Jeder kann ein Philosoph sein – bei mir ist das Philosophieren wohl innerste Natur und als ich auf die Philosophie stiess, lernte ich begreifen, wieso ich bin, wie ich bin, wieso ich denke, wie ich es tue und wieso ich nicht aufhören kann, Fragen zu stellen. Ich lernte, dass dieses Fragen Stellen nicht falsch ist, wie mir bislang oft vermittelt wurde, sondern für einen Philosophen quasi Lebensgrundlage.

Was als Idee
begann
und sich zu entwickeln
wagte.

Wurde zum Wort,
gesprochen
noch zaghaft aber
bewusst.

Wurde zum Wunsch,
gehegt,
ihn zu erfüllen,
unbedingt.

Wurde zur Tat,
umzusetzen,
was erst gedacht und doch
klar.

Wurde zur Realität,
verwirklicht,
durch Idee, Wort, Wunsch und
Tat.

Der Mensch hat Träume, Ziele, Ideale, die er gerne verwirklichen würde. Oft lassen wir uns aber von äusseren gefühlten Zwängen davon abhalten, gehen einen Weg, der uns weniger entspricht, dafür aber konformer mit dem Gesellschaftsleben ist. Das hat zur Folge, dass wir innerlich unsere Träume fühlen, uns nach ihnen sehnen, diese aber einem Leben opfern, das wir als gefordert sehen. Nun ist es schwer, sich von äusseren Zwängen frei zu machen, die sich mit der Zeit auch immer mehr verinnerlicht haben, zu gross sind die Ängste, zu scheitern, zu gross scheint uns die Gefahr, uns nachher dem Spott derer ausgesetzt zu sehen, die von Anfang an für den angepassten Weg plädierten. Doch ab und an wünscht man sich die Kraft, den Mut und die Zuversicht, dass Träume wahr werden können, wenn man nur genug an sie glaubt und sie angeht. Wer weiss…

Wenn wir etwas tun, was wir nicht tun hätten sollen, entschuldigen wir uns. So haben wir es gelernt, so soll es sein. Falsches Verhalten fordert eine Entschuldigung. Doch was bringt sie? Was ist eine Entschuldigung? Sie ändert nichts daran, dass wir falsch gehandelt haben und wie oft trifft man auf die Haltung, dass eine Entschuldigung quasi als Wiedergutmachung, als Deckmantel über die falsche Tat gilt. Ist sie das? Ist alles wieder gut? Muss der, welcher von der falschen Tat betroffen war, alles verzeihen, wenn er eine Entschuldigung kriegt? Ist er sonst nachtragend? Unnachgiebig? Hart? Was gilt als Entschuldigung? Das blosse Wort? Eine Tat? Braucht es überhaupt was oder würde das schlichte Unrechtsbewusstsein beim falsch Handelnden ausreichen?

In heutiger Zeit scheint die Entschuldigung zur Modehandlung verkommen zu sein. Man steht vor einem Unrecht, das begangen worden ist und geht seiner Pflicht nach, sich zu entschuldigen. Dies passiert sowohl im persönlichen wie im öffentlichen Raum. Entschuldigungen sind zur Pflichtübung verkommen, sind so ritualisiert, dass sie den wahren Kern vermissen lassen, der noch nicht mal klar definiert ist.

Um eine Entschuldigung überhaupt akzeptabel zu machen, muss sie von Herzen kommen und das Unrechtsbewusstsein muss als solches vorhanden sein. Es muss beim sich Entschuldigenden das Bewusstsein da sein, dass er in der Vergangenheit falsch gehandelt hat, sein Gewissen muss in ihm eine Reue ob dieser Tat wecken und das Bedürfnis, dafür einzustehen, diesem Bewusstsein Laut zu verleihen. Nun ist es nicht nur schwer, diese innere Haltung wirklich nachzuvollziehen, da man nie in den anderen Menschen hineinsieht, es ist zudem fraglich, was zu dem Bekenntnis einer inneren Reue dazu kommen müsste, damit die Unrechtshandlung als solche wirklich gesühnt ist. Eine Sühne nicht mal so sehr als Strafe verstanden, sondern vielleicht einfach als Wiedergutmachung, als Zurechtrücken von etwas, das in der Vergangenheit schief lief. Das ist nicht immer möglich, da sich die Vergangenheit nicht mehr ändern lässt, so dass eine Entschuldigung immer nur die Gegenwart und Zukunft prägen kann, nie aber die Vergangenheit irgendwie bewegt. Es müsste also mit der Entschuldigung eine Kehrtwende im Verhalten einhergehen, die dazu führt, dass das, was geschah, nicht mehr geschieht und das Leid, was daraus resultiert ist, gemildert oder gar ausgeräumt werden kann. Was immer bleiben wird, ist das Wissen des Leids, das einmal gefühlt wurde und die Aufgabe, dieses für sich zu verarbeiten, wird immer bei dem bleiben, der es erfahren hat.

Es war einmal die Liebe. Sie führte ein sehr einsames Leben, denn auch wenn alle sie eigentlich kennen lernen wollten, wurde sie doch immer wieder in Frage gestellt. Es wurden Theorien darüber entworfen, wer sie sei, wie sie sei, wie sie sich anfühle, wozu sie gut sei und sogar, ob sie überhaupt notwendig oder gar überflüssig sei. Die Liebe musste sich anhören, dass sie zwar schön, aber auch schmerzhaft sei, dass sie Menschen Leid zufüge, sie zu Hass, Rache und anderen negativen Gefühlen verleitete und auch Streit auslösen konnte. Dabei war das Ansinnen der Liebe das Gegenteil, sie wollte gut tun, dem Menschen das geben, wonach er sich so sehnt, das für ihn sein, was ihn ausmacht. Doch musste sie irgendwann erkennen, dass sie, vermutlich gerade weil sie so lebenswichtig war für alle, auch so viel Macht hatte und deswegen wohl auch ins Negative verkehrt werden konnte.

Wie also dieses Dilemma lösen? Wohl gibt es diese Lösung nicht, man kann nur das Schöne geniessen, im Wissen, dass je schöner etwas ist und sein kann, desto grösser auch die Gefahren sind, dass es eben irgendwann dreht.

Was ist die Liebe? Wer hier eine Antwort erwartet, will es wohl vermeiden, in sich selber hinein zu hören und dem, was er da hört, zu trauen. Denn nur, was wir selber erleben und in uns spüren, können wir in seinem ganzen Sein erfassen und nur das wird für uns fühlbar. Und Liebe kann man nur fühlen, man kann sie nicht erdenken, nicht aussprechen, nicht erklären. Liebe ist, wie sie ist, weil sie sich anfühlt, wie sie es tut. Sie ist, was sie ist, weil sie aus uns macht, was wir sind, wenn wir lieben. Ohne Liebe ist alles nichts, doch mit Liebe kann aus nichts alles werden.