Zeichnen jeden Tag – Woche 5

Es war eine anstrengende Woche mit vielen Zugfahrten. Gerade dadurch war es aber auch eine kreative Woche, da ich die Wartezeiten und die Zugfahrten zum Zeichnen nutzte. Die Challenges im Netz kamen ein wenig zu kurz, die Zeit reichte schlicht nicht mehr für alles – aber schaut selber.

Ich habe weiter Menschen gezeichnet, auch wenn die nach wie vor die grösste Herausforderung für mich sind:

Auch gelettert habe ich wieder:

Die Blumenliebe fand ihren Ansporn in einer Instagram-Aktion – unter dem Hashtag #floralsyourway gab es alle zwei Tage eine Blume zu zeichnen:

Ein neuer Challenge ist die #blumenkranzliebe auf Instagram:

Obwohl die bislang verfolgten Challenges etwas zu kurz kamen, habe ich mich für einen neuen entschieden, nämlich #365doodlesmitjohanna – ich hoffe, ich kann dabei bleiben:

Auch mit bunten Farben und Blumen habe ich weiter experimentiert. Ich merke immer wieder, wie befreiend diese lose Form des Gestaltens ist:

Unterwegs hatte ich mein kleines Sketchbook dabei und überbrückte Busfahrten oder Wartezeiten :

Neu habe ich auch mal eine andere Papierfarbe ausprobiert und mir ein Sketchbook mit braunem Papier besorgt:

Und dann entstand noch dies und das – kleine Kritzeleien und mehr:

Ich bin gespannt, was die nächste Woche bringt. Ab und an denke ich, ich sollte mal mehr bei einem Thema bleiben, sprich, eine Woche nur Bleistiftzeichnungen, die nächste nur Aquarell, die folgende… davon könnte ich sicher profitieren im Sinne von mich am besten weiterentwickeln im entsprechenden Gebiet – aber es macht einfach zu viel Spass, alles nach Lust und Laune zu machen – und das brauche ich aktuell auch.

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Nun freue ich mich auf die neue kreative Woche!

Ute Bescht – Einblicke einer Künstlerin

profil_beschtart_bwKünstlerin – Mensch – Punkt. Mehr bin ich nicht – und minder auch nicht. Meine Kunst- fernab von abstraktem Nihilismus und Unvermögen in Abstrakt getarnt, weg von emotionsloser Frontalfotografie.

Mit diesen Worten stellt sich Ute Bescht selber vor. Lieber erfährt sie vom anderen etwas, als sich selber mit Worten in den Mittelpunkt zu stellen:

Sei du mal anders. Erzähle (mir) & DIR deine Geschichte zu meinen Werken. Lenk dich ab, denke quer, traue dich zu träumen – auch dunkel!

avatar_bescht_uteEinige Punkte aus dem Leben sind denn doch bekannt: Geboren wurde sie am 14. Mai 1968, ihre künstlerischen Stationen führten sie zu Reinhold Pichler, Kunstverein Rosenheim, zu einer Zulassung an der AdbK München und über viele autodidaktische Weiterbildungen und experimentelles Gestalten mit immer neuen Medien. Ihre unermüdliche Kreativität und Entdeckerfreude führten sie immer weiter. Wichtig ist ihr dabei

Ich male nicht zur Gefälligkeit – ich mache Kunst für wache Augen und Köpfe

Waren Sie das Kind, das immer und überall mit Zeichenstiften bewaffnet auftrat?

Nein – eher schlimmer (lach) – ich habe alles Mögliche zu Malmaterial umgemünzt: Sand, Dreck, etc. und habe, während ich eigentlich Mittagsschlaf halten sollte, Mamas Auftragsarbeit in Öl bearbeitet, was das sonst nicht so übliche Lächeln meiner künstlerischen Ergüsse auf ihre Lippen gezaubert hat . Aber wenn man so will, bin ich mit Stiften und Pinseln aufgewachsen.

Wie sah Ihr Weg in die Kunst aus?

Wenn man von Förderung sprechen möchte, war da neben meinen Eltern ein Erlebnis in Bad Bevensen: mein Besuch bei der Oma, die nicht so recht wusste, was sie mit einem 9jährigen Mädchen anstellen sollte. So steckte sie mich in den Malkurs eines dort ansässigen Künstlers, der allerdings recht bald merkte, dass mir die als Gruppenaufgabe zugeteilten Blumen zu lahm waren und ich sie auch konnte. Also gab er mir ein Pferdeskelett zum Abzeichnen und hinterher haben wir das Tier dann „angezogen“ – und es sah selbst mit Umrissen aus wie ein Pferd.

lamarr_done_1200Wann haben Sie gesagt: Ich bin Künstler? Beim ersten verkauften Bild? Schon früher?

Ich habe mich immer als Künstler bezeichnet – weil eigentlich alles mit Passion eine Kunst ist – egal welches Genre, ob auf der Leinwand, dem Instrument oder auch als Chirurg am Menschen.

Ist eine Ausbildung zum Künstler unabdingbar oder wird/ist man Künstler eher im Stil von learning by doing? Oder anders gefragt: Alles Talent oder kann man es überhaupt lernen?

Ich denke eine Spur Talent sollte sein – dann etwas professionelle Anleitung – allerdings nicht in Form von stil-tötenden Akademien und eitlen Professoren, die ihre Studenten als Mal-Lakaien missbrauchen, sondern durch einen strich-vertiefenden Förderer. Und dann: Leidenschaft, Leidenschaft, Leidenschaft. Und Durchhaltevermögen.

garbarekWas macht einen guten Künstler aus?

Der Willen, sich weiterzuentwickeln, und auch die Empathie, sein Wissen weiterzugeben – frei nach dem Motto: Wer oben angekommen ist, sollte den Aufzug wieder nach unten schicken!

Sie beschreiben Ihre Kunst als „fernab von Nihilismus und Unvermögen in Abstrakt“ – ist abstrakte Kunst nur getarntes Unvermögen?

In vielen Fällen ja.

Muss ein Maler fotorealistisch zeichnen/malen können?

Nein, ein Maler nicht – aber ein Künstler muss für mich persönlich definitiv Anatomie, Perspektiven und klassische Elemente erkennbar und leicht beherrschen.

Was zeichnet Ihren Stil aus?

Dass man mich nicht in eine Schublade stecken kann – ich fühle mich im Realismus/ Surrealismus genauso zuhause wie im angehaucht Abstrakten, im Symbolismus oder auch schlichtem Porträtieren und Comic oder Mystic/ Dark Art.

familylegacyWo holen Sie Ihre Inspirationen/Ideen?

Ich bin ein Fotoapparat: Eindrücke entwickeln sich aus einem Sekundenbruchteil in ein fertiges Bild – das kann aus Nachrichten, Film, dem Eindruck an der Kasse, einem Gespräch entstehen. Inspiration ist mein tägliches Leben. Allerdings geht es mir aktuell wie „Vergil“ aus Dante Alighieris` göttlicher Komödie: Nur aus Leid schöpfe ich die besondere Kraft des Schaffens.

Gibt es Maler/Künstler, die Sie inspiriert haben oder die Ihnen speziell gefallen?

