Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, heisst es. Allerdings steht vor jedem Anfang auch ein Ende. Wo etwas anfangen kann, ist meistens vorher etwas zu Ende gegangen. Und jedes Ende beinhaltet einen kleinen Tod, ist ein Stück sterben. Etwas, das war, das Teil des Lebens war, dieses mitgestaltete, mit ausmachte, ist nun nicht mehr. Und selbst wenn man sich bewusst dafür entscheidet, dass es aufhören soll, so liegt doch auch Wehmut im Ende, denn der Abschied ist nicht immer einfach. Nie war alles nur schlecht, selten der Entscheid, etwas zu beenden, ganz klar und ohne Gegenargumente. Und alles, was gehen das Ende sprach, ist nun Grund für die Wehmut. Das Neue ist noch nicht, ist nur erahnt, vielleicht erhofft, vielleicht gewünscht, das alte ist, ist gefühlt, noch erlebt, noch präsent. Und damit aktueller und intensiver.

Charles Darwin sagte, dass nichts in der Geschichte des Lebens beständiger sei als der Wandel. Die indische Philosophie hat mit drei Gottheiten den Wandel benannt, indem sie sagt, alles, was ist, ist mal entstanden und wird ebenso untergehen, um etwas Neuem Platz zu machen. Es scheint also ein Naturgesetz zu sein, dass nichts ist, alles fliesst. Loszulassen wäre die Devise und wohl das heilsamste. Die Think Pink-Generation würde sagen, man solle sich auf das Gute besinnen, das Negative ausblenden und fröhlich lächelnd durchs Leben ziehen. Auch wenn ich Pink mittlerweile mag, liegt mir die Haltung nicht ganz. Vielleicht kurzzeitig, bis mich die Gedanken wieder eingeholt, überrollt haben. Dann bricht die ganze Last der Argumente gegen das Ende über mir zusammen und lässt mich hadern. Um bald darauf wieder aufzustehen und anzupacken und den Neuanfang ins Blickfeld zu nehmen.

Und so dreht und dreht und dreht die Welt im Kopf, ohne eigentlich weiter zu kommen, denn: was ist, ist, was sein wird, ist noch nicht. Sich nun den Kopf zu zerbrechen, was sein könnte, wird nichts bringen, denn was sein könnte, wird sich zeigen, wenn es ist. Klar kann man nicht die Zukunft ausblenden und nur im Heute verweilen, sich aber den Kopf über ungelegte Eier zu zerbrechen und dann darob zu verzweifeln wird nichts bringen, sicher nichts Gutes.

Tief durchatmen, schauen, was wirklich Sache ist – und dann Schritt für Schritt dem Neuanfang entgegen laufen. Es kommt, wie es muss, schliesslich und endlich hatte man Gründe für das Ende – gute Gründe, sonst hätte man es nicht in Betracht gezogen.

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.

Rainer Maria Rilke, 20.9.1899, Berlin-Schmargendorf

Ein genialer Dichter, ein wundervolles Gedicht. Das Leben lebt sich immer nur vorwärts. Und indem man vorwärts geht, kommt immer etwas dazu. Wir kommen auf die Welt als unbeschriebene Blätter und lernen, was die Welt bedeutet – oder aber in der anderen Sicht: alles ist in uns, wir müssen es nur erwecken. So oder so, die Grundaussage ist dieselbe: das Leben zeigt sich mit jedem Schritt, mit jedem neuen Augenblick, von einer neuen, grössern Breite, Es öffnet seine Tore, lässt den Blick weiter werden. Was wir heute auf die eine Art sehen, kommt uns morgen anders vor. Nicht weil es sich verändert hat, sondern weil wir uns verändert haben.

