In 50 Rezepten durch die Weltliteratur

NicolettiYummyWas entsteht, wenn eine Frau aus einer Metzgerfamilie, die Literatur liebt, ein Buch schreibt? Wer sich die Frage schon mal gestellt hat, der findet die Antwort in diesem Buch. Cara Nicoletti kam als Kind einer Metzgersfamilie schon früh mit dem Kochen in Berührung. Von klein an zog sie sich aber auch gern mit einem guten Buch zurück. Halfen die Bücher ihr in der Kindheit und Jugend, vor der oft überfordernden Realität zu fliehen, so identifizierte sie sich auch später noch gerne mit den Figuren aus den fiktiven Welten. Noch näher fühlte sie sich ihnen, wenn sie ass, was diese assen, sprich: Sie kochte sich die Rezepte aus den Büchern einfach selber.

Ihr Literaturstudium verdiente sie sich mit Jobs in Restaurants, als Köchin, Metzgerin und vieles mehr. Sie merkte bald, dass sie ebenso gut beim Essen-Zubereiten mit Kollegen über Literatur wie mit Studienfreunden übers Essen reden konnte – die Idee für das Buch nahm Gestalt an.

Yummy Books vereint 50 Rezepte aus 50 Büchern, die sich Cara Nicolettis Lebenszeit entlang hangeln, von der Kindheit bis ins Heute. Anhand von persönlichen Anekdoten, die sie mit den einzelnen Büchern verbindet, und einer kurzen Inhaltsangabe oder Figurenbeschreibung werden die einzelnen Rezepte eingeführt. Diese enthalten neben den Inhaltsangaben eine Anleitung zur korrekten Zubereitung. Auf diese Weise kann man mit Laura von der kleinen Farm Frühstücksbratwurst essen, mit Pippi Langstrumpf Buttermilchpfannkuchen, man kann den Rollbraten vom Schweinekopf aus Herr der Fliegen kochen oder aber die in Rotwein geschmorte Lammkeule mit Wildpilzen.

Die Idee, Kochen und Bücher zu verbinden, ist gut, zumal in vielen Romanen gekocht und gegessen wird und man ab und an wirklich gerne mit am Tisch sitzen würde. Die Umsetzung mutet teilweise sehr wie ein Erinnerungs- und Lesetagebuch an, die Rezepte sind vom Layout her wenig übersichtlich gestaltet. Auch die Fotos sind eher gewöhnungsbedürftig, man sieht einige Metzgereiinterna (für sensible Gemüter und Vegetarier als eher schwierig), die einzelnen Rezepte sind wenig dekorativ abgelichtet – was aber wiederum dem Buchstil, das explizit kein Hochglanzkochbuch ist, entspricht und daher absolut passend ist. Eine Bibliographie der behandelten Werke macht es leicht, diese zum Rezept zu kaufen und zu lesen. Was fehlt, ist eine Aufstellung der einzelnen Rezepte in den Kategorien Frühstück, Hauptgang, Dessert, etc. So muss man sich, sucht man für einen bestimmten Gang ein Rezept, unter Umständen durch 50 Rezepte lesen, um etwas Passendes zu finden.

Fazit:
Die Idee, Kochen und Literatur zu verbinden, ist durchaus interessant, entstanden ist aber eher ein Erinnerungs- und Lesetagebuch statt ein Kochbuch im engeren Sinne.

Zur Autorin
Cara Nicoletti ist Metzgermeisterin, Köchin und Gründerin des literarischen Foodblogs Yummy Books. Sie kommt aus einer Metzgerdynastie aus Boston und lebt derzeit in Brooklyn, New York.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 332 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag (13. Juni 2017)
Übersetzung: Tanja Handels, Susanne Kammerer
ISBN-NR: 978-3518467763
Preis: EUR: 16.95 ; CHF 24.90
Zu kaufen in jeder Buchhandlung vor Ort oder online u. a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

Link zum Verlag: HIER

Panini, Pasta, Salate, Desserts

MaciasItalianStreetItalienisches Lebensgefühl zum Mitnehmen – das ist dieses Buch und dafür stehen auch die Rezepte darin. In Italien haben die kleinen Mahlzeiten auf die Hand Tradition. Überall im Land werden auf Märkten, an Festen oder auch am Strand frisch zubereitete Speisen aus saisonalen und regionalen Produkten angeboten für den direkten Verzehr vor Ort.

Auf seinen vielen Reisen durch Italien hat der Opernsänger Pablo Macias diese Tradion kennen- und lieben gelernt. In diesem Kochbuch nimmt er den Leser mit auf eine Reise durch die Küche Italiens – es ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Die einzelnen Gerichte lassen sich gut einzeln zu einem Glas Wein reichen, können aber auch kombiniert und zu einem italienischen Menu ausgebaut werden. Auch wenn mal spontan Besuch kommt, lässt sich mit wenigen Zutaten schnell etwas auf den Tisch zaubern: Wie wäre es zum Beispiel mit Focaccia mit Feigen und Ziegenkäse? Dazu könnte ein lauwarmer Tomatensalat gut schmecken. Wer einen süssen Abschluss möchte, dem könnte ein Panna Cotta mit Orangengelee gefallen. Auch den Limoncello kann man künftig selber machen, traditionell oder als moderne Variation als Spritz.

Jedes Rezept wird von einem persönlichen Kommentar, einer Anekdote oder einer Erklärung begleitet. Die, welche gerne mehr Informationen zur italienischen Küche hätten, werden sich über die Artikel zur Warenkunde freuen, Themen wie verschiedene Pasta-Sorten, Käse, Öl und mehr werden behandelt.

Damit das Kochen und Essen noch mehr Spass machen, liegt dem Buch noch eine CD mit italienischer Musik bei. Auch das Buch selber ist ein Genuss. Es ist hochwertig gestaltet, die einzelnen Rezepte werden durch ästhetische und appetitanregende Fotos in Szene gesetzt. Mit diesem Buch zieht Italien zu Hause ein, gute Laune ist garantiert.

Fazit:
Ein wunderbares Buch voller Italianita. Genuss pur für alle Sinne. Absolut empfehlenswert!

Zum Autor
Pablo Macias ist in Chile, Mexiko und Spanien aufgewachsen. Seine Karriere als Opernsänger führte ihn durch die ganze Welt, wo er die kulinarischen Eigenheiten verschiedenster Länder kennenlernte. Besonders angetan hat es ihm die facettenreiche italienische Küche. In München betreibt er seit 2015 als Koch und Gastronom einen Feinkostladen und ein Bistro namens „Italian Streetfood“.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer (16. März 2017)
Preis: EUR: 24.99 ; CHF 35.90
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HiekmanPartyIch koche gerne und hole mir dazu auch immer wieder Inspiration aus Kochbüchern. Teileweise koche ich genau nach Rezept, oft hole ich mir einfach Ideen zu Kombinationen, Geschmäckern, die ich dann selber kreativ verarbeite. Zu diesem Zweck zog grad kürzlich dieses wunderbare Buch bei mir ein.

Egal ob das nächste Gartenfest ansteht, ein Geburtstag oder spontaner Besuch vor der Tür steht: Mit diesen Rezepten liegt man immer richtig. In diesem kleinen Büchlein finden sich 20 Rezepte für kleine Snacks, die man entweder einzeln anbieten oder aber zu einem grossen Buffet kombinieren kann. Damit man am Schluss nicht mit vielen Resten dasteht oder aber die Gäste mit knurrendem Magen wieder heimgehen, gibt Stefanie Heizmann auch gute Tipps, die richtige Menge abzuschätzen.

Auf einer Seite des Buches findet sich immer ein gekonnt in Szene gesetztes Bild, auf der anderen Seite das Rezept mit gut nachvollziehbarer Zubereitungsanleitung. Egal ob kleine Süppchen, Salate, Mini-Flammkuchen oder gesunder Knabberspass: Mit diesen Snacks wird die nächste Party ein voller Erfolg.

Fazit:
Das kleine Buch ist übersichtlich und sinnvoll aufgebaut sowie ästhetisch präsentiert. Auch ungeübte Köche und Bäcker werden damit Partyerfolge erzielen. Absolut empfehlenswert.

