Intergenerationelle Gerechtigkeit – oder: Es ist verdammt heiss aktuell

In letzter Zeit habe ich einige Male gelesen, dass alles Jammern und Klagen und aufmerksam Machen auf eine Klimakatastrophe Unsinn wäre. Klimaerwärmung sei Humbug, denn wir hätten schon 1540 mal eine Hitze- und Dürrekatastrophe erