Als ihr irgendwann die Sinne schwanden und der Kopf nach vorne überkippte, hatte er endlich von ihr abgelassen und deutlich ruhiger als zuvor gefragt: »Hast du es jetzt verstanden?«
Nun saß sie da, schmeckte den Schweiß, die Tränen und das Blut im Mund. Die Schläge schienen in ihren Ohren nachzuhallen. Ja, sie hatte seine Worte verstanden. Doch die Forderung war so ungeheuer, dass sich ihr Kopf weigerte, auch nur darüber nachzudenken.

FranleyRuben Hattinger macht Ferien mit seiner Familie, was selten genug vorkommt, als es vor Ort zu einem grausamen Verbrechen kommt – Sein Berufseifer ist geweckt, er macht sich an die Ermittlungen. Unterstützt wird er dabei von der ortsansässigen Oberkommissarin, die einerseits von seiner Beobachtungsgabe beeindruckt ist, sich andererseits nicht zu selten über seine exzentrische, wenig zugängliche und auch mal schroffe Art wundert. Vor allem mit dem Wundern steht sie nicht alleine, da sich Hattinger durch seine wenig zugängliche Art nicht nur Freunde macht.

Aus einem Fall wird schnell eine Serie, Verdächtige sind schnell gefunden, dann auch ein Täter. Nur: Hattinger ist sich nicht sicher, ob sie sich nicht irrten. Sein Verdacht gilt einem anderen, einem, dem man nichts nachweisen kann, einer, der über alles erhaben scheint. Hat er sich verrannt?

Nach einer sehr langen Lesepause, was Literatur und Krimis anbelangt, war dies mein erster Griff ins Regal und ich wurde nicht enttäuscht. Von der ersten Seite packte mich die Geschichte, deren Plot schlüssig und mit dem nötigen Spannungsbogen versehen ist. Die plastischen Charaktere, die durch ihre verschiedenen Facetten sehr authentisch erscheinen, haben den Sog, den die Geschichte ausübte, noch verstärkt.

Die sehr detaillierten sexuellen Szenen hätte es für meinen Geschmack nicht gebraucht, sie taten dem Buch aber auch keinen Abbruch. Die Verbrechen schlugen dafür in die andere Richtung aus, liessen an Perfidität und Grausamkeit wenig Luft nach oben. Alles in allem ein sehr empfehlenswerter Thriller, den man so leicht nicht mehr aus der Hand legt.
Fazit:
Scmutzige Seelen ist ein Krimi, der einen durch einen stimmigen Plot und plastische Figuren kaum mehr loslässt – ein wahrer Pageturner. Absolut empfehlenswert.

Zum Autor: Mark Franley
1972 in Nürnberg geboren, ist Mark Franley bis heute seiner Heimat treu geblieben. Inspiriert durch die lange und oftmals auch dunkle Geschichte seiner Stadt, wird diese zur perfekten Kulisse für das, was einen guten Psychothriller ausmacht.
Die Eigenschaft mit offenen Augen durch die Welt zu laufen, spiegelt sich in all seinen Geschichten wieder und erklärt sicherlich auch seinen Erfolg.
Immer wieder finden sich gesellschaftliche Themen, geschickt eingebettet in fiktive Geschichten, und regen so zum Nachdenken an. Einige kurze, prägnante Sätze genügen, um den Leser in eine andere Welt zu holen und ihn dort festzuhalten. Spannung ist in jedem Fall garantiert!

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 383 Seiten
Edition M (27. August 2019)
ISBN-Nr.: 978-2919807505
Preis: EUR 9.99 / CHF 14.90

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Myron Bolitar ermittelt

CobenEigentlich will Myron Bolitar seinen Urlaub geniessen, doch als er erfährt, dass seine Freundin und Geschäftspartnerin Esperanza verdächtigt wird, einen gemeinsamen Klienten umgebracht zu haben, lässt er alles stehen und liegen und fliegt heim. Wenn er gehofft hatte, Esperanza würde es ihm danken, sieht er sich eines Besseren belehrt: Sie lehnt seine Hilfe kategorisch ab, was ihn natürlich nicht davon abhält, auf eigene Faust zu ermitteln.

Seine Suche nach der Wahrheit führt ihn nicht nur zu einem weiteren Fall, den er auch gleich lösen will, er wird auch mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert. Als wäre das nicht schon genug, ist er plötzlich verdächtig.

Böses Spiel ist bereits der sechste Fall von Myron Bolitar, doch auch wenn man die vorhergehenden Fälle nicht kennt, fehlen einem keine wichtigen Informationen, um sich zurechtzufinden. Es gelingt Coben allerdings nicht, die hohen Erwartungen zu erfüllen, die er mit den vorhergehenden Fällen geweckt hatte. Bestach er da noch durch einen leichten, humorvollen Schreibstil, wirkt vieles diesmal schlicht nur aufgesetzt und gewollt. Die Passage

Der Sonnenschein war so kraftvoll und wohltuend, wie es sonst allenfalls eine schwedische Masseurin war, die zur Entspannung ein Glas Cognac servierte

ist nur ein Beispiel, es wimmelt von schlechten Metaphern und plumpen Witzen.

Leider sind auch die Figuren diesmal eher blass, die Geschichte ist zwar gut, vermag aber nicht so zu fesseln, wie man es von Coben sonst gewohnt ist. Was das Buch rausreisst, sind die Stellen, wo der altbekannte Schreibstil durchscheint, wo witzige Dialoge und überraschende Kniffs die Geschichte antreiben.

Fazit:
Leichte Urlaubslektüre, aber nicht Harlan Cobens grösster Wurf.

Zum Autor
Harlan Coben wurde 1962 in New Jersey geboren. Nachdem er zunächst Politikwissenschaft studiert hatte, arbeitete er später in der Tourismusbranche, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Seine Thriller wurden bisher in über 40 Sprachen übersetzt und erobern regelmäßig die internationalen Bestsellerlisten. Harlan Coben, der als erster Autor mit den drei bedeutendsten amerikanischen Krimipreisen ausgezeichnet wurde – dem Edgar Award, dem Shamus Award und dem Anthony Award – gilt als einer der wichtigsten und erfolgreichsten Thrillerautoren seiner Generation. Er lebt mit seiner Frau und seinen vier Kindern in New Jersey.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (18. September 2017)
Übersetzung: Friedo Leschke, Gunnar Kwisinski
ISBN-Nr.: 978-3442484621
Preis: EUR  9.99 / CHF 14.90

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Ich wollte mal wieder was lesen.. so unbeschwert… konnte ich seit vielen Monaten nicht mehr. Patterson war immer eine gute Wahl, es fehlte mir zudem der eine dazwischen, Nummer 11 (es sind wohl mittlerweile einige neue erschienen, ich habe das nicht mehr verfolgt), 12 hatte ich als Ersten der Reihe gelesen, er war super, die anderen mehr oder weniger auch… 11 lag Monate hier rum… und ja… lest selber:

Smith sah ihn verwirrt an – dann wusste er Bescheid. Er liess das Röhrchen mit dem Koks fallen und schob die Hand unter das Jackett. Zu spät.

