Motive erfassen – reduziert zeichnen

HübnerWeglassen2Urban Sketching ist ein Trend, der sich in den letzten Jahren etabliert hat und immer mehr anzieht. Oft steht man aber vor dem Problem, wie eine Situation erfassen, die einen mit vielen Details zu überfordern droht. Auch die Zeit ist ab und an knapp – kriegt man es trotzdem hin, eine Skizze ins Sketchbook zu machen?

Hier setzt Jens Hübner in seinem neusten Buch an. Er zeigt, wie man Situationen erfassen kann und durch das Weglassen „unnötiger“ Details eine Skizze in wenig Zeit aufs Papier bringt. Die vorgestellten Techniken sollen helfen, den Blick für das Wesentliche zu schärfen – etwas, das auch im Leben wichtig ist bei der zunehmenden Masse an Informationen, die auf uns einströmt.

Reduzieren kann man an verschiedenen Punkten:

  • beim verwendeten Material: Wenn man nicht erst eine Staffelei aufbauen, aus 20 Papiersorten auswählen und dann verschiedene Malutensilien auspacken muss, spart man schon viel Zeit. Anhand verschiedener Techniken erläutert Jens Hübner verschiedene Herangehensweisen an Skizzen und illustriert die immer auch mit eigenen Bild-Beispielen.
  • bei den eingesetzten Techniken: durch Reduktion auf Kontraste und den gezielten Einsatz von Farbe (einer vielleicht redzuierten Farbpalette) lassen sich Szenen schnell erfassen
  • bei den Motiven: Man muss von einer Szene nicht alles zeichnen, es reicht, sich auf wenige (zentrale) Motive zu beschränken, den Rest kann man weglassen oder gegebenenfalls auch andeuten.

Hübnerweglassen3Die Kunst des Weglassens ist eine sehr gelungene Anleitung, wie man auch bei knapper Zeit etwas Schönes aufs Papier bringen kann. Dabei ist immer auch wichtig, so der Autor, nicht das Meisterwerk anzustreben, sondern eine Skizze, die das Wichtige an einem Augenblick festhält und auch später beim erneuten Betrachten Erinnerungen zurückbringt.

Fazit:
Ein gut durchdachtes, informatives und anschaulich illustriertes Buch, für alle, die gerne zeichnen und sich inspirieren lassen wollen. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor
Der in Berlin lebende Künstler und Diplom Designer Jens Hübner ist 1964 in Wittenburg/Mecklenburg geboren. Nach seinem Studium in Deutschland und Nordamerika war er 10 Jahre Mitinhaber einer Designagentur. Seit seiner Kindheit verarbeitet er seine Eindrücke in Form von spontanen Collagen, Reiseskizzen und Aquarellen in seinen visuellen Tagebüchern.
Während einer zweijährigen Weltumrundung per Fahrrad entwickelte er seine Methodik des Zeichnens und Aquarellierens auf Reisen. Diese vermittelt er als Dozent und Reiseleiter in verschiedenen Seminaren. In Deutschland, Indien, Ost Timor, Japan, Neuseeland, Brasilien, Südafrika und Äthiopien präsentierte er seine Arbeitsweise in Produktpräsentationen, Workshops, Ausstellungen oder Vorträgen. (zit. nach der Homepage des Autors: LINK)

Angaben zum Buch:
HübnerWeglassenGebundene Ausgabe: 144 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer; Auflage: 1 (17. August 2017)
ISBN-NR: 978-3863556877
Preis: EUR: 19.99 ; CHF 29.90

Zu kaufen in jeder Buchhandlung vor Ort oder online u. a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

 

Über 90 Inspirationen zum Zeichnen und Skizzieren von Menschen

BirchSketchingFür viele stellt das Zeichnen von Menschen eine grosse Herausforderung dar. Sogar Menschen, die sonst gerne zeichnen, schrecken anfangs oft davor zurück. Eigentlich schad, denn es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, sich dem Modell Mensch anzunehmen. Das vorliegende Buch zeigt einige davon und will dazu anregen, sich inspirieren zu lassen und auszuprobieren.

Vorgestellt werden Zeichnungen und Skizzen, welche in Ateliers entstanden sind, aber auch solche, die zu Hause von der Familie oder auf der Strasse von Menschen in Cafes, an Bahnhöfen, auf Strassen angefertigt wurden. Die Bandbreite an Zeichenlokationen findet sich auch im Zeichenmaterial: Erlaubt ist, was gefällt, Bleistift, Tinte, Aquarell, Filzstifte, Farbstifte, Kugelschreiber eignen sich wie auch jede Art von Papier, Karton oder andere Untergründe.