Immanuel Kant sagte einst: Wir wissen nicht, ob das, was wir sehen, grün ist, oder ob wir nur eine grüne Glasscheibe an Stelle des Auges tragen. Wie oft gehen wir dahin und denken, das, was wir sehen, denken, fühlen, sei die Wahrheit. Wir hätten sie erkannt. Und schon morgen kann die Welt anders aussehen, die heutige Wahrheit zur Lüge verkommen sein. Wir sehen nur, was unser heutiger Blickpunkt uns sehen lässt. Diese Erkenntnis hilft, nicht überheblich zu werden, andere nicht zu verurteilen für ihre Sicht der Dinge. Denn wer sagt uns, ob nicht ihre Sicht die ist, die wir morgen auch haben werden? Selbst wenn wir heute (klar zu recht aus unserer Warte) von unserer überzeugt sind? Das heisst nicht, dass wir keine Überzeugungen mehr haben sollen, sondern, dass wir andern die ihren lassen sollen und einen Weg finden, wie wir mit unseren, sie mit ihren, gemeinsam klar kommen. Im Wissen, morgen kann die Welt anders aussehen.

Und so wachsen wir Tag für Tag, lernen dazu, gehen in eine neue Runde, sehen neue Welten, neue Aspekte, lernen neue Ängste kennen, die aus neu erkannten Gefahren, Unsicherheiten wachsen. Alles wächst, alles spriesst, nichts bleibt. An etwas festzuklammern würde Stillstand bedeuten. Im ersten Augenblick würde es nach Sicherheit aussehen, im zweiten nach Tod. Lassen wir uns leiten, gehen wir, Schritt für Schritt, Ring für Ring, durchs Leben, nicht wissend, wer wir sind, wo wir landen, was wir sollen. Immer im Willen und Wunsch, den letzten Ring zu vollenden.

Im Mittelalter waren Folterstrafen an der Tagesordnungen. Es wurde geteert, gefedert, Menschen wurden auf Räder geflochten oder aber an allen ihren Gliedern an Pferde gebunden, die Pferde danach in alle Himmelsrichtungen gescheucht. Ab und an kommt mir das Leben vor wie diese Folterstrafe mit den Pferden: es scheinen von diversen Richtungen Forderungen zu kommen, denen man genügen sollte. Und indem man versucht, alles zu erfüllen, reisst es einen langsam auseinander.

Ein Sprichwort sagt: jedem Menschen recht getan ist eine Kunst, die niemand kann. Das stimmt eh. Man hat so viele Ansprüche an sich, wie man Menschen kennt. Und alle widersprechen sich. Allerdings scheinen in einem selber genau so viele Ansprüche zu sitzen. Und wie man sich auch entscheidet, man verletzt immer einen anderen Anspruch. Wenn man dann noch versucht, die Ansprüche verschiedener Menschen unter einen Hut zu bringen bei gewissen Entscheiden, wird man nicht nur gevierteilt, man wird in Kleinststücke geschnetzelt.

Der Mensch ist ein Mangelwesen – und das ist wohl das Problem: irgend etwas fehlt immer. Jeder Entscheid für etwas entfernt einen von etwas anderem. Zu entscheiden, was nun Priorität haben soll ist nicht immer ganz einfach. Da ich von Natur aus nicht sehr entscheidungsfreudig bin, können solche Entscheidungsfragen zu echten Herausforderungen werden. Alle guten Tipps wie Pro und Kontra-Listen, etc. habe ich hinter mir – sie helfen nie. Denn bei jedem Argument dafür kommt das entsprechende dagegen. Und so drehe ich im Kreis und im Kreis und im Kreis… bis… irgendwann dann doch eine Entscheidung fällt. Die dann natürlich oft genug hinterfragt wird.

Wie entscheidet man eigentlich? Denn dass man entscheiden muss, ist ohne Frage. Nichts ist schlimmer als kein Entscheid…

Für Nora

Heute ist der 11.11.11. Heute wird geheiratet, was das Zeug hält, Kinder kommen per Kaiserschnitt auf die Welt, damit sie dieses sinnvolle Geburtsdatum haben – heute ist alles toll. Was heute passiert, muss gut sein, weil es ein sinnträchtiges Datum ist. Da kann nichts mehr schief gehen. Wenn man das Datum hat, ist man cool, in, was Besonderes.

