Es war eine anstrengende Woche mit vielen Zugfahrten. Gerade dadurch war es aber auch eine kreative Woche, da ich die Wartezeiten und die Zugfahrten zum Zeichnen nutzte. Die Challenges im Netz kamen ein wenig zu kurz, die Zeit reichte schlicht nicht mehr für alles – aber schaut selber.

Ich habe weiter Menschen gezeichnet, auch wenn die nach wie vor die grösste Herausforderung für mich sind:

Auch gelettert habe ich wieder:

Die Blumenliebe fand ihren Ansporn in einer Instagram-Aktion – unter dem Hashtag #floralsyourway gab es alle zwei Tage eine Blume zu zeichnen:

Ein neuer Challenge ist die #blumenkranzliebe auf Instagram:

Obwohl die bislang verfolgten Challenges etwas zu kurz kamen, habe ich mich für einen neuen entschieden, nämlich #365doodlesmitjohanna – ich hoffe, ich kann dabei bleiben:

Auch mit bunten Farben und Blumen habe ich weiter experimentiert. Ich merke immer wieder, wie befreiend diese lose Form des Gestaltens ist:

Unterwegs hatte ich mein kleines Sketchbook dabei und überbrückte Busfahrten oder Wartezeiten :

Neu habe ich auch mal eine andere Papierfarbe ausprobiert und mir ein Sketchbook mit braunem Papier besorgt:

Und dann entstand noch dies und das – kleine Kritzeleien und mehr:

Ich bin gespannt, was die nächste Woche bringt. Ab und an denke ich, ich sollte mal mehr bei einem Thema bleiben, sprich, eine Woche nur Bleistiftzeichnungen, die nächste nur Aquarell, die folgende… davon könnte ich sicher profitieren im Sinne von mich am besten weiterentwickeln im entsprechenden Gebiet – aber es macht einfach zu viel Spass, alles nach Lust und Laune zu machen – und das brauche ich aktuell auch.

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Nun freue ich mich auf die neue kreative Woche!

profil_beschtart_bwKünstlerin – Mensch – Punkt. Mehr bin ich nicht – und minder auch nicht. Meine Kunst- fernab von abstraktem Nihilismus und Unvermögen in Abstrakt getarnt, weg von emotionsloser Frontalfotografie.

Mit diesen Worten stellt sich Ute Bescht selber vor. Lieber erfährt sie vom anderen etwas, als sich selber mit Worten in den Mittelpunkt zu stellen:

Sei du mal anders. Erzähle (mir) & DIR deine Geschichte zu meinen Werken. Lenk dich ab, denke quer, traue dich zu träumen – auch dunkel!

avatar_bescht_uteEinige Punkte aus dem Leben sind denn doch bekannt: Geboren wurde sie am 14. Mai 1968, ihre künstlerischen Stationen führten sie zu Reinhold Pichler, Kunstverein Rosenheim, zu einer Zulassung an der AdbK München und über viele autodidaktische Weiterbildungen und experimentelles Gestalten mit immer neuen Medien. Ihre unermüdliche Kreativität und Entdeckerfreude führten sie immer weiter. Wichtig ist ihr dabei

Ich male nicht zur Gefälligkeit – ich mache Kunst für wache Augen und Köpfe

Waren Sie das Kind, das immer und überall mit Zeichenstiften bewaffnet auftrat?

Nein – eher schlimmer (lach) – ich habe alles Mögliche zu Malmaterial umgemünzt: Sand, Dreck, etc. und habe, während ich eigentlich Mittagsschlaf halten sollte, Mamas Auftragsarbeit in Öl bearbeitet, was das sonst nicht so übliche Lächeln meiner künstlerischen Ergüsse auf ihre Lippen gezaubert hat . Aber wenn man so will, bin ich mit Stiften und Pinseln aufgewachsen.

Wie sah Ihr Weg in die Kunst aus?

Wenn man von Förderung sprechen möchte, war da neben meinen Eltern ein Erlebnis in Bad Bevensen: mein Besuch bei der Oma, die nicht so recht wusste, was sie mit einem 9jährigen Mädchen anstellen sollte. So steckte sie mich in den Malkurs eines dort ansässigen Künstlers, der allerdings recht bald merkte, dass mir die als Gruppenaufgabe zugeteilten Blumen zu lahm waren und ich sie auch konnte. Also gab er mir ein Pferdeskelett zum Abzeichnen und hinterher haben wir das Tier dann „angezogen“ – und es sah selbst mit Umrissen aus wie ein Pferd.

lamarr_done_1200Wann haben Sie gesagt: Ich bin Künstler? Beim ersten verkauften Bild? Schon früher?

