Wenn dir das Leben Zitronen schenkt

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Da wollte doch die Frau dem Manne
einen schönen Kuchen backen,
war auch schnell schon voll zu Gange,
brauchte schlicht nur sieben Sachen.

Zucker, Mehl und auch noch Butter,
Eier, Salz und Pülverchen,
Zitronen, so kannt’ sie’s von Mutter,
alles das ins Schüsselchen.

Das ist nicht schwer, das krieg ich hin,
so dachte sie ganz sorgenfrei.
Nur kam ihr später in den Sinn:
von sieben Dingen fehlten zwei.

Der Kuchen aus dem Ofen kam,
von Kuchen sprechen war schon viel.
Es schaut betreten drein der Mann,
zum Tee noch Kuchen war sein Ziel.

Es blieb dann nur bei trocken Brot,
der Kuchen fand sein Bett im Kübel,
der Bäckerin ihr Wangenrot,
das kam vom Mannesspott – dem Rüpel.

Doch weiss man schliesslich nicht genau,
ob es nicht doch ‚ne Absicht war,
befand doch eben diese Frau,
für ihren Mann so Jahr für Jahr:

Er könnte mal den Bauch loswerden,
dafür fasten wär nicht schlecht.
Da käme doch wie nichts auf Erden,
so kein Kuchen grade recht.

Ein Schelm aber, wer Böses denkt,
es ist und bleibt nun wie es ist:
Wer sich von sieben zweie schenkt,
der bäckt nicht Kuchen sondern Mist.

©Sandra Matteotti

 

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