Wie Bewusstsein und freier Wille entstehen

Das Gehirn ermöglicht mit seinen physikalisch-chemischen Prozessen auf eine uns unbekannte Weise den menschlichen Geist. Dabei unterliegt es – wie alle Materie – den Naturgesetzen. […] Die Wissenschaft geht davon aus, dass wir erst dann Wissen darüber erlangen, wer und was wir sind, nachdem das Nervensystem bereits gehandelt hat.

Die neusten Erkenntnisse neurobiologischer Studien rütteln am Bild des Menschen als freies und selbständig handelndes Wesen. Das führt zu weiterführenden Fragen in Bezug auf Schuldfähigkeit, Verantwortlichkeit und damit verbunden die Gesetze und deren Strafnormen.

Kann man jemanden für schuldig erklären, wenn dieser keine Wahl hatte, sein Handeln von unbewussten Vorgängen eines determinierten Gehirns geleitet war? Darf man jemanden überhaupt bestrafen, wenn er keine Verantwortung tragen kann für sein Tun? Wäre Vergebung die einzig mögliche Reaktion auf Unrechttaten?

Michael Gazzaniga bietet in seinem Buch einen breiten Blick in die verschiedenen Naturwissenschaften und ihre Erkenntnisse. Er beleuchtet Studien und deren Wert für die Beantwortung der Fragen nach der eigenen Verantwortlichkeit. Anhand von Experimenten mit sogenannten split brains konnte herausgefunden werden, welche Hirnareale für welche Aktivitäten zuständig sind. Zudem konnte man herausfinden, dass die Handlungsbereitschaft im Hirn vor der bewussten Entscheidung für eine Handlung abgebildet wird. Deterministen schliessen daraus, dass das Handeln nicht selber gesteuert wird, sondern wir bloss Aussführende eines vorgegeben, unbewussten Impulses seien. Dies würde das ganze Menschenbild umwerfen und diesen zur blossen Maschine oder Schachfigur degradieren. Die Ausführungen gewisser Neurologen gehen in die Richtung.

Michael Gazzaniga gibt in seinem Buch Entwarnung, indem er Handlungen und Entscheide nicht allein in einem Hirn verortet, sondern die Interaktion mit anderen Hirnen und damit anderen Menschen als relevant erachtet. Verantwortung, so Gazzaniga, ist damit keine Eigenschaft eines Gehirns, sondern ein sozialer Vertrag zwischen Menschen, die beide ein Gehirn haben, welches in Wechselwirkung mit dem eigenen Geist stehen, welche sich gegenseitig beeinflussen und des Weiteren durch die Interaktion mit der sozialen Gruppe, dem Umfeld geprägt und beeinflusst werden.

Gewisse Bereiche des (moralischen) Fühlens und Entscheidens sind somit in der Tat angeboren, die Ausprägungen und dadurch gesteuerten Lebensweisen aber auch erlernt und von der Umwelt beeinflusst. Strafen sind dabei durchaus wichtig, um diese Verantwortung in einer sozialen Gruppe überhaupt zu produzieren. Zum heutigen Zeitpunkt ändern die Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft nichts daran. Man weiss allerdings nicht, was die Forschung in Zukunft bringen wird.

Fazit:

Michael Gazzaniga versteht es, auf eine unterhaltsame und doch fundierte Weise die sehr komplexe Materie aus Sicht der Physik und der Neurowissenschaft zu beleuchten und die Folgen der Erkenntnisse auf unser Menschenbild und das Zusammenleben aufzuzeigen. Eines der besten Bücher, das ich über diese Thematik gelesen habe.

BildAngaben zum Buch:

Gebundene Ausgabe: 277 Seiten

Verlag: Hanser Verlag (2012)

Übersetzt aus dem Amerikanischen: Dagmar Mallett

Preis: EUR: 24.90 ; CHF 38.90

Michael Gazzaniga: Die Ich Illusion. Wie Bewusstsein und feier Wille entstehen, Hanser Verlag, München 2012.

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Bildung als Persönlichkeitsentwicklung

Das oberste Bildungsziel ist menschliche Freiheit.