Ich habe mich immer als Künstler bezeichnet – weil eigentlich alles mit Passion eine Kunst ist – egal welches Genre, ob auf der Leinwand, dem Instrument oder auch als Chirurg am Menschen.

Ist eine Ausbildung zum Künstler unabdingbar oder wird/ist man Künstler eher im Stil von learning by doing? Oder anders gefragt: Alles Talent oder kann man es überhaupt lernen?

Ich denke eine Spur Talent sollte sein – dann etwas professionelle Anleitung – allerdings nicht in Form von stil-tötenden Akademien und eitlen Professoren, die ihre Studenten als Mal-Lakaien missbrauchen, sondern durch einen strich-vertiefenden Förderer. Und dann: Leidenschaft, Leidenschaft, Leidenschaft. Und Durchhaltevermögen.

garbarekWas macht einen guten Künstler aus?

Der Willen, sich weiterzuentwickeln, und auch die Empathie, sein Wissen weiterzugeben – frei nach dem Motto: Wer oben angekommen ist, sollte den Aufzug wieder nach unten schicken!

Sie beschreiben Ihre Kunst als „fernab von Nihilismus und Unvermögen in Abstrakt“ – ist abstrakte Kunst nur getarntes Unvermögen?

In vielen Fällen ja.

Muss ein Maler fotorealistisch zeichnen/malen können?

Nein, ein Maler nicht – aber ein Künstler muss für mich persönlich definitiv Anatomie, Perspektiven und klassische Elemente erkennbar und leicht beherrschen.

Was zeichnet Ihren Stil aus?

Dass man mich nicht in eine Schublade stecken kann – ich fühle mich im Realismus/ Surrealismus genauso zuhause wie im angehaucht Abstrakten, im Symbolismus oder auch schlichtem Porträtieren und Comic oder Mystic/ Dark Art.

familylegacyWo holen Sie Ihre Inspirationen/Ideen?

Ich bin ein Fotoapparat: Eindrücke entwickeln sich aus einem Sekundenbruchteil in ein fertiges Bild – das kann aus Nachrichten, Film, dem Eindruck an der Kasse, einem Gespräch entstehen. Inspiration ist mein tägliches Leben. Allerdings geht es mir aktuell wie „Vergil“ aus Dante Alighieris` göttlicher Komödie: Nur aus Leid schöpfe ich die besondere Kraft des Schaffens.

Gibt es Maler/Künstler, die Sie inspiriert haben oder die Ihnen speziell gefallen?

Sehr viele – ich nenne hier nur ein paar: Leon Ariev, Giger, Istvan Sandorfi, Monet, Picasso, Jens Rusch, Jake Baddely, moderne Künstler wie Gregory Hergert… und viele mehr

Machen Sie auch Auftragsarbeiten oder arbeiten Sie immer frei?

Sowohl als auch.

Haben Sie Lieblingsmedien (welche?) oder passen Sie diese (sofern Sie auf Auftrag arbeiten) dem jeweiligen Thema/Auftrag an?

Ich passe sie tatsächlich an – so sind zum Beispiel meine ganzen Splashporträts© entstanden: Tuschebilder, Aquarelle, die ich ursprünglich nur aus Farbflecken entstehen lasse. Und die sind auf Papier. Sonst Platte/ Leinwand – wahlweise Acryl oder Öl.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus? Strenge Arbeitszeiten oder warten Sie auf den Musenkuss und legen los, wie man sich das gerne so vorstellt?

Herrlich.. die Muse ist bei mir männlich. Nein, im Ernst.. ich habe damals NICHT den professionellen Weg der Akademie der bildenden Künste in München, auf der ich bereits eingeschrieben war, gewählt, um nicht künstlerisch sein zu MÜSSEN. Denn ich bin ein Individualist, der unter Zwang und Doktrin keine Leistung bringt. Ich habe zwei Jobs, mit denen ich mir meine Materialien bezahlen kann. Aber ja: Disziplin spielt insofern eine Rolle, sich immer weiterzuentwickeln, und auch beharrlich dran zu bleiben, selbst wenn man den Pinsel gerade schwebend mit zwei Daumen der linken Hand führt. Ich selbst bin ein sehr schneller Künstler – soll heißen: Ich brauche im Schnitt weniger Zeit im Gesamten – arbeite aber auch nie mehr als drei Stunden am Stück , weil ich danach einfach müde bin durch die Konzentration. Aber sie ist schon frei, die Arbeit.

