen und auch Gewissenskonflikten ausgesetzt. Fragen wie „Wie viel ist genug und was ist zuviel?“, „Ist Fleisch für eine gesunde Ernährung nötig oder einfach nur barbarisch?“, „Ist Salat mit Biolabel gesünder als anderer?“ und viele mehr sind an der Tagesordnung.

Heute hatte ich wieder mit einem solchen Gewissenskonflikt zu kämpfen. Ich kaufte – zugegebenermassen etwas bequem – bereits geschnittenen und gewaschenen Salat. Auf der Packung stand explizit, dass der Salat gewaschen und verzehrfertig sei, man ihn unter keinen HaltUmständen waschen solle, um einen Vitaminverlust zu vermeiden. Ich packte die losen Blätter also gewissenhaft aus und sah schon bald auf einem Blatt eine kleine Schnecke (oder war es ein Wurm? Egal, klein, eklig und tot). Nun stand ich da und überlegte: Was, wenn der noch Freunde mit im Sack hatte? Augen zu und durch der guten Vitamine wegen? Oder gleich wegwerfen, weil mir irgendwie die Lust auf Salat gründlich vergangen ist?

Ich beschloss, auf Vitamine zu pfeifen und den Salat – ungezogen und ungehorsam, wie ich bin – gründlich zu waschen. Vitamine hatte er nun wohl keine mehr, aber mit einer leckeren Sauce würden die mir sicher nicht fehlen – und als Proteinbeilage (da man mich schon auf die Idee einer solchen gebracht hatte) schnetzelte ich gleich Wurst und Käse für einen zünftigen Wurstsalat hinein.

Der Salat mit all den Ingredienzen taugte nicht mehr als gesundes Grünzeug? Egal! Da die Vitamine eh draussen waren, kam es auf den Rest auch nicht mehr an. Wenn schon Rebellion, dann richtig.