Sehr viele – ich nenne hier nur ein paar: Leon Ariev, Giger, Istvan Sandorfi, Monet, Picasso, Jens Rusch, Jake Baddely, moderne Künstler wie Gregory Hergert… und viele mehr

Machen Sie auch Auftragsarbeiten oder arbeiten Sie immer frei?

Sowohl als auch.

Haben Sie Lieblingsmedien (welche?) oder passen Sie diese (sofern Sie auf Auftrag arbeiten) dem jeweiligen Thema/Auftrag an?

Ich passe sie tatsächlich an – so sind zum Beispiel meine ganzen Splashporträts© entstanden: Tuschebilder, Aquarelle, die ich ursprünglich nur aus Farbflecken entstehen lasse. Und die sind auf Papier. Sonst Platte/ Leinwand – wahlweise Acryl oder Öl.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus? Strenge Arbeitszeiten oder warten Sie auf den Musenkuss und legen los, wie man sich das gerne so vorstellt?

Herrlich.. die Muse ist bei mir männlich. Nein, im Ernst.. ich habe damals NICHT den professionellen Weg der Akademie der bildenden Künste in München, auf der ich bereits eingeschrieben war, gewählt, um nicht künstlerisch sein zu MÜSSEN. Denn ich bin ein Individualist, der unter Zwang und Doktrin keine Leistung bringt. Ich habe zwei Jobs, mit denen ich mir meine Materialien bezahlen kann. Aber ja: Disziplin spielt insofern eine Rolle, sich immer weiterzuentwickeln, und auch beharrlich dran zu bleiben, selbst wenn man den Pinsel gerade schwebend mit zwei Daumen der linken Hand führt. Ich selbst bin ein sehr schneller Künstler – soll heißen: Ich brauche im Schnitt weniger Zeit im Gesamten – arbeite aber auch nie mehr als drei Stunden am Stück , weil ich danach einfach müde bin durch die Konzentration. Aber sie ist schon frei, die Arbeit.

Können Sie Ihren Weg von der ersten Idee bis hin zum fertigen Bild beschreiben? Legen Sie einfach los oder gibt es Notizen, Vorskizzen?

Ich male im Kopf und fange physisch sofort an. Außer bei Auftragsarbeiten – da gibt es den sogenannten Konzeptentwurf, um den neuen Besitzer ins Bild zu setzen, meinen Leitfaden zu haben und auch später ein Stück Original meines Werkes zu haben. Ich bin da sehr eigen – ich habe immer das Gefühl, ein Stück von mir wegzugeben – und so behalte ich jedes ein bisschen bei mir. Allerdings wird das Resultat dann immer ein Stück anders – weil mir während des Schaffensprozesses dann noch Feinheiten auffallen, die ich vorher im Kopfentwurf nicht beachtet hatte.

Wie ist das Klima zwischen Künstlern? Ist jeder ein potentieller Konkurrent, den man meidet, oder ein Kollege im selben Arbeitsumfeld, mit dem man netzwerkt?

Oh nein, ich selber bin in großartiger Gesellschaft und wir befeuern und stützen und werben für uns gegenseitig. Ich selber feature andere Künstler, die ich für förderungswürdig halte mit meiner Manpower im Sinne von Webdesign (einer meiner Jobs) und der Bildung von Gruppen – lokal oder genre-technisch. Es soll eine Gemeinschaft sein, wir haben alle eine phantastische Leidenschaft. Außerdem – gibt man jedem Künstler aus meinem Genre ein Motiv, das alle gleich malen sollen, kommt jedes Werk individuell daher – wir fürchten untereinander keine Konkurrenz – wir sind uns unseres Könnens und unseres Stils bewusst. Das „Künstler-Stuten-Beißen“ haben nur die nötig, die auch Konkurrenz und somit wohl weniger Butter auf dem Brot fürchten müssen. Sprich die, die doch eher den malerischen Einheitsbrei bedienen oder schlicht die Materie / das Material nicht beherrschen.

Habe ich noch eine Frage vergessen?

Eventuell vielleicht ein Vorurteil, mit dem Künstler immer zu kämpfen haben – Ist Kunst das Geld wert, das man für sie zahlt? Wie oft hört man: „Das ist doch nur ein Bild, wie kann das soooo teuer sein?“ Manch einer zweifelt sogar selber die Legitimität an, für ein eigenes Bild überhaupt Geld zu nehmen. Kunst ist immer noch in vielen Köpfen „brotlos“ – allerdings, wächst die Zahl der Liebhaber. .

Was raten Sie jemandem, der als Künstler leben will?

Durchhalten. Netzwerken.

Welchen Künstler soll ich hier noch vorstellen?

Dajana (Danny) Larsen (Larsen Art)

Weitere Informationen zu Ute Bescht finden sich auf ihrer Homepage: LINK

Auch zu finden ist sie bei Facebook: LINK

Kunstmuseum Basel (Hrsg.): Der verborgene Cezanne. Vom Skizzenbuch zur Leinwand (Rezension)

Dem Künstler über die Schulter geschaut

Cezanne2Paul Cezanne ist vor allem für seine Malerei bekannt, die sich über die Jahre verschiedenen Stilrichtungen zurechnen liess: Ausgehend von der Romantik und dem Realismus wandte er sich später dem Impressionismus zu, von welchem er sich später wieder distanzierte, um später, in der „Periode der Synthese“ auf Flächen und Perspektiven zu setzen.

„Die farbigen Flächen, immer die Flächen! Der farbige Ort, wo die Seele der Flächen bebt, die prismatische Wärme, die Begegnung der Flächen im Sonnenlicht. Ich entwerfe meine Flächen mit meinen Farbabstufungen auf der Palette, verstehen Sie mich! […] Die Flächen müssen deutlich in Erscheinung treten. Deutlich […] aber sie müssen richtig verteilt sein, ineinander übergehen. Alles muss zusammenspielen und doch wieder Kontraste bilden. Auf die Volumen allein kommt es an!“

Cezanne3Dass Cezanne auch ein hervorragender Zeichner war, zeigt der vorliegende Kunstband. Er ist zugleich der Katalog zur Ausstellung im Kunstmuseum Basel, welche vom 10. Juni bis am 24. September 2017 unter dem Titel „Vom Skizzenbuch zur Leinwand“ läuft. Mit rund 154 Blättern (zählt man die 75 Zeichnungen der Rückseiten dazu, welche nicht alle sichtbar sind in der Ausstellung, sind es insgesamt 229 Zeichnungen) verfügt das Kunstmuseum Basel über den weltweit grössten Bestand an Zeichnungen Cezannes. In der Ausstellung werden erstmals sämtliche Zeichnungen der Sammlung gezeigt, welche sonst wegen ihrer Empfindlichkeit in Depots ruhen.


Zu Lebzeiten hatte Cezanne seine Zeichnungen, die man erst im Nachlass fand, nie ausgestellt. Kein Wunder also, dachte man lange, er könne gar nicht zeichnen. Umso beeindruckender ist es nun, seine Zeichnungen zu sehen und eines Besseren belehrt zu werden. Der vorliegende Band zeigt einerseits die Zeichnungen, weist sie andererseits auch teilweise als Vorstudien zu seiner Malerei auf der Leinwand aus, so dass man als Betrachter den Schaffensprozess nachvollziehen kann.