Wieso eigentlich? Was ist am 11.11.11 besser als am 4.2.11? Wenn man bedenkt, dass die Quersumme von 11.11.11 6 ergibt und 6 ein Drittel der Teufelszahl 666 ist, wäre ja alles schon zu einem Drittel dem Teufel geweiht. Das sei blosser Aberglaube? Na, wieso dann aber das super Datum? Das wäre dann auch blosser Aberglaube?!? Oder nimmt man es, weil man es sich besser merken kann? Wohl kaum. Ein Jahr später ist nicht mehr der 11.11.11 und das 11.11. ist nicht mehr viel anders als jedes andere Datum auch.

Wieso will man eigentlich immer etwas Besoneres haben oder sein? Wieso reicht normal nicht aus, ist gar langweilig? Wieso denkt man, sich durch solche besonderen Dinge aufwerten zu müssen? Weil man (sich?) selber nicht genug ist? Weil man herausragen muss oder will? Weil man wahrgenommen werden will? Wohl schon. Das Problem dabei ist, dass die Spirale ins Uferlose geht. Je mehr besondere Menschen es gibt, desto mehr Besonderes muss man sich auferlegen, um noch mehr herauszustechen. Und so geht immer mehr Energie in die Aktionen, das Besondere zu suchen, finden und sich anzueignen. Irgendwann vergisst man dabei zu leben und vor allem geht das eigene Besondere unter, denn all die anderen Besonderheiten sind stets nur aufgesetzt, nicht echt.

Drum heirate ich heute nicht (ok, wäre etwas eng gewesen), kriege keine Kind (das hat wohl auch andere Gründe) und mache auch sonst nichts – ausser vielleicht mich 11 Mal im Kreis zu drehen und 11 Mal hurra zu schreien und dabei an 11 tolle Dinge zu denken – welch ein Spass!

Wieso lügt der Mensch? Und wieso ist Wahrheit so wichtig?

Die zweite Frage ist wohl einfacher zu beantworten: Wahrheit ist eine Art Sicherheit. Wenn man die Wahrheit weiss, weiss man – denkt man – woran man ist und kann Wege finden, damit umzugehen. Der Mensch strebt nach Wissen, blosser Glaube ist zu unsicher und Nichtwissen kaum auszuhalten oft. Klar gibt es unbequeme Wahrheiten – Wahrheiten, die sowohl für einen selber wie auch für den anderen schmerzhaft sind und die man lieber vermeiden würde. Man denkt, wenn man dem anderen etwas sagt, tut man ihm damit weh und lässt es drum lieber bleiben. Man denkt, den anderen beschützen zu können, wenn man die Wahrheit für sich behält. Ist das wirklich so?

Thomas Mann sagte mal, eine schreckliche Wahrheit sei besser als eine Lüge. Ich stimme dem zu. Denn die Wahrheit ist das, was ist. Selbst wenn man sie verschweigt, ist sie trotzdem noch da. Weiss man sie, kann man sie lernen zu akzeptieren, kann lernen, damit umzugehen, kann sich überhaupt überlegen, was man mit dieser Wahrheit anfangen will, wie damit umgehen. Diese Möglichkeit fehlt, weiss man die Wahrheit nicht. Dann hängt man in einer Luft aus Wolken, die nicht tragen. Man wägt sich in einer Scheinsicherheit, die nicht existiert und der Fall am Ende ist um Welten grösser, als wenn man die Wahrheit gleich gewusst.

Wenn man das nun aber weiss, wieso lügt man doch? Wieso setzt man den anderen einer Unwahrheit aus, im Wissen, wie das auf einen selber wirkt und was man selber sucht? Die Welt scheint aus Lug und Betrug zu bestehen. Menschen machen sich grösser, schöner, besser, betrügen ihre Partner, gehen Nebenbeziehungen ein. Natürlich immer mit den notwendigen Rechtfertigungen dafür, so dass sie in ihrem Tun nicht ganz so schlecht dastehen. Gründe gibt es immer. Man ist eigentlich unschuldig, der andere hatte vorher schon – drum darf man ihn nun belügen und betrügen. Man hat Angst, eine schlimme Kindheit, Wünsche, die sonst zerbrechen würden… Gründe für Lügen gibt es viele, meist sind sie vordergründig und dahinter steht purer Egoismus. Und Verantwortungslosigkeit. Man will die Konsequenzen für das, was ist oder was man tut, nicht tragen und greift zur (Not)Lüge. Wieso aber tut man das jemandem an, wenn man doch weiss, wie es sich anfühlt, belogen zu werden? Wieso verletzt man Menschen so? Hintergeht sie? Denn schützen tut man sie nie mit einer Lüge – meist nur sich selber und die eigene Feigheit.