Patterson11Lindsay Boxer ist endlich schwanger, die Freude darüber gross. Wer nun denkt, das lässt die engagierte Polizistin kürzer treten, der hat sich geirrt. Gleich zwei Fälle gilt es im vorliegenden 11. Band der Reihe um den Women’s Murder Club zu lösen: Im einen Fall geht es um den Mord am Millionär Chaz Smith. Wie sich herausstellt, sind mit der Tatwaffe auch vier der schlimmsten Verbrecher San Franciscos getötet worden. Dass besagte Tatwaffe für diesen neuen Mord aus dem Beweismitteltresor des Police Departments gestohlen worden war, weitet den Kreis der Verdächtigen auch auf Lindsays engsten Vertrauten aus.

Als wäre das nicht schon genug, muss sie sich auch noch mit zwei Totenköpfen auseinandersetzen, welche im Garten eines Schauspielers gefunden worden sind.

James Patterson bleibt seinem Stil treu, (zu?) routiniert entwickelt er seine Story Kurzkapiteln. Das Buch ist durchaus spannend, allerdings das wohl schwächste der Reihe.

Fazit
Ein kurzweiliger, souverän geschriebener Thriller, der aber hinter Pattersons anderen Büchern zurücksteht. Trotzdem empfehlenswert.

Zum Autor:
James Patterson, geboren 1947, war Kreativdirektor bei einer großen amerikanischen Werbeagentur. Seine Thriller um den Kriminalpsychologen Alex Cross machten ihn zu einem der erfolgreichsten Bestsellerautoren der Welt. Auch die Romane seiner packenden Thrillerserie um Detective Lindsay Boxer und den „Women´s Murder Club“ erreichen regelmäßig die Spitzenplätze der internationalen Bestsellerlisten. James Patterson lebt mit seiner Familie in Palm Beach und Westchester, N.Y.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (14. September 2015)
Übersetzung: Leo Strohm
ISBN: 978-3734100628
Preis: EUR: 8.99 ; CHF 13.90

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Der Walzer des Grauens

Inhalt
GerritsenTotenliedImmer wenn amerikanische Violinistin Julia Ansdell auf ihrer Geige den Walzer Incendio spielt – sie hat ihn von einer Italienreise mitgebracht – verhält sich ihre kleine Tochter merkwürdig. Einmal tötet sie die Katze, dann greift sie Julia an. Keiner hat eine Erklärung, woher die Verhaltensveränderungen der kleinen Lily kommen, weder deren Vater noch herbeigezogene Psychologen. Julias Vermutung, es könnte mit dem Lied zusammenhängen, glaubt aber keiner.

Julia lässt der Gedanke, dass ein Zusammenhang zwischen der Komposition und Lilys Verhalten besteht, nicht los, und sie reist nach Italien, um der Herkunft des Liedes auf die Spur zu kommen. Es ist zugleich eine Reise in die Vergangenheit, eine Reise in die Zeit des 3. Reiches.

Zum Inhalt
Ein Thriller ist die vorliegende Geschichte meines Erachtens nicht, es fehlen ihr alle für dieses Genre qualifizierenden Eigenschaften. Wer also einen Thriller erwartet, könnte von dem Buch mehr als enttäuscht sein, da es als einzigen Spannungspunkt das aufzudeckende Geheimnis hat, welches aber durch die ganzen Rückblenden in die Geschichte immer wieder an den Rand gedrängt wird.

Zum Hörbuch
Wer kennt Mechthild Grossmann nicht mit ihrer wunderbar sonoren Stimme. Die Aussicht, von ihr ein Hörbuch gelesen zu geniessen, war wunderbar. Wie gross dann die Enttäuschung. In diesem Roman kommen mehrheitlich Frauen, Kinder und junge Männer vor – allesamt haben sie hohe Stimmen, so dass Mechthild Grossman fast permanent nur am Säuseln ist. Die Momente, in denen sie ihre Stimme richtig klingen lassen kann, sind dünn gesät. Das Gesäusel jedoch kann mit der Zeit gehörig auf die Nerven gehen – mir ging es so. Ich musste das Hörbuch abbrechen.

Fazit:
Die Geschichte ist kein wirklicher Thriller, hat aber durchaus Spannungsmomente. Leider passt die Stimme von Mechthild Grossmann – so wunderbar sie ist – nicht zu den Figuren des Romans. Leider eine Enttäuschung auf mehreren Ebenen.

Zur Autorin und weiteren Mitwirkenden
Sie schreibt knallharte Thriller, unter die Haut gehende Krimis und gilt international als Meisterin der Spannung. Dabei hat die in San Diego aufgewachsene Tess Gerritsen gar nicht vorgehabt, Schriftstellerin zu werden. Nach einem Medizinstudium und anschließender Tätigkeit als Internistin in Honolulu, Hawaii, schien ihre Laufbahn festgelegt. Während ihres Mutterschaftsurlaubs schrieb sie dann eine Kurzgeschichte, die sofort prämiert wurde. Damit stellten sich die Weichen ihres Lebens neu. Ihre Karriere als Medizinerin hat sie mittlerweile an den Nagel gehängt und ist „Vollzeitautorin“. Privat liebt sie es eher friedlich: Nach ihren Hobbys befragt, nennt sie Gartenarbeit und Musik. Gerritsen lebt mit ihrem Mann und ihren Söhnen in Camden, Maine.

Mechthild Großmann drehte mit Fassbinder, arbeitete viele Jahre lang am Theater mit Pina Bausch und spielte in zahlreichen TV-Filmen. Seit 2002 begeistert sie mit ihrer unverkennbaren Stimme als Staatsanwältin im Münsteraner Tatort. Totenlied ist ihr achtes Tess-Gerritsen-Hörbuch für Random House Audio.

