Klassische Technik neu entdeckt: Upgrade für Design und Illustration






Es war einmal ein kleines Mädchen, das beklagte sich so sehr, dass sein grosser Bruder alle Anerkennung abkriegt, während es im stillen Kämmerchen sein Dasein fristet und völlig unterschätzt wird. So etwa könnte das Märchen über die Protagonistin des Buches klingen, von dem diese Rezension handeln soll: Gouache.
Während Aquarell/Wasserfarben sich ihren Platz am Künstlertisch erkämpft haben und sich einer grossen Anhängerschaft erfreuen, fristet Gouache ein noch immer eher stiefmütterliches Ansehen. Ob dies darauf zurück zu führen ist, dass man kaum Anleitungen findet, wie man mit dem Medium umgehen soll, oder aber die mangelnden Anleitungen zum unterschätzten Stellenwert führen, ist so klar zu beantworten wie die Frage nach dem Huhn und dem Ei. Langer Rede kurzer Sinn: Es gibt Abhilfe. Aljoscha Blau hat sich der Gouache angenommen und ein Buch geschrieben. Er selber hat ein solches Buch in seiner Ausbildung vermisst, nun schenkt er es uns. Dabei ist er sich bewusst:
Es mag für einen Autor paradox klingen, aber ich glaube, dass man aus einem Buch nur ansatzweise lernt. Aber woran ich fest glaube ist, dass Lernen mit dem Buch und einem Stift (oder Pinsel) in der Hand im Gegenteil wunderbar funktionieren kann. […] Lassen sie sich von dem, was Sie in diesem Buch entdecken, inspirieren und wenn eine bestimmte Technik Sie anspricht, probieren Sie sie aus.
Aljoscha Blau geht zuerst auf die Geschichte der Gouache ein und erläutert dann das Material von der Farbe über die Pinsel zum Papier sowie Zubehör. Es folgen verschiedene Techniken und Anwendungsbeispiele. Alles – wie könnte es bei dem Autoren anders sein – wunderbar illustriert, so dass man immer mal wieder versucht ist, den eigenen Pinsel wegzulegen und die Bilder zu geniessen. Dies soll aber keine Abzugspunkte geben, dies ist die Sahnehaube, denn: An gut erklärten Beispielen zeigt Aljoscha Blau die Herangehensweise an ein Bild, die verschiedenen Schritte mit den nötigen Materialien. Wer also – wie empfohlen – mit Stift oder Pinsel dasitzt und loslegt, der findet in dem Buch wunderbare Anleitungen und Inspirationen.
Ein wunderbares Buch, das grossartig illustriert, mit einem stilvollen Layout und hochwertiger Gestaltung daher kommt.
Fazit:
Ein grossartiges Buch, das sowohl vom Inhalt als auch von der Aufmachung her überzeugt. Alles, was man zum Thema Gouache wissen muss, wird in lesbarer und fundierter Weise vorgestellt und wunderbar illustriert. Absolut empfehlenswert.
Zum Autor
Aljoscha Blau
Aljoscha Blau, geboren 1972 in St. Petersburg, wuchs dort in einer Künstlerfamilie auf und kam ein halbes Jahr nach dem Mauerfall 1990 nach Deutschland. Er studierte an der FH für Gestaltung Illustration und freie Grafik und veröffentlichte bereits als Student seine ersten Bücher. Heute lebt Aljoscha Blau in Berlin und arbeitet als Illustrator für deutsche und internationale Verlage. Er hat über 60 Bücher illustriert, viele davon wurden mit wichtigsten deutschen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Darunter zählen der Deutsche Jugendliteraturpreis, German Design Award Gold, Bologna Ragazzi Award, Österreichischer Staatspreis u.a. Neben seiner künstlerischen Arbeit unterrichtet Aljoscha Blau als Gastprofessor an den Kunsthochschulen in Deutschland, Dänemark, Schweiz, Italien.
Buchtipp: Das Dschungelbuch
Videoporträt: Bösner Kunstportal
Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: Verlag Hermann Schmidt (23. Januar 2020)
ISBN-Nr.: 978-3874399166
Preis: EUR 32 / CHF 43.90
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Peter Jenny bringt mit „Kreative Interventionen“ bereits das zehnte Buch in seiner Reihe „Schule des Sehens“ auf den Markt. Die Botschaft lautet: Nichts ist je fertig, nichts beginnt je bei null. Er will anregen, weiterzudenken, will anregen, zu erforschen. Nicht einfach bei der Wahrnehmung stehen bleiben, sondern neue Wege gehen. Eigene Visionen entwickeln, eigene Botschaften verkünden aufbauend auf dem, was da ist.
Peter Jenny hat in 30 Jahren als Professor an der renommierten ETH Zürich Generationen von Gestaltern geprägt. Seine »Schule des Sehens« ist die ideale Grundlage gestalterischer Tätigkeit und künstlerischer Aktivität und umfasst inzwischen 10 handliche Büchlein, die weltweit auf begeisterte Resonanz treffen.
Diesen Fragen geht der bekannte Neurobiologe im vorliegenden Buch nach. Anhand von Beispielen aus der Biologie erläutert er, wie die Vorstellung der Würde beim Menschen überhaupt entstanden ist, weswegen wir eine solche Vorstellung brauchen und wie ein Bewusstsein für die eigene Würde entsteht. Ziel ist es, den Menschen für den Begriff der Würde wieder zu sensibilisieren und ihn damit in die Lage zu versetzen, ein würdevolles Leben zu leben.

