Ab und an macht die blosse Artikulation den anderen so misslaunisch, dass es schwer ist, nochmals ans wirkliche Thema anzukoppeln – geschweige denn an die Beziehung.

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Für die abc.etüden, Woche 19.18: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Wortspende für die Textwoche 11.18 kommt von Frau M.Mama (meinnameseimama.com)

Sie lautet: Artikulation, misslaunisch, koppeln

Der Ursprungspost: HIER

Ich habe geschrieben,
dir ganz viele Briefe,
und habe versiegelt,
all meine Worte.
Bin in Gedanken geschlendert,
getaucht in Gefühl.

Ich möchte mit Pfauen
augen dich sehen
und nie mehr nur
eine Minute hier stehen,
wenn du nicht hier bei und
neben mir stehst.

Ich möchte dich brauchen
und auch vermissen.
Ich möchte dich küssen,
und nie wieder missen.
Ich möchte so gerne
schlicht mit dir nur sein.

Doch was ich geschrieben,
steckt hinter den Siegeln,
die niemand gebrochen,
da niemand gewahr.
So bleibt mein Geheimnis, was
ich dir sagen will.

Du drehst deine Runden
und weißt von nichts, nicht
von Gefühlen zu dir.
Und doch fühle ich mich
dir tief drin im Herzen
so unendlich nah.

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Für die abc.etüden, Woche 11.18: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Wortspende für die Textwoche 11.18 kommt von Natalie aus dem Fundevogelnest

Sie lautet: Pfauenauge, versiegelt, schlendern.

Der Ursprungspost: HIER

Sie: „Ich habe zugenommen, findest du nicht?“

Er kannte sie schon eine Weile und wusste, dass das dünnes Eis war und er sich hüten sollte, etwas zu sagen, nur wusste er auch, dass er aus der Nummer nicht ohne ein Wort rauskommen würde, da sie keine Ruhe gäbe, bis er ihr geantwortet hätte, nur um dann – egal, was er auch sagte, er konnte nur verlieren – auszuflippen und ihm die Hölle heiss zu machen für die nächsten Tage, zumal sie unglaublich nachtragend sein konnte, was er gar nicht mochte, aber auch nicht sagen durfte, da dies denselben Effekt gehabt hätte wie die nun erwartete Antwort.

Er nuschelte nur etwas, das ganz sicher wie ein Nein, niemals wie ein Ja klang, und wollte sogleich gehen, als Ausrede brachte er – nun ganz verständlich, sie sollte die Dringlichkeit des Weggangs ja verstehen – das Argument vor, heute zeitig bei der Arbeit sein zu müssen. Er hatte die Rechnung ohne den Wirt (hier die Wirtin, denn Genderbewusstsein wurde neustens auch gross geschrieben und er traute sich schon fast nicht mehr, morgens zu fragen, ob sie einen Kaffee ans Bett gebracht haben wollte, tat es noch, weil Heissgetränk wiederum nicht spezifisch genug gewesen wäre) gemacht.

Nicht nur liess sie ihn nicht einfach so gehen, nein, sie atmete hörbar aus, worauf ihr Bauch nach aussen schnellte, einen Knopf von ihrer Bluse löste und diesen wie eine Pistolenkugel in seine Richtung schoss.

Und die Moral von der Geschicht:

Übers Gewicht der Frauen spricht man nicht.

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Für die abc.etüden, Woche 10.18: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Wortspende für die Textwoche 10.18 kommt Frau M.Mama (im www HIER)

Sie lautet: Knopf, zeitig, hüten.

Der Ursprungspost: HIER

Sie: „Sag mal, kannst du dich nicht mal ordentlich kleiden? Ich mein, das Unterhemd geht ja gar nicht.“

Er: „Ach komm, das ist so knallvergnügt. Das Leben ist schon trist genug. Und schau mal raus, das Wetter ist grau in grau, drückt aufs Gemüt, zieht runter, raubt Kraft und Energie, und das könnte schon fast ein neuer Hip-Hop-Hit sein, ich müsste es noch aufschreiben, und den Beat drunter legen, dann wäre es mitreissend, und Stimmung hebend, im Gegensatz zum Grau draussen, und wer nun noch nicht im Takt mitliest, hat schlicht kein Musikg’hör.“

Sie: „Sprich, du willst auf dieses ach so schreckliche Teil nicht verzichten, und fügst als Argument diesen Sermon an, der weder Rhythmus noch Reim hat?“

Er: „Ja!“

Wir wissen nicht, wie er endete…..

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Für die abc.etüden, Woche 04.18: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Wortspende für die Textwoche 06.18 kommt von Anna-Lena von visitenkartemyblog.wordpress.com

Sie lautet: Unterhemd, knallvergnügt, verzichten.