Angaben zum Buch:
MP3 CD
Verlag: Random House Audio; gekürzte Lesung (25. Juli 2016)
ISBN-Nr.: 978-3837135626
Preis: EUR 11.49 / CHF 23.90
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Hasch mich…

„Fahr zur Hölle!“, schrie Sammi. Sie drehte sich auf dem Absatz um und stürmte ins Schlafzimmer. „Da bin ich schon längst!“, brüllte Gavin zurück.

PeaceHatzNach einem heftigen Streit mit ihrem Freund besucht Sammi ihre Freundin Candy, die beiden planen einen Mädelsabend. Als Sammi früher als ihre Freundin zurück in die Wohnung will, bietet sich der Barkeeper hilfsbereit an, sie hinzufahren. Diese Hilfe hätte Sammi besser nicht angenommen, denn auf der Fahrt betäubt er sie und setzt sie in der Folge im Australischen Busch aus – die Jagd hat begonnen. Schafft es Sammi, selber Polizistin, ihrem Verfolger zu entkommen und was unternimmt die Polizei, um den Verbrecher, der schon mehrere Frauen auf dieselbe Weise gejagt und umgebracht hat, zu fangen? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Die Hatz ist ein Thriller, der seine Spannung daraus zieht, ob die Polizei schnell genug zur Hilfe kommt und wie es Sammi gelingt, ihren Verfolger abzuhängen. Ein stimmiger Plot, authentische Figuren und geschickt gesetzte Cliffhanger sorgen für ein rasantes Lesevergnügen.

Der Thriller verfolgt keine sozialkritischen Themen, verzichtet auf psychologische Erkenntnisse und zielt nur darauf, zu unterhalten. Genau das richtige für einen Sonntag auf dem Liegestuhl oder als Lektüre am Strand.

Fazit
Eine spannende, gut aufgebaute und stimmig erzählte Verfolgungsjagt. Empfehlenswert.

Zum Autor:
Schon als Kind hegte J.M. Peace den Wunsch, Schriftstellerin zu werden. Doch nach dem Journalistikstudium schlug sie einen ganz anderen Weg ein und wurde Polizistin. Seit mehr als 15 Jahren arbeitet sie in Queensland nun schon bei der Polizei, unter anderem für den CIB. Jay lebt mit ihrem Mann, zwei vorlauten Kindern, einem unerzogenen Hund und einem schlecht gelaunten Nymphensittich an der Sunshine Coast. Und obwohl sie immer gern auf Reisen war, ist sie inzwischen froh, wenn sie es wenigstens ab und zu an den Strand schafft. „Die Hatz“ ist ihr erster Roman.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (13. April 2017)
Übersetzung: Sina Hoffmann
ISBN: 978-3492310475
Preis: EUR: 9.99 ; CHF 14.90
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Ein Serienkiller sorgt für Hochspannung

Pete drückte ab. Die Kugel zischte durch den Schalldämpfer, traf die Frau im Nacken. Sie legte die Hand an die Wunde. Blut spritzte zwischen ihren Fingern hervor. „Mein Baby“, keuchte sie.

patterson9Ein irrer Serienmörder tötet wahllos junge Mütter und deren Kleinkinder. Lindsay Boxer und die anderen Ermittler tappen im Dunkeln, zumal die Polizei von San Francisco gnadenlos unterbesetzt ist und ein in der Dringlichkeit höher eingestufter Fall sie auch beschäftigt: Der Mord an der Frau eines bekannten Filmstars.

Plötzlich geht eine Lösegeldforderung ein: Der Mörder will zwei Millionen Dollar, sonst tötet er weiter. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Der neunte Fall des Women’s Murder Club ist an Spannung kaum zu überbieten. Von der ersten Seite an wird man gepackt und will das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Patterson gelingt es, durch einen geschickten Wechsel zwischen verschiedenen Fällen immer wieder Cliffhanger einzubauen. Des Weiteren sind die verschiedenen privaten Geschichten der vier Frauen des Women’s Murderclub geschickt in die Ermittlungsarbeit eingewebt und sorgen für weitere Spannungsbögen.

Einmal mehr zeigt sich, dass James Patterson sein Handwerk beherrscht. Auch wenn es in den vergangenen Fällen die eine oder andere Flaute gab, ist diese Reihe mit etwas vom Besten, was es im Bereich Thriller gibt.

Fazit:
Beim neunten Fall des Women’s Murder Club schöpft Patterson wieder aus dem Vollen seines Könnens und liefert einen Thriller, der von der ersten bis zur letzten Seite an Spannung kaum zu überbieten ist. Sehr empfehlenswert!

Der Autor
James Patterson, geboren 1947, sagt von sich selbst: „Ich bin schnell. Ich bin ein Ja-Nein-Typ, ich hasse Vielleichts.“ Und er ist tatsächlich so schnell, dass er an mehreren Romanen gleichzeitig arbeitet und pro Jahr mitunter fünf Titel auf Platz 1 der Bestsellerlisten landet. Begonnen hat seine Karriere, als er mit 27 Jahren den „Edgar Allan Poe Award“ für seinen ersten Roman „Die Toten wissen gar nichts“ bekam. Seitdem arbeitet er pausenlos an den Thrillern der „Alex-Cross“-Reihe oder schreibt über Detektiv Lindsay Boxer und den „Women’s Murder Club“ (siehe auch Der 1. Mord, Die 2. Chance, Der 3. Grad, Die 4. Frau, Die 5. Plage, Die 6. Geisel, Die 7 Sünden, Das 8. Geständnis und Die Tote Nr. 12). Hinzu kommen weitere Romane sowie Sach- und Kinderbücher. Patterson hat Englische Literatur studiert und war einige Jahre Chef einer Werbeagentur. Heute lebt er mit seiner Familie in Palm Beach City, Florida.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (18. März 2013)
Co-Autorin: Maxine Paetro
Übersetzung: Leo Strohm
ISBN-Nr: 978-3442372331
Preis: EUR 8.99 / CHF 13.90
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Eine explosive Mischung

Es war eine kraftraubende und entmutigende Arbeit. Wir wussten immer noch nicht, ob der Tod des Ehepaars Bailey ein Unfall, ein kombinierter Mord/Selbstmord oder ein Doppelmord war. Klar war nur, dass auch den Experten, die Claire hinzugezogen hatte, nichts eingefallen war und dass die Öffentlichkeit verrückt spielte.

patterson8Ein Ehepaar aus besseren Kreisen wird tot im Bett aufgefunden, allerdings findet niemand heraus, woran die beiden gestorben waren. Der Fall hat für die Polizei oberste Priorität – Befehl von ganz oben, so dass keine Zeit bleibt, dem Mord an einem schwarzen Obdachlosen weiter nachzugehen, zumal dessen Aufklärung sowieso eher unwahrscheinlich erscheint.

