4. Juli

„Lass deinen Eifer und Mut nicht sinken, wenn es dir nicht vollständig gelingt, alles nach richtigen Grundsätzen auszuführen; fange vielmehr, wenn dir auch etwas misslungen ist, von neuem an, und sei zufrieden, wenn die Mehrzahl deiner Handlungen der Menschennatur gemäss ist , und behalte das lieb, worauf du zurückkommst.“ (Marc Aurel)

Manchmal haben wir hohe Ziele und erreichen sie nicht sofort. Wie oft verlässt uns unser Mut und wir denken, dass wir schlicht nicht in der Lage sind, das zu erreichen, was wir uns wünschen? Und wie oft rappeln wir uns danach wieder auf und probieren es nochmals? Sicher ist: Ans Ziel führt nur der zweite Weg. Und eigentlich wissen wir es selber: Aufgeben ist eigentlich keine Option!

3. Juli

„Zwei Dinge sind zu unserer Arbeit nötig: Unermüdliche Ausdauer und die Bereitschaft, etwas, in das man viel Zeit und Arbeit gesteckt hat, wieder wegzuwerfen.“ (Albert Einstein)

Ist es dir auch schon mal so ergangen, dass du in etwas viel Zeit und Energie gesteckt hast, es aber einfach nicht gut war? Und statt von vorne zu beginnen, hast du versucht, zu retten, was zu retten ist. Leider wurde es dadurch nicht besser, es steckte danach nur noch mehr Energie und Zeit drin.

Ab und an ist es besser, nochmals von vorne zu beginnen, statt sich an etwas festzubeissen, von dem man eigentlich weiss, dass es nicht zur vollen Zufriedenheit rauskommt.

2. Juli

„Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten.“ (Buddha)

Version 2
Hast du dir auch schon mal etwas vorgenommen, bist dann voller Elan gestartet, doch irgendwann ging dir die Puste aus? Was hast du getan? Die Zähne zusammengebissen und weiter gemacht, oder hast du aufgegeben?
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Willst du etwas erreichen, gibt es nur eines: Ausdauer, Disziplin und Geduld.

1. Juli

„Beharrliche Güte siegt auch über schlechte Menschen.“Seneca)

Gibt es schlechte Menschen? Oder empfinden wir die Menschen als schlecht, die uns Böses tun? Was empfinden wir als böse? Meist das, was sich nicht mit unseren Wünschen, Hoffnungen und Erwartungen deckt, das, was unseren Werten widerspricht.

So oder so: Wie wollen wir mit Menschen umgehen, die uns in einer Weise gegenübertraten, die uns denken liess, dass hier ein schlechter Mensch ist? Der erste Impuls ist oft, es heimzuzahlen. Der zweite, wutentbrannt die verbindenden Bänder zu lösen und getrennte Wege zu gehen. Was nicht grundsätzlich falsch sein muss, allerdings wenig bringt, wenn in uns die Wut mitgeht.

Wir können die anderen Menschen nicht ändern, wir haben nur das in der Hand, was wir selber tun, wie wir uns zum Ganzen stellen. Böses wird Böses nie aus der Welt schaffen, das schafft nur das Gute.

30. Juni

„Glück ist Selbstgenügsamkeit.“ Aristoteles

Erich Fromm sagte mal, dass nur der eine Beziehung führen kann, der allein sein kann. Nur wer sich selber eine gute Gesellschaft ist, kann eine Beziehung auf Augenhöhe führen. Wenn ich mir selber nicht genug bin, brauche ich den anderen, um die Lücken zu stopfen. Ich trete mit Erwartungen an ihn auf und degradiere ihn zum Erfüller.

Es kann nur einen geben, der mich ganz macht: Mich selber.

29.Juni

„Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug.“ Epikur von Samos

Eigentlich ist alles gut. Das Wetter ist schön, die Beziehung im Lot, das Zuhause hat genügend Platz, der Kühlschrank ist voll. Und dann ist da dieser Gedanke: Da muss doch noch mehr gehen? Das kann doch nicht alles gewesen sein?