Wer nun noch denkt, Menschen zu zeichnen sei etwas vom Schwierigsten, dem sei gesagt: Übung macht den Meister! Das vorliegende Buch zeigt, auf wie viele unterschiedliche Arten man sich der Sache annähern kann. Helen Birch stellt dazu die verschiedenen Stile vor, zeigt, wie der jeweilige Künstler an sein Modell herangetreten ist, worauf er achtete, wie er dieses aufs Papier brachte. Fast nebenbei erfährt man auch Wissenswertes über die einzelnen Zeichenutensilien. Diese Informationen finden sich aber am Ende des Buches nochmals als Grundlagen.

Wenn man einen bestimmten Bildstil finden will, bietet sich das Inhaltsverzeichnis mit allen im Buch behandelten Zeichnungen als Thumbnails an, wer nach einem bestimmten Künstler sucht, findet ihn im entsprechenden Verzeichnis. Ein zusätzliches Stichwortverzeichnis lässt nach Stilen, verwendeten Materialien und einigem mehr suchen.

Fazit:
Ein wunderbares, sehr durchdachtes Buch und informatives Buch, für alle, die gerne zeichnen und sich inspirieren lassen wollen. Auch einfach nur zum Anschauen ist es wirklich toll. Sehr empfehlenswert.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer; Auflage: 1 (16. Februar 2017)
ISBN-NR: 978-3863556464
Preis: EUR: 14.99 ; CHF 21.90
Zu kaufen in jeder Buchhandlung vor Ort oder online u. a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

Es war eine anstrengende Woche mit vielen Zugfahrten. Gerade dadurch war es aber auch eine kreative Woche, da ich die Wartezeiten und die Zugfahrten zum Zeichnen nutzte. Die Challenges im Netz kamen ein wenig zu kurz, die Zeit reichte schlicht nicht mehr für alles – aber schaut selber.

Ich habe weiter Menschen gezeichnet, auch wenn die nach wie vor die grösste Herausforderung für mich sind:

Auch gelettert habe ich wieder:

Die Blumenliebe fand ihren Ansporn in einer Instagram-Aktion – unter dem Hashtag #floralsyourway gab es alle zwei Tage eine Blume zu zeichnen:

Ein neuer Challenge ist die #blumenkranzliebe auf Instagram:

Obwohl die bislang verfolgten Challenges etwas zu kurz kamen, habe ich mich für einen neuen entschieden, nämlich #365doodlesmitjohanna – ich hoffe, ich kann dabei bleiben:

Auch mit bunten Farben und Blumen habe ich weiter experimentiert. Ich merke immer wieder, wie befreiend diese lose Form des Gestaltens ist:

Unterwegs hatte ich mein kleines Sketchbook dabei und überbrückte Busfahrten oder Wartezeiten :

Neu habe ich auch mal eine andere Papierfarbe ausprobiert und mir ein Sketchbook mit braunem Papier besorgt:

Und dann entstand noch dies und das – kleine Kritzeleien und mehr:

Ich bin gespannt, was die nächste Woche bringt. Ab und an denke ich, ich sollte mal mehr bei einem Thema bleiben, sprich, eine Woche nur Bleistiftzeichnungen, die nächste nur Aquarell, die folgende… davon könnte ich sicher profitieren im Sinne von mich am besten weiterentwickeln im entsprechenden Gebiet – aber es macht einfach zu viel Spass, alles nach Lust und Laune zu machen – und das brauche ich aktuell auch.

FullSizeRender-9

Nun freue ich mich auf die neue kreative Woche!

Es war eine gute Woche, eine kreative Woche. Ich habe experimentiert, geübt, mich entschlossen, bei verschiedenen kreativen Challenges mitzumachen – schön! Einige gingen dabei ein wenig unter, aber auch mein Tag hat ja nur 24 Stunden und ein paar davon sollte ich ab und an schlafen 😉

Die grösste Herausforderung sind für mich immer Menschen. Da es immer heisst, Übung mache den Meister, habe ich geübt:

Auch gelettert habe ich wieder:

Zu Ehren von Mary Shelleys Geburtstag entstand Frankensteins Monster:

FullSizeRender-14

Die Blumenliebe fand ihren Ansporn in einer Instagram-Aktion – unter dem Hashtag #floralsyourway gab es alle zwei Tage eine Blume zu zeichnen:

Ein neuer Challenge ist die #blumenkranzliebe auf Instagram:

Und von Sketchbookskool #sbsadrawingaday – Sinn dahinter ist einfach, jeden Tag etwas zu zeichnen, und wenn es nur eine schnelle Skizze ist.

Ich habe experimentiert und mit Farben gespielt – das Bild entstand ja für #floralsyourway aber ich habe mich zurückbesonnen an früher, als ich mit Lagen gearbeitet habe und jeden Tag farbige Blumenbilder entstehen liess. Mir liegen sonst freie Formen nicht so, aber ich merke immer mehr, wie viel Spass es macht, nicht immer nur akkurat zu zeichnen, sondern frei zu spielen.