Die gut lesbaren, kompetenten und informativen Artikel zu Cezannes zeichnerischem Schaffen und dem daraus entstandenen zeichnerischen Werk runden das Buch ab, das hochwertig gestaltet ist und durch ein ansprechendes Layout verfügt.

Fazit
Ein informatives, tiefgründiges und hochwertig gestaltetes Buch, das sich fundiert mit Cezannes zeichnerischem Schaffen und seinen Zeichnungen auseinandersetzt. Absolut empfehlenswert.

Link zur Ausstellung: HIER

Link zum Kunstmuseum Basel: HIER

Angaben zum Buch:
CezanneGebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Prestel Verlag (19. Juni 2017)
ISBN: 978-3791356518
Preis: EUR: 49.95 ; CHF 69.90
Zu kaufen in jeder Buchhandlung vor Ort oder online u. a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

 

Tischsituation 2/12

September 2017

Schon wieder ein Monat vorbei – mein Monatsbild steht an. Ein Jahr lang soll man jeden Monat vom selben Ort/Gegenstand ein Bild machen und damit den Lauf der Zeit dokumentieren. Darum nun hier:

Die Tischsituation am 1. September

Die Platzbelegung durch die Bücher hat einige Male geändert über die Tage/Wochen, neue Schwerpunkte kamen dazu, Rezensionen wurden geschrieben, Bücher gelesen und gingen zurück ins Regal – andere gingen ungelesen oder nur angelesen zurück.

Was liegt aktuell da und wieso? (um nicht auszuufern werde ich nicht zu allem etwas schreiben)

Beginnen wir links unten:

  • Mohaefez, Rittiner & Gomez: Kitsune (Drei Mikroromane wunderbar illustriert von Rittiner und Gomez – wegen der Illustrationen musste ich es auch unbedingt haben und: Wirklich toll!)

Darüber liegen von unten nach oben:

  • Joan Didion: Wir erzählen uns Geschichten, um zu leben (Essays über die Aufbruchsstimmung im Amerika der 60er Jahre, über Joen Baez, John Wayne und andere – wollte ich unbedingt lesen, kam aber bislang nicht dazu und stelle es wohl nächstens ins Regal zurück)
  • Robert Gernhardt: Der letzte Zeichner /(Robert Gernhardt schreibt und zeichnet sich mit spitzer Zunge und Feder durch die Welt der Kunst – auch da kam ich bislang nicht dazu, etwas zu lesen)
  • Robert Gernhardt: Reim und Zeit (Gedichte – ich liebe Gedichte und ich liebe Robert Gernhardt)
  • Robert Gernhardt: Hier spricht der Zeichner (Wie ich schon sagte: Ich liebe Robert Gernhardt, hier haben wir Bildwitze, Cartoons, Bildergeschichten- und Gedichte)
  • Milne: Ich und DU, der Bär heisst Pu (Dazu muss man wohl nicht mehr sagen als nur: WUNDERBAR!)
  • Hans Traxler: Alpentrilogie (Traxler liebe ich auch – hier sind drei Bild-Romane in einem Band)ich neben Kant auf meiner Zugfahrt nach Thun dabei und habe mehrmals laut gelacht – mein Gegenüber schaute mich ganz erstaunt an J )

Der Stapel darüber besteht aus:

  • Hanna Frey: Es konnte mich nicht zerstören (Die Geschichte einer schweren Kindheit zwischen Alkohol, Pflegefamilien und Heimen)
  • Michael Fehr: Glanz und Schatten (Erzählungen eines Schweizer Autors in einer sehr eigentümlichen Sprache – leider habe ich noch viel gelesen, will ich aber sicher noch tun)
  • Emerson: Von der Schönheit des Guten (Betrachtungen und Beobachtungen, die ich immer mal wieder auszugsweise lese)
  • Roger Willemsen: Die Enden der Welt (will ich unbedingt lesen, komme aber nicht dazu – vermutlich geht es ihm bald wie Joal Didion, was aber nicht an den beiden Büchern liegt, sondern meiner aktuellen Stimmung geschuldet ist)
  • Rainer Maria Rilke: „Im ersten Augenblick“. Bildbetrachtungen (Herr Rilke schreibt über Bilder – immer mal schön, drin zu blättern der Texte und der Bilder wegen)

Rücken wir eine Position nach rechts:

  • Max Frisch: Fragebogen (ich habe ja immer mal wieder einen beantwortet, mache ich vielleicht mal wieder, drum liegen sie noch da)
  • Goscinny & Sempé: Le Petit Nicolas (mein Französisch-Lern-Projekt *hüstel)
  • Arezu Weitholz: Der Fisch ist ein Gedicht. Beste Fischgedichte (Der Name sagt schon alles – soll noch rezensiert werden)

Und noch eins nach rechts:

  • Jahrbuch der Lyrik 2015 (Einblicke in die aktuelle Lyrik – will noch rezensiert werden)
  • Meine beste Freundin. Geschichten, Gedichte, Briefe (wollte ich noch rezensieren, würde allerdings nicht wirklich berauschend. Ich hatte mir das Buch so schön vorgestellt und war dann eher enttäuscht… Es fehlt für mich an Gefühl, an rotem Faden, an… aber lassen wir das hier)
  • Theodor Storm: Wohin du gehst, wohin du irrst. Notwendige feine Gedichte (ich liebe Gedichte, ich lese Gedichte, man kann nie genug Gedichte haben – wird bald auch noch rezensiert, weil es einfach ein schönes Buch ist)
  • Henry David Thoreau: Wenn wir uns von unseren Träumen leiten lassen. Spitze Ungehorsamkeiten (Der Titel verlockt, nicht? Ging mir eben auch so, drum liegt es hier und will noch gelesen werden)
  • Frank Berzbach, Saskia Wragge: Die Sprache der Schuhe (Toll illustriert, schön beschrieben – was uns Schuhe zu sagen haben – werde ich bald noch rezensieren)

Wir gehen weiter nach rechts:

  • T.A. Hoffmann, Lisbeth Zwerger: Der Nussknacker (Ich mag Hoffmann, ich mag illustrierte Bücher, die Kombination hier ist wunderbar.)
  • Antje Herzog: Lampe und sein Meister Immanuel Kant (war natürlich ein Muss für mich – und es ist wirklich ein wunderbares Buch, das mir die Fahrt nach Thun diese Woche enorm verkürzt hat)
  • Graham Greene: Der dritte Mann, illustriert von Annika Siems (wie schon gesagt, liebe ich illustrierte Bücher, ich bin also gespannt, denn das habe ich noch vor mir)
  • Hermann Hesse: Kinderseele (eine autobiographische Erzählung von Hermann Hesse über seine Kindheit, sehr interessant illustriert von Marie Wolf – will ich noch rezensieren)
  • Mehrdad Zaeri: Kluge Frauen sind gefährlich. Aphorismen von Jane Austen bis Katharina die Grosse (ganz toll illustriert)
  • Laozi: Daodejin, übertragen von Jan Philipp Reemtsma
  • Catherine Krahmer: Kollwitz (Die Biographie wollte ich unbedingt lesen, kam aber noch nicht dazu)
  • Peter Jenny: Notizen zur Fotogestaltung. Findet Sie der Zufall? (Das Buch will dazu anregen, in den eigenen vier Wänden auf Fotosafari zu gehen – ich bin gespannt, kam noch nicht dazu, es anzusehen)

Und zu guter Letzt:

  • Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne (ein wunderbarer Bildband – ich werde ihn bestimmt bald noch rezensieren)
  • Kollwitz – Dix – Grosz. Kriegszeit (auch das ein wunderbarer Bildband, den ich noch rezensieren werde)
  • Kunstmuseum Basel: Der verborgene Cezanne (Cezannes Skizzenbücher erstmals so ausführlich vorgestellt – die Ausstellung läuft noch, ich hoffe, ich schaffe es. Aber: Der Bildband ist toll, wirklich einfach nur schön!)
  • Christoph Niemann: Words (ich habe kürzlich eine Doku über Christoph Niemann gesehen und da kam dieses Buch vor – gefährlich. Aber: Wirklich witzig: Um die Ecke gedacht und gezeichnet)

Fast hätte ich die Mitte vergessen:

  • Chris Riddell: A Doodle a Day (ein wirklich witziges Buch, das zum täglichen Doodeln anregen will)

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Das war meine Tischsituation für den September – ich bin gespannt, wie das alles im Oktober aussieht.

