Und ich tanzte.
Übers Parkett.
Mit diesem Mann.
So Schritt für Schritt.

Und ich fühlte.
Das Leben atmen.
So soll es sein.
In meinem Sein.

Und wir schwebten.
Durch jeden Takt.
Ganz hindurch.
Durch die Melodie.

Und ja, es war klar.
Das ist der Tanz.
Der durch mein
Leben führt.

©Sandra Matteotti

 

Wir schlagen den anderen mit unseren Argumenten. Wir beabsichtigen, den anderen mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. Wir siegen in Diskussionen nach Punkten und haben dazu schlagkräftige Argumente verwendet. Die Argumente haben wir ins Feld geführt wie Krieger und hofften, der andere gibt nach, gibt auf.

Man könnte meinen, wir befinden uns im Krieg aller gegen alle, wenn man die Wortwahl in Bezug auf Diskussionen analysiert. Kriegsmetaphorik wird dazu verwendet, einfache Gespräche darzustellen. Die Frage, die sich dabei stellt ist, ob man einen Freund gewinnt, wenn man ihn im Gespräch als Kriegsgegner hinstellt.

Die Frage beim Gespräch ist immer, was man dadurch zu erreichen hofft. Hofft man auf einen Austausch, ein Miteinander im Entwickeln von Gedanken oder will man auf Gedeih und Verderben den anderen von sich und seinen Gedanken überzeugen? Was hilft dieser verzweifelte Überzeugungsversuch? Als erstes wohl, dass man selber als ziemlich verbissener, kämpferischer und vehementer Verfechter der eigenen Sicht wahrgenommen wird. Selbst wenn die eigene Sicht danach angekommen ist, sympathisch ist man dadurch nicht geworden. Das hilft schlussendlich weder der Sache noch einem selber.

Verschiedene Meinungen sind gut und wichtig. Sie helfen, die Sichtweisen offen zu halten. Meinungen dürfen auch verschieden bleiben. Man kann auch Menschen lieben, die nicht immer alles gleich sehen. Wenn sie dabei authentisch und offen bleiben für fremde Sichten, sind sie umso liebenswerter. Es wäre vielleicht also angebrachter, sich mit Argumenten zu umgarnen, auf dem Tanzparkett der verschiedenen Meinungen verschiedene Rhythmen auszuprobieren, dabei im Miteinander den jeweils eigenen zu finden, dabei den anderen gelten zu lassen. Vielleicht bringt sogar das Akzeptieren der anderen Sicht als durchaus genauso möglich wie die eigene mehr Glück und Zufriedenheit, als der aggressiv kriegerische Versuch, sie zu ändern. Denn – und davon müsste man doch eigentlich überzeugt sein – wenn etwas wirklich gut und richtig ist, wird es durch die richtigen Argumente überzeugen, nicht durch ihren kriegerischen Einsatz.