Zum Autor
Stefanie Hiekmann ist Journalistin und Foodbloggerin. Im Mittelpunkt ihrer Rezepte stehen Saisonale Obst- und Gemüsesorten. Auf ihrem erfolgreichen Blog schmecktwohl zeigt sie kreative Rezeptideen und anspruchsvolle Foodfotografien, die Lust aufs Selberkochen machen.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 48 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer (11. April 2017)
Preis: EUR: 9.99 ; CHF 14.90
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Schrift wirkt

Korthaus2Wenn ich an Layout und Typografie denke, geht meine Erinnerung weit zurück. Als Kind besuchte ich meinen Vater bei der Arbeit und lief dann zwischen seinen Bahnen Tischen durch, wo die einzelnen Seiten in Papierform lagen. Zu Hause hatten wir noch Bleisatz liegen. Seit da ist eine Menge passiert, die Arbeit passiert mehrheitlich am Bildschirm.

Es liegt auf der Hand, dass mein Interesse an der Typografie geblieben ist, auch wenn ich mich mehrheitlich mit dem Inhalt und weniger mit der Form beschäftige, so ist mir das Bild, der ästhetische Eindruck eines Textes immer auch wichtig.

Bei allem Wechsel im Bereich Gestaltung, ist der Grundsatz geblieben, dass Schrift Wirkung hat und man diese einsetzen sollte, um Inhalte zu transportieren.

Die Unterschiede und Ansprüche, die ein Werk entstehen und typographisch wachsen lassen, kann man grob unterteilen in

  1. den Inhalt, den es zu transportieren gilt, und
  2. die Lesart, mit der das Werk vom Leser erfasst wird.

Die Information, die Art des Werkes, bedingt gleichzeitig eine Lesesituation […]

Claudia Korthaus legt mit dem vorliegenden Buch ein Standardwerk vor – es ist zum 10-jährigen Jubiläum eine Neuauflage ihres Klassikers in Farbe. Unterteilt ist das Buch in 8 Kapitel:

  1. Basiswissen Schrift: Hintergründe, Schriftfamilien und Einteilungen von Schriften
  2. Das Zeichen: Bleisatz, Grösse und Räume
  3. Wort und Zeile: Ausrichtung, Zeilenlänge und –abstand sowie gängige Fehler
  4. Anforderung und Wirkung: Leseformen und die Wirkung von Schriften
  5. Die Seite: Raumaufteilung, Format, Raster und mehr
  6. Die Gesamtkomposition: Bild und Text sowie schmückende Elemente
  7. Typografie im Web und mobil: Unterschiede zwischen Print und Web, webtaugliche Schriften und mehr
  8. Schrifttechnologien

Den Abschluss macht ein Glossar, das die wichtigen Fachbegriffe nochmals aufgreift.

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Dieser Grundkurs sollte in keinem Regal von Layoutinteressierten und auch –profis fehlen. Es ist umfassend, gut lesbar geschrieben und schön illustriert. Die Theorie ist so gut nachvollziehbar und es werden auch häufige Fehler thematisiert sowie deren Umgehung.

Das Buch selber ist bester Beweis, wie schönes Layout aussieht, das Papier ist hochwertig, die Leimung ist gut, so dass mit dem Buch wirklich gearbeitet werden kann, ohne dass das Buch auseinander fällt.

Fazit:
Ein informatives, schön gestaltetes Standardwerk im Bereich Typografie und Layout. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor
Claudia Korthaus
Claudia Korthaus ist mit Leib und Seele Gestalterin: Seit ihrer Ausbildung zur Schriftsetzerin arbeitet sie in verschiedenen Bereichen rund um das Thema Gestaltung. Seit 1994 unterrichtet sie in der Druckvorstufe und arbeitet als Promoterin für verschiedene Software-Firmen. Sie arbeitet als Redakteurin und Autorin für Fachzeitschriften, hat bereits Bücher zum Thema Gestaltung und Design veröffentlicht und lehrt an der Hochschule der populären Künste FH (Berlin).

Angaben zum Buch:
KorthausTypografieBroschiert: 344 Seiten
Verlag: Rheinwerk Verlag (28. Juli 2016)
ISBN-Nr.: 978-3836240857
Preis: EUR 29.80 / CHF 42.90
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Muse, Malerin – Françoise Gilot über ihr Leben mit und ohne Picasso

Das Leben muss riskiert werden, um gelebt zu sein

Wenn du wirklich leben willst, musst du Dramatisches riskieren, sonst lohnt sich das Leben nicht. Wenn du riskierst, erlebst du auch schlimme Dinge, aber du lernst vor allem eine Menge und lebst und verstehst immer mehr. Vor allem wirst du nicht langweilig. Das Allerschlimmste: langweilig werden.