Zeichnen jeden Tag – Woche 2

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Das Wetter war etwas besser als zuvor, an einigen Tagen war es richtig heiss. Ich habe weiter gemacht mit meinen täglichen Zeichnungen. Leider habe ich nicht ganz so viel geschafft, wie ich wollte, aber doch.

Der Challenge bei Facebook ging weiter, entstanden sind dafür unter anderem diese Skizzen:

Dann und wann hatte ich auch unterwegs Zeit zum Zeichnen, ich habe ja, wenn immer möglich, mein kleines Sketchbook dabei:

Meine Blumenliebe:

Meistens zeichne ich gleich mit Tinte, ab und an darf auch der Bleistift ran:

Ich habe ein wenig experimentiert aus Ideen heraus, die ich hatte:

Und dann habe ich mal wieder gelettert. Das habe ich seit Monaten nicht mehr gemacht. Leider war das Papier nicht ideal, die Tinte ist etwas ausgeblutet.

Über allem steht immer wieder die Frage, welche Malgründe ich nutzen will. Nur Sketchbücher – und welche? Verschiedene für verschiedene Themen? Loses Papier? Ein Frage, die mich wohl noch lange begleiten wird. Dessen ungeachtet: Ich merke, wieder auf einem guten Weg für mich zu sein, wieder auf MEINEM Weg zu sein. Ganz viele Ideen nehmen in meinem Kopf Gestalt an, mit der Kreativität ist es wohl so:

Sie vermehrt sich, sobald man sie freilässt.

Ich freue mich auf die neue kreative Woche!

Eine Zeichnung pro Tag – Woche 1

Diese Woche war irgendwie müde und es ging nicht viel. Ich habe aber immerhin jeden Tag mindestens etwas gezeichnet. Geholfen hat mir da auch ein Challenge bei Facebook, bei welchem man jeden Tag einen vorgegebenen Gegenstand zeichnen muss. Das hat den Vorteil, dass man sich selber keine Gedanken machen muss, was man nun zeichnen soll, man zudem auch immer sieht, wie andere die Aufgabe lösen, bringt aber mit sich, dass man zu vielem gar keinen Bezug hat. Trotzdem mag ich das ab und an. Für diese Aktion sind unter anderem diese Skizzen entstanden:

 

 

Was ich auch ab und an gerne mache, ist meinen Tag in Bild und Text zu illustrieren:

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Und dann wäre da noch mein Lieblingsmodell: Caruso. Auch er war diese Woche sehr faul, so dass man ihn eigentlich nur schlafend zeichnen konnte.

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Wenn ich mit dem Bus unterwegs bin, zeichne ich gerne beim Warten auf den Bus. Dazu habe ich immer ein kleines Skizzenbuch dabei.

 

Hat Spass gemacht, ich freue mich auf die nächste Woche, ich will auf alle Fälle weiter machen und jeden Tag mindestens eine kleine Skizze anfertigen.

Egon Schiele. Sämtliche Gemälde 1909 – 1918 (Rezension)

SchieleEr hatte nicht viele Jahre, in denen er seine Kunst machen konnte, viel zu früh ist er gestorben. Dass er trotzdem ein verhältnismässig umfangreiches Werk hinterlässt und das auf hohem künstlerischem Niveau, spricht für seine Kreativität und Schaffenskraft, für seine Haltung als Künstler. Er wollte Kunst schaffen und er wollte sie auf seine Weise machen. Damit machte er sich allerdings in seiner Zeit wenig Freunde, man könnte ihn als Enfant Terrible der Moderne bezeichnen.

1890 wurde Egon Schiele in Niederösterreich geboren. Der Vater war mehrheitlich abwesend, Egon wuchs also quasi in einem reinen Frauenhaushalt auf mit Mutter, drei Schwestern und Dienstmädchen. Schon früh begann er zu zeichnen, waren es zuerst noch Eisenbahnen und Landschaften, stand bald schon die jüngste Schwester Modell. Sein Talent wurde bald erkannt, mit 16 wurde er in die Akademie aufgenommen, die ihm aber zu spiessig war, weswegen er zwei Jahre später austrat.Sciele4
Er suchte die Nähe zu Klimt, löste sich aber auch von dem bald wieder und ging seinen Weg weiter. Er wollte die Doppelmoral der Gesellschaft aufzeigen, er legte den Finger auf die Tabus und nahm sie auseinander. Damit stand er zu dieser Zeit keineswegs alleine, man denke nur an Schnitzlers Werke, allen voran „Der Reigen“, „Die Traumnovelle“, um nur zwei zu nennen. Auch Künstler wie Klimt oder Kokoschka haben nicht mit nackter Haut gegeizt. Schiele war in seiner Art und Weise noch ein gutes Stück extremer und provokanter.

Bei ihm dominierte (bei beiden Geschlechtern) nackte Haut, Genitalien wurden ins Zentrum gerückt, der sexuelle Akt dargestellt. Kein Wunder, dass er provozierte. Dass seine Models sehr jung waren, er dazu noch mit einem davon in wilder Ehe lebte, machte die Sache nicht besser. Es kam denn auch zur Anzeige wegen einer angeblichen Entführung sowie der Schändung einer Minderjährigen, die allerdings fallen gelassen wurde – ins Gefängnis musste er aber doch, nämlich 24 Tage insgesamt wegen der Verbreitung von „unsittlichen Zeichnungen“.

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Egon Schiele ist mit nur 28 Jahren an der spanischen Grippe gestorben.

Der vorliegende Bildband präsentiert sämtliche Gemälde Egon Schieles aus den Jahren 1909 – 1918 – insgesamt 221 Gemälde sowie 146 Zeichnungen. Daneben finden sich auch Auszüge aus vielen seiner Schriften, Gedichte und Essays, was neben der Kunst auch den Künstler sichtbar macht.

Das Buch ist im wahrsten Sinne des Wortes gross – die Masse von 29 x 39,5 cm sowie eine Dicke von 6,5 cm machen das Lesen durchaus zur Kraftprobe, die sich aber lohnt: Eine überzeugende Gestaltung, ein sehr ansprechendes Layout und hochwertige Materialien machen das Buch zu einem wahren Kunstwerk. Verwendet wurden verschiedene Papiersorten, einerseits hochglanz, andererseits ein durch seine griffige Hapitk überzeugendes mattes.

