Ich sah hin
und sah deutlich,
dass geschehen,
was stets gehofft.

Ich löste mich,
blieb stehen
wagte es
mich hinzugeben.

Ich löste mich
von meinen Ängsten,
riss Mauern nieder,
liess Gefühle rein.

Ich sah hin,
erhörte uns,
wagte es,
ignorierte die Furcht.

Ich blieb stehen,
öffnete mich,
liess es zu,
verletzlich zu werden.

Ich öffnete mich,
für den Traum,
weil ich wusste:
er ist real.

Liebe kennt keine Grenzen,
sie stellt keine Bedingungen.
Liebe macht keine Auflagen,
sie wertet nicht.
Liebe kennt keine Vorurteile,
sie verletzt nicht.
Liebe trägt,
wo niemand sonst es tut;
sie unterstützt,
wo Hilfe nötig.
Liebe steht,
wo alle fallen;
sie hält zu einem,
wenn alle weg sind.
Liebe gibt Kraft,
wo deren Ende erreicht ist;
sie gibt nie auf,
auch wenn alles schon verloren scheint.
Liebe ist,
was sie ist,
ohne Schein und ohne Lüge,
einfach wahr.

Deine Arme um mich,
dein Lächeln vor mir,
dein Geruch an mir,
dein Bild in mir,
das erträum ich mir
während du weg bist
und ich hier allein,
sehnsüchtig dich vermissend,
gefangen in Gedanken
und doch so frei.

Goethe meinte mal, schreiben sei immer autobiographisch und Thomas Mann verwies darauf, als er bemerkte, dass sich in seinem Leben immer das ereignete, was mit seinem momentanen Schreiben zusammen passte, das Leben das Schreiben ergänzte (etwas, das ich auch schon bemerkt habe). Nun könnte man bei Manns Aussage fragen, was zuerst da war: Das Schreiben, das die Lebensumstände prägte oder die Sinne für diese schärfte, oder aber das Leben und die Umstände, die dann das Schreiben anstiessen.

Ich denke, es ist beides. Goethes Aussage so zu verstehen, dass jedes Schriftstück ein Abbild des Lebens des Schreibers böte, wäre zu kurz gegriffen. Allerdings entsteht Schreiben immer aus einem Kontext heraus. Ein Mensch schreibt aufgrund dessen, was er in seinem Leben erfahren hat. Sein Wesen hat sich so ausgebildet, wie es ist, weil er erfahren und erlebt hat, was er tat.

So gesehen formt die Autobiographie eines Menschen immer dessen Schreiben und diese Autobiographie wird im Schriftstück auf eine wie auch immer geartete Weise transportiert – vielleicht nicht in klaren Bildern, sondern in Gefühlen, Stimmungen, Gedanken, Einfällen. Auf eine Art könnte man das Schriftstück fast mit einem Freudschen Traumbild vergleichen, indem oft auch Unbewusstes transportiert und transzendiert wird. Dabei bilden sich im Schreiben nicht mal zwingend momentane Stimmungen ab, sondern Dinge, die tief im Menschen schlummern, die nun an die Oberfläche drängen, tauchen auf, werden zu Worten, werden zu Text.

Selbst wenn wir die Impulse von etwas aufgreifen, das ausserhalb unserer Person liegt, bringen wir uns in die von uns erzählte Geschichte ein, denn wir wählen die Aspekte, die wir erzählen und die nie das Ganze sind, sondern immer nur ein (von uns als relevant gewählter) Bereich des Ganzen.

Als Fazit (für mich selber) könnte man ziehen: Ich schreibe, also bin ich. In meinem Schreiben stecke immer ich drin, durch mein Schreiben drücke ich mich aus, kehre ich mein Inneres nach aussen, aber nie in dem Sinne, als es mein Leben darstellt, sondern eher mein Sein, Wesen, Denken.