Wie geringfügig ist, verglichen mit der Zeitentiefe der Welt, der Vergangenheitsdurchblick unseres eigenen Lebens.

Diese Zeilen Thomas Manns zeigen die relative Grösse des eigenen Lebens. Im Vergleich zu dem, was in der Welt passiert, sind wir zu vernachlässigen, so klein. Und doch nehmen wir uns oft unglaublich wichtig. Sehen uns im Zentrum, sehen die Welt um uns. In der östlichen Welt ist alles eins. Die Welt sind wir und wir sind die Welt. Das würde die Grösse der Welt in das Individuum versetzen und dieses wiederum Welt sein lassen. Der Gedanke ist nicht nur tröstlich, er hat viel Wahres. Die Welt ist, wie sie ist, weil die Individuen bestehen. Klar kann man sagen: „Ich bin klein, ich bin unwichtig, ohne mich ginge alles genau gleich weiter.“ Wen aber bräuchte es? Wenn das alle sagen würden, gäbe es niemanden. Die Welt bestünde wohl trotzdem, aber auf eine andere Weise, sie wäre eine andere. Und wenn man von dieser grossen Welt ohne Menschen in eine kleine, persönliche Welt geht, zählt jeder Mensch darin, egal wie gross oder klein er sich fühl, gleich viel. Denn ohne ihn wäre diese persönliche Welt eine andere. 

Man denkt ab und an, die unliebsamen Zeitgenossen könnte man gut entbehren. Die Welt wäre ohne sie eine bessere. Doch auch sie haben wohl ihren Zweck in dieser Welt. Sind einem anderen Menschen lieb und teuer. Genauso wie auch wir nicht allen passen. Wenn wir den Mann haben, den eine andere gerne hätten, hätte die uns auch gerne weg. Trotzdem sind wir für diesen Mann vielleicht die Welt. Oder für das Kind, oder für den Vater. So oder so, wir tragen immer etwas dazu bei, dass die Welt ist, wie sie ist. 

Aber eigentlich wollte ich etwas ganz anderes schreiben. Ich wollte über die Vergangenheit schreiben, die sich ab und an wieder meldet, an die Tür klopft, Hallo sagt und Möglichkeiten zeigt, wieder Gegenwart zu werden. Ich wollte über das Leben schreiben, das sich immer wiederholt, das immer wieder Wiedererkennungswerte mit sich bringt. Es gibt im Leben gewisse Grundthemen, die immer wieder auftauchen, das Leben prägen, kurz verschwinden, von anderem verdrängt werden, um dann wieder da zu stehen und noch mehr zu leuchten. 

Genau das passierte mir durch eine Mail meines Professors. Und so denke ich, mein Schreiben nochmals der Akademie zu widmen, genauer Thomas Mann. Eine Liebe und Faszination, die mich vor Jahren einnahm, nie ganz losliess, neu wieder ausbrach und nun gar unterstützt wird. Ich bin dankbar. Ich bin froh. Für die Möglichkeit. Was draus wird? Wir werden seh’n. Für die Welt wenig bedeutend, für mich eine grosse Welt. Eine schöne Welt.