Die Biographie
„Er konnte der Nation ihre eigene Kultur auf eine Art erklären, wie es nur ein Beobachter von aussen konnte, und zugleich formte er sie aus ihr heraus aktiv um.“
Kaum jemand, der Andy Warhols Siebdrucke von Stars, Konservendosen und anderen Gegenständen nicht kennt. Doch wer war der Mensch, der hinter all dem stand? Wie lebte er, was machte ihn aus? Andy Warhol selber konnte man da kaum fragen, hielt dieser sich doch äusserst bedeckt, was sein Privatleben anging. Die widersprüchlichen Antworten auf private Belange fangen beim Geburtsdatum an und ziehen sich durch alle Bereiche des persönlichen Lebens.
Blake Gopnik hat sich der Aufgabe angenommen, Licht ins Dunkel zu bringen. Nach eigenen Angaben arbeitete er sieben Jahre an dem Buch, interviewte fast 300 Menschen. Er schafft es dabei, Warhol sowohl als Menschen mit Fehlern und Schwächen zu porträtieren, als auch seinem Schaffen den geschuldeten Respekt zu zollen, den es im Rahmen der Kunstgeschichte verdient.
Angefangen bei seiner Kindheit in Pittsburgh als Sohn einer armen Bauernfamilie erzählt Gopnik auf mitreissende und nie langweilig anmutende Weise Warhols Lebensweg, lässt den Leser daran teilhaben, wie die einzelnen Etappen Warhols späteres Schaffen beeinflusst haben könnten. Nach einem sehr erfolgreichen Start in der Werbe- und Textilindustrie entschied sich Warhol für ein Leben als Künstler, nahm dabei aber viel seiner früheren Arbeit mit.
„Warhol überbrückte den Graben zwischen unterschiedlichen Medien (Fotografie, Malerei, Druck) ebenso wie den zwischen „geringwertigen“ und „hochwertigen“ Kunstdisziplinen (Illustration und bildende Kunst), und die Konzeption hatte bei ihm stets Vorrang vor der technischen Umsetzung.“
Überhaupt war Warhol ein Meister des Grenzen Abtragens. Auch die Grenze zwischen Leben und Kunst schwand mehr und mehr, Warhol erschuf sich quasi als sein eigenes Kunstwerk, als welcher er durchs Leben ging.
Ab den 1960er Jahren konzentrierte sich Andy Warhol hauptsächlich auf seine zweite Leidenschaft: Filme. Dabei bewegte er sich aber weit ab von Hollywood- Filmen. Mit einer Filmkamera hielt er das Leben und die Menschen um sich fest. So filmte er zum Beispiel John Giorno über vier Stunden beim Schlafen. Nach dem Film und der Malerei weitete Warhol nach und nach sein Experimentierfeld aus, stiess in den Bereich der Musik vor, nahm einen Anlauf, Buchautor zu werden, auch ein Theaterstück entstand aus seiner Feder.
Ein Leben wie ein Kunstwerk – darauf deutet der Untertitel des Buches hin, der Inhalt belegt es auf eindrückliche Weise. Entstanden ist ein sehr umfassendes Buch über einen seine Zeit (und auch die kunstgeschichtliche Nachwelt) prägenden Künstler sowie ein Zeitdokument in sozialer, kunsthistorischer und auch politischer Hinsicht. Gopnik hat sich einer grossen Herausforderung gestellt, ein so umfassendes und vielschichtiges Leben mit seinen unzähligen Tiefen und Geheimnissen zusammengetragen. Durch seinen flüssigen und mitreissenden Erzählstil gelingt es ihm, den Leser von der ersten Seite an in den Bann zu ziehen und ihn nicht mehr loszulassen.
Fazit:
Ein Standardwerk – Genauer und detaillierter kann man das Leben und Schaffen eines Künstlers nicht erzählen. Sehr empfehlenswert.
Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 1232 Seiten
Verlag: Bertelsmann Verlag (9. November 2020)
ISBN-Nr.: 978-3570102077
Preis: EUR 48 / CHF 65.90
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Peter Jenny bringt mit „Kreative Interventionen“ bereits das zehnte Buch in seiner Reihe „Schule des Sehens“ auf den Markt. Die Botschaft lautet: Nichts ist je fertig, nichts beginnt je bei null. Er will anregen, weiterzudenken, will anregen, zu erforschen. Nicht einfach bei der Wahrnehmung stehen bleiben, sondern neue Wege gehen. Eigene Visionen entwickeln, eigene Botschaften verkünden aufbauend auf dem, was da ist.
Peter Jenny hat in 30 Jahren als Professor an der renommierten ETH Zürich Generationen von Gestaltern geprägt. Seine »Schule des Sehens« ist die ideale Grundlage gestalterischer Tätigkeit und künstlerischer Aktivität und umfasst inzwischen 10 handliche Büchlein, die weltweit auf begeisterte Resonanz treffen.
Diesen Fragen geht der bekannte Neurobiologe im vorliegenden Buch nach. Anhand von Beispielen aus der Biologie erläutert er, wie die Vorstellung der Würde beim Menschen überhaupt entstanden ist, weswegen wir eine solche Vorstellung brauchen und wie ein Bewusstsein für die eigene Würde entsteht. Ziel ist es, den Menschen für den Begriff der Würde wieder zu sensibilisieren und ihn damit in die Lage zu versetzen, ein würdevolles Leben zu leben.