Der Ursprungspost: HIER

 

Sie: „Sag mal, hast du mein Krüglein gesehen, das ich von Oma Huberta geerbt habe, die zwar noch lebt, aber immer dachte, sie stürbe bald und dann alles geregelt haben wollte, so dass sie mir schon beizeiten dieses schlüsselblumengelbe Prachtstück vermachte mit der Bitte, immer gut darauf zu achten, da es ein ganz besonderes Krüglein sei, das einst sogar Graupeln getrotzt habe, die auf es niederprasselten, ohne nur eine Delle, einen Sprung, einen Kratzer gar davonzutragen, weswegen sie dachte, dass es für mich exakt das Richtige sei – was ich etwas befremdlich finde, da es fast so klingt, als ob bei mir alles kaputt ginge und ich drum nur extra robuste Dinge haben sollte, damit auch ja nichts in Scherben ginge -, zumal ich ja immer ihre Lieblingsenkelin gewesen sei, was aber auch nicht so schwer war, war ich doch die einzige überhaupt und nicht nur das, denn sie hatte auch keine Enkel, da es in dieser ganzen verdammten Familie überhaupt keine Kinder meines Alters gegeben hat und ich immer nur alleine zu all diese ach so öden und wirklich tödlichen Familienessen musste, wo es dann von allen schon fast scheintoten Tanten hiess, dass ich ja ach so gross und ach so hübsch sei, knapp gefolgt von der Frage, wie ich nochmals geheissen habe, was aber dann auch als wunderbarer Name befunden und von einem Kniff in die Wange begleitet wurde.“

Er: „Was genau ist nun die Frage?“

Sie: „Du hörst mir auch echt nie zu.“

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Für die abc.etüden, Woche 04.18: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Wortspende für die Textwoche 05.18 kommt von Elke H. Speidel (Blog: HIER)

Sie lautet: Krüglein, schlüsselblumengelb, graupeln.

Der Ursprungspost: HIER

 

Er: „Hast du meine Discokugel gesehen? Ich wollte die doch im Wohnzimmer aufhängen.“

Sie: „Ich habe keine Ahnung, wo die sein soll, musst halt besser Ordnung halten mit deinen Sachen.“

Er: „Dir hat die ja noch nie gefallen, gib’s zu, du hast die heimlich entsorgt!“

Sie: „Das würde ich doch nicht tun, wie könnte ich auch. Die muss geklaut worden sein.“

Er: „Du bist ja wahnsinnig, wer soll schon eine Discokugel klauen, das glaubt ja kein Mensch.“
Sie: „Ha, dann gibst du also zu, dass die keiner haben will, weil sie einfach nur grässlich hässlich ist.“

Er: „Du musst auch immer das letzte Wort haben.“

Sie: „Nein!“

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Für die abc.etüden, Woche 04.18: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Wortspende für die Textwoche 02.18 kommt Sabine aus dem Hause wortgeflumselkritzelkram

Sie lauten: Discokugel, wahnsinnig, klauen.

Der Ursprungspost: HIER

Sie: „Das Leben kann eine unglaubliche Bürde sein, vor allem mit dir!“

Er: „Was habe ich denn nun schon wieder falsch gemacht? Ich verstehe dich wirklich nicht, hattest du an Silvester nicht den guten Vorsatz gefasst, etwas netter mit deinem Mann zu sein?“

[Anmerkung der Redaktion: Spätestens da wäre er eigentlich tot….]

Sie: „Ich wäre ja nett, wenn du es mir nicht so schwer machen würdest, aber schau dich mal an, deine Haare sind ganz speckig, vom Bauch ganz zu schweigen. Muss man dir wirklich alles sagen, selbst, dass du die Haare waschen musst?“

Er: „Wollte ich heute Morgen, doch dann kam von dir ein Schrei, schrill und spitz, gefolgt von Rufen nach mir, so dass ich das verschieben musste, um dich vor einer – ich sage es ungern, aber du hast es provoziert – 4 mm grossen Spinne zu retten.“

[Anmerkung der Redaktion: Jetzt wäre er es definitiv…]

Sie: „Und nun hackst du wieder auf mir rum, richtig unfair ist das!“

[Anmerkung der Redaktion: Sein Neujahrsvorsatz war übrigens, mehr Risiken und Abenteuer in sein Leben zu holen…]

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Für die abc.etüden, Woche 02.18: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Wortspende für die Textwoche 02.18 kommt vom freundlichen Herrn IZ (Hier sein Blog). Sie lauten: Bürde, speckig, schieben.

Der Ursprungspost: HIER