Zwar versuchen Lindsay und ihr Partner Conklin, während ihrer Freizeit etwas Licht ins Dunkel zu bringen, aber das reicht Cindy, Lindsays Freundin und Reporterin beim Chronicle nicht. Sie ist empört über das Zweiklassendenken der Polizei und macht sich den Fall zu eigen – sie will den Mörder des Mannes, der auf der Strasse als Heiland verehrt wurde, finden.

Wie gewohnt spielen auch die verschiedenen Privatleben der Mitglieder des Women’s Murder Club verrückt, es wird geliebt, geweint, gebangt. Während man sich immer mehr fragt, ob das mit Joe und Lindsay wirklcih noch was wird, zumal Conklin eine nicht zu verachtende Konkurrenz für Joe zu sein scheint, lässt sich Cindy auf einen Mann ein, der das Potential hat, die Frauenfreundschaften zu durchbrechen.

Der achte Fall des Women’s Murder Club übertrifft die letzten Fälle um ein Vielfaches. Er ist von der ersten bis zur letzten Seite packend, lässt einen kaum atmen beim Umblättern, und das Buch wegzulegen ist keine Option. Gekonnt zieht Patterson seine Fäden, baut Cliffhanger ein, webt langsam Stück für Stück ein Netz, das sich mehr und mehr zusammenzieht, bis alles schlussendlich aufgeklärt ist und man als Leser ausser Atem das Buch weglegt – um möglichst schnell den nächsten Fall zu schnappen und loszulegen. Ganz grosses Kino!

Fazit:
Beim achten Fall des Women’s Murder Club übertrifft sich Patterson selber. Von der ersten Seite an ist man gefangen und legt das Buch erst zur Seite, wenn alles aufgeklärt ist. Sehr empfehlenswert!

Der Autor
James Patterson, geboren 1947, sagt von sich selbst: „Ich bin schnell. Ich bin ein Ja-Nein-Typ, ich hasse Vielleichts.“ Und er ist tatsächlich so schnell, dass er an mehreren Romanen gleichzeitig arbeitet und pro Jahr mitunter fünf Titel auf Platz 1 der Bestsellerlisten landet. Begonnen hat seine Karriere, als er mit 27 Jahren den „Edgar Allan Poe Award“ für seinen ersten Roman „Die Toten wissen gar nichts“ bekam. Seitdem arbeitet er pausenlos an den Thrillern der „Alex-Cross“-Reihe oder schreibt über Detektiv Lindsay Boxer und den „Women’s Murder Club“ (siehe auch Der 1. Mord, Die 2. Chance, Der 3. Grad, Die 4. Frau, Die 5. Plage, Die 6. Geisel, Die 7 Sünden und Die Tote Nr. 12). Hinzu kommen weitere Romane sowie Sach- und Kinderbücher. Patterson hat Englische Literatur studiert und war einige Jahre Chef einer Werbeagentur. Heute lebt er mit seiner Familie in Palm Beach City, Florida.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (19. Dezember 2011)
Übersetzung: Leo Strohm
ISBN-Nr: 978-3442372324
Preis: EUR 8.99 / CHF 13.90
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Feuerteufel und Todesengel?

„Lasst uns nicht allein!“
Er sah, wie die Flammen an den Vorhängen emporzüngelten, und hörte die erstickten Schreie seiner geliebten Frau, während die Haustür krachend ins Schloss fiel.

patterson7Eine Reihe von Brandanschlägen fordert mehrere Menschenleben, immer reiche Ehepaare. Lindsay Boxer steht vor einem Rätsel und weiss nur, dass sie bald mehr wissen muss, damit nicht noch mehr Menschen sterben.

Zur gleichen Zeit gibt es neue Hinweise im Fall des verschwundenen Michael Campion, des herzkranken Sohnes eines ehemaligen Gouverneurs. Er soll das letzte Mal bei einer Prostituierten gesehen worden sein, aus deren Haus er nie mehr rausgekommen ist. Als die bildschöne und mädchenhaft unschuldig aussehende Prostituierte ihre Tat gesteht, scheint wenigstens dieser Fall gelöst – bis sie das Geständnis widerruft. Und irgendwo vermutet Lindsay Boxer einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen, nur: Wo?

Zum Glück hat sich Lindsays Privatleben ein wenig normalisiert, fast könnte man es glücklich nennen, wären da nicht Lindsays Zweifel und ihr Zögern. Zudem raubt ihr der berufliche Ehrgeiz jegliche Zeit für ein Privatleben, so dass sie ihren Liebsten, der ihretwegen einige Opfer gebracht hat, kaum sieht, was auf Dauer nicht gut gehen kann. Die wenige Zeit, welche die beiden haben, verbringen sie in detailreich beschriebenen Liebesaktivitäten – hätten sie mehr Zeit, müsste man wohl die Genrewahl überdenken.

Der siebte Fall des Women’s Murder Club ist wieder gewohnt spannend. Von der ersten Seite an zieht er einen in den Bann und lässt nicht los, bis alles restlos aufgeklärt ist. Dass das Ende ein wenig gar überraschend und wenig befriedigend ist, bleibt als kleiner Wermutstropfen zurück. Trotzdem ist das Buch ein wirklicher Pageturner und ein kurzweiliges Lesevergnügen.

Fazit:
Beim siebten Fall des Women’s Murder Club ist Patterson wieder gewohnt spannend und packend. Von der ersten Seite an ist man im Bann des Buches und legt dieses ungern wieder weg. Sehr empfehlenswert!

Der Autor
James Patterson, geboren 1947, sagt von sich selbst: „Ich bin schnell. Ich bin ein Ja-Nein-Typ, ich hasse Vielleichts.“ Und er ist tatsächlich so schnell, dass er an mehreren Romanen gleichzeitig arbeitet und pro Jahr mitunter fünf Titel auf Platz 1 der Bestsellerlisten landet. Begonnen hat seine Karriere, als er mit 27 Jahren den „Edgar Allan Poe Award“ für seinen ersten Roman „Die Toten wissen gar nichts“ bekam. Seitdem arbeitet er pausenlos an den Thrillern der „Alex-Cross“-Reihe oder schreibt über Detektiv Lindsay Boxer und den „Women’s Murder Club“ (siehe auch Der 1. Mord, Die 2. Chance, Der 3. Grad, Die 4. Frau, Die 5. Plage, Die 6. Geisel und Die Tote Nr. 12). Hinzu kommen weitere Romane sowie Sach- und Kinderbücher. Patterson hat Englische Literatur studiert und war einige Jahre Chef einer Werbeagentur. Heute lebt er mit seiner Familie in Palm Beach City, Florida.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (15. November 2010)
Übersetzung: Leo Strohm
ISBN-Nr: 978-3442375851
Preis: EUR 8.99 / CHF 13.90
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Ein moralisch gerechtfertigter Mord?