Mit der heutigen Bildungspolitik steht es nicht zum Besten. Das weiss man nicht erst seit der Pisa-Studie, allerdings hat diese die Bildungsverantortlichen aufgescheucht. Ob sie allerdings in die richtige Richtung rennen bei ihren Rettungsversuchen, ist fraglich. Schaut man auf die Bildungsziele der letzten Jahrzehnte, so sieht man, dass Bildung mehr und mehr instrumentalisiert wurde, dass Zweck der (Aus-)Bildung eine berufliche Verwertbarkeit des Bildungsinhaltes ist und dieser Zweck die Persönlichkeit der Auszubildenden, ihre menschlichen Bedürfnisse und Fähigkeiten, aussen vor lässt. Es herrscht der Glaube, dass die Höhe des Bildungsgrads den Wert des Menschen bestimmt und dessen Berufsaussichten optimiert. Kinder werden zu immer mehr Leistung getrieben, reicht es nicht auf dem normalen staatlichen Bildungsweg, werden Privatschulen bezahlt (von denen, die es vermögen). Das hat eine Zunahme von Abiturienten und eine Heraufsetzung der Schranken bei den Zulassungsbedingungen zu verschiedenen Berufen zur Folge. Auf diese Weise werden die einzelnen Bildungsstufen immer weiter herabgesetzt, der Ruf nach immer mehr Titeln und Papieren wird lauter, wenn es darum geht, einen Beruf zu ergreifen. Wo früher ein einfacher Schulabschluss genügte, muss es heute Abitur sein, wo früher ein Studium ausreichte für den Berufseinstieg, braucht man heute das Zusatzdiplom eines Weiterbildungslehrgangs. Am Ende dieser Kette resultiert eine Hierarchie von Berufen, die bei näherem Betrachten unverständlich ist, da sie sich weder an der Verantwortung noch an der Notwendigkeit des ausgeübten Berufs für die Gesellschaft orientiert, sondern alleine an der Ausbildungsdauer und –höhe auf dem Weg zum Beruf. Wie weiter?

Eine humanistische Bildungsphilosophie und –praxis knüpft an das lebensweltlich Etablierte an, schützt die lebensweltliche Praxis vor den Übergriffen systematischer Rationalität und postmoderner Skepsis, setzt auf die Vernunftfähigkeit des Einzelnen und dessen Angewiesenheit auf gleichwürdige Interaktion und Kooperation.

Um zu einer humanen Bildungspraxis zu gelangen, wie sie von Julian Nida-Rümelin gefordert ist, bedarf es zuerst eines Blicks auf den Menschen selber. Wie ist er und was will er? Es ist dabei wichtig zu sehen, dass Menschen, so unterschiedlich sie auf den ersten Blick sein mögen, viel mehr Verbindendes haben als Trennendes.

Es ist nicht Aufgabe der Bildung, Stände, Klassen, Einkommensgruppen oder kulturelle Gemeinschaften zu schaffen.

Bildung soll dabei im Blick behalten, dass alle Menschen ein gutes Leben führen wollen. Jeder Mensch hat die dem Menschen inhärenten Anlagen und Fähigkeiten, die es auszubilden gilt. Dass sich in verschiedenen Kulturen und Kontinenten gewisse Werte und Urteile unterscheiden, ist weniger relevant als die Tatsache, dass jeder Mensch die Fähigkeit zu Urteilen in sich hat und genau diese ausgebildet werden soll. Ein Urteilsfähiger Mensch ist einer, der in der Lage ist, zu handeln, für sein Handeln Verantwortung zu übernehmen und damit auch in der Lage ist, am politischen Geschehen als aktives Mitglied teilzuhaben. Insofern hängen Demokratie und Bildung eng zusammen, als Bildung die Demokratiefähigkeit des Menschen fördern sollte und Demokratie es ist, die ein Interesse daran hat, mündige und verantwortungsvolle Bürger auszubilden. Jeder Mensch ist dabei gleich würdig und hat das gleiche Recht auf Freiheit (im Rahmen des Kollektivs), Autonomie und Wahrung seiner Rechte.

Aber es gibt charakterliche Voraussetzungen vernünftiger Praxis und diese sind zentrales Bildungsziel. Ihre Stimmigkeit des eigenen Lebens und der humane Umgang mit anderen sind weder genetisch noch kulturell determiniert, sondern bedürfen einer Praxis der Freiheit, der Bildung und der Selbstbildung.

Julian Nida-Rümelin zeigt in seinem neuen Buch Philosophie einer humanen Bildung die Grundpfeiler einer Bildung auf, die den Menschen ins Zentrum stellt und auf eine Herausbildung seiner Persönlichkeit ausgerichtet ist. Dabei soll Bildung nicht separieren, sondern auf Kooperation und Wahrung der Menschenwürde zielen. Der Mensch soll in seinen Fähigkeiten erkannt und zu dem gebildet werden, was in ihm angelegt ist, damit er ein Leben führen kann, das ein würdiges, menschliches ist. Nicht blosse Employability ist Zweck der Bildung, sondern Herausbildung von vernunftbegabten Menschen.

