15. April

„Die Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusstseins.“ (Marie von Ebner Eschenbach)

Gelassenheit ist ein grosses Wort. Zwar ist es leicht zu verstehen, dass mit mehr Gelassenheit das Leben insgesamt einfacher wird, auch gibt es genügend Hinweise, was du alles tun könntest, um gelassener zu werden, und du kennst sie alle, nur wenn es dann soweit ist: Von Gelassenheit keine Spur. Du hast dir was vorgenommen, es ging gründlich daneben, nun kreisen deine Gedanken und du schimpfst mit dir.

Neigst du zu Verallgemeinerungen, dazu, mit dir hart ins Gericht zu gehen und beim kleinsten Versäumnis zu Abwertungen (ich tauge nichts, ich bin nicht genug…)? Wie soll auf so einer Grundlage Gelassenheit entstehen? Der erste und wichtigste Schritt hin zu mehr Gelassenheit ist ein gesundes Selbstbewusstsein. Nur weil du einen Fehler machtest, heisst das nicht, dass du eine Niete bist. Nächstes Mal machst du es besser. Auch wenn etwas nicht klappte, bist du gut genug. Fange an, deine selbstzerstörerischen Sätze auszutauschen gegen aufbauende. Und wie durch die Hintertür taucht plötzlich auch mehr Gelassenheit in deinem Leben auf.

3 Comments

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  1. Guten Morgen, vom Ansatz her, stimme ich dir zu hundert Prozent zu. Ich kenne die Kraft der zerstörenden Gedanken, der kaputten Denkmuster, der massiven Kritik zu gut, um dir zu widersprechen. Der Austausch dieser Muster klingt in deinem Beitrag so leicht. Schmeiß das alte weg und ersetze es durch Neues. Diese Denkstrukturen sind alt, sie sind oft so alt, wie der Mensch, der sie mit sich trägt. Und er kennt auch nichts Anderes, hat nie anders gedacht. Er sieht zwar, nimmt wahr, dass es bei anderen ganz anders läuft, aber er weiß nicht, wie das geht. Das ist die Krux positiven Denkens, es bleibt im Kopf und rutscht nicht ins Herz, wo es hingehört. Der Weg des Umdenkens, des Lernens ist hart, steinig und mit Rückschlägen gepflastert. Jedes Erfolgserlebnis wird auf Zufälligkeit überprüft, in jeder guten Rückmeldung Lüge gewittert. Die Anstrengung lohnt sich, aber es bringt einen an seine Grenzen. Ich wünsche dir einen tollen Tag, Alice

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    • Oh, leicht ist der Weg sicher nicht, aber man kann ihn angehen. Und ja, ich denke, es ist ein Prozess, der ständiges Üben erfordert, bei dem man nie denken kann: Nun habe ich es geschafft, nun kann ich loslassen. Ich bin der Überzeugung, dass Leben eine Kunst ist und jede Kunst bedarf der Übung. Und es gibt Tage, da geht es besser, andere, da geht es schlechter. Wichtig, so denke ich, ist, nicht aufzugeben und weiterzugehen. Aber ja, ich habe im Leben selber zu oft erfahren, wie einfach solche Dinge klingen und was für ein Kampf es sein kann.

      Doch: Was wäre die Alternative? Aufgeben? Sich in den alten Mustern selber bemittleiden? Sich als Opfer eigener Prägungen zu sehen, gegen die man eh nichts machen kann? (Das lese ich nicht aus deinem Kommentar, das ist eine allgemeine Frage) Ich denke, das wäre der denkbar schlechteste Weg und vor allem gründet er auf falschen Annahmen: Man kann was ändern. Aber: Man muss es tun.

      Ganz liebe Grüsse zu dir
      Sandra

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