Fazit
Ein grossartiges, tiefgründiges und sehr hochwertig gestaltetes Buch, das sowohl die Bilder wie auch den Künstler Egon Schiele wunderbar präsentiert. Absolut empfehlenswert.

Zum Herausgeber:
Tobias G. Natter ist ein international geschätzter Fachmann für die Kunst in Wien um 1900. Er war lange Zeit an der Österreichischen Galerie Belvedere in Wien tätig, zuletzt als Chefkurator. Zudem arbeitete er als Gastkurator an der Tate Liverpool, der Neuen Galerie New York, der Hamburger Kunsthalle, der Schirn in Frankfurt am Main und dem Jüdischen Museum Wien. Von 2006 bis 2011 leitete er das Vorarlberger Landesmuseum in Bregenz und war von 2011 bis 2013 Direktor des Wiener Leopold Museums. Im Jahr 2014 gründete er das Unternehmen Natter Fine Arts, das sich auf die Schätzung von Kunstwerken und die Entwicklung von Ausstellungen spezialisiert hat. Bei TASCHEN sind von ihm Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Kunst für alle. Der Farbholzschnitt in Wien um 1900 und Egon Schiele. Sämtliche Gemälde 1909-1918 erschienen.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 612 Seiten
Verlag: Taschen Verlag (22. Mai 2017)
Herausgeber: Tobias G. Natter
ISBN: 978-3-8365-4613-3
Preis: EUR: 150 ; CHF 187.90

Zu kaufen in jeder Buchhandlung vor Ort oder online u. a. beim TASCHEN VERLAG selber, bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

Didier Ottinger (Hrsg.) Magritte. Der Verrat der Bilder (Rezension)

Malerei als Ausdruck philosophischen Denkens

Magritte ging mit seiner Malerei neue Wege. Was er betrieb, könnte man als Philosophieren mit dem Pinsel bezeichnen. Sein Malen war Denken bildhaft dargestellt. Er setzte das Wort neben das Bild und umgekehrt. Die Malerei Magrittes befasst sich ohne Unterlass mit den Fragen über das Wesen und den Status der Kunst.

Vorhänge, Wörter, Flammen, Schatten, Fragmente und Collagen verweisen auf Legenden und Allegorien, die allesamt den Status der Bilder und deren Beziehung zur Wirklichkeit oder zur Wahrheit hinterfragen.

Immer wieder tauchen dabei die fünf Motive Feuer, Schatten, Vorhänge, Wörter und fragmentierte Körper auf. Der vorliegende Band setzt sich mit diesen Motiven auseinander, zeigt deren Funktion im Malen und Denken Magrittes und illustriert das anschaulich anhand der entsprechenden Bilder.

Magritte wollte hinter den gewohnheitsmässigen Gebrauch der Sprache blicken, er wollte offenlegen, das Worte beliebig Gegenständen zugeordnet werden und dann durch Generationen tradiert ohne je zu hinterfragen, was genau Objekt, was Wort und wie der Zusammenhang beider aussieht. Diesen Gedanken stellte er das Bild entgegen, welches auch ein Abbild des Objektes ist, aber nicht der Gegenstand selber. Dabei ist er der Überzeugung, dass die Verbindung Bild – Objekt weniger beliebig ist als die zwischen Wort und Objekt.

Aus der Ähnlichkeitsbeziehung zwischen der Wahrnehmung des Bildes und der des Gegenstandes ergibt sich unter anderem, dass es „in dem Sinne, in dem es Fremdsprachen gibt, keine Fremdbilder gibt“. Fremdsprachen kann es nur geben, weil die Beziehung zwischen den meisten Wörtern und dem, was sie bedeuten, beliebig ist und daher erlernt werden muss.

Mit seinen Bildern wollte Magritte das Denken sichtbar machen. Immer wieder stellt er den Bezug zur Philosophie her, bringt die Gedanken der grossen Denker auf die Leinwand.

Die vorliegende Monografie stellt die Persönlichkeit des Künstlers ins Zentrum und legt dessen Verständnis von Kunst und Wirklichkeit sowie der Beziehung zwischen den beiden offen. Hochstehende und tiefgründige Essays führen den Leser in Magrittes Denken, seine Motivwahl und deren Bedeutung im Hinblick auf sein Denken und Malen ein:

  • Magritte als Philosoph – ein Porträt (Didier Ottinger)
  • Wörter, Schatten, Flammen, Vorhänge, Fragmente. Magritte und die Gründungsmythen der Malerei (Didier Ottinger)
  • Zwischen Wahlverwandtschaft und Beliebigkeit. Anmalen gegen die imaginären Grenzen der Imagination (Klaus Speidel)
  • Sehen, um zu glauben. René Magritte und die Erfindung der Kunst (Jan Blanc)
  • Der Maler-König (Barbara Cassin)
  • Magrittes Vorhänge (Victor I. Stoichita)
  • Schönheit ist ein bildnerisches Problem (Jacqueline Lichtenstein)
  • Vom Bild als Deckmantel zur Kunst des Problems (Michel Draguet)

Auch Magritte selber kommt zu Wort in seinem Vortrag von 1938 mit dem Titel Lebenslinie I, sowie in ausgewählten Briefen.

Veranschaulicht werden all diese Theorien anhand ausgewählter und farblich hochwertiger Bilder, durch ein stilvolles Layout in Szene gesetzt werden. Ein rundum gelungenes Buch, das jedem Magritte-Fan nur empfohlen sei.

Fazit
Ein informatives, tiefgründiges und hochwertig gestaltetes Buch, das sich fundiert mit Magrittes Bildern, Motiven sowie seinen Gedanken und Theorien auseinandersetzt. Absolut empfehlenswert.

Zum Herausgeber:
Didier Ottinger ist stellvertretender Direktor des Musée national d’art moderne, Centre de création industrielle und Autor zahlreicher Bücher.

Angaben zum Buch:
MagritteGebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Prestel Verlag (16. Januar 2017)
ISBN: 978-3791355979
Preis: EUR: 39.95 ; CHF 52.90
Zu kaufen in jeder Buchhandlung vor Ort oder online u. a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

 

Rose-Marie & Rainer Hagen: Bildbefragungen (Rezension)

Bildern auf den Grund gehen

Rose-Marie & Rainer Hagen nehmen uns mit auf eine Reise. Quer durch die Zeit gehen sie 100 berühmten Bildern auf den Grund, beleuchten kleinste Details und erklären diese.

Was sehen wir, wenn wir ein Bild ansehen? Bilder erzählen eine Geschichte auf verschiedenen Ebenen. Zuerst sehen wir das offensichtlich dargestellte – mal konkreter, mal abstrakter. Dieses wirkt. Das Bild hat aber noch tiefere Bedeutungsebenen. Sie liegen in Pflanzen, Symbolen, Kleidern, Haltungen. Und ab und an versteckt sich etwas, so dass es fast übersehen werden könnte. Auch das holen die beiden Autoren ans Licht und lassen den Leser so Stück für Stück ins Bild eintauchen und es erkennen.

Fazit
Ein wunderbar lehrreiches Buch, das nicht nur die einzelnen Bilder in ihren Details entschlüsselt, sondern auch den Blick für weitere Bilder schult.