Wenn Sie Ihre Frau töten, tun Sie ihr nur etwas an, was ihr ohnehin widerfahren wird. Und Sie würden andere Menschen vor ihr retten. Sie ist etwas Negatives. Sie macht die Welt schlechter.

swansongerechteTed Severson, ein reicher Unternehmer, denkt, glücklich verheiratet zu sein mit der wunderschönen Miranda, bis er diese eines Tages bei einem Seitensprung beobachtet. Die Wut wächst in ihm. Als er kurz darauf an einer Flughafenbar sitzt und eine attraktive Frau sich neben ihn setzt, erzählt er ihr – ein paar Martinis haben seine Zunge gelockert – von seinem Leben. Lily, so heisst die attraktive Bekanntschaft, versteht ihn gut und macht ihm ein Angebot: Sie will ihm helfen, seine Frau umzubringen.

In der Folge planen die beiden minutiös den perfekten Mord, kommen sich dabei auch näher. Doch dann nimmt die Geschichte eine unerwartete Wende.

Die Gerechte ist die Geschichte eines perfekten Verbrechens. Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven, die sich kapitelweise abwechseln. Dabei gibt es immer Rückblenden vor allem in die Vergangenheit von Lily, die aufzeigen, wie Lily zu dem Menschen mit den moralischen Beweggründen wurde, der sie heute ist. Dem Autor ist hier eine psychologische Analyse gelungen, die ohne jegliche Beschreibungen, sondern nur durch erzählte Handlungen und Erlebnisse auskommt.

Höhepunkt des Buches ist sicher der Moment, als Peter Swanson einen sehr unerwarteten – im Nachhinein aber nachvollziehbaren – Wendepunkt einbaut. Der Autor hat sein Handwerk verstanden, das Buch ist gut geschrieben, spannend aufgebaut und mit den nötigen Überraschungen versehen, um den Leser bei der Stange zu halten. Die Form der abwechselnden Perspektiven und vielen Rückblenden nimmt der eigentlichen Geschichte aber viel an Tempo und ist wohl Geschmacksache: Man mag es oder nicht.

Fazit:
Eine packende Idee stimmig umgesetzt, gut geschrieben und mit den nötigen Überraschungsmomenten und Wendepunkten. Der Stil der wechselnden Perspektiven und Rückblenden ist aber Geschmacksache.

Der Autor
Peter Swanson studierte am Trinity College, der University of Massachusetts in Amherst und am Emerson College in Boston. Er lebt mit seiner Frau und einer Katze in Somerville, Massachusetts, wo er an seinem nächsten Buch schreibt.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (16. Januar 2017)
Übersetzung: Fred Kinzel
ISBN-Nr: 978-3734103599
Preis: EUR 12.99 / CHF 18.90
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Entführte Kinder, Psychopathen und Liebeschaos

Blut fliesst über die Planken, doch in seinem Kopf sieht Fred nur die blendend weissen Segel. Sein Blick schwenkt über das Deck. Die Stimme in seinem Kopf brüllt laut: Lauf. Verschwinde. Du hast das nicht gewollt.

patterson6Was eine vergnügliche Fahrt mit dem Katamaran durch die San Francisco Bay hätte werden sollen, endet in einem blutigen Massaker, als ein Passagier plötzlich eine Pistole zückt und um sich schiesst. Neben einer Mutter und ihrem kleinen Sohn trifft er auch Claire, Lindsay Boxers beste Freundin, welche zwar überlebt, aber in einem kritischen Zustand ist. Als sich kurz darauf der Täter bei Lindsay zu Hause stellt, scheint der Fall gelöst zu sein – doch dann geht es darum, ob er überhaupt zurechnungsfähig war bei der Tat. Ein spannender Gerichtskampf mit Yuki als Anklägerin der Staatsanwaltschaft steht bevor.

Dies ist aber nicht der einzige Fall, der Lindsay beschäftigt. Kinder und Nannys wohlhabender Eltern verschwinden, ohne dass eine Lösegeldforderung kommt. Werden Lindsay und ihre Freundinnen die Täter entlarven, bevor noch ein Kind verschwindet? Und: Leben die bislang entführten Kinder noch? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Als wäre das nicht genug, kommt es in Cindys Haus zu unschönen Vorfällen – ein toter Hund, eine zerstörte Wohnung und ein ermordeter Nachbar sind zu verbuchen. Dass Lindsay Boxer neben all dem sich auch noch von ihrer grossen Liebe trennt, lässt die gute Frau noch mehr leiden und so pendelt der Leser fortan zwischen Liebesschmerz, Entführerjagd, Gerichtsplädoyers und mehr hin und her.

Ab und an ist man lesend versucht, zu sagen, dass ab und an weniger mehr gewesen wäre. Durch die Vielzahl der erzählstränge büsst jeder einzelne an Tiefe ein. Die Figuren bleiben blass, die Schauplätze ebenso. Man kann sich in nichts einfühlen und auch nicht wirklich mitraten, da kaum Anhaltspunkte vorhanden sind und die Auflösungen schlussendlich etwas gar gesucht – oder zu offensichtlich. Wieder kommt die leise Frage auf, ob das wirklich Patterson war, der hier schrieb, oder ob dieser nur jeden zweiten Fall seiner Reihe schreibt, was auf den nächsten hoffen liesse.

Fazit:
Der sechste Fall des Women’s Murder Club schwächelt wieder ein wenig. Zwar gelingt es Patterson, den Leser zu packen, aber weniger verschiedene Fälle und mehr Tiefe wären wünschenswert gewesen. Trotzdem empfehlenswert.