Es ist gut möglich, dass es noch mehr gibt. Nur: Wieso will man es unbedingt haben? Wozu? Was verspricht man sich von mehr? Anerkennung? Status? Wirklich Glück? Und: Gibt es nicht immer noch mehr?

27. Juni

„Wenn man glücklich ist, soll man nicht noch glücklicher sein wollen.“ Theodor Fontane

Blütenregen (1 von 1)

Schneller, besser, höher – mit dem Anspruch gehen wir durchs Leben. „Das kann noch nicht alles gewesen sein“ ist eine gängige Erwartungshaltung, dass noch mehr kommen muss. Wann ist es genug?

26. Juni

„Nichts wird langsamer vergessen als eine Beleidigung und nichts eher als eine Wohltat.“ Martin Luther

Close (1 von 1)

Wieso lenken wir oft so viel Energie auf das Negative, so wenig auf das Positive? Wie viel länger bleiben uns unschöne Erlebnisse im Kopf als schöne? Wie lange tragen wir jemandem etwas nach und wie lange sind wir ihm dankbar?

Das, worauf wir unsere Energie lenken, ist in unserem Leben dominant. Wir haben es in der Hand.

25. Juni

„Es ist schön, den Augen dessen zu begegnen, den man soeben beschenkt hat.“ Jean de La Bruyère

Pink (5 von 5)

Was gibt es schönere, als die Freude im Blick dessen, den man beschenkt hat? Welches schönere Geschenk könnte man sich selber machen, als sich daran zu freuen?

23. Juni

„Manchmal ein bisschen träumen

Und immer ein bisschen hoffen –

So blieb zu seligen Räumen

Mir allzeit ein Türlein offen.“ (Ernst Goll)

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Wenn das Leben dunkle Seiten zeigt, was könnte mehr Licht bringen als die Hoffnung, dass es wieder besser wird? Wenn eine Tür zuschlägt, wo fände man mehr Trost als im Gedanken, dass dafür ein Fenster aufgeht? Es ist die Hoffnung, die uns weiter an das Gute glauben lässt, es ist die Hoffnung, die hilft, den Mut nicht zu verlieren. Und manchmal ist es auch die Hoffnung, dass Träume wahr werden können, die dabei hilft, eigene Wege zu verfolgen.
Wie dankbar kann also der sein, der noch Hoffnung hat? Wie dankbar der, welcher Träume hat und daraus ein Leben bilden will – in der Hoffnung und im Glauben, dass es gelingen kann?

21. Juni

„Das Glück gehört denen, die sich selber genügen.“ (Aristoteles)

Was wollen wir nicht alles haben im Leben, und vergessen dabei oft, was wir schon alles haben. Und verpassen damit das Glück, das in der Zufriedenheit liegt. Das ist umso bedauerlicher, da sich Glück selten einstellt (zumindest nicht dauerhaft), wenn wir erreichen, was wir so dringend gewollt hatten. Denn dann stellt sich viel eher der nächste Wunsch ein.

20. Juni

„Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude.“ Dietrich Bonhoeffer

Als mein Vater starb, war das für mich sehr schwer, da er mir sehr viel bedeutet hat. Wo ich auch war, was ich auch tat, es weckte Erinnerungen – und sei es nur, dass ich dachte, ich könnte ihn anrufen, wie ich es immer tat. Wo anfangs viel Trauer war, wuchs mehr und mehr Dankbarkeit. Eine ganz tiefe Dankbarkeit dafür, ihn in meinem Leben gehabt zu haben, mit ihm so viel erlebt zu haben.

Trennungen sind nicht immer einfach, nur: Sie sind dann schwer, wenn das, was vorher war, schön war. Dafür können wir dankbar sein. Manchmal vielleicht auch erst nach der ersten Trauer, dann aber trägt diese Dankbarkeit durch die Zeit.