François Gilot hat etwas riskiert im Leben. Immer wieder. Sie hat sich auf eine Beziehung zu Picasso eingelassen, dem sein Ruf über seinen Umgang mit Frauen vorauseilte. Trotz Warnungen von aussen und eigenem Wissen, dass es nicht gut enden kann, wurde Françoise die Frau an Picassos Seite. Die beiden hatten zwei Kinder und Françoise war es, die nach zehn Jahren für sich beschloss, die Beziehung zu beenden. Bis zuletzt hatte Picasso gehofft, das Ruder rumreissen zu können, als er sie wirklich abreisen sah, drohte er ihr, dass sie nie mehr einen Fuss auf den Boden der Kustwelt bringen würde. Er hatte sich geirrt.

Nachdem François Gilot 1964 selber ein Buch herausgegeben hat über ihre Zeit mit Picasso (Mein Leben mit Picasso), ist mit Die Frau, die nein sagt ein weiteres Zeugnis des Lebens dieser starken Frau erschienen. Malte Herwig hat die eigenwillige Françoise Gilot, welche mittlerweile 90 Jahre alt ist, in ihren Ateliers in New York und Paris besucht und in Gesprächen ihre Sicht vom Leben generell und dem mit Picasso ans Licht gebracht. Dass bei einer Malerin die Malerei immer eng mit dem Leben verknüpft ist, liegt in der Natur der Sache, so dass Gilots Ausführungen über ihr Malen immer auch Philosophien fürs Leben sind.

Du musst aus deinen Fehlern lernen, anstatt sie wegzuwischen. Ein falscher Strich, zu dick aufgetragene Farben müssen Teil einer neuen Bildgestaltung werden, bis alles passt – eine Lebensphilosophie, der Françoise nicht nur in ihren Werken bis heute treu geblieben ist. Was gelebt wurde, bleibt und kann nicht weggewaschen werden. Es ist für immer Teil von dir, aber am Ende zählt das Ganze, das du daraus machst. Das Leben als Gesamtkunstwerk.

Das Buch zitiert teilweise lange Passagen aus Gilots Werk, auch die Gespräche nehmen oft die Thematik jenes Buches auf: Das Leben mit Picasso, Picasso als Mensch und Maler und Kontakte zur Künstlerszene der damaligen Zeit. Gilot selber bleibt trotz allem eher undurchsichtig (was aber auch ihrem Naturell entspricht), sie wird auch in diesem Buch grossenteils durch ihre Beziehung zu Picasso vorgestellt. Es ist allerdings zu vermuten, dass dies trotz des selbst herbeigeführten Bruchs mit Picasso so ist, da auch Abkehr eine Form von Auseinandersetzung sein kann – vor allem, wenn sie von einem so prägenden Menschen und der Zeit mit diesem vonstatten geht.

Françoise machte sich zeitlebens viele Gedanken. Sie durchschaute viel und liess sich dann (trotzdem) bewusst auf die Dinge ein, auch auf die, welche von vornherein schwierig oder gar aussichtslos erschienen, von denen sie sich aber etwas für sich erhoffte – so auch wenn sie liebte und wusste, dass es vernünftig wäre, diese Liebe nicht zu leben. Allerdings wäre das nicht das Leben, wie sie es für sich definiert.

Aber die Vernunft ist kein Freund des Malers, du brauchst sie nicht unbedingt bei der Arbeit. Zum Malen brauchst du Leidenschaft, du musst in Schwung kommen und den Vogel Zweifel von der Schulter scheuchen.

In einigen Gesprächen geht Françoise Gilot auch auf ihr Malen und ihr Verständnis davon, was Malen heisst, ein. Sie schildert ihre Liebe zur Bilderwelt, zu der immer auch eine Liebe zur Sprache kommt.