Der Autor
James Patterson, geboren 1947, sagt von sich selbst: „Ich bin schnell. Ich bin ein Ja-Nein-Typ, ich hasse Vielleichts.“ Und er ist tatsächlich so schnell, dass er an mehreren Romanen gleichzeitig arbeitet und pro Jahr mitunter fünf Titel auf Platz 1 der Bestsellerlisten landet. Begonnen hat seine Karriere, als er mit 27 Jahren den „Edgar Allan Poe Award“ für seinen ersten Roman „Die Toten wissen gar nichts“ bekam. Seitdem arbeitet er pausenlos an den Thrillern der „Alex-Cross“-Reihe oder schreibt über Detektiv Lindsay Boxer und den „Women’s Murder Club“ (siehe auch, Der 1. Mord, Die 2. Chance, Der 3. Grad, Die 4. Frau, Die 5. Plage und Die Tote Nr. 12). Hinzu kommen weitere Romane sowie Sach- und Kinderbücher. Patterson hat Englische Literatur studiert und war einige Jahre Chef einer Werbeagentur. Heute lebt er mit seiner Familie in Palm Beach City, Florida.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (8. März 2010)
Übersetzung: Andreas Jäger
ISBN-Nr: 978-3442372287
Preis: EUR 8.95 / CHF 12.90
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Vier Frauen und noch mehr Todesfälle

Plötzlich verengte sich ihr Gesichtsfeld zu einem Tunnel aus weissem Licht.
„Bitte, helfen Sie mir. Ich glaube, ich…“
„Ja“, sagte die Gestalt in der dunklen Ecke, „du stirbst, Jessie. Es ist eine Wonne, dir zuzusehen, wie du hinübergehst.“

patterson5In einem Krankenhaus sterben immer wieder Menschen, die zwar über die Notaufnahme reinkamen, sich dann aber eigentlich erholt hatten. Die Staranwältin Maureen O’Mara nimmt sich dem Fall an und verklagt das Krankenhaus für die Hinterbliebenen der Opfer in Millionenhöhe. Ausgerechnet in dieses Krankenhaus wird Yuki Castellanos Mutter nach einem Schwächeanfall eingeliefert. Als auch sie eines Morgens plötzlich tot ist, nimmt sich Lindsay Boxer dem Fall an – anfänglich noch auf eigene Faust, da sie offiziell an einem Fall ermittelt, bei dem junge Frauen ermordet, vergewaltigt und puppenhaft drapiert werden. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt: Wann schlägt der Frauenmörder wieder zu und wann der Todesengel im Krankenhaus?

Patterson ist im fünften Fall seiner Reihe um den Women’s Murder Club wieder voll auf seiner Höhe, nachdem er im vierten Fall etwas schwächelte. Gleich zwei Fälle müssen gelöst werden, in beiden eilt die Zeit, weil neue Tote zu befürchten sind – und in beiden findet sich kein Anhaltspunkt, der weiterhelfen könnte. Wie viele Menschen müssen noch sterben, bis Lindsay Boxer die Täter findet?

Ein Pageturner von der ersten bis zur letzten Seite, einmal angefangen, will man ihn nicht mehr aus der Hand legen. Es empfiehlt sich – wie immer bei Patterson – den nächsten Band schon zur Hand zu haben, um gleich neu eintauchen zu können. Dies umso mehr, als auch zwischen Lindsay Boxer und Joe Molinari offene Fragen sind, auf die man gerne eine Antwort hätte.

Fazit:
Der fünfte Fall des Women’s Murder Club ist ein Pageturner auf höchstem Niveau. Zwei spannende Fälle, in beiden ein Wettlauf mit der Zeit, eine noch nebenherlaufende Liebesgeschichte – absolute Leseempfehlung.

Der Autor
James Patterson, geboren 1947, sagt von sich selbst: „Ich bin schnell. Ich bin ein Ja-Nein-Typ, ich hasse Vielleichts.“ Und er ist tatsächlich so schnell, dass er an mehreren Romanen gleichzeitig arbeitet und pro Jahr mitunter fünf Titel auf Platz 1 der Bestsellerlisten landet. Begonnen hat seine Karriere, als er mit 27 Jahren den „Edgar Allan Poe Award“ für seinen ersten Roman „Die Toten wissen gar nichts“ bekam. Seitdem arbeitet er pausenlos an den Thrillern der „Alex-Cross“-Reihe oder schreibt über Detektiv Lindsay Boxer und den „Women’s Murder Club“ (siehe auch, Der 1. Mord, Die 2. Chance, Der 3. Grad, Die 4. Frau und Die Tote Nr. 12). Hinzu kommen weitere Romane sowie Sach- und Kinderbücher. Patterson hat Englische Literatur studiert und war einige Jahre Chef einer Werbeagentur. Heute lebt er mit seiner Familie in Palm Beach City, Florida.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (9, Juni 2008)
Übersetzung: Andreas Jäger
ISBN-Nr: 978-3442370375
Preis: EUR 8.99 / CHF 13.90
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Lindsay Boxer und die Fälle von Schuld und Sühne

Jacobi rief gerade einen Krankenwagen, als das junge Mädchen in die Innentasche ihrer Jacke griff und einen Gegenstand hervorzog, mit dem ich niemals gerechnet hätte. Bei dem Anblick gefror mir das Blut in den Adern. „WAFFE!“, schrie ich einen Sekundenbruchteil, bevor sie auf mich schoss.

patterson4Lindsay Boxer kämpft an allen Fronten. Weil sie im Zuge einer Ermittlung zwei Kinder angeschossen hat, eines starb, das andere ist sein Leben lang an den Rollstuhl gebunden. muss sie sich nun vor Gericht verantworten. Lindsay bangt um ihre Stelle und flieht für die Zeit der Verhandlungen ins Haus ihrer Schwester, wo sie schon bald mit ungeklärten Mordfällen konfrontiert ist, welche sie an ihren eigenen ersten Mordfall erinnern, welcher bis heute ungeklärt ist. Auf eigene Faust nimmt sie die Ermittlungen auf und sieht sich bald selber im Visier des Mörders.

James Patterson verknüpft verschiedene Handlungsstränge und Spannungsbogen und lässt seine Protagonistin an allen Fronten kämpfen. Auch wenn es ein Fall für den Women’s Murder Club ist, sind die beiden anderen Mitglieder desselben kaum vorhanden in diesem Buch, welches fast ausschliesslich auf Lindsay ausgerichtet ist. Überhaupt lässt der vierte Fall der Reihe viel vermissen von dem, was Pattersons Bücher ausmachen. Hätte nicht Patterson draufgestanden, hätte ich das Buch wohl weggelegt und vor allem geschworen, dass es nicht von ihm geschrieben wurde. Die Sprache ist anders als sonst, ebenso der Spannungsaufbau und die Handlungsführung.