Konkret schlägt Julian Nida-Rümelin verschiedene konkrete Änderungen vor. Die Wissensvermittlung sollte sich mehr auf Zusammenhänge als auf auswendig zu lernende Fakten, welche einem berufsorientierten Katalog entsprechen, setzen. Dabei wäre auf viele Bildungsinhalte, die nun den Lehrplan dominieren, zu verzichten, da diese für das normale menschliche Leben wenig Relevanz haben und einzig in spezifischen Berufen von Nutzen sind. Dafür fehlen wiederum lebensrelevante Inhalte wie rechtliche, medizinische und psychologische Grundlagen, welche im menschlichen Miteinander unerlässlich sind. Die Vernachlässigung von Kunst, Sport und musischen Fächer ist in Bezug auf die hier angestrebte Form von Bildung wenig sinnvoll, sie vernachlässigt den Menschen als Ganzes und reduziert ihn zu einer blossen Fakten produzierenden Geistmaschine. Wichtig ist also summa summarum, den Menschen als Ganzes zu betrachten und auszubilden, die Einheit seiner Persönlichkeit zu berücksichtigen, die Einheit der Gesellschaft im Blick zu behalten und das Wissen als Einheit zu erfassen. Dafür sind nicht einzelne Fächer, die sich in kurzen Intervallen abwechseln sind sinnvoll, sondern die Vermittlung von sich überschneidenden, zusammenhängenden Wissensinhalten. Bildung auf diese Weise verstanden, als humane, den Menschen in seiner Persönlichkeit ins Zentrum stellende, ermöglicht es, dass Menschen ein zufriedenstellendes, selbstbestimmtes, verantwortungsvolles und ihren Fähigkeiten gemässes Leben führen können in Kooperation mit andern.

Ob das gewählte Leben gelingt, ob es die eigenen Fähigkeiten zur vollen Entfaltung bringt, ob es eine Praxis ermöglicht, die Sinn stiftet und Selbstbestimmung ermöglicht, hängt von seiner inneren Stimmigkeit ab, davon, dass die Autorin ihr eigenes Leben lebt.

Philosophie einer humanen Bildung ist eine fundierte und scharfsinnige Analyse des heutigen Bildungssystems und dessen Mängel. Daneben beinhaltet das Buch eine präzise Aufarbeitung der bildungsrelevanten Ziele und Zwecke sowie eine klare Ansage, wohin Bildung steuern muss, will sie den Menschen in seinem Sein erfassen und damit der heutigen Bildungskrise (die in einer gesellschaftlichen Krise resultiert) entgegenwirken.

Fazit:
Eine aktuelle, wichtige und komplexe Thematik fundiert analysiert und verständlich präsentiert. Philosophie, wie sie sein sollte: dem Leben dienend, nicht als abgehobener Selbstzweck ein Dasein im Elfenbeinturm pflegend. Absolut empfehlenswert.

Zum Autor:
Julian Nida-Rümelin
Julian Nida-Rümelin wird am 28. November 1954 geboren und wächst in einer Künstlerfamilie in München auf. Nach seinem Abitur 1974 studiert er an den Universitäten München und Tübingen Philosophie, Physik, Mathematik und Politikwissenschaften und promoviert 1983 beim Münchner Wissenschaftstheoretiker Wolfgang Stegmüller. Es folgt 1989 die Habilitation und Stellen an diversen Unis in Deutschland und der USA. Von 1998 bis 2001 ist Julian Nida-Rümelin Kulturreferent der Stadt München und folgt im Jahr 2004 dem Ruf der LMU und besetzt zuerst den Lehrstuhl für Politische Theorie und Philosophie am Geschwister-Scholl-Institut, seit 2009 einen Lehrstuhl für Philosophie an der LMU. Von ihm erschienen sind unter anderem Über die menschliche Freiheit (2005), Demokratie und Wahrheit (2006), Philosophie und Lebensform (2009), Verantwortung (2011), Der Sokrates Club. Philosophische Gespräche mit Kindern (2012), Philosophie einer humanen Bildung (2013).

NidaRümelinBildungAngaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 246 Seiten
Verlag: Edition Körber Stiftung (6. März 2013)
ISBN-Nr: 978-3896840967
Preis: EUR 18; CHF 28.90

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Mit Fakten, Zahlen und Parolen gegen den Bildungsnotstand

Ein gerechtes Bildungssystem, das jedem die gleiche Chance gibt, nach seinen Möglichkeiten davon zu profitieren – an diesem Massstab muss sich jede Schule und jedes Bildungssystem in Deutschland messen lassen.

Richard David Prechts Vorgabe an ein Bildungssystem ist hoch und in der heutigen Zeit kaum erfüllt. Obwohl alle von einer Bildungskrise sprechen, scheint keiner wirklich was dagegen tun zu wollen, schon gar nicht, wenn das Tun hiesse, neue Wege zu beschreiten, alte Muster – darunter fallen Noten, Frontalunterricht, Jahrgangsklassen und vieles mehr – zu durchbrechen und ganz neue Lernstrukturen in neuen Lernumgebungen zu schaffen.