[…]
Malen ist zuerst einmal Handwerk. Man braucht Fingerfertigkeit, Kenntnis der Werkzeuge und muss die Beziehungen der Farben untereinander studieren.
[…] Das Auge ist das wichtigste Instrument der Malerin
Ich wollte immer Malerin sein, aber die Sprache ist mir sehr wichtig. […] Wenn ich zeichne, ist das Wort nie weit. […] Irgendwo in den Ritzen ihrer Gemälde versteckte sich immer der Intellekt. Im Unterschied zu den männlichen Malerfürsten ihrer Generation trug sie dabei nie dick auf.

Ein weiterer Schwerpunkt des Buches sind die Erkenntnisse, die Malte Herwig aus den Gesprächen für sich selber zieht, als ob er gleichwohl dem Leser erklären möchte, was ihm die Aussagen von Gilot zwischen den Zeilen sagen könnten. Das macht aus dem Buch stellenweise eine Art Lebensratgeber und Selbsterfahrungsbericht. Ich hätte lieber mehr über François Gilot und ihre Malerei erfahren, möchte diesem Kritikpunkt aber nicht zuviel Gewicht geben innerhalb des Ganzen: Die Frau, die nein sagt ist ein informatives und tiefgbründiges Buch, das Einblicke in das bewegte Leben einer mutigen Frau gewährt und eine bereichernde Lektüre.

Fazit
Ein tiefgründiges Buch, das den Menschen François Gilot vorstellt und Einblicke in ihr bewegtes Leben mit und nach Picasso gibt. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor
Malte Herwig
Malte Herwig, Jahrgang 1972, ist Reporter beim Magazin der Süddeutschen Zeitung und lebt in Hamburg. Seine Artikel und Interviews sind in nationalen und internationalen Zeitungen und Magazinen veröffentlicht worden.

François Gilot
Françoise Gilot, 1921 in Neuilly-sur-Seine geboren, lebt und arbeitet abwechselnd in New York und Paris. Ihre Bilder werden in Museen auf der ganzen Welt gezeigt (Museum of Modern Art, Musée Picasso in Antibes, Musée d’Art Moderne in Paris u. a.). Ihr erstes Buch »Leben mit Picasso« (1964) wurde ein internationaler Bestseller trotz der Versuche Pablo Picassos, die Veröffentlichung mit rechtlichen Mitteln zu verhindern und Gilot in der Kunstwelt zu isolieren.

Angaben zum Buch:
die_frau_die_nein_sagtTaschenbuch: 176 Seiten
Verlag: Ankerherz Verlag (15. März 2015)
ISBN-Nr.: 978-3940138828
Preis: EUR 29.90 / CHF 48.90

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Puristisch, klassisch oder glamourös?

fischerwohnstileWenn es draussen grau und unwirtlich ist, wird der Wunsch gross, sich drinnen schön einzurichten. Wer das gerne mit System machen möchte, so, dass das Bett auch zum Schrank und die Kissen drauf zum Teppich passen, der ist bei diesem Buch richtig. Auf über 200 Seiten lernt man verschiedene Wohnstile kennen, kann man sich in fremden Wohnungen umsehen und für sich heraussuchen, was einem gefällt.

 

Vorgestellt werden die Wohnstile

  • Boho
  • Puristisch
  • Country
  • Glamour
  • Girly
  • Klassisch
  • Scandi
  • Exzentrisch

Jedes Kapitel wird eingeleitet mit Stichworten, die den Stil beschreiben, mit Bildern, die als Moodboard fungieren und mit Farbpaletten, Mustern und Materialien, die diesen Stil ausmachen. In der Folge geht es zu einem Hausbesuch bei jemandem, der seine Wohnung in genau diesem Stil eingerichtet hat, so dass man einen guten Eindruck erhält, wie das Ganze umgesetzt aussehen könnte.

Im Anschluss zeigt Delia Fischer anhand eines Flurs, wie man diesen mit einfachen Mitteln in den verschiedenen Stilen gestalten kann. Dasselbe wiederholt sie mit einem Wohnzimmer und einem Schlafzimmer. Wem ein Stil nicht genug ist, der erhält auch noch Tipps, wie Stile gemixt werden können, ohne dass die Wohnung nach einem Sammelsurium aussieht.

Ein wunderbar buntes und informatives Buch, hochwertig gestaltet und mit sehr schönen Fotografien. Genau das Richtige, um an einem trüben Wintertag neue Pläne für das eigene Zuhause zu fassen.