Das Buch ist nicht schlecht, es kommt durchaus Spannung auf und man will wissen, wie der Gerichtsfall ausgeht, ob die Mordfälle gelöst werden können und vor allem, wer der Täter ist. Die Auflösung der letzten Frage ist schlussendlich etwas sehr gesucht. Alles in allem sicher nicht Patterson in seiner Höchstform, trotzdem freue ich mich nun auf den 5. Fall und hoffe, er findet da wieder zu seiner alten Form zurück.

Fazit:
Der vierte Fall des Women’s Murder Club ist zwar durchaus spannend, kann aber nicht mit dem mithalten, was man von Patterson gewohnt ist und erwartet.

Der Autor
James Patterson, geboren 1947, sagt von sich selbst: „Ich bin schnell. Ich bin ein Ja-Nein-Typ, ich hasse Vielleichts.“ Und er ist tatsächlich so schnell, dass er an mehreren Romanen gleichzeitig arbeitet und pro Jahr mitunter fünf Titel auf Platz 1 der Bestsellerlisten landet. Begonnen hat seine Karriere, als er mit 27 Jahren den „Edgar Allan Poe Award“ für seinen ersten Roman „Die Toten wissen gar nichts“ bekam. Seitdem arbeitet er pausenlos an den Thrillern der „Alex-Cross“-Reihe oder schreibt über Detektiv Lindsay Boxer und den „Women’s Murder Club“ (siehe auch, Der 1. Mord, Die 2. Chance, Der 3. Grad und Die Tote Nr. 12). Hinzu kommen weitere Romane sowie Sach- und Kinderbücher. Patterson hat Englische Literatur studiert und war einige Jahre Chef einer Werbeagentur. Heute lebt er mit seiner Familie in Palm Beach City, Florida.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (Oktober 2007)
Übersetzung: Andreas Jäger
ISBN-Nr: 978-3442367566
Preis: EUR 8.99 / CHF 13.90
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Tanz mit Wölfen und im Kreis herum

Ich finde dich. Verlass dich drauf, ich finde dich.

hermannder_schneegaengerEin Jäger findet im kalten Winter das Skelett eines vergrabenen Jungen. Bald ist klar, dass es sich dabei um den vor vier Jahren verschwundenen Darijo handelt, ein Fall, der niemals geklärt werden konnte und bei dem sich Lutz Gehring nicht mit Ruhm bekleckert hatte. Da Darios Eltern Kroaten sind, in den Ermittlungen damals keiner vor Ort war, der diese Sprache beherrschte, soll dieses Mal Sanela Beara mithelfen, Licht ins Dunkel zu bringen. Ihres Zeichens ehemalige Streifenpolizistin, aktuell Studentin für den Kriminaldienst und schon mal in einem Fall mit Lutz Gehring verwickelt, welche die beiden nicht zu besten Freunden hatte werden lassen, ist sie schon bald tiefer in der Geschichte drin, als allen lieb ist.

Sanela ermittelt mit Mitteln, die sich immer am Rande des gesetzlich machbaren bewegen – meist auf eigene Faust. Aber schliesslich und endlich ist es kompliziert und es geht darum, den Tod des kleinen Jungen zu klären. Verdächtige gibt es genug: Den eigenbrötlerischen, aufbrausenden und doch charmanten Vater, die zu höherem berufene Mutter, die schon während der Ehe eine Verhältnis mit ihrem Arbeitgeber hatte, diesen später geheiratet hat. Derselbe Arbeitgeber wäre auch noch auf der Liste der Verdächtigen, genauso wie seine Söhne und diese verehrende modelhafte Nachbarstöchter.

Die Figurenaufstellung macht es schon offensichtlich: Es gibt Platz für viele Klischees und der Roman greift sie alle auf. Als Leser will man wissen, wer es nun war, keine Frage, allein der Weg dahin ist lang und steinig. Man weiss als geübter Krimileser schon von der ersten Seite an, wer es nicht gewesen ist, möchte aber wissen, wie sich seine Wege erklären lassen. Auch Ahnungen, wie alles zusammen hängen könnte, sind bald mal da, man möchte sie verifiziert haben. Und so liest man durch blumige Ausschweifungen, psychologische Charakterstudien, ausführliche Background Stories hindurch, die alle wunderbar sind, damit der Autor seine Figuren kennenlernt, die im Buch selber aber nicht mehr nötig oder sinnvoll sind. Positiv ausgedrückt steigern sie die Spannung durch das Herauszögern der Antworten, negativ ausgedrückt sind sie schlicht zu kürzender Ballast – gut geschrieben, bringen die Geschichte aber nicht weiter.

Und irgendwann kommt dann das Ende. Es passiert nochmals viel, alles löst sich auf. Es ist irgendwie das einzig mögliche Ende, und doch befriedigt es nicht. Nicht mich. Wer gerne ausführliche Charakterstudien, blumige Figurenbeschreibungen, endlose Flashbacks, klischeebehaftete Beziehungsmuster und Gesellschaftsstudien hat, der kommt in dem Buch auf seine Kosten. Wer es gern knackig spannend mag, wird sich wohl eher ärgern. Was Elisabeth Hermann gelungen ist: Weglegen konnte ich das Buch nicht, ich wollte das Ende wissen. Auch die Sprache, die Schreibweise waren durchaus passend, sie versteht das Handwerk. Es war für mich persönlich das falsche Tempo und zu viel Ballast.

Fazit:
Die klassische Frage „whodunit“, auf die man eine Antwort haben will – trotz (zu?) vielen Klischees und Verzögerungen.

Der Autor
Elisabeth Herrmann wurde 1959 in Marburg/Lahn geboren. Sie machte Abitur auf dem Frankfurter Abendgymnasium und arbeitete nach ihrem Studium als Fernsehjournalistin beim RBB, bevor sie mit ihrem Roman „Das Kindermädchen“ ihren Durchbruch erlebte. Fast alle ihre Bücher wurden oder werden derzeit verfilmt: Die Reihe um den Berliner Anwalt Vernau sehr erfolgreich mit Jan Josef Liefers vom ZDF. Elisabeth Herrmann erhielt den Radio-Bremen-Krimipreis und den Deutschen Krimipreis 2012. Sie lebt mit ihrer Tochter in Berlin.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (21. November 2016)
ISBN-Nr: 978-3442485260
Preis: EUR 9.99 / CHF 14.90
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„Ich gelte als ziemlich ausgekochter Schriftsteller, aber das besagt nichts“

chandlermordesIn Briefen, Essays und Notizen beschreibt sich Raymond Chandler selber, schreibt über den Kriminalroman und dessen Stellung in der Literaturwelt und referiert über das Handwerk des Schreibens allgemein und sein eigenes im Speziellen.