Über die Autoren
Rose-Marie Hagen, geboren in der Schweiz, studierte Geschichte und Romanistik in Lausanne. Nach längeren Studienaufenthalten in Paris und Florenz übernahm sie verschiedene Lehrtätigkeiten, u. a. an der American University in Washington, D.C. Rainer Hagen, geboren in Hamburg, studierte Literatur- und Theaterwissenschaften in München, arbeitete nach seiner Promotion für Rundfunk und Fernsehen, zuletzt als Redaktionsleiter beim Norddeutschen Rundfunk. Gemeinsam haben beide Autoren im TASCHEN-Verlag mehrere Bücher veröffentlicht, u. a. Meisterwerke im Detail und Monografien über Pieter Bruegel und Francisco de Goya.

Angaben zum Buch:
hagenbildbetrachtungenGebundene Ausgabe: 788 Seiten
Verlag: Taschen Verlag (7. März 2016)
ISBN: 978-3836559232
Preis: EUR 14.99 / CHF 21.90
Erhältlich in einer Buchhandlung vor Ort oder online u. a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

Picasso: Über Kunst (Rezension)

„Malerei ist Poesie“ – Picasso über die Kunst

Das schmale Bändchen enthält Auszüge aus Picassos Gedanken zum Thema Kunst und auch zum Leben als Künstler. Es ist ein kurzer Zusammenschnitt verschiedener Aussagen, die Picasso im Rahmen von Gesprächen mit Freunden gemacht hat.

Den Einstieg in seine Gedanken macht das Zitat:

Ich sage nicht alles, aber ich male alles.

Dass er doch einiges gesagt hat, beweist unter anderem das vorliegende Bändchen. Es folgen nämlich Gedanken zur Malerei und ihrem Zweck in der Welt:

Malerei ist nicht erfunden worden, um Wohnungen auszuschmücken! Sie ist eine Waffe zum Angriff und zur Verteidigung gegen den Feind.

zur Existenz des Künstlers:

Der Künstler ist wie ein Sammelbehälter von Empfindungen

zu Bildern und deren Einordnung:

In den Museen sieht man nur „misslungene Bilder“. Was wir jetzt als „Meisterwerke“ ansehen, sind die Werke, die sich am weitesten von jenen Regeln entfernten, die die Meister der betreffenden Epoche aufstellten.

aber auch Philosophien zum Leben an sich:

Die Persönlichkeit kommt nicht dadurch zustande, dass man eine sein will. Wer darauf versessen ist, originell zu sein, verliert nur seine Zeit und täuscht sich; wenn er überhaupt etwas erreicht, so ahmt er nur nach, was ihm selbst gefällt, und wenn er noch darüber hinausgeht, bringt er etwas zuwege, das ihm nicht einmal mehr ähnlich sieht.

und der Welt, die Picasso um sich wahrnahm:

…weil der Mensch aufgehört hat, einfach zu sein. Er wollte weiter sehen und verlor die Fähigkeit, das zu begreifen, was er vor Augen hatte.

Daniel Keel hat die Aussagen zusammengestellt und sie mit Verweis auf das jeweilige Buch, aus welchem sie entnommen wurden, thematisch gegliedert. Abgerundet wird das Ganze mit sieben Zeichnungen des Meisters.

Fazit
Eine Auswahl von Zitaten Picassos, die einen Einblick in das Denken und Wirken des eigenwilligen Malers gewähren und Lust auf mehr machen. Sehr empfehlenswert.

Angaben zum Buch:
PicassoKunstTaschenbuch: 128 Seiten
Verlag: Diogenes Verlag (1988)
ISBN-Nr.: 978-3257216745
Preis: EUR 8.90 / CHF 13.90

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Frank Berzbach: Die Kunst, ein kreatives Leben zu führen. Anregung zu Achtsamkeit.

Kreativität als ein Leben in Freiheit

Kreativität wird erst zur Lebensform, wenn wir nicht aufhören, darüber nachzudenken, welchen Sinn unsere Arbeit hat, welche Richtung wir einschlagen wollen und wie wir die Welt besser hinterlassen. Die gute Botschaft … besteht darin, dass wir jederzeit die Möglichkeit haben, die Richtung zu ändern.

Frank Berzbach richtet sich mit diesem Buch an Menschen, für die „Kreativität eine grundsätzliche Lebensform ist“. Im Zentrum steht dabei die Frage „Wie wollen wir leben?“. Der Autor hat mit diesem Buch nicht nur einen Ratgeber unter vielen geschrieben, der zeigen soll, wie das Leben besser wäre. Er hat basierend auf Philosophie, Psychologie und Zen Buddhismus Werte und Wege zusammengetragen, wie das Leben so lebbar wird, wie man sich das selber wünscht.

Sie sind zwar nicht immer ihres Glückes Schmied, aber noch weniger sind sie NUR Opfer der Umstände.

Berzbach geht der Frage nach, was Kreativität ausmacht, wo wir uns beim Leben derselben im Weg stehen und wie wir sie in unseren Alltag integrieren. Er zeigt auf, wie wir diesen Alltag kreativ leben können. Wir alle sind immer äusseren Umständen unterworfen, können selten einfach von jetzt auf gleich alles umkrempeln und nur noch das leben, was wir gerade als für unsere eigene Entwicklung nötig und wichtig erachten. Wichtig ist aber, das Leben mit Achtsamkeit zu beschreiten, die Dinge nicht nur zu tun, weil sie grad gefordert sind. Indem wir uns bewusst werden, was wir selber vom Leben erwarten, können wir dem Leben auch die Richtung geben, die wir uns wünschen, die uns entspricht – und müssen uns nicht nur treiben lassen und Zwängen ausgeliefert sehen.

Bei all dem steht eine Balance zwischen Verstand und Gefühl im Zentrum. Gerade ein kreatives Leben ist auf Gefühle angewiesen, nur die rationale Herangehensweise an die Welt führt zu wenig weit. Trotzdem ist es wichtig, den Verstand zu gebrauchen, denn alles andere wäre dumm:

Dummheit ist entweder fremdgesteuert und hält sich an alle Befehle oder sie ist permanent egoistisch und feiert die prinzipielle Verweigerung.

Wenn zum eigenen Denken dann noch die leidenschaftliche Hingabe an eine Tätigkeit kommt, gepaart mit Achtsamkeit für die eigenen Gefühle und Befindlichkeiten sowie die unserer Umwelt, kommen wir einem kreativen Leben schon viel näher.

Die Formel für Kreativität ist einfach. Finde heraus, was dich belastet, und lese es ab, so, wie man einen übervoll bepackten Koffer abstellt, den man viel zu lange getragen hat. Wenn wir frei sind und uns nichts beunruhigen kann (…), dann wird die in uns befindliche Schöpfung, egal was sie im Einzelnen sein mag, herausfliessen, völlig natürlich und einfach.

Fazit:
Ein inspirierendes und motivierendes Buch, das tief abgestützt ein kreatives Leben und Wege, es zu leben, aufzeigt. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor
Frank Berzbach
Frank Berzbach, geboren 1971, hat in Köln und Bonn Pädagogik, Psychologie und Literaturwissenschaft studiert und an der Goethe-Universität in Frankfurt/Main promoviert. Nach einigen jahren in der Bildungsforschung war er Fahrradkurier für einen schönen Buchladen. Er unterrichtet Psychologie und Kulturpädagogik an der ecosign/Akademie für Gestaltung und an der Fachhochschule Köln.

