Gefallen

Zu gefallen
streben wir,
zeigen uns
im besten Licht.

Akzeptiert zu werden
wünschen wir,
passen uns
dazu auch an

Geliebt zu werden
hoffen wir,
gehen dazu
Kompromisse ein.

Uns selbst zu lieben
vergessen wir
dabei oft
im Dienst am andern.

Wie oft stürzt man in die Falle, dem anderen gefallen zu wollen und sich dazu zu verbiegen, anzupassen, aufzugeben. Man sucht Liebe und merkt nicht, dass der Preis zu hoch und was man kriegt, keine Liebe ist. Denn: Liebe lässt einen leben, wie man ist. Liebe nimmt einen an, wie man ist und will einen nicht verändern.

Wenn jemand Bedingungen stellt, um uns lieben zu können, dann liebt er nicht, dann will er seine Ansprüche durchsetzen unter dem Deckmantel von Liebe und Gefühl. Liebe wird als Preis für die Veränderung angeboten, verschwiegen wird, dass es nie wahre Liebe ist, die nur unter Bedingungen zugeteilt wird.

Herzensbild

Liebe lebt
für sich allein,
ohne Grund
und ohne Ziel.

Liebe lebt
im Hier und Jetzt,
ohne zu suchen,
ohne zu wollen.

Liebe lebt
ohne zu fragen,
ohne Bedingung
oder Zwang.

Liebe lebt
fürs Herz nur fühlbar,
ohne Bild
und ohne Klang.

Wenn die Träume verflogen
bleibt nur noch der Schatten dessen,
was hätte sein können.

Wenn Illusionen zerplatzen,
bleibt nur noch die Trauer,
die Realität verpasst zu haben.

Wenn Zukunft stirbt,
bleibt nur noch die Gegenwart,
die leer geworden.

Wenn die Seele weint,
bleibt nur noch die Hoffnung,
irgendwann wieder Trost zu finden.

Ich bau auf dich,
seit es mich gibt.
Ich kenne dich,
von Anfang an.
Kein ständig Sonnenschein,
nein, Wolken zogen
Blitze schlugen
ein mit Gewalt.
Gelacht, geweint,
gekämpft;
miteinander – gegeneinander.
Geflucht, geschimpft,
nicht verstanden –
wieder versöhnt.

Ich bau auf dich
seit ich denken kann.
Ich kenne dich
und du kennst mich.
Wenn Probleme drücken,
Einsamkeit erschlägt,
die Hoffnung fehlt:
du bist da.
Bei Ausweglosigkeit,
Verzweiflung gar,
gibst du mir Halt;
dafür dank ich dir
von Herzen.
Ich liebe dich!

Eine Institution, in deren Reihen seit Jahrzehnten Kinder missbraucht und ausgebeutet werden, die Völkermordleugner deckt, die Werte vertritt, welche fern jeglichen Zeitbewusstseins sind und Maximen propagiert, welche gesundheitsgefährdend sind (bspw. keine Kondome in einer Zeit von Aids) hat in einer westlich aufgeklärten Welt keine Daseinsberechtigung – es sei denn, diese Institution ist die katholische Kirche.

Die Unrechtmässigkeiten passieren mit schöner Regelmässigkeit, die Leidtragenden sind die Wehrlosen der Gesellschaft, allen voran Kinder, welche den durch das System unterdrückten Trieben der katholischen Gilde Spannungsabbau verschaffen sollen. Die Kirche schaut zu, die Oberen decken die Unteren. Kommt was ans Tageslicht, werden nichtssagende Reden gehalten, alles wird schön geredet, wenn es hart auf hart kommt Zerknirschung geheuchelt – und alles geht weiter wie zuvor.

Überall wird für Gerechtigkeit und Fairness gekämpft, Institutionen müssen ethischen Standards genügen, um überlebensfähig zu sein, gegen Menschenrechte verstossende Institutionen werden angeprangert – bis es sich dabei um eine religiöse Einrichtung in der Grössenordnung der katholischen Kirche handelt. Da wird die Handhabe den Institutionsinternen überlassen, die Welt schaut zu.

Das ist ein noch viel grösserer Skandal. Man schaut zu und schweigt. Wie oft hat die Geschichte gezeigt, dass das ein noch grösseres Verbechen darstellt als das ursprüngliche Verbrechen? Nur durch das schweigende Zuschauen wird die Fortführung von solchen Machenschaften überhaupt ermöglicht.

Darf die Kirche unter dem Deckmantel religöser Freiheit alles machen? Ist sie frei von irgendwelcher folgenreicher Kritik? Müsste man nicht mal dahin gehen, das System als nicht mehr zeitgemäss zu erachten und es zu reformieren? Und vor allem: Wäre es nicht schon lange angezeigt, Überwachung von aussen herbei zu ziehen, wenn man sieht, dass die interne versagt oder gar nicht reüssieren will?

Eine Welt, die die Machenschaften einer katholischen Kirche gutheisst, ist eine korrupte Welt. Sie sollte sich hüten, unter dem Deckmantel von Liberalismus Religionsfreiheit zu propagieren und Ethik scheint in dieser Welt zur leeren Floskel verkommen.

Wo fängt Betrug an? Bei einem Kuss? Bei mehr? Oder schon bei der Absicht eines Kusses? Muss, um zu betrügen, etwas getan werden oder reicht der Gedanke, etwas tun zu wollen? Sind Gedanken frei oder hat auch die Freiheit Grenzen?