Können Sie Ihren Weg von der ersten Idee bis hin zum fertigen Bild beschreiben? Legen Sie einfach los oder gibt es Notizen, Vorskizzen?

Ich male im Kopf und fange physisch sofort an. Außer bei Auftragsarbeiten – da gibt es den sogenannten Konzeptentwurf, um den neuen Besitzer ins Bild zu setzen, meinen Leitfaden zu haben und auch später ein Stück Original meines Werkes zu haben. Ich bin da sehr eigen – ich habe immer das Gefühl, ein Stück von mir wegzugeben – und so behalte ich jedes ein bisschen bei mir. Allerdings wird das Resultat dann immer ein Stück anders – weil mir während des Schaffensprozesses dann noch Feinheiten auffallen, die ich vorher im Kopfentwurf nicht beachtet hatte.

Wie ist das Klima zwischen Künstlern? Ist jeder ein potentieller Konkurrent, den man meidet, oder ein Kollege im selben Arbeitsumfeld, mit dem man netzwerkt?

Oh nein, ich selber bin in großartiger Gesellschaft und wir befeuern und stützen und werben für uns gegenseitig. Ich selber feature andere Künstler, die ich für förderungswürdig halte mit meiner Manpower im Sinne von Webdesign (einer meiner Jobs) und der Bildung von Gruppen – lokal oder genre-technisch. Es soll eine Gemeinschaft sein, wir haben alle eine phantastische Leidenschaft. Außerdem – gibt man jedem Künstler aus meinem Genre ein Motiv, das alle gleich malen sollen, kommt jedes Werk individuell daher – wir fürchten untereinander keine Konkurrenz – wir sind uns unseres Könnens und unseres Stils bewusst. Das „Künstler-Stuten-Beißen“ haben nur die nötig, die auch Konkurrenz und somit wohl weniger Butter auf dem Brot fürchten müssen. Sprich die, die doch eher den malerischen Einheitsbrei bedienen oder schlicht die Materie / das Material nicht beherrschen.

Habe ich noch eine Frage vergessen?

Eventuell vielleicht ein Vorurteil, mit dem Künstler immer zu kämpfen haben – Ist Kunst das Geld wert, das man für sie zahlt? Wie oft hört man: „Das ist doch nur ein Bild, wie kann das soooo teuer sein?“ Manch einer zweifelt sogar selber die Legitimität an, für ein eigenes Bild überhaupt Geld zu nehmen. Kunst ist immer noch in vielen Köpfen „brotlos“ – allerdings, wächst die Zahl der Liebhaber. .

Was raten Sie jemandem, der als Künstler leben will?

Durchhalten. Netzwerken.

Welchen Künstler soll ich hier noch vorstellen?

Dajana (Danny) Larsen (Larsen Art)

Weitere Informationen zu Ute Bescht finden sich auf ihrer Homepage: LINK

Auch zu finden ist sie bei Facebook: LINK

Dem Künstler über die Schulter geschaut

Cezanne2Paul Cezanne ist vor allem für seine Malerei bekannt, die sich über die Jahre verschiedenen Stilrichtungen zurechnen liess: Ausgehend von der Romantik und dem Realismus wandte er sich später dem Impressionismus zu, von welchem er sich später wieder distanzierte, um später, in der „Periode der Synthese“ auf Flächen und Perspektiven zu setzen.