Angaben zum Buch:
BerzbachBroschiert:192 Seiten
Verlag: Verlag Hermann Schmidt (10. April 2013)
ISBN-Nr.: 978-3874398299
Preis: EUR 29.80 / CHF 45.90

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Achim Sommer (Hrsg.). – The World of Tim Burton (Rezension)

Manchmal sind die normalen Menschen die Monster

Zeichnen war ein Ventil für mich, um auszudrücken, was immer ich fühlte, um aus der geisttötenden Einförmigkeit der Vorstadt auszubrechen. (T.B.)

TB1Schon als Kind zeigte sich Tim Burtons zeichnerisches Talent, mit 13 Jahren drehte er seinen ersten Film. Nach einem Studium in Trickfilmkunst, finanziert durch die Disney-Studios und der Mitwirkung an mehreren Zeichentrickfilmen trat er auch als Autor und Regisseur den Erfolgskurs an (der Kurzfilm Vincent ist preisgekrönt).

Das Max Ernst Museum in Brühl holte nun mit der Ausstellung The World of Tim Burton das zeichnerische und malerische Werk des US-amerikanischen Popkünstlers nach Deutschland und macht sie hier einem breiten Publikum bekannt. Begleitend zu dieser Ausstellung ist der vorliegende Ausstellungskatalog erschienen. Als Einstieg fasst Prof. Dr. Jürgen Wilhelm (Vorstandsvorsitzender der Stiftung Max Ernst) die einzelnen Stationen und Meilensteine des originellen und kreativen Künstlers zusammen und setzt diesen in eine dialogische Beziehung zu Max Ernst. Auf zwei kurze Einleitungen durch den Herausgeber Achim Sommer sowie die Kuratorin Jenny He folgen eine kurze Stellungnahme von Tim Burton und seine Gefühle zu dieser Ausstellung sowie ein Interview, das Achim Sommer und Patrick Blümel (Ausstellungsassistent) mit Tom Burton geführt haben.

TB2Das Herzstück des Buchs sind sicher die 60 Seiten mit Bildern aus der Ausstellung. Sie bestechen durch ihre phantasievollen Szenerien, die makabren Ideen, gruselige, skurrile und abgründige Charaktere.

Manchmal fühle ich mich wie ein Alien, der zu nichts und niemandem in seinem Umfeld einen Zugang findet. (T.B.)

Tim Burton zeichnet eine surreale Welt, in der es thematisch immer wieder um den Tod und das Leben danach geht und die Beziehungen zwischen verschiedenen Welten aufgegriffen werden. Seine Helden sind oft Aussenseiter, melancholische, depressive Helden, welche unter der Welt um sie leiden.

Wie viele Menschen habe ich mich Aussenseitern immer verbunden gefühlt. Nicht in der Lage zu sein, dazuzugehören, das Gefühl, dass alles, was man anfasst, in der Luft zerrissen oder in den Schmutz gezogen wird…Es ist schön zu sehen, wenn ein Aussenseiter der Held ist – zu sehen, dass Anderssein nicht heissen muss, dass man nichts zu bieten hat und dass mitunter die sogenannten normalen Menschen die eigentlichen Monster sind. (T.B.)

Den Abschluss des Buches macht eine ausführliche und reich bebilderte Biographie des Künstlers. Alle Texte sind in Deutsch und Englisch verfasst.

Die Ausstellung ist noch bis am 3. Januar 2016 im Max Ernst Museum in Brühl zu sehen.

Fazit:
Ein informatives und sehr schön gestaltetes Buch zu einem aussergewöhnlichen Künstler, das den Betrachter in neue – skurrile, abgründige und auch zum Nachdenken anregende – Welten entführt. Absolut empfehlenswert.

Angaben zum Buch:
TimBurtonCoverGebundene Ausgabe: 120 Seiten
Verlag: Hatje Cantz Verlag (14. August 2015)
ISBN-Nr.: 978-3775740296
Preis: EUR 24.80 / CHF 34.90

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Steven Naifeh, Gregory White Smith – Van Gogh. Sein Leben (Rezension)

Das Leben und Scheitern eines Jahrhundertmalers

„Dieser Mensch ist entweder verrückt, oder er lässt uns alle weit hinter sich.“

Dem ersten Teil der Aussage von Camille Pissarro haben wohl viele in Vincent van Goghs Umfeld zugestimmt. Vincent van Gogh war alles andere als ein gewinnender Mensch. Er war störrisch, eigensinnig, eigenbrötlerisch, ablehnend, teilweise ungepflegt. Er war aufbrausend, fanatisch in allem, was er wollte, fordernd und nicht sehr umgänglich. Ob diese Eigenschaften Grund für sein ständiges Scheitern bei allem, was er anpackte, waren oder aber er so wurde, weil er von klein auf in seinen Sehnsüchten und Wünschen verstossen wurde und nicht reüssierte, ist schwer zu sagen. Fakt ist, dass er erst mit 30 Jahren zur Malerei kam, der Weg davor steinig war, der danach nicht weniger.

Vincent van Gogh wurde in eine Familie hineingeboren, in der Zusammenhalt und Familiensinn grossgeschrieben wurden. Diese Werte ins Herz gepflanzt muss es umso schmerzlicher gewesen sein, immer der Aussenseiter, gar der verstossene, „missratene“ Sohn zu sein. Vincent schwankte zwischen verzweifelten Annährungsversuchen und trotziger Abkehr von der Familie. Und er litt. Teilweise so sehr, dass er in Depressionen verfiel, sich völlig zurückzog von den Menschen und vom Leben – nicht dass er in weniger depressiven Momenten sehr sozial veranlagt gewesen wäre.

Wenn er sich nicht um gute Gesellschaft bemühe, komme es daher, weil man „als Maler auf andere gesellschaftliche Bestrebungen verzichten muss“. Wenn er „zeitweilig unter Schwächeanfällen, Nervosität und Melancholie“ leide, liege es an „einer Eigenheit in der Natur jedes Malers“. Wenn er ein unruhiges, unkonventionelles Leben führe, dann weil es „zu meinem Beruf passt. […] Ich bin ein armer Maler.“

Er suchte zwar immer Anschluss, am liebsten familiären, war aber nicht in der Lage, diesen lange aufrecht zu erhalten. Er überwarf sich mit allen Menschen, die er anfänglich verehrte, die es auch gut mit ihm meinten.

Als er endlich zur Kunst fand, ging er darin auf. Wie alles zuvor betrieb er auch die Malerei fanatisch. Er war einerseits dankbar für jede Anleitung, die er finden konnte, schlug Ratschläge aber trotzdem schnell in den Wind, um seinen eigenen Weg zu gehen.