Taschenbuch: 186 Seiten
Dalai Lama und Desmond Tutu trafen sich anlässlich des 80. Geburtstags des Dalai Lama in dessen Exilheimat Indien und sprachen eine Woche lang über die Freude. Begleitet wurden sie dabei vom Journalisten Douglas Abrams, der die Gespräche schlussendlich zu diesem fertigen Text zusammentrug und das Thema mit Erkenntnissen aus der Neurobiologie wie durch persönliche Beobachtungen aus seinem Leben sowie aus dem Zusammentreffen der beiden alten Freunde anreicherte.
Tenzin Gyatso, Seine Heiligkeit der 14. Dalai Lama, bezeichnet sich selbst als einfachen buddhistischen Mönch. Geboren 1935, floh er nach der Besetzung Tibets 1959 nach Indien, wo er seitdem im Exil lebt. Das geistliche und (bis zu seinem freiwilligen Rückzug 2011) weltliche Oberhaupt der Tibeter wurde 1989 mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Seine spirituelle Arbeit, seine Bemühungen um die politische, religiöse und kulturelle Identität Tibets sowie sein Einsatz für den Weltfrieden finden Anerkennung in der ganzen Welt.
Desmond Mpilo Tutu, geboren 1931, ist emeritierter Erzbischof der Anglikanischen Kirche in Südafrika. Als wichtigste Symbolfigur neben Nelson Mandela im Kampf gegen die Apartheid erhielt er 1984 den Friedensnobelpreis. Ab 1995 war er Vorsitzender der Wahrheits- und Versöhnungskommission in Südafrika, die nach den Prinzipien von Mahatma Gandhi arbeitete. Seine Politik der Vergebung und Aussöhnung wurde zum leuchtenden Beispiel für gewaltfreie Konfliktlösung. Auch im Alter von 84 Jahren setzt sich Bischof Tutu unermüdlich weltweit für Frieden und Menschlichkeit ein.
Festtage sind immer auch eine Gelegenheit, zusammenzusitzen, etwas Leckeres auf den Tisch zu stellen und gemeinsam zu essen. Gerade an Weihnachten darf es auch mal etwas Anspruchsvolleres sein, nur: Der zu erwartende Aufwand lässt einen schon vor dem Fest innerlich schwitzen.
Brad Wilson hat sich im vorliegenden Buch dem Tierporträt gewidmet. Vor einem schlichten schwarzen Hintergrund porträtiert er Tiere wie Elefanten, Tiger, Löwen, Eulen und mehr. Er lässt sie durch ihre Persönlichkeit zum Betrachter sprechen und auf ihn wirken.
Die Wirkung, die Brad Wilson seiner Begegnung mit den Tieren zuschreibt, spricht auch aus den Bildern und überträgt sich auf den Betrachter. Aus Ihnen sprechen zudem die grosse Verbundenheit und der Respekt, die Wilson den Tieren entgegenbringt. Ohne diese wäre ein solches Projekt nicht möglich gewesen und schon gar nicht so wunderbar herausgekommen.
Tiere haben eine Seele, sie sind Wesen wie wir und jedes hat seine eigene Persönlichkeit. Dies wird in diesem Buch offensichtlich. Die hochwertige Aufmachung, die brillianten Farben und das schöne Layout runden das Gesamtbild ab. Eingeleitet wird es zudem mit einem Vorwort von Desmond Morris.
Für viele stellt das Zeichnen von Menschen eine grosse Herausforderung dar. Sogar Menschen, die sonst gerne zeichnen, schrecken anfangs oft davor zurück. Eigentlich schad, denn es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, sich dem Modell Mensch anzunehmen. Das vorliegende Buch zeigt einige davon und will dazu anregen, sich inspirieren zu lassen und auszuprobieren.
Ich war das Kind, das nicht gerne Schokolade hatte und das nach dem Essen fragte, ob e,s statt auf das Dessert zu warten, auf den Spielplatz darf. Süssspeisen waren nie meine erste Wahl (die selber gebackenen Kuchen meiner Mutter ausgenommen) und so backe ich auch eher selten Süsses (Brot und Salziges schon eher).
Ich erinnere mich noch gut an meine Zeit in der Primarschule, als Handarbeitsunterricht fix im Stundenplan war. Es war ein Graus. Ich langweilte mich fürchterlich, wäre lieber ins Werken gegangen, das damals den Buben vorbehalten war. So kämpfte ich mich durch Häkeltierchen und Strickschals, nähte fluchend vor mich hin und sah nur eine Lösung gegen die Langeweile: Schwatzen. Aus mir noch heute unerfindlichen Gründen durfte man das aber nicht im Handarbeitsunterricht. Schweigend mussten wir an unseren Tischen sitzen und vor uns hin arbeiten. Dass ich mich nicht daran gehalten habe, versteht sich von selber, ich hatte zum Glück eine wirklich gutmütige Lehrerin, welche jeweils in der letzten Stunde vor Zeugnisvergabe fand: Wenn ich in dieser Stunde wenigstens nur flüstern statt raut reden würde, gäbe es beim Betragen trotz allem noch ein „gut“. Ich habe es mehrheitlich geschafft.