„Die farbigen Flächen, immer die Flächen! Der farbige Ort, wo die Seele der Flächen bebt, die prismatische Wärme, die Begegnung der Flächen im Sonnenlicht. Ich entwerfe meine Flächen mit meinen Farbabstufungen auf der Palette, verstehen Sie mich! […] Die Flächen müssen deutlich in Erscheinung treten. Deutlich […] aber sie müssen richtig verteilt sein, ineinander übergehen. Alles muss zusammenspielen und doch wieder Kontraste bilden. Auf die Volumen allein kommt es an!“

Cezanne3Dass Cezanne auch ein hervorragender Zeichner war, zeigt der vorliegende Kunstband. Er ist zugleich der Katalog zur Ausstellung im Kunstmuseum Basel, welche vom 10. Juni bis am 24. September 2017 unter dem Titel „Vom Skizzenbuch zur Leinwand“ läuft. Mit rund 154 Blättern (zählt man die 75 Zeichnungen der Rückseiten dazu, welche nicht alle sichtbar sind in der Ausstellung, sind es insgesamt 229 Zeichnungen) verfügt das Kunstmuseum Basel über den weltweit grössten Bestand an Zeichnungen Cezannes. In der Ausstellung werden erstmals sämtliche Zeichnungen der Sammlung gezeigt, welche sonst wegen ihrer Empfindlichkeit in Depots ruhen.


Zu Lebzeiten hatte Cezanne seine Zeichnungen, die man erst im Nachlass fand, nie ausgestellt. Kein Wunder also, dachte man lange, er könne gar nicht zeichnen. Umso beeindruckender ist es nun, seine Zeichnungen zu sehen und eines Besseren belehrt zu werden. Der vorliegende Band zeigt einerseits die Zeichnungen, weist sie andererseits auch teilweise als Vorstudien zu seiner Malerei auf der Leinwand aus, so dass man als Betrachter den Schaffensprozess nachvollziehen kann.

Die gut lesbaren, kompetenten und informativen Artikel zu Cezannes zeichnerischem Schaffen und dem daraus entstandenen zeichnerischen Werk runden das Buch ab, das hochwertig gestaltet ist und durch ein ansprechendes Layout verfügt.

Fazit
Ein informatives, tiefgründiges und hochwertig gestaltetes Buch, das sich fundiert mit Cezannes zeichnerischem Schaffen und seinen Zeichnungen auseinandersetzt. Absolut empfehlenswert.

Link zur Ausstellung: HIER

Link zum Kunstmuseum Basel: HIER

Angaben zum Buch:
CezanneGebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Prestel Verlag (19. Juni 2017)
ISBN: 978-3791356518
Preis: EUR: 49.95 ; CHF 69.90
Zu kaufen in jeder Buchhandlung vor Ort oder online u. a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

 

September 2017

Schon wieder ein Monat vorbei – mein Monatsbild steht an. Ein Jahr lang soll man jeden Monat vom selben Ort/Gegenstand ein Bild machen und damit den Lauf der Zeit dokumentieren. Darum nun hier:

Die Tischsituation am 1. September

Die Platzbelegung durch die Bücher hat einige Male geändert über die Tage/Wochen, neue Schwerpunkte kamen dazu, Rezensionen wurden geschrieben, Bücher gelesen und gingen zurück ins Regal – andere gingen ungelesen oder nur angelesen zurück.

Was liegt aktuell da und wieso? (um nicht auszuufern werde ich nicht zu allem etwas schreiben)

Beginnen wir links unten:

  • Mohaefez, Rittiner & Gomez: Kitsune (Drei Mikroromane wunderbar illustriert von Rittiner und Gomez – wegen der Illustrationen musste ich es auch unbedingt haben und: Wirklich toll!)

Darüber liegen von unten nach oben:

  • Joan Didion: Wir erzählen uns Geschichten, um zu leben (Essays über die Aufbruchsstimmung im Amerika der 60er Jahre, über Joen Baez, John Wayne und andere – wollte ich unbedingt lesen, kam aber bislang nicht dazu und stelle es wohl nächstens ins Regal zurück)
  • Robert Gernhardt: Der letzte Zeichner /(Robert Gernhardt schreibt und zeichnet sich mit spitzer Zunge und Feder durch die Welt der Kunst – auch da kam ich bislang nicht dazu, etwas zu lesen)
  • Robert Gernhardt: Reim und Zeit (Gedichte – ich liebe Gedichte und ich liebe Robert Gernhardt)
  • Robert Gernhardt: Hier spricht der Zeichner (Wie ich schon sagte: Ich liebe Robert Gernhardt, hier haben wir Bildwitze, Cartoons, Bildergeschichten- und Gedichte)
  • Milne: Ich und DU, der Bär heisst Pu (Dazu muss man wohl nicht mehr sagen als nur: WUNDERBAR!)
  • Hans Traxler: Alpentrilogie (Traxler liebe ich auch – hier sind drei Bild-Romane in einem Band)ich neben Kant auf meiner Zugfahrt nach Thun dabei und habe mehrmals laut gelacht – mein Gegenüber schaute mich ganz erstaunt an J )

