Die Musik lebt weiter

Ein junger Mensch geht in ein Tonstudio, nimmt ein paar Songs auf. Der Erfolg schlägt ein, er wird einer der ganz großen Stars. Er schafft, wovon er wohl nicht im Entferntesten geträumt hat. Er kann tun, was er liebt, singen – und die Menschen jubeln ihm zu. Aus einfachen Verhältnis über Nacht fast in den Himmel gehoben.

Seine Seele scheint mit dem Erfolg nicht mitgekommen zu sein. Plötzlich wollten alle etwas von ihm. Alle waren seine Freunde, bis sie ihren eigenen Profit durch ihn realisieren konnten. Es scheint fast, dass er einsamer war, je mehr Menschen sich um ihn scharten, da immer noch schwerer wurde, zu sehen, wer wirklich ihn als Menschen meint und wer den eigenen Status als sein Freund anstrebte.

Das ist wohl das Schicksal vieler Künstler: sind sie erfolglos, werden sie verlacht, haben sie Erfolg, werden sie benutzt. Und beide sind nur Mittel zum Zweck: sie werden benutzt von gelangweilten Menschen, die sich entweder besser fühlen durch den Verriss oder durch die Teilhabe am Erfolg.

Heute vor 35 Jahren erlosch ein Licht, das zwar durch seine Musik immer weiter brennen wird, doch der Mensch, der ist tot. Ich habe mit 6 zum ersten Mal bewusst ein Lied von ihm gehört – diese Stimme, dieses Gefühl… für mich einzigartig. Ich bedanke mich. Für so viele Emotionen, für so viele Stunden mit Musik. In ihr lebt er weiter. Und das ist gut so!