FullSizeRender1

Hier habe ich mit einem nicht wasserfesten Füller gespielt, versucht, das Auslaufen der Tinte für den Bildeffekt zu nutzen. Die Skizzen sind teilweise abgezeichnet von Skizzen, die ich irgendwo in Büchern oder im Netz fand, die Spielerei ist dann meine.

Unterwegs hatte ich mein kleines Sketchbook dabei und überbrückte Busfahrten oder Wartezeiten:

Ich habe beschlossen, wieder grösser zu malen, auch mal aus dem Sketchbook raus auf Blätter oder gar Leinwände zu gehen. Ich bin gespannt. Eigentlich sollte ich ja mal ein wenig bei einem bleiben und das üben, aber ich mag die Vielfalt eben auch.

Nun freue ich mich auf die neue kreative Woche!

Diese Woche habe ich sehr viel gezeichnet, vor allem ein Tag war intensiv, da ich lange im Zug sass oder auf diesen wartete. Seit ich wieder mehr zeichne und mein Sketchbook immer dabei habe, sind mir Wartezeiten kein Graus mehr, im Gegenteil. Es kam sogar schon vor, dass ich einen Bus vorbei fahren liess, um noch etwas fertig zu machen.

Der Challenge bei Facebook ging weiter, entstanden sind dafür unter anderem diese Skizzen:

FullSizeRender-4

Skizzen von unterwegs gab es auch diese Woche wieder – Bushaltestellen sind gerne skizierte Objekte:

Und auch meine Reise nach Thun wurde festgehalten:

Die Blumenliebe fand ihren Ansporn in einer Instagram-Aktion – unter dem Hashtag #floralsyourway gab es alle zwei Tage eine Blume zu zeichnen:

Hier noch eine kleine Bleistiftskizze, die beim Warten auf den Zug entstanden ist:

IMG_3186

Diese Woche stellte ich mir immer wieder die Frage, ob Bleistift oder Tinte mein bevorzugtes Zeichenmittel ist. Wieso die Skizzen nicht mit Bleistift statt mit Tinte machen? Oder Bleistift nur als kurze Vorskizze für Proportionen und Bildkomposition und dann mit Tinte drüber? Bei den ganz schnellen Skizzen fehlt dafür meist die Zeit, da die ja nur kurz zwischen zwei Dinge gepresst werden, meist keine Minute dauern. Bei etwas aufwändigeren gingen wohl alle Variationen. Ich habe das für mich noch nicht abschliessend entschieden.

Vielleicht geht ja auch hier – wie meist im Leben – ein „sowohl – als auch“. Ich tendiere zum Wunsch, mich „endgültig“ für etwas zu entscheiden und dann alle Alternativen (für mich) auszuschliessen. Einerseits bringt das eine Vereinfachung mit sich, man muss nicht von Fall zu Fall neu entscheiden. Andererseits schränkt man sich so natürlich auch sehr ein.

Entscheiden war noch nie meine grosse Stärke. Wie sieht das bei euch aus? Fallen euch Entscheidungen leicht oder seid ihr auch eher der Typ, der hin und her überlegt, abwägt, wieder weiter überlegt?

Ganz vergessen: Ein Selfie habe ich noch gemacht:

FullSizeRender

Nun freue ich mich auf die neue kreative Woche! Habt morgen einen

IMG_3138

FullSizeRender-5

Das Wetter war etwas besser als zuvor, an einigen Tagen war es richtig heiss. Ich habe weiter gemacht mit meinen täglichen Zeichnungen. Leider habe ich nicht ganz so viel geschafft, wie ich wollte, aber doch.

Der Challenge bei Facebook ging weiter, entstanden sind dafür unter anderem diese Skizzen:

Dann und wann hatte ich auch unterwegs Zeit zum Zeichnen, ich habe ja, wenn immer möglich, mein kleines Sketchbook dabei:

Meine Blumenliebe:

Meistens zeichne ich gleich mit Tinte, ab und an darf auch der Bleistift ran:

Ich habe ein wenig experimentiert aus Ideen heraus, die ich hatte:

Und dann habe ich mal wieder gelettert. Das habe ich seit Monaten nicht mehr gemacht. Leider war das Papier nicht ideal, die Tinte ist etwas ausgeblutet.

Über allem steht immer wieder die Frage, welche Malgründe ich nutzen will. Nur Sketchbücher – und welche? Verschiedene für verschiedene Themen? Loses Papier? Ein Frage, die mich wohl noch lange begleiten wird. Dessen ungeachtet: Ich merke, wieder auf einem guten Weg für mich zu sein, wieder auf MEINEM Weg zu sein. Ganz viele Ideen nehmen in meinem Kopf Gestalt an, mit der Kreativität ist es wohl so:

Sie vermehrt sich, sobald man sie freilässt.

Ich freue mich auf die neue kreative Woche!