Der Stapel darüber besteht aus:

  • Hanna Frey: Es konnte mich nicht zerstören (Die Geschichte einer schweren Kindheit zwischen Alkohol, Pflegefamilien und Heimen)
  • Michael Fehr: Glanz und Schatten (Erzählungen eines Schweizer Autors in einer sehr eigentümlichen Sprache – leider habe ich noch viel gelesen, will ich aber sicher noch tun)
  • Emerson: Von der Schönheit des Guten (Betrachtungen und Beobachtungen, die ich immer mal wieder auszugsweise lese)
  • Roger Willemsen: Die Enden der Welt (will ich unbedingt lesen, komme aber nicht dazu – vermutlich geht es ihm bald wie Joal Didion, was aber nicht an den beiden Büchern liegt, sondern meiner aktuellen Stimmung geschuldet ist)
  • Rainer Maria Rilke: „Im ersten Augenblick“. Bildbetrachtungen (Herr Rilke schreibt über Bilder – immer mal schön, drin zu blättern der Texte und der Bilder wegen)

Rücken wir eine Position nach rechts:

  • Max Frisch: Fragebogen (ich habe ja immer mal wieder einen beantwortet, mache ich vielleicht mal wieder, drum liegen sie noch da)
  • Goscinny & Sempé: Le Petit Nicolas (mein Französisch-Lern-Projekt *hüstel)
  • Arezu Weitholz: Der Fisch ist ein Gedicht. Beste Fischgedichte (Der Name sagt schon alles – soll noch rezensiert werden)

Und noch eins nach rechts:

  • Jahrbuch der Lyrik 2015 (Einblicke in die aktuelle Lyrik – will noch rezensiert werden)
  • Meine beste Freundin. Geschichten, Gedichte, Briefe (wollte ich noch rezensieren, würde allerdings nicht wirklich berauschend. Ich hatte mir das Buch so schön vorgestellt und war dann eher enttäuscht… Es fehlt für mich an Gefühl, an rotem Faden, an… aber lassen wir das hier)
  • Theodor Storm: Wohin du gehst, wohin du irrst. Notwendige feine Gedichte (ich liebe Gedichte, ich lese Gedichte, man kann nie genug Gedichte haben – wird bald auch noch rezensiert, weil es einfach ein schönes Buch ist)
  • Henry David Thoreau: Wenn wir uns von unseren Träumen leiten lassen. Spitze Ungehorsamkeiten (Der Titel verlockt, nicht? Ging mir eben auch so, drum liegt es hier und will noch gelesen werden)
  • Frank Berzbach, Saskia Wragge: Die Sprache der Schuhe (Toll illustriert, schön beschrieben – was uns Schuhe zu sagen haben – werde ich bald noch rezensieren)

Wir gehen weiter nach rechts:

  • T.A. Hoffmann, Lisbeth Zwerger: Der Nussknacker (Ich mag Hoffmann, ich mag illustrierte Bücher, die Kombination hier ist wunderbar.)
  • Antje Herzog: Lampe und sein Meister Immanuel Kant (war natürlich ein Muss für mich – und es ist wirklich ein wunderbares Buch, das mir die Fahrt nach Thun diese Woche enorm verkürzt hat)
  • Graham Greene: Der dritte Mann, illustriert von Annika Siems (wie schon gesagt, liebe ich illustrierte Bücher, ich bin also gespannt, denn das habe ich noch vor mir)
  • Hermann Hesse: Kinderseele (eine autobiographische Erzählung von Hermann Hesse über seine Kindheit, sehr interessant illustriert von Marie Wolf – will ich noch rezensieren)
  • Mehrdad Zaeri: Kluge Frauen sind gefährlich. Aphorismen von Jane Austen bis Katharina die Grosse (ganz toll illustriert)
  • Laozi: Daodejin, übertragen von Jan Philipp Reemtsma
  • Catherine Krahmer: Kollwitz (Die Biographie wollte ich unbedingt lesen, kam aber noch nicht dazu)
  • Peter Jenny: Notizen zur Fotogestaltung. Findet Sie der Zufall? (Das Buch will dazu anregen, in den eigenen vier Wänden auf Fotosafari zu gehen – ich bin gespannt, kam noch nicht dazu, es anzusehen)