Um den Missstand in Deutschland aufzuzeigen, reist Precht durch die Zeiten, zeigt verschiedene falsche Massnahmen und politischen Entscheide auf, verweist oft polemisierend Politiker und deren Fehlurteile. Dem gegenüber fährt er mit diversen Schulmodellen auf, welche andere Wege propagierten, die Khan Universität, Mastery Learning nach Carleton Washburne und Maria Montessoris Ansatz sind nur einige der vielen.

Aus der grossen Fülle von Fakten und Modellen resultiert immer wieder dieselbe Einsicht: Es läuft alles falsch und man sollte daran gehen, dies zu ändern. Kinder sollen als ganze Wesen wahrgenommen und in ihren Stärken gefördert werden. Da die Welt sich schnell verändert, soll der Schwerpunkt bei allem sein, aus Kindern selbständige Wesen zu machen, die selber denken und wissen, wie sie lernen und sich damit den immer wieder neuen Gegebenheiten anpassen können.

Weil keiner definitiv wissen kann, was die Zukunft bringt, wird es in unseren Schulen allgemein weniger darauf ankommen, was wir unseren Kindern beibringen. Wichtiger ist, sie erfolgreich dazu zu ermächtigen, sich möglichst viel selbständig beizubringen.

Kinder sollen lernen, sich eigene Ziele zu setzen und diese auch zu erreichen. Sie sollen lernen, miteinander Dinge zu erarbeiten, dabei aber auch die eigene Kreativität einzusetzen. Projekten und Fächerübergreifende Zusammenhangsvermittlung ist nachhaltiger in der Wissensvermittlung als blosse Faktenpaukerei nach Fächern aufgeteilt und auf Prüfungen ausgerichtet. Wichtiger als das Alter sind die persönlichen Fähigkeiten, die darüber entscheiden sollen, in welchen Klassenverbänden Kinder sein sollen. Ihre Leistungen sollen nicht durch Zahlen, sondern durch persönliche Einschätzungsberichte bewertet werden und die Weggabelungen sollen nicht zu früh passieren und sich dann nicht auf eine Quersumme durch alle (und oft mit unnützem Wissen überhäuften) Fächer stützen. Ganztagesschulen sollen helfen, allen Kindern dieselbe Ausgangslage und Möglichkeit zu gewähren, da so keine ungleichen Chancen durch unterschiedlich motivierte und ausgestattete Elternhäuser zum Tragen kämen. Schule soll so auf das Leben vorbereiten und helfen, aus Kindern zufriedene Menschen zu machen, die sich in Beruf, Gesellschaft und politischem Miteinander zurechtfinden.

Diese durchaus nachvollziehbaren Forderungen stellt Precht an die Politiker und Verantwortlichen des deutschen Bildungswesens. Er bettet sie ein in eine Vielzahl von Verweisen auf die unterschiedlichsten Theorien, Philosophen, Pädagogen einerseits und Tadel und Polemik gegen Politiker, Lehrer, Elternhäuser, falsche Strukturen und viel Schlechtes mehr andererseits. Es fehlt dem Buch der rote Faden, man sieht sich einem Hin und Her zwischen Forderungen und Fehlläufen ausgesetzt. Ein klares Ziel und dessen konkrete Umsetzung geht unter in dem, was er den Schulen selber vorwirft: Faktenschlacht und Vermittlung unwesentlicher Inhalte, die im Moment des Lesens markig klingen und dem Autoren den Anschein von Belesenheit und breitem Wissen attestieren sollen, der Sache selber aber nicht wirklich zuträglich sind.

Fazit:
Ein gut lesbares Buch über ein aktuell brennendes Thema, bei dem weniger mehr gewesen wäre, das aber viele bedenkenswerten Ansätze für eine Verbesserung der heutigen Schul- und Bildungssituation vermittelt.

Zum Autor:
Richard David Precht
Richard David Precht wird 1964 in Solingen geboren. Nach dem Abitur studiert er Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte und promoviert 1994 in Germanistik mit der Dissertation Die gleitende Logik der Seele. Ästhetische Selbstreflexivität in Robert Musils „Der Mann ohne Eigenschaften“. Precht arbeitet fünf Jahre als Wissenschaftlicher Assistent in einem kognitionspsychologischen Forschungsprojekt, hält danach Vorträge und Vorlesungsreihen an unterschiedlichen Universitäten und Kongressen und wird 2011 Honorarprofessor für Philosophie an der Leuphana Universität Lüneburg, 2012 Honorarprofessor für Philosophie und Ästhetik an der Musikhochschule Hanns Eisler in Berlin. Daneben schreibt er für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften Essays, moderiert seit 2012 die Sendung „Precht“ im ZDF. Von ihm erschienen sind unter anderem Wer bin ich – und wenn ja, wieviele? (2007), Liebe . Ein unordentliches Gefühl (2010), Die Kunst, kein Egoist zu sein (2010), Warum gibt es alles und nicht nichts (2011), Anna, die Schule und der liebe Gott (2013).

PrechtSchuleAngaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (22. April 2013)
ISBN-Nr: 978-3442312610
Preis: EUR 19.99; CHF 23.90

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Eine Ethik für das Zeitalter der künstlichen Intelligenz

Ein digitaler Humanismus transformiert den Menschen nicht in eine Maschine und interpretiert Maschinen nicht als Menschen. Er hält an der Besonderheit des Menschen und seiner Fähigkeiten fest und bedient sich der digitalen Technologien, um diese zu erweitern, nicht um diese zu beschränken.

NidaDigitalDigitalisierung und künstliche Intelligenz sind die Schlagworte der Zeit. Die technische Entwicklung schreitet in immer schnellerem Tempo voran, der Mensch sieht sich einer sich immer schneller sich verändernden Welt gegenüber. Das wirft Fragen auf: Wird der Mensch bald durch Maschinen ersetzt? Was bleibt für den Mensch noch zu tun, wenn Maschinen alles übernehmen? Diese Fragen machen Angst. Auf der anderen Seite ist die technische Entwicklung spannend, bietet sie doch Chancen und weckt die Euphorie, was bald alles machbar sein wird.

Der Digitale Humanismus, wie Julian Nida-Rümelin und Nathalie Weidenfeld vorstellen, will eine Brücke schlagen zwischen der angstbesetzten Untergangsstimmung und der Euphorie. Der digitale Humanismus ist technik- und menschenfreundlich, er setzt auf die menschliche Vernunft, welche die Chancen gut nutzen kann, aber auch um die Grenzen digitaler Technik weiss. Die beiden Autoren vergleichen die digitale Gegenwart und mögliche Zukunft immer wieder mit Beispielen aus der Science-Fiction-Welt, zeigen auf, welche Vorstellungen einer digitalen Welt vormals als Mythen existierten, wo sie heute schon Realität geworden sind.

Das Buch behandelt eine ganze Bandbreite an relevanten Themen rund um die Digitalisierung und die künstliche Intelligenz, alles immer mit literarischen und filmischen Beispielen untermalt sowie philosophisch analysiert und in einen grösseren Rahmen eingebettet. Dabei wird sichtbar, dass die digitale Technologie viele Vorteile bietet, dass uns künftig Roboter immer mehr zur Hand gehen und diverse Abläufe abnehmen können. Auch die Grenzen werden schlüssig aufgezeigt, der Unterschied Mensch – Maschine herausgearbeitet. So sind Menschen nicht einfach wandelnde Algorythmen, sondern durchaus entscheidungsfähige Wesen mit der Fähigkeit, zu denken. Das unterscheidet sie vom Computer, der keine eigene Denkleistung hat. Selbst die selbstlernenden und -optimierenden Maschinen sind nicht autonom denkend, sondern funktionieren nur nach vordefinierten Regeln. Was also wie eine eigenständige Denkleistung aussieht, ist in Tat und Wahrheit nur eine Simulation. Das gleiche trifft auch auf Gefühle zu.

Als nicht denkende und fühlende Einheiten stehen Computer und Roboter jenseits der Moral. Weder können sie selber moralische Urteile fällen, noch unterliegen sie moralischen Bewertungen. Sie werfen aber insofern moralische Fragen auf, als die technischen Entwicklungen den Menschen vor neue Herausforderungen stellen: Wie kommuniziert man mit Maschinen? Wie kommuniziert man als hinter Maschinen sitzendes Wesen mit anderen ebensolchen Wesen. Es werden zudem weitere Fragen aufgeworfen wie die Anforderungen an die Bildungssysteme, die Gefahren für unsere Demokratie im Zeitalter der immer mehr zurücktretenden vielfältigen journalistischen Medien und der vermehrten Nutzung des Internets.

Nida-Rümelin/Weidenfeld gelingt ein umfassender, kompetenter, gut verständlicher Überblick über das Gebiet des digitalen Humanismus mit Blick auf die Herausforderungen der Digitalisierung auf die gegenwärtige Welt. Der Spagat, sowohl Leser mit philosophischem Vorwissen als auch Fachfremde zu erreichen, ist den beiden gut gelungen. Dass dabei zusätzlich darauf verzichtet wurde, utopische Zukunftsszenarien zu entwerfen oder den Menschen zur (bald entwerteten und aussortierten) Maschine zu erklären, spricht zudem für das Buch.