Bin ich nun Moralist und überhaupt abgefahren, das nur schon zu fragen? Ist das einfach ein Zeichen der Zeit oder gar der Menschengeschichte und so hinzunehmen? Muss man damit leben, zu denken, dass man ständig und von allen Seiten nur angelogen wird oder zumindest werden könnte? Worauf soll man dann noch bauen?

Dass die absolute Wahrheit und Offenheit auch nicht nur Glück und Freude bringt, weiss man spätestens seit der Traumnovelle – es stellt sich also schon die Frage, wo Offenheit aufhören sollte und wo man besser schweigt. Auf der anderen Seite wird man nur dann wachsen – auch zusammen wachsen, wenn man lernt, Wahrheiten zu ertragen – die eigenen und die der anderen. Auch wenn es vordergründig einfacher und schöner scheint, sich in einer Scheinwelt zu bewegen – für sich und für andere.

Verzeihen heilt Wunden. Die eigenen vor allem. Indem ich verzeihe, kann ich mit etwas abschliessen, das mich beschäftigt, das mir weh tat, das mich verletzte. Die TRC in Südafrika unter Desmond Tutu hat auf Verzeihen gesetzt, weil man davon ausging, wenn die Menschen, die vorher unterdrückt und traumatisiert waren, verzeihen können, dann können sie in eine Zukunf frei von diesem Trauma schauen. Dann befreien sie sich selber von dem Trauma.

Was aber braucht es, um verzeihen zu können? Sicher zuerst das Zugeständnis, dass wirklich ein Fehler passiert ist. In Südafrika hat man Anhörungen veranstaltet, in denen die Menschen über das, was ihnen passiert ist, reden konnten. Indem sie erzählen konnten, welches Unrecht ihnen widerfahren ist, welche Zustände und Diskriminierungen sie erdulden mussten, welche Gewalt und welchen Verlust auch, sollten sie eine Plattform erhalten, die vorher fehlte und es sollte so ein Zeichen gesetzt werden, dass man ihnen ihr Unrecht anerkennt, sie als Opfer sieht und ihnen diesen Status zuerkennt. Durch dieses Vorgehen sollten sie sich von dem Schmerz befreien können und fortan ohne die vorher plagenden Alpträume, ohne die Nachwirkungen des Traumas in eine Zukunft gehen können. Zudem geht es gerade in solchen staatlichen Fällen auch darum, dass in der Zukunft die vormaligen Opfer und Täter wieder nebeneinander leben können müssen, denn nur so kann die Zukunft in einem Miteinander enden.

Was heisst das nun im Privaten? Was, wenn mir jemand ein Unrecht antut? Was, wenn ich leide, unglücklich bin, Schmerzen habe? Wie komme ich zum verzeihen? Es gibt sicher zwei Faktoren: ich kann dem andern innerlich verzeihen, indem ich für mich meinen Frieden finde mit dem, was passiert ist. Das ist nicht immer einfach, da dabei der andere fehlt, sein Zugeständnis fehlt, das es einem einfacher macht. Wenn er kommt und einsieht, was er getan hat, wenn er bereut, was er getan hat, dann fällt es leichter, zu sagen: Fehler passieren, es war nicht schön, es tat weh, aber ich verzeihe das. Und mit diesem Verzeihen kommt sicher auch ein Stück Ruhe zurück ins Leben. Wenn er aber diese Geste verweigert, weil er es nicht einsieht oder einsehen kann, weil er sich nicht stellt? Es wäre schade, dann auf die eigene Ruhe verzichten zu müssen. Zudem würde man sich ein zweites Mal vom andern abhängig machen und ihm noch einmal die Möglichkeitkeit geben, das eigene Leben zu bestimmen. Schliesslich und endlich habe ich alles, was ich für mich und mein Seelenwohl brauche, in mir drin. Wenn ich für mich hinschauen kann, sehen kann, was passiert ist, auch vielleicht meinen eigenen Anteil daran erkennen kann und annehmen kann, dann bin ich sicher schon einen guten Schritt weiter. Wenn ich dann dahin gehen kann und akzeptieren kann, dass die Vergangenheit war, wie sie war, hinschauen kann, was sie mit mir gemacht hat, bewusst damit umgehen kann, was noch da ist von dem Unrecht, was noch immer betrifft, dann habe ich eine Hürde genommen, indem ich mein Leben selber bewusst anschaue. Und von dem Punkt aus kann ich auch in die Zukunft gehen, denn dann habe ich wieder die Verantwortung für mein Leben übernommen. Ich habe es nun in der Hand, wie es weiter geht. Ich kann bewusst mit meinen Mustern, Prägungen und Wunden umgehen.