Und zu guter Letzt:

  • Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne (ein wunderbarer Bildband – ich werde ihn bestimmt bald noch rezensieren)
  • Kollwitz – Dix – Grosz. Kriegszeit (auch das ein wunderbarer Bildband, den ich noch rezensieren werde)
  • Kunstmuseum Basel: Der verborgene Cezanne (Cezannes Skizzenbücher erstmals so ausführlich vorgestellt – die Ausstellung läuft noch, ich hoffe, ich schaffe es. Aber: Der Bildband ist toll, wirklich einfach nur schön!)
  • Christoph Niemann: Words (ich habe kürzlich eine Doku über Christoph Niemann gesehen und da kam dieses Buch vor – gefährlich. Aber: Wirklich witzig: Um die Ecke gedacht und gezeichnet)

Fast hätte ich die Mitte vergessen:

  • Chris Riddell: A Doodle a Day (ein wirklich witziges Buch, das zum täglichen Doodeln anregen will)

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Das war meine Tischsituation für den September – ich bin gespannt, wie das alles im Oktober aussieht.

selbstportrait

Saskia Wragge,
geb. 1989 im Sauerland, lebt und arbeitet als Illustratorin in Köln.
Sie hat an der ecosign Akademie für Gestaltung bei Boris Servais,
Leo Leowald und Ivo Ringe Illustration studiert.
Sie bebildert Romane und Magazine und Anderes.

Waren Sie das Kind, das immer und überall mit Zeichenstiften bewaffnet auftrat?

So könnte man es ausdrücken. Eine Freundin, die ich schon seit Grundschulzeiten kenne, sagt immer „Gebt ihr bloß keinen Stift in die Hand, sie hört nie wieder auf!“

Wie sah Ihr Weg in die Illustration aus?

Nach der Schule wollte ich Kunst studieren und in der Reihe meiner Bewerbungen, wurde ich dann an der ecosign/ Akademie für Gestaltung angenommen, wo ich zunächst Illustration und Typographie studierte, mich dann aber relativ schnell auf Illustration spezialisierte.

bilder-3Ist eine Ausbildung zum Illustratoren unabdingbar oder lernt man Illustration eher im Stil von learning by doing? Oder anders gefragt: Alles Talent oder kann man es überhaupt lernen?

Ich finde, dass das zwei sehr verschiedene Fragen sind.

Zum Thema Talent: Ich bin der Meinung, dass einem nichts in die Wiege gelegt ist und man kann es einfach. Sicher fällt jedem Menschen das Lernen von Irgendetwas leichter als anderen. Das ist dann Talent. Aber auch da muss man daran arbeiten, um es auszubauen.

Zum Thema Ausbildung oder Autodidakt: 
Ich glaube, dass Menschen viel ohne Ausbildung lernen können, zumal es abgesehen von Lehrbüchern ja heute etwas wie „Unterrichtsstunden“ durch Youtube-Videos gibt. Ob in einer gesteuerten Ausbildung oder als Autodidakt, wichtig ist bei beidem das regelmäßige Üben, um Fortschritte zu erzielen. Der Vorteil bei einer Ausbildung ist aber, dass die Ausbilder einem selbst – zumindest am Anfang – einiges voraus haben und sehen können, in welche Richtung man arbeiten sollte oder wo man noch optimieren kann. Eine geführte Ausbildung kann dabei helfen, nicht unkoordiniert in alle Richtungen zu Strampeln.

bilder-4Was macht einen guten Illustratoren aus?

Ein guter Illustrator muss verstehen, worum es in einem Text, in der Musik, oder was immer er illustrieren soll, geht. Bei einem Roman beispielsweise ist es wichtig, dass man nicht nur die Sachebene erfasst, sondern sein Augenmerk auch auf den Erzählstil des Autors legt. Illustrieren bedeutet, etwas anderes mit einem Bild zu unterstützen, verständlicher zu machen und ihm vielleicht sogar einen zusätzlichen Blickwinkel zu geben. Hübsche Bilder allein reichen nicht.

Ist Illustration Kunst oder Handwerk?