Betrug – in meinen Augen – findet da statt, wo ich etwas tue, von dem ich weiss, es verletzt meinen Partner und ich tue es deswegen heimlich. Sobald ich etwas tue, zu dem ich nicht offen stehen kann, weiss ich eigentlich selber, dass das, was ich tue, falsch ist. Denn würde ich es als richtig empfinden, könnte ich dazu stehen, es wären keine Heimlichkeiten nötig.

Nun kann der gewiefte Mensch einwenden, das sei so nicht richtig, denn man könnte ja nur nichts sagen, weil man die Reaktion des andern fürchte oder aber den schützen wolle. Man sage nichts, weil eigentlich alles nichts bedeute, der andere das aber nicht glauben würde. Damit begeht man aber einen zweiten Übergriff. Nicht nur verwehrt man dem andern die Möglichkeit, sich zu allem zu stellen und damit umzugehen, man unterstellt ihm auch noch eine mangelnde Fähigkeit, das zu tun. Man stellt sich über den anderen, indem man für diesen entscheidet, was er erträgt, was nicht, womit er umgehen kann, womit nicht. Man entmündigt ihn und beraubt ihn damit seiner eigenen Urteilsfähigkeit.

Wo Heimlichkeiten Einzug halten, sind Lügen nah. Wo ist die Grenze? Ist etwas, das man nicht sagt, schon eine Lüge? Oder nur ein Verschweigen? Ist es erst dann eine Lüge, wenn man es nicht gesagt hat, weil man weiss, es käme schlecht an? Wird es erst zur Lüge, wenn man statt der ganzen Wahrheit nur die halbe erzählt hat, nur einen Teil vom Ganzen thematisiert hat, Teile ausliess. Oder erst dann, wenn man die Wahrheit abändert? Ist eine Lüge zum Selbstschutz vertretbar? Ist eine Lüge zum Schutz des andern nicht viel schlimmer als alles andere, weil der dabei doppelt herabgesetzt wird? Er wird einerseits der Wahrheit nicht würdig und zweitens als nicht fähig, damit umzugehen angesehen.

Thomas Mann sagte mal: Eine schmerzliche Wahrheit ist besser als jede Lüge. Wie wahr…

Wer ist schuld, wenn in meinem Leben etwas schief läuft? Bin ich es selber, weil ich es hätte besser wissen können? Habe ich es nicht besser gewusst, weil mir die Erfahrung fehlte? Habe ich es nicht besser wissen können, weil mir der Horizont fehlte? Habe ich es gewusst, aber nicht aus meiner Haut können, weil ich in meinen Mustern gefangen war? Schützt Nichtwissen vor Schuld? Muss, um schuldig zu werden, Wissen vorhanden da sein? Was ist es sonst?

Hilft der Schuldbegriff überhaupt? Wobei? Schubladen zu öffnen, Dinge reinzupacken und abzulegen? Und dann? Was ist gelöst?

Oft tragen wir Schuldgefühle in uns, weil wir im Nachhinein finden, wir hätten in der Vergangenheit anders handeln sollen, anders handeln müssen. Wir denken, wir hätten das, was uns unter Umständen widerfahren ist, verdient, weil wir handelten, wie wir es taten. Wir sprechen uns damit das Leid ab, das uns widerfuhr, indem wir uns selber dafür verantwortlich machen und das Leid somit als gerechte Strafe sehen.

Würden wir mit anderen auch so hart ins Gericht gehen? Und wenn ja: wäre das fair? Kann man einen Menschen bestrafen für etwas, das ihm widerfuhr, wenn auch vielleicht aus eigenem Fehlverhalten heraus, das aber niemals willentlich negativ gedacht war? Ist diese perfektionistische und harte Haltung nicht unmenschlich und entbehrt jeglichen Mitgefühls? Kämen wir uns nicht schäbig vor, andere Menschen in ihrem Leid noch einmal zu strafen, indem wir ihnen das Recht auf ihr Leiden absprächen, ihnen sagten, sie hätten das verdient, was ihnen widerfuhr und hätten es nun still zu dulden? Wohl schon. Ein solches Verhalten machte aus der Welt eine noch kältere Welt. Eine Welt geprägt von Verurteilungen, von Abwertungen, von Selbstherrlichkeit. Es wäre eine Welt ohne Empathie, ohne Mitgefühl, ohne Liebe schlussendlich.

Wieso aber sind wir mit uns selber so viel härter als wir das je mit einem anderen Menschen wären? Wieso gestehen wir uns keine Fehler zu, verurteilen uns für jede noch so kleine Fehlhandlung? Mitgefühl fängt bei sich selber an. Indem wir uns selber unsere Schwächen zugestehen, lernen wir, mit uns selber ins Reine zu kommen. Lernen wir, uns anzunehmen, wie wir sind und werden dadurch automatisch auch gegenüber unseren Mitmenschen nachgiebiger. Haben uns vorher noch die Konventionen und Regeln des Zusammenlebens angehalten, Solidarität zu leben, Mitgefühl zu zeigen, kommt es nun von innen heraus. Eine Wechselwirkung von aussen und innen hin zu einer besseren Welt.

Das war das Wort zum Donnerstag – es kam so über mich; ich steh dazu und verurteile es überhaupt nicht 🙂