Sehr ausführlich beschreiben Steven Naifeh und Gregory White Smith Vincent van Goghs Leben und Schaffen. Quellen, Briefe und ältere Biographien fanden Eingang in dieses 1200 Seiten starke Buch, welches ein Leben präsentiert, das vom Scheitern geprägt war. Es bettet das Leben dieses Suchenden ein in den zeitlichen Kontext und legt seine Bezüge zur Umwelt, zu den Menschen seiner Zeit offen. Es zeigt auf, was Vincent van Gogh bewegte, umtrieb, teilweise auch umstiess. Sachlich, akribisch, nie langweilig entfaltet sich der gequälte Lebensweg eines Menschen, der von Sehnsüchten geplagt war, die sich nie erfüllten, und der ob seines eigenen Scheiterns verzweifelte – um sich dann doch wieder aufzuraffen und in ein neues Abenteuer zu stürzen. Die Malerei war das letzte. Auch da war der Weg hart, doch er ging ihn durch alle Schwierigkeiten hindurch. Glücklich hat er ihn nicht gemacht, aber unsterblich.

Fazit:
Ein Standardwerk – Genauer und detaillierter kann man das Leben und Schaffen eines Künstlers nicht erzählen. Sehr empfehlenswert.

Angaben zum Buch:
VanGoghGebundene Ausgabe: 1216 Seiten
Verlag: S. Fischer Verlag (9. Oktober 2012)
ISBN-Nr.: 978-3100515100
Preis: EUR 34 / CHF 48.90

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Das Walt Disney Film Archiv (Rezension)

Die Animationsfilme 1921 – 1968

Mickey Mouse und seine Nachfolger – ein Blick hinter die Kulissen

Walt Disney ist vor 50 Jahren, am 15. Dezember 1966 gestorben. Auf einer Farm in Missouri aufgewachsen, begann er 1919 mit der Produktion von Trickfilmen. Es sollten aber noch 9 Jahre vergehen bis zu seinem Durchbruch: Steamboat Willie – Mickey Mouse hat seinen Auftritt.

Denkt immer daran, dass die ganze Sache mit einer Maus begann. (Walt Disney)

waltdisneyMit Mickey Mouse begann das, was man wohl als eine Erfolgsgeschichte sondergleichen bezeichnen könnte. Es folgten Filme, welche das Herz von Kindern und Erwachsenen auf der ganzen Welt erfreute: Schneewittchen, Das Dschungelbuch, Pinocchio oder Peter Pan, um nur einige zu nennen.
Der vorliegende – nicht nur inhaltlich – gewichtige Band zeigt, wie die Filme in den Studios entstanden sind. Es werden verschiedene Entwürfe der Figuren und Szenerien gezeigt, welche wieder verworfen wurden, um schliesslich die endgültige Version zu finden. Die Bilder werden von einem erklärenden Text begleitet, so dass man als Leser Film für Film nachverfolgen kann, wie der Schaffensprozess ablief, was alles nötig war, um schlussendlich einen den fertigen Film zu haben.

Das Buch liefert nicht nur Hintergrundwissen, es weckt auch Erinnerungen: Wer erinnert sich nicht an die Filme, wer blickt nicht wieder mit glänzenden Augen auf all die Vertrauten aus Kindertagen? Das Buch selber wurde für die deutschen Leser in der Originalfassung auf Englisch belassen, wird aber von einer Broschüre mit den deutschen Texten begleitet. Die hochwertige Aufmachung und das ungewöhnliche Format (das Buch misst 33 x 48 cm und wiegt über 6 kg) machen dieses Buch zusätzlich zu einer ausserordentlichen Leseerfahrung.

Fazit:
Informative und ästhetisch aufbereitete Hintergrundinformationen zu einem der grossen Filmproduzenten mit dem Nebeneffekt, wundervolle Kindheitserinnerungen zu wecken. Sehr empfehlenswert.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 624 Seiten
Verlag: Taschen Verlag (15. Oktober 2016)
ISBN-Nr.: 978-3836552899
Preis: EUR 150 / CHF 187.90
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Illustratoren vorgestellt: Tina Good

Tina Good

Porträ tHomepage: http://gogood.ch/
Tina Good (Jahrgang 1976) besuchte nach dem neusprachlichen Gymnasium den gestalterischen Vorkurs und absolvierte nach einem Praktikum in einer Kommunikationsfirma ein Studium an der Kunsthochschule in Luzern. Nach dem erfolgreichen Abschluss ist sie seit 2003 selbständig als Illustratorin und Malerin tätig. Zudem leitet sie Illustrations-Workshops. Tina Good wohnt in Zürich.

Waren Sie das Kind, dass immer und überall mit Zeichenstiften bewaffnet auftrat?

Ja, es war immer ein besonderes Interesse.

Wie sah Ihr Weg in die Illustration aus?

Mich faszinierte schon immer das figürliche, erzählerische Zeichnen und ich habe gerne illustrierte Bücher gelesen. Ich wollte wissen, wie das geht, deswegen wollte ich Illustratorin werden.

Was macht einen guten Illustratoren aus?

Das weiss ich nicht. Ich bin fasziniert, wenn ich in Illustrationen die Freude und Leidenschaft am Zeichnen und die Beschäftigung mit dem Thema nachempfinden kann und wenn ich sehe, dass sich daraus eine individuelle Bilderwelt ergibt, die ich so noch nicht kenne.

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Ist Illustration Kunst oder Handwerk?

Je nachdem. Ist beides möglich.

Haben die elektronischen Medien den Beruf schwerer gemacht oder beflügelt?

Weder noch.

Was zeichnet Ihren Stil aus?

Merkmale meiner Bildsprache sind das Interesse an Atmosphären, daran, dass sich ein Ausdruck und eine Intensität manifestieren, die mehrere Deutungsmöglichkeiten erlauben. Diese Rätselhaftigkeit, dass das Bild nicht alles preis gibt, soll den Betrachter ruhig etwas beschäftigen.

Haben Sie Lieblingsmedien (welche?) oder passen Sie diese immer dem jeweiligen Thema/Auftrag an?

Meine Medien und die Umsetzungsart, wähle ich jeweils dem Inhalt und Auftrag entsprechend.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Von aussen betrachtet, nicht so interessant, wie man sich vielleicht denkt. Ich sitze im Grossen und Ganzen täglich am Tisch und zeichne. Übrigens auch wenn ich keine Aufträge habe. Langweilig wird es jedenfalls nie.

Können Sie Ihren Weg von der ersten Idee bis hin zur fertigen Illustration beschreiben?

Die Vorgehensweise variert. Es geht jeweils um Themenfindung, Skizzieren und die Ausführung. Manchmal ergibt sich aber eine Idee auch erst aus der Beschäftigung mit einem Material.

Wie ist das Klima zwischen Illustratoren? Ist jeder ein potentieller Konkurrent, den man meidet, oder ein Kollege im selben Arbeitsumfeld, mit dem man netzwerkt?

Ich sehe das in den meisten Fällen so, dass wir für dieselbe Sache unterwegs sind.

Was raten Sie jemanden, der Illustrator werden will?

Er oder sie soll sich mit Bildern beschäftigen und sich das nötige technisch-handwerkliche Wissen aneignen um solche selber herzustellen. Im Berufsalltag finde ich Offenheit, Freiheitsliebe und Ausdauer wichtig, sich selber treu bleiben. Und lesen, lesen, lesen.

Du gibst auch Illustrations-Workshops. Wer kann da mitmachen?

Antwort: Alle, die Freude am Zeichnen, Malen und Gestalten haben. Vorkenntnisse sind willkommen, aber nicht Voraussetzung.

Welchen Illustrator soll ich hier noch vorstellen?

Dirk Bonsma
http://dirk-bonsma.magnolia.ch/Log-Buch/