Illustratoren sind zunächst einmal Dienstleister. Sie bekommen einen Auftrag und setzen diesen um. Daraus kann Kunst werden. Auch die Bilder der alten Meister, die wir heute in Kunstmuseen sehen, waren oft Auftragsarbeiten. Wenn man sein Handwerk beherrscht, kann daraus Kunst werden.

bilder-1Haben die elektronischen Medien den Beruf schwerer gemacht oder beflügelt?

Das kann ich kaum einschätzen, da ich schon mit den elektronischen Medien angefangen habe. Sicher ist, dass es durch die Computerprogramme andere Möglichkeiten gibt, als ohne diese, und dass diese eng mit Onlinemagazinen, animierter Werbung und Blogs verbunden sind.

Was zeichnet Ihren Stil aus?

Im Stil bin ich vielseitig. Meine Herangehensweise bei Aufträgen ist nicht an einen festen Zeichen- oder Malstil gebunden. Ich entscheide mich nach einiger Vorarbeit, welches der passende Stil für den jeweiligen Auftrag ist. Das wechselt zwischen Tuschezeichnungen, Aquarellen, Acrylmalereien, digitalen Arbeiten und Mischtechniken aus diesen. Wenn ich frei arbeite, bin ich eher motiv- als stil-gebunden.

bilder-5Wo holen Sie Ihre Inspirationen/Ideen?

Ich gehe oft in verschiedene Museen – nicht nur Kunstmuseen – und lese viel.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Ich wache früh auf und lese im Bett (zur Zeit die Biographie von Vincent van Gogh, S. Fischer Verlag), dann arbeite ich bis zu einer frühen Mittagspause meist Bürokratisches ab. Den Rest des Tages sitze ich über dem Papier. Ein bis drei Tage in der Woche habe ich einen Nebenjob, bei dem ich viel mit Menschen rede. Das ist ein guter Ausgleich.

Können Sie Ihren Weg von der ersten Idee bis hin zur fertigen Illustration beschreiben?

Wenn ich nicht „einfach nur so vor mich hinmale“ und einen Auftrag habe, leiste ich schon vor der „ersten Idee“ zu einem Bild viel Denkarbeit. Wenn eine Bildreihe entstehen soll, beschäftige ich mich zuerst mit dem Thema und welches die wichtigsten Punkte desselben sind, oder was im bereits vorhandenen Material zu kurz kommt, worauf ich den Blick des Betrachters lenken will. Danach entscheide ich mich für ein Format und die Technik. Erst dann überlege ich, wie die jeweiligen Themen darstellbar sind. Die ersten Ideen schreibe ich untereinander auf und überlege, wo in der Reihe noch etwas fehlt oder gegen welche Idee ich mich entscheiden muss, um ein stimmiges Ganzes zu erzeugen. Wichtig dabei ist, welche Perspektiven, Schwerpunkte und Kontraste die einzelnen Bilder haben und wie sie aufeinander folgen. Wenn das alles erledigt ist, male ich irgendein Bild aus der Reihe, das mich gerade am meisten anspricht. Daraus ergibt sich die Bildsprache der ganzen Reihe.

Durch viel Einschränkung schaffe ich mir einen sicheren Rahmen, in dem ich dann frei arbeiten kann.

Sie haben kürzlich Neil Gaimans „Niemalsland“ illustriert. Was hat Sie an dieser Aufgabe besonders gefreut/gereizt?

Neil Gaiman ist einer meiner liebsten Autoren, deshalb habe ich auch schon in meiner Diplomarbeit das Buch „Der Ozean am Ende der Straße“ von ihm illustriert. Neil Gaiman war ursprünglich Comic-Autor und daher kann er sehr bildgewaltig schreiben. Ich fand an der Aufgabe „Niemalsland“ zu illustrieren besonders reizvoll quasi genau das Gegenteil von dem zu machen, was Chris Riddle tat, der Illustrator der englischen Ausgabe von „Niemalsland“ („neverwhere“), der dem comichaften treu blieb und die Figuren darstellte, wie er sie sich vorstellte. Ich finde das schwierig für den Leser eines Romans, da der Illustrator dem Leser so viel vorgibt. Darum habe ich bewusst auf die Darstellung von Protagonisten verzichtet. Folgt man der Interpretation von Volker Klotz (Literaturwissenschaftler), verwendet Neil Gaiman subtil Tiere als „Helfershelfer der Geschichte“: Welche Tiere wo auftauchen und welche Stellung sie im Roman einnehmen, weist noch auf viel mehr hin. Diesem Aspekt der Geschichte habe ich durch meine Illustrationen Raum gegeben.

bilder-2Wenn Sie ein Traumprojekt nennen könnten: Was würden Sie gerne illustrieren?