Fazit:
Ein sehr inspirierendes Buch, das verschiedene Wohnstile gut erklärt und aufzeigt, wie man sie selber umsetzen kann. Wunderschön aufgemacht, eine wahre Augenfreude. Sehr empfehlenswert.

Autorin und Ko-Autorin
Delia Fischer ist Gründerin und Geschäftsführerin von Westwing Home & Living. Sie war lange Redakteurin bei Elle und Elle Decoration und gründete das Unternehmen aus reinem Eigennutz: Sie wohnte gern schön und hatte kein endloses Budget. Heute zählt sie zu den erfolgreichsten Start-up-Unternehmerinnen in Deutschland und Visionärin in der Home un- und Living-Branche.

Ko-Autorin Nora von Westphalen studierte Modejournalismus. Nach einigen Jahren als freie Autorin ist sie seit 2005 als Redakteurin bei Elle und Elle Decoration. In dieser Zeit avancierte sie zu einer der Stil-Instanzen im deutschen Lifestyle-Bereich. Nora von Westphalen lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in München.

Angaben zum Buch:
Broschiert:224 Seiten
Verlag: Verlag Georg D.W. Callwey (2. Auflage, 2016)
ISBN-Nr.: 978-3766721105
Preis: EUR 36 / CHF 41.50

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Vom Lesen und Schreiben

Es wird Zeit, alles zu überdenken. Alles. Was es bedeutet, zu schreiben, was es bedeutet, für ein Publikum zu schreiben – und für welches Publikum. Was verspreche ich mir vom Schreiben?

Tim Parks ist wohl wie kein anderer dazu in der Lage, über das Schreiben und Geschriebenes zu reflektieren. Selber Autor von literarischen Werken, Artikeln, Essays und Übersetzungen, schreibt er nicht nur selber viel in verschiedenen Bereichen und für ein unterschiedliches Publikum, er setzt sich auch mit Geschriebenem auseinander, wenn er es übersetzen will oder seine Studenten anleitet, wie Übersetzungen funktionieren.

Was bedeutete es, zu lesen? Möchte ich lesen, was die anderen lesen, damit ich mich mit ihnen unterhalten kann? Welche anderen sind das? Warum will ich mich überhaupt mit ihnen unterhalten?

Alles, was geschrieben wird, trifft – so hofft der Schreibende – auf einen Leser. Doch wieso liest er? Und wie muss Literatur beschaffen sein, dass sie Leser hat? Was macht Literatur zu guter Literatur, vielleicht zu preisgekrönter? Tim Parks nimmt auch den ganzen Literaturbetrieb unter die Lupe, angefangen von den Lektoren über die Verlage bis hin zu den Jurys bekannter Preise im Literaturbereich.

Ein weiteres Thema ist immer wieder die Welt, in der wir leben. Sie prägt sowohl das Schreiben wie auch das Lesen – ein Umstand, der beim Thema Literatur nicht ausser Acht gelassen werden darf. Der Einfluss einer globalisierten Welt auf nationale Literatur, die Ausrichtung der Literatur am eigenen Kulturkreis oder aber deren Öffnung hin zu einer Weltliteratur bestimmen soswohl die Sprache als auch die Inhalte literarischer Werke.

Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen ist ein trotz seiner Fundiertheit gut lesbares Buch über Bücher, welches Einblicke gewährt, die auf einer umfassenden Kenntnis der Branche und der Materie gründen.

Fazit:
Ein sehr informatives und auch inspirierendes Buch über Bücher, über die Literatur und ihre Autoren und Leser. Sehr empfehlenswert!

Zum Autor
Tim Parks, geboren 1954 in Manchester, wuchs in London auf und lebt seit 1981 in Italien. Seine Romane und seine erzählenden Sachbücher wurden von der Kritik hochgelobt und sind in viele Sprachen übersetzt. Er hat das Werk von Italo Calvino, Roberto Calasso, Alberto Moravia und Machiavelli ins Englische übersetzt und unterrichtet Literarisches Übersetzen an der Universität Mailand.

Angaben zum Buch:
parksbucherGebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: Verlag Antje Kunstmann GmbH (24. August 2016)
ISBN-Nr.: 978-3956141300
Preis: EUR 20 / CHF 28.90
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