Ich arbeite ziemlich sprunghaft, ohne feste Zeiten, was heissen soll, dass ich überhaupt nur arbeite, wenn mir danach ist.

Er zeigt dem Leser auf, wie es in der Filmwelt und im Verlagswesen abläuft, äussert sich über Katzen und berühmte Verbrechen sowie über seine eigenen Romane und Kurzgeschichten. Er tut dies auf eine humorvolle Weise, so dass man immer denkt, ihn vor sich zu sehen, wie er sein Gesicht zu einem Lächeln verzieht beim Schreiben.

Abgerundet wird das Buch durch den Essay Die simple Kunst des Mordes sowie das Romanfragment Die Poodle Springs Story. Wer Raymond Chandlers Krimis liebt, der wird von diesem Buch begeistert sein: Chandler so privat und persönlich wie selten. In seinem unzähligen Briefen zeigt er sich von allen Seiten, beleuchtet dabei auch die eigenen Schwächen.

Wenn eine Sammlung von Briefen überhaupt einen Wert haben soll, dann muss sie alle Seiten im Charakter eines Menschen enthüllen, nicht nur die liebenswürdigen und hellen.

Seine Briefe sind durchdrungen von polemischen Äusserungen – Chandler bezeichnete sich selber als „streitlustigen Burschen“, legen Abneigungen wie zum Beispiel gegen Agenten, Berufskritiker und Plagiatoren offen, zeigen ihn aber auch als belesenen und gebildeten Menschen, der die Literatur, die Welt und sich selber messerscharf beobachtet und analysiert.

Fazit:
Ein sehr persönliches, humorvolles, mitreissendes Buch – Raymond Chandler, wie er denkt, schreibt und lebt. Sehr empfehlenswert.

Der Autor
Raymond Chandler, geboren 1888 in Chicago, wuchs in England auf. Er arbeitete zwei Jahre im britischen Marineministerium, war dann freier Journalist, Buchhalter in einer Molkerei, Soldat im Ersten Weltkrieg und schließlich Direktor einer kalifornischen Ölgesellschaft. 1932 wurde er entlassen und begann ernsthaft zu schreiben. Mit seinen Romanen um den Privatdetektiv Philip Marlowe in Los Angeles wurde Chandler zum Klassiker der Kriminalliteratur. Er starb 1959 in La Jolla, Kalifornien.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Diogenes Verlag (14. Auflage, 24. Februar 2009)
Übersetzung: Hans Wollschläger
ISBN-Nr: 978-3257202090
Preis: EUR 9.90 / CHF 15.90
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Lindsay Boxers Welt steht Kopf

Es begann als wolkenloser, windstiller, träger Aprilmorgen – und wurde der erste Tag der schlimmsten Woche meines Lebens.

patterson3Lindsay Boxer joggt wie jeden Sonntagmorgen mit ihrer Hündin Martha, als vor ihren Augen ein Haus durch eine Explosion in die Luft fliegt. Die Bewohner, eine junge Familie, waren zu Hause gewesen. Es gelingt Lindsay, den älteren Jungen aus dem brennenden Haus zu retten, für die Eltern kommt jede Hilfe zu spät und das Baby der Familie ist verschwunden. Als Lindsay vor dem Haus einen herrenlosen roten Rucksack sieht, befürchtet sie Böses. Der Inhalt entpuppt sich aber nicht als weitere Bombe, sondern als Bekennerschreiben – das war nicht nur ein Mord gewesen, sondern eine regelrechte Hinrichtung. Schon bald wird klar: Das war erst der Anfang, es geht weiter.

Die nationale Sicherheit steht auf dem Spiel, weswegen Joe Molinari vom Ministerium für Innere Sicherheit in die Ermittlungen miteinbezogen wird. Joe macht auf Lindsay nicht nur durch berufliche Kompetenz Eindruck, doch diese hat keine Zeit für solche Gefühle, zumal ihre Welt schon bald in den Grundfesten erschüttert wird.

Der dritte Fall des Women’s Murder Club spinnt die Geschichte um das Ermittlerquartett weiter: Wieder ist ein brisanter Fall zu klären, wieder tappen die Behörden im Dunkeln, verläuft jeder Hinweis im Sand. James Patterson gelingt es, die persönlichen Geschichten der einzelnen Protagonistinnen gekonnt als Nebenhandlungen einzubauen, so dass diese den Spannungsbogen des zu lösenden Falls nicht behindern oder unterbrechen, sondern noch einen weiteren dazu geben. So fiebert man auf verschiedenen Ebenen mit und legt das Buch kaum freiwillig weg, bevor sich nicht alles geklärt hat.

Es empfiehlt sich, den vierten Fall schon bereit zu halten, denn nach dem Buch ist die Erwartungshaltung gross, wie es weiter geht mit Lindsay Boxer und ihren Freundinnen.

Fazit:
Auch beim dritten Fall des Women’s Murderclub herrscht Spannung pur von der ersten bis zur letzten Seite. Absolute Leseempfehlung!

Der Autor
James Patterson, geboren 1947, sagt von sich selbst: „Ich bin schnell. Ich bin ein Ja-Nein-Typ, ich hasse Vielleichts.“ Und er ist tatsächlich so schnell, dass er an mehreren Romanen gleichzeitig arbeitet und pro Jahr mitunter fünf Titel auf Platz 1 der Bestsellerlisten landet. Begonnen hat seine Karriere, als er mit 27 Jahren den „Edgar Allan Poe Award“ für seinen ersten Roman „Die Toten wissen gar nichts“ bekam. Seitdem arbeitet er pausenlos an den Thrillern der „Alex-Cross“-Reihe oder schreibt über Detektiv Lindsay Boxer und den „Women’s Murder Club“ (siehe auch Der 1. Mord, Die 2. Chance und Die Tote Nr. 12). Hinzu kommen weitere Romane sowie Sach- und Kinderbücher. Patterson hat Englische Literatur studiert und war einige Jahre Chef einer Werbeagentur. Heute lebt er mit seiner Familie in Palm Beach City, Florida.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (11. Juni 2007)
Übersetzung: Andreas Jäger
ISBN-Nr: 978-3442369218
Preis: EUR 8.99 / CHF 13.90
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