Fazit:
Eine aktuelle, wichtige und komplexe Thematik fundiert und verständlich präsentiert. Philosophie, wie sie sein sollte: dem Leben dienend, nicht als abgehobener Selbstzweck ein Dasein im Elfenbeinturm pflegend. Absolut empfehlenswert.

Zum Autor:
Julian Nida-Rümelin und Nathalie Weidenfeld
Julian Nida-Rümelin wird am 28. November 1954 geboren und wächst in einer Künstlerfamilie in München auf. Nach seinem Abitur 1974 studiert er an den Universitäten München und Tübingen Philosophie, Physik, Mathematik und Politikwissenschaften und promoviert 1983 beim Münchner Wissenschaftstheoretiker Wolfgang Stegmüller. Es folgt 1989 die Habilitation und Stellen an diversen Unis in Deutschland und der USA. Von 1998 bis 2001 ist Julian Nida-Rümelin Kulturreferent der Stadt München und folgt im Jahr 2004 dem Ruf der LMU und besetzt zuerst den Lehrstuhl für Politische Theorie und Philosophie am Geschwister-Scholl-Institut, seit 2009 einen Lehrstuhl für Philosophie an der LMU. Von ihm erschienen sind unter anderem Über die menschliche Freiheit (2005), Demokratie und Wahrheit (2006), Philosophie und Lebensform (2009), Verantwortung (2011), Der Sokrates Club. Philosophische Gespräche mit Kindern (2012), Philosophie einer humanen Bildung (2013).
Er leitet den Bereich Kultur am Zentrum Digitalisierung Bayern.

Nathalie Weidenfeld studierte amerikanische Kulturwissenschaft und promovierte an der FU Berlin. Sie verfasste Romane und Sachbücher und arbeitete als Lektorin und Filmwissenschaftlerin.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Piper Verlag (4. September 2018)
ISBN-Nr: 978-3492058377
Preis: EUR 24; CHF 37.90
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WolfPhilosophie

Ursula Wolf macht sich in diesem Buch auf die Suche nach dem guten Leben und sie startet bei den Anfängen der Griechischen Philosophie, bei Platon und Aristoteles.

Jedes Handeln und Bewirken, jede Art praktischer Betätigung strebt, wie Aristoteles zu Beginn der Nikomachischen Ethik sagt, nach einem Gut. Fragt man, warum jemand etwas strebt, so lautet der Grund häufig, es sei das Mittel zu einem weiter gehenden Ziel. Soll das Streben auf diese Weise nicht ins Unendliche laufen, dann muss es, argumentiert Aristoteles, einen Endpunkt des Wünschens geben, ein höchstes Gut oder Ziel […] es ist die Eudaimonia, das Glück oder gute Leben; nicht einig aber sind sie sich, worin dieses besteht.

Alle wollen es also haben, das gute Leben, keiner weiss, was es wirklich ist. Die Frage nach dem guten Leben ist im alltäglichen Leben selten zu finden und auch die Philosophie hat sie eher stiefmütterlich behandelt. Zentral wird sie, so scheint es, immer dann, wenn die Zeiten schwierig sind.

Nach einer Begriffserklärung und dem Aufzeigen der Unterschiede zwischen Moral (Handeln nach gesellschaftlichen Normen) und Ethik (Lehre vom richtigen oder guten menschlichen Verfasstsein und Handeln) geht es darum, mit welcher Methode der Frage beizukommen wäre. Danach führt die Reise quer durch die Philosophiegeschichte, fängt bei Platon an, welcher das menschliche Leben als eines im sozialen Kontext sieht, so dass das individuelle Leben immer mit der Verfasstheit der guten Ordnung in der Gesellschaft zusammenhängt. Platon wirft die Frage, was ein gutes Leben ist, zurück auf die Frage, was ein guter Mensch ist. Eine wirkliche Antwort finden wir bei ihm nicht.

Als nächstes folgt Aristoteles mit seiner Spaltung von Ethik und Metaphysik. Bei ihm beleuchtet Wolf die Lehre der dreigeteilten Seele, beleuchtet ethische Tugenden und die Frage nach vollkommener Eudaimonia. Aristoteles unterscheidet zwischen Dingen, die wir in der Hand haben und solchen, die ohne unser Zutun auf uns zukommen.

