Denken als Sein

Ich denke, also bin ich. (René Descartes)

Wer ist das Ich, das denkt? Indem dieses Ich denkt, ist es, existiert es. Es existiert nicht nur als Sein, es existiert als Ich. Das Denken gestaltet das Ich, dieses steuert  das Denken.

Was ich denke, bin ich – wie ich bin, denke ich.

Denken als Gespräch mit sich selber. Einer spricht, einer hört zu, gibt Antwort, ein Diskurs im Ich. Das Abwägen von Argumenten führt zu Entscheidungen, welche das eigene Handeln anleiten.

Was ich denke, lässt mich handeln.

Durch das Handeln (auch sprechen und Kommunikation allgemein sind Handeln) interagieren wir mit unserer Umwelt. Wir wirken auf sie ein, sie wirkt auf uns ein. Unser Denken verändert sich durch neue Einflüsse.

Wie ich handle, betrifft mein Denken.

Erneutes Denken und Abwägen hilft, den eigenen Platz in der Umwelt zu erfassen, das eigene Sein unter anderen zu sehen und zu gestalten.

Ich denke, also bin ich ich.

Oft handeln wir, ohne zu denken. Lassen uns leiten, folgen alten Mustern. Wir lassen uns treiben und erschrecken darüber, wo wir landen. Nur wenn wir selber denken, können wir auch dahin gelangen, wo wir hin wollen. Ab und an versperren Hürden und ganze Berge die Sicht. Der Gedankenfluss stoppt, weil Geröll die Leitungen blockiert. Man muss nicht jeden Stein alleine tragen, ab und an braucht man dazu Hilfe.

Denken

Gedanken fliessen
ständig
spiralförmig
ohne Unterhalt
von einem
zum andern
wie ein springender Brunnen
sprudelnd
schäumend
in sich versinkend.
(S.M.)