Die eigenen Muster erkennen

„Selbsterforschung führt zum inneren Licht.“ (Patanjalis Yoga Sutras, 2.44)

Wie gehe ich mit Stress um? Wie reagiere ich auf unangenehme Situationen? Wie benehme ich mich bei Auseinandersetzungen?

Oft gehen wir durchs Leben und reagieren spontan auf dieses und auf die Menschen. Alles läuft nach einem Automatismus ab, wir brauchen nicht nachzudenken. Das mag in gewissen Situationen hilfreich sein, da es einerseits Zeit spart, andererseits das Leben leichter macht. Es kann aber auch zu einer Belastung werden, nämlich dann, wenn wir uns immer wieder in ähnlich unliebsamen Situationen wiederfinden durch unsere Reaktionen und nicht wissen, wie das passieren konnte.

Es gibt nur einen Weg, das zu ändern: Wir müssen ergründen, was genau passiert, dass wir immer wieder in gleiche Verhaltensfallen tappen. Wir müssen dazu quasi Licht ins Dunkel unserer Muster und Prägungen bringen. Tun wir das nicht, bleiben wir Sklaven unserer Gewohnheiten, wir sind ihnen hilflos ausgeliefert. Erst wenn wir herausfinden, was uns in gewissen Situationen auf eine nicht sinnvolle Weise reagieren lässt, können wir daran arbeiten.

Es wird nicht ausbleiben, dass auch wenig angenehme Wahrheiten über uns ans Tageslicht kommen, weswegen der Blick ins eigene Innere auch Mut kostet. Aber: Er lohnt sich. So tief die eigenen Abgründe auch sein mögen, erst wenn wir sie erkennen, können wir daran arbeiten, sie zu überwinden. Dann kann es uns gelingen, vormals blindes Tun in bewusstes Verhalten zu verändern und damit aus der Spirale der ewig gleichen Abläufe auszubrechen.

4 Comments

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  1. Volle Zustimmung. Ich weiß allerdings nicht, ob der Blick ins eigenen Innere ohne Spiegelung durch einen anderen Menschen möglich ist. So wie wir auch unser Gesicht nicht ohne Spiegel sehen können, so auch unsere Muster nicht ohne ein Gegenüber. Schwierig, freilch, da das gegenüber ja seinerseits mit Mustern wahrnimmt und wie ein Zerrspiegel wirkt. Da sind viel Offenheit, Vertrauen und gegenseitiges Akzeptieren gefragt. LG Gerda

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    • Ich glaube nicht, dass wir unsere Muster ganz alleine sehen können. Wir brauchen wohl die Spiegelung – oder auch die Auseinandersetzung in einer wie auch immer gearteten Beziehung, in welcher die Muster erst auftreten. Liebe Grüsse, Sandra

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  2. Blindes Tun in bewusstes Verhalten zu ändern. Ich würde zu Deinen Vorschlägen noch diese Gedanken dazu gesellen: Blindes Tun ist per definitionem Tun, das wir nicht sehen wodurch das Ergründen schwierig oder gar unmöglich wird. Deshalb – so meine Erfahrung – braucht es den „Sehenden“, der von aussen erkennt, was wir nicht sehen. Einen blinden Fleck kann ich nur durch die Aufmerksamkeit und Ehrlichkeit einer mir wohlgesinnten Person erkennen. Meine Erfahrung ist aber auch, dass Ablehnung und Abneigung entstehen können einfach dadurch, dass man den blinden Fleck aus den von Dir beschriebenen Gründen nicht sehen will. In diesem Sinne ist Kritik mit dem Angebot von Hilfestellung eines der grössten und mutigsten Geschenke, die wir unseren Nächsten machen können, weitaus mehr als Zustimmung und Anerkennung und die sind ja auch sehr wichtig.

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