Was folgt auf Verzeihen? In Staaten ist es wünschenswert, dass am Schluss alle in Kooperation und friedlich miteinander leben und zusammen weiter gehen. Im Privaten ist das nicht immer einfach und vor allem nicht zwingend nötig. Es gibt den Ausspruch, dass jeder eine zweite Chance verdient hat. Mein Sohn sagt, nicht jeder hätte das verdient, es gäbe auch Taten, die hätten sich die zweite Chance verspielt. Wann eine zweite Chance möglich ist, ist wohl individuell. Vermutlich nur dann, wenn die innere Überzeugung da ist, dass das, was einmal passiert ist, nicht nochmals passiert. Und wenn die innere Wunde nicht zu gross ist. Zeit heilt viele Wunden – ob alle?

Das Problem mit den inneren Wunden ist, dass sie – wenn sie einmal da sind – das Leben generell prägen. Auch die, welche die Wunde nicht verursacht haben, werden damit umgehen müssen, dass der so Verwundete aus Angst, noch mehr Wunden zu erhalten, vorsichtiger wird. Geprägt ist durch die Wunden der vergangenen Zeit. Vermutlich ist Zeit in jedem Fall das Zauberwort. Sich selber die Zeit geben, Sicherheit zu gewinnen, dass keine neuen Wunden geschaffen werden, selber die Sicherheit auch zu haben, dass man mit neuen Verletzungen, die durchaus auftauchen können, umgehen kann und zu wissen, dass man fähig ist, durch Verzeihen selber wieder auf die Beine zu kommen.

Atomkraft – ja oder nein? Die Diskussion erhitzt die Gemüter seit langem. Spätestens seit Fukushima haben sich auch die letzten befürwortenden Parteien der Schweiz gegen die Atomkraft ausgesprochen und Alternativen werden gesucht. Zwar sind nicht alle ganz überzeugt und einige denken, ganz so schlimm könne es ja doch nicht sein und die Schäden wären immer bei den andern, nie bei einem selber. Trodtzem werden Alternativen immerhin ins Auge gefasst und es ist sich jeder einig: mittel- bis langfristig müssen neue Lösungen her.

Schön, wenn man da einen tollen Nachbarn hat, der mit gutem Beispiel voran geht. Österreich macht vor, was die Welt gerne möchte: Überleben ohne Atomstom. Kein Atomkraftwerk ist auf seinem Boden zu finden, aller Strom wird anders gewonnen. Österreich streicht diese Paraderolle gerne heraus, sind sie doch Vorreiter auf einem Weg, den die anderen noch vor sich haben.

Ganz anders sieht es in Tschechien aus. Da sieht man Atomkraftwerke mit vier grossen Türmen, welche alle fleissig vor sich hinqualmen. Nun kann man sagen, das sind Sünden der Vergangenheit, das ändert bald. Und ja, es wird ändern. Wo heute vier Türme sind, stehen bald acht Türme… man baut aus. Wieso? Es gibt Interessenten für den Strom, so dass man mit den momentan vier Türmen nicht mehr ausreichend produzieren kann. Wer der Interessent ist? Österreich… unser nobler Vorreiter ohne AKWs. Aber das weiss natürlich niemand. Das versteckt man unter der weissen Weste, da schaut niemand drunter. Und wenn doch?? Darüber denkt man dann nach, wenn es soweit ist…