Taschenbuch: 186 Seiten
Dalai Lama und Desmond Tutu trafen sich anlässlich des 80. Geburtstags des Dalai Lama in dessen Exilheimat Indien und sprachen eine Woche lang über die Freude. Begleitet wurden sie dabei vom Journalisten Douglas Abrams, der die Gespräche schlussendlich zu diesem fertigen Text zusammentrug und das Thema mit Erkenntnissen aus der Neurobiologie wie durch persönliche Beobachtungen aus seinem Leben sowie aus dem Zusammentreffen der beiden alten Freunde anreicherte.
Tenzin Gyatso, Seine Heiligkeit der 14. Dalai Lama, bezeichnet sich selbst als einfachen buddhistischen Mönch. Geboren 1935, floh er nach der Besetzung Tibets 1959 nach Indien, wo er seitdem im Exil lebt. Das geistliche und (bis zu seinem freiwilligen Rückzug 2011) weltliche Oberhaupt der Tibeter wurde 1989 mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Seine spirituelle Arbeit, seine Bemühungen um die politische, religiöse und kulturelle Identität Tibets sowie sein Einsatz für den Weltfrieden finden Anerkennung in der ganzen Welt.
Desmond Mpilo Tutu, geboren 1931, ist emeritierter Erzbischof der Anglikanischen Kirche in Südafrika. Als wichtigste Symbolfigur neben Nelson Mandela im Kampf gegen die Apartheid erhielt er 1984 den Friedensnobelpreis. Ab 1995 war er Vorsitzender der Wahrheits- und Versöhnungskommission in Südafrika, die nach den Prinzipien von Mahatma Gandhi arbeitete. Seine Politik der Vergebung und Aussöhnung wurde zum leuchtenden Beispiel für gewaltfreie Konfliktlösung. Auch im Alter von 84 Jahren setzt sich Bischof Tutu unermüdlich weltweit für Frieden und Menschlichkeit ein.
Festtage sind immer auch eine Gelegenheit, zusammenzusitzen, etwas Leckeres auf den Tisch zu stellen und gemeinsam zu essen. Gerade an Weihnachten darf es auch mal etwas Anspruchsvolleres sein, nur: Der zu erwartende Aufwand lässt einen schon vor dem Fest innerlich schwitzen.
Brad Wilson hat sich im vorliegenden Buch dem Tierporträt gewidmet. Vor einem schlichten schwarzen Hintergrund porträtiert er Tiere wie Elefanten, Tiger, Löwen, Eulen und mehr. Er lässt sie durch ihre Persönlichkeit zum Betrachter sprechen und auf ihn wirken.
Die Wirkung, die Brad Wilson seiner Begegnung mit den Tieren zuschreibt, spricht auch aus den Bildern und überträgt sich auf den Betrachter. Aus Ihnen sprechen zudem die grosse Verbundenheit und der Respekt, die Wilson den Tieren entgegenbringt. Ohne diese wäre ein solches Projekt nicht möglich gewesen und schon gar nicht so wunderbar herausgekommen.
Tiere haben eine Seele, sie sind Wesen wie wir und jedes hat seine eigene Persönlichkeit. Dies wird in diesem Buch offensichtlich. Die hochwertige Aufmachung, die brillianten Farben und das schöne Layout runden das Gesamtbild ab. Eingeleitet wird es zudem mit einem Vorwort von Desmond Morris.
Für viele stellt das Zeichnen von Menschen eine grosse Herausforderung dar. Sogar Menschen, die sonst gerne zeichnen, schrecken anfangs oft davor zurück. Eigentlich schad, denn es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, sich dem Modell Mensch anzunehmen. Das vorliegende Buch zeigt einige davon und will dazu anregen, sich inspirieren zu lassen und auszuprobieren.
Ich war das Kind, das nicht gerne Schokolade hatte und das nach dem Essen fragte, ob e,s statt auf das Dessert zu warten, auf den Spielplatz darf. Süssspeisen waren nie meine erste Wahl (die selber gebackenen Kuchen meiner Mutter ausgenommen) und so backe ich auch eher selten Süsses (Brot und Salziges schon eher).
Ich erinnere mich noch gut an meine Zeit in der Primarschule, als Handarbeitsunterricht fix im Stundenplan war. Es war ein Graus. Ich langweilte mich fürchterlich, wäre lieber ins Werken gegangen, das damals den Buben vorbehalten war. So kämpfte ich mich durch Häkeltierchen und Strickschals, nähte fluchend vor mich hin und sah nur eine Lösung gegen die Langeweile: Schwatzen. Aus mir noch heute unerfindlichen Gründen durfte man das aber nicht im Handarbeitsunterricht. Schweigend mussten wir an unseren Tischen sitzen und vor uns hin arbeiten. Dass ich mich nicht daran gehalten habe, versteht sich von selber, ich hatte zum Glück eine wirklich gutmütige Lehrerin, welche jeweils in der letzten Stunde vor Zeugnisvergabe fand: Wenn ich in dieser Stunde wenigstens nur flüstern statt raut reden würde, gäbe es beim Betragen trotz allem noch ein „gut“. Ich habe es mehrheitlich geschafft.
Ich bin bekennender Teigwarenfan, könnte wohl jeden Tag Teigwaren essen und es würde mir nie verleiden. Wenn man ein wenig kreativ ist, kann man immer wieder neue Saucen zaubern, welche Abwechslung auf den Teller bringen. Wie es so ist im Leben, gibt es auch beim Kochen gewisse Gewohnheiten, man hat irgendwann ein Repertoire an Rezepten und kocht diese in wechselnden Reihenfolgen. Das passiert mir auch mit meinen Pastasaucen: Eine Basis aus ähnlichen Zutaten wird durch verschiedene Beigaben variiert, die Bandbreite ist aber über die Zeit kleiner geworden.