Der Kunstgriff, mit dem man eine Konzeption eines im ganzen guten menschlichen Lebens finden kann, liegt also darin, auch auf derjenigen Seite des Lebens, wo wir uns nicht aktiv Ziele setzen, sondern auf gegebene Situationen reagieren, zu unterscheiden zwischen dem, was für unser Wollen Nützliches oder Schädliches geschieht, und der Frage, wie wir uns dazu verhalten. Diese Verhaltensweise (hexis) ist immer unser Beitrag […]

Weiter geht es im Text mit Kant und einer Herangehensweise an die Frage nach dem guten Leben. Es kommen in der Folge Erich Fromm, Karl Jaspers, Martin Heidegger hinzu, um danach nochmals zurückzublenden und einen Streifzug durch die Geschichte der Philosophie in Bezug auf Metaphysik und Metaphysikkritik zu machen. Fazit ist die Erkenntnis,

dass die jeweils grossen philosophischen Theorien jeweils durch eine existentielle Spannung aus demjenigen Lebensbereich motiviert sind, der auch konkret-alltäglich in der jeweiligen Epoche besondere Probleme aufwirft.

Diese Erkenntnis ist nun nicht wirklich neu und auch nicht erstaunlich, sie liegt sogar auf der Hand. Wolf wendet sich daraufhin Nietzsche und seiner Dekonstruktion der Metaphysik zu. Diese führt zur Frage, ob wir uns nicht nur um das individuelle Gute sorgen können, das allgemeine aber ausserhalb unserer Möglichkeiten steht. Wolf plädiert aber für die Streichung der Ideale, um dann doch den intersubjektiven Aspekt der Frage weiter zu verfolgen.

Doch wie man die Frage nach dem Guten auch dreht und wendet, wohin man schaut, findet man nur Herangehensweisen und Annäherungen, nie aber eine Antwort. Wolf konstatiert denn auch:

Wie wir in dem kurzen Gang durch die Philosophiegeschichte gesehen haben, reagieren die metaphysischen Konzeptionen auf die Unerreichbarkeit eines vollkommenen Guten dadurch, dass sie die Frage nach dem guten Leben umbiegen.

Eine Antwort scheint es nicht zu geben, man ist am Ende des Buches versucht, wie Goethes Faust zu denken:

Da steh ich nun, ich armer Thor,
und binn so klug als wie zuvor.

Ursula Wolf konnte keine Antwort finden auf die Frage, auf die es keine klare Antwort gibt. Trotzdem befriedigt weder die Herangehensweise, die durch die vielen Zeitsprünge und Wechsel sehr unruhig und wenig durchdacht erscheint, noch das Fazit des Buches. Wenn schon so viele Philosophen auf diese Frage hin untersucht werden, wäre eine konzisere Zusammenfassung von deren Meinungen wünschenswert gewesen. Dazu wäre ein chronologischer Aufbau sinnvoller gewesen als dieses Hin und Her in der Zeit.

Fazit
Informativ, wenn auch ohne wirkliche Antwort. Das Fazit des Buches erscheint wenig befriedigend. Trotzdem ist es durchaus lesenswert.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 216 Seiten
Verlag: Rowohlt Verlag 1999
Preis: EUR: 8.50 ; CHF 36.90

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Wer denkt, wenn ich denke, wer fühlt, handelt, wenn ich handle oder fühle? Erich Fromm beleuchtet die wirkliche Motivation hinter dem Handeln, Fühlen, Denken, hinter dem Sein des Menschen. Lebt er wirklich selbstbestimmt und frei oder sprechen durch ihn die vielen Stimmen der Umwelt, die er als Erwartungen an sich zu Handlungsmaximen erhoben hat?

[…] dass wir Gedanken, Gefühle, Wünsche, ja sogar Sinnesempfindungen haben können, die wir subjektiv als unsere empfinden, obwohl sie uns von aussen suggeriert wurden und uns daher im Grunde fremd sind und nicht das, was wir wirklich denken, fühlen und so weiter.

Der Mensch entfernt sich damit immer mehr von sich selber, wird zum Ding, zur Ware auf dem Markt, die daran gemessen wird, ob sie Erfolg hat, ankommt, die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt. Dies wirkt sich sowohl auf das menschliche Selbstgefühl als auch auf die Beziehungen zwischen Menschen aus.

Es handelt sich nicht um eine Beziehung zwischen zwei menschlichen Wesen, die ein Interesse aneinander haben, abgesehen davon, dass sie sich gegenseitig von Nutzen sind.

Erich Fromm analysiert in diesem Buch den Menschen in seinem Sein, er schaut auf die Gesellschaft und ihre Instrumentalisierung von Menschen hin zu Waren, die ihr dienen. Er analysiert die Ohnmachtsgefühle, die das im Menschen auslöst und wie er darauf reagiert. Und er versucht, durch diese Analyse ein Bewusstsein für diese Mechanismen zu wecken, die dabei helfen können, zu sich selber und dem wirklich eigenen Denken, Fühlen, Handeln zu finden.