Ich würde sehr gerne ein Plattencover gestalten, für Musik, die ich mag.

Wie ist das Klima zwischen Illustratoren? Ist jeder ein potentieller Konkurrent, den man meidet, oder ein Kollege im selben Arbeitsumfeld, mit dem man netzwerkt?

Ich habe bis jetzt noch keinen Konkurrenzkampf wahrgenommen und bekomme immer hilfreiche Tipps. Wir schicken uns gegenseitig mögliche Jobs zu. Ich finde es spannend mit anderen Illustratoren über den Job zu reden und mir ihre Arbeiten anzusehen.

Was raten Sie jemandem, der Illustrator werden will?

Museen und Buchläden besuchen und üben. Wenn möglich unter Anleitung.

Welchen Illustrator soll ich hier noch vorstellen?

Boris Servais,
bei ihm habe ich studiert und bin Fan seiner lockeren Linien.

Lars Henkel,
der es wunderbar schafft mit dem Computer zu arbeiten, ohne dass es nach Plastik aussieht. Er bebildert heimlich meine Alpträume.

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Das Wetter war etwas besser als zuvor, an einigen Tagen war es richtig heiss. Ich habe weiter gemacht mit meinen täglichen Zeichnungen. Leider habe ich nicht ganz so viel geschafft, wie ich wollte, aber doch.

Der Challenge bei Facebook ging weiter, entstanden sind dafür unter anderem diese Skizzen:

Dann und wann hatte ich auch unterwegs Zeit zum Zeichnen, ich habe ja, wenn immer möglich, mein kleines Sketchbook dabei:

Meine Blumenliebe:

Meistens zeichne ich gleich mit Tinte, ab und an darf auch der Bleistift ran:

Ich habe ein wenig experimentiert aus Ideen heraus, die ich hatte:

Und dann habe ich mal wieder gelettert. Das habe ich seit Monaten nicht mehr gemacht. Leider war das Papier nicht ideal, die Tinte ist etwas ausgeblutet.

Über allem steht immer wieder die Frage, welche Malgründe ich nutzen will. Nur Sketchbücher – und welche? Verschiedene für verschiedene Themen? Loses Papier? Ein Frage, die mich wohl noch lange begleiten wird. Dessen ungeachtet: Ich merke, wieder auf einem guten Weg für mich zu sein, wieder auf MEINEM Weg zu sein. Ganz viele Ideen nehmen in meinem Kopf Gestalt an, mit der Kreativität ist es wohl so:

Sie vermehrt sich, sobald man sie freilässt.

Ich freue mich auf die neue kreative Woche!

Diese Woche war irgendwie müde und es ging nicht viel. Ich habe aber immerhin jeden Tag mindestens etwas gezeichnet. Geholfen hat mir da auch ein Challenge bei Facebook, bei welchem man jeden Tag einen vorgegebenen Gegenstand zeichnen muss. Das hat den Vorteil, dass man sich selber keine Gedanken machen muss, was man nun zeichnen soll, man zudem auch immer sieht, wie andere die Aufgabe lösen, bringt aber mit sich, dass man zu vielem gar keinen Bezug hat. Trotzdem mag ich das ab und an. Für diese Aktion sind unter anderem diese Skizzen entstanden:

 

 

Was ich auch ab und an gerne mache, ist meinen Tag in Bild und Text zu illustrieren:

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Und dann wäre da noch mein Lieblingsmodell: Caruso. Auch er war diese Woche sehr faul, so dass man ihn eigentlich nur schlafend zeichnen konnte.

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Wenn ich mit dem Bus unterwegs bin, zeichne ich gerne beim Warten auf den Bus. Dazu habe ich immer ein kleines Skizzenbuch dabei.

 

Hat Spass gemacht, ich freue mich auf die nächste Woche, ich will auf alle Fälle weiter machen und jeden Tag mindestens eine kleine Skizze anfertigen.