wohin gehst du?
fragte ich mich
und wusst’ es nicht.
Was ist das Ziel.
wo der Weg?
Ich fand ihn nicht.
Wer hält dich,
wenn du fällst?
Ich sah um mich.
Wer trägt dich,
wenn du müde bist?
da kam die Nacht.
Denkzeiten – Philosophie in Theorie und Praxis
Dr. Sandra von Siebenthal
wohin gehst du?
fragte ich mich
und wusst’ es nicht.
Was ist das Ziel.
wo der Weg?
Ich fand ihn nicht.
Wer hält dich,
wenn du fällst?
Ich sah um mich.
Wer trägt dich,
wenn du müde bist?
da kam die Nacht.
ich fragte dich
du sagtest nichts.
du wolltest nicht
ver-antworten
was ich Fragende
hören könnte.
ausgesprochen
nichts sagend
Scheisse ist,
wenn du fühlst,
was dir gut tut,
aber merkst,
dass du es
nicht leben kannst.
Oder kannst du?
Siehst es nicht?
Oder musst du?
Kannst es nicht?
Oder willst du?
Solltest nicht?
Auf dem Felsen
läuft er stetig bis zum
Abgrund hin.
Schwingt den Kopf
und stösst an Grenzen,
kann nicht flieh’n.
Was ihm bleibt, ist einerlei.
Wie ein Pendel
bis es steht.
Ich rieche dich
an mir
nehme dich
in meinen Traum
fühle dich
in mir
versinke
bleibe
verlieb dich nicht
in mich
reicht es nicht,
dass ich hier sitze?
ich mag nicht mehr,
es sitzt sich schlecht.
zieh deiner Wege,
freue dich.
ich sitze noch,
und geh dann auch
wohin auch immer.
kümmert es?
Keine Worte
Nur noch Fühlen.
Schreibe nieder,
streiche durch.
Fliege hoch
und tauche nieder.
Frage viel
und weiss doch nichts.
Wo führt es hin,
was wird es werden?
Es fehlt die Antwort,
fehlt das Ziel.
Gib mir ein Zeichen,
zeig’mir Wege.
Ich möcht’ sie sehen,
werde sie geh’n.
Was wirklich zählt?
Das ist nur eines:
Wir geh’n zusammen,
geh’n als wir.
Die Jugend ist ja gar verdorben,
was wird nur noch aus unsrem Morgen.
Es ist ein Elend – merkt euch des,
das sagte schon der Sokrates.
©Sandra Matteotti
Ich stelle mir vor,
das Wasser wäre deine Hand,
die mich zärtlich berührt,
sanft über meine Haut gleitet,
jeden Winkel erkundet.
Ich stelle mir vor,
der Schaum wäre dein Kuss,
der prickelt auf meiner Haut,
mir einen Schauer über den Rücken jagt,
indem er über meinen Körper perlt.
Ich stelle mir vor,
die Hitze, die mich durchdringt,
käme von dir,
weil deine Hände
und deine Küsse
tun, was sie tun.
Er nannte sie ne dumme Kuh,
sie warf nach ihm den linken Schuh.
Wieso es nicht der rechte war?
Den trug sie noch – das ist doch klar.
©Sandra Matteotti
Es war einmal ne Schnecke,
die blieb meist auf der Strecke,
weil alle bloss vorüber eilten,
und nie bei ihr verweilten.
©Sandra Matteotti
Er ist ein Mann mit Phantasie,
die er hegt, wie and’res nie.
So tanzt er stets durch alle Farben,
sieht den Alltag nur als graues Darben.
©Sandra Matteotti
Da war noch die Frau Leberwurst,
die trank oft einen übern Durst,
weil sie gar fürchterlich beleidigt war,
drum heisst sie so, das ist doch klar!
Ein Leben wir im Pilcher-Roman,
das wünsche ich mir dann und wann.
Erst ging’ es hü und auch mal hott,
und dann der Schlusskuss, aber flott.
©Sandra Matteotti
Ich sitze vor der Kiste
und schreibe eine Liste,
was ich noch möcht erleben,
anstatt vor dieser Kiste kleben.
©Sandra Matteotti