Mut, sich um nichts zu kümmern als um die Wahrheit und zwar um die Wahrheit nicht nur in Bezug auf das eigene Denken, sondern auch in Bezug auf das eigene Fühlen.

Fazit:
Ein Buch, das dem Leser auf gut lesbare Weise das Wesen und die Masken des eigenen Seins aufzeigt. Sehr empfehlenswert.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 155 Seiten
Verlag: Herder Verlag 2000
Preis: EUR: 8.95 ; CHF 14.90

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Eine Geschichte von morgen

Aus dataistischer Sicht können wir die gesamte menschliche Spezies als ein einziges Datenverarbeitungssystem betrachten, in dem die einzelnen Menschen als dessen Mikrochips fungieren.

HarariWir stehen am Anfang des dritten Jahrtausends und blicken auf eine lange Geschichte zurück. Was bei dieser Geschichte auffällt, ist, dass es immer Veränderungen und Umbrüche gab, und: Diese werden immer schneller.

Als Menschen sind wir kaum mehr in der Lage, mit den ständigen Neuerungen und Anforderungen fertig zu werden, geschweige denn können wir wirklich voraussagen, wohin das alles führen wird.

Unser neu entdecktes Wissen führt zu schnelleren wirtschaftlichen, sozialen und politischen Veränderungen; mit jedem Versuch zu begreifen, was geschieht, beschleunigen wir die Akkumulation von Wissen, was wiederum zu noch schnelleren und grösseren Umwälzungen führt.

Fakt ist: Die Digitalisierung schreitet voran. Wo früher Menschen als Könige des Universums agierten, stehen sie heute mehr und mehr in der Gefahr, von Maschinen abgelöst zu werden. Und nicht nur das: Maschinen sind sogar in vielen Dingen besser als wir Menschen, einschliesslich dessen, herauszufinden, was wir selber wirklich wollen.

Harari erklärt, wieso alle Organismen eigentlich Algorythmen sind. Ein Algorythmus ist eine methodische Abfolge von Schritten, die es erlaubt, Probleme zu lösen, Entscheidungen zu treffen oder Dinge zu berechnen. Wenn wir etwas tun, passiert das nach einer genauen Abfolge von Schritten, welche nach unserer Erfahrung (so denken wir) dazu geeignet ist, das zu tun. In Tat und Wahrheit ist in unserem Gehirn quasi ein Schaltkreis entstanden, welcher uns nun dies nach vorgegebener Methode tun lässt.

Hat der Humanismus noch sehr auf den einzelnen Menschen und seine individuelle Freiheit gesetzt, fragt sich nun, wo der Mensch, einst Krone der Schöpfung, bleiben wird. Dass wir kein Selbst sind, keinen freien Willen haben, eigentlich aufgrund von Hirnverschaltungen agieren, hat uns die Hirnforschung schon erklärt. Nun geht es eine Stufe weiter. Der Mensch schafft sich quasi selber ab durch seine sich immer schneller entwickelnden Innovationen im Bereich Datensammlung und –vernetzung. Damit droht dem Menschen bald das gleiche Schicksal, welches den Tieren durch den Menschen angetan wurde.

Klingt gruselig? Das Ganze soll nicht als Prognose verstanden werden, so Harari, sondern als (wohl ziemlich realistisches) mögliches Szenario einer nahen Zukunft. Harari besticht durch fundierte historische Kenntnisse, welche vor allem in den ersten beiden Teilen (Homo sapiens erobert die Welt & Homo Sapiens gibt der Welt einen Sinn) zum tragen kommen. Er versteht es, die historischen Abläufe und das menschliche Leben in den verschiedenen Bereichen auf eine detaillierte, informative und doch unterhaltsam lesbare Weise zu vermitteln. Teil drei führt die Geschichte weiter in die Zukunft, indem die vorhandenen Kriterien und Erkenntnisse konzis ermittelt und zusammengeführt werden, um den Strom der Geschichte auf eine nachvollziehbare und durchaus einleuchtende Weise weiter fliessen zu lassen.

Fazit
Ein spannendes, gut lesbares, unterhaltsames und sehr eindrückliches Buch über die menschliche Geschichte und wohin sie zu steuern scheint. Eine ganz grosse Leseempfehlung.

Zum Autor
Yuval Noah Harari wurde 1976 in Haifa, Israel, geboren. Er promovierte 2002 an der Oxford University. Aktuell lehrt er Geschichte an der Hebrew University in Jerusalem mit einem Schwerpunkt auf Weltgeschichte. Sein Weltbestseller „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ wurde in fast 40 Sprachen übersetzt.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 653 Seiten
Verlag: C.H.Beck Verlag 4. September 2018
Übersetzer: Andreas Wirthensohn
ISBN: 978-3406727863
Preis: EUR: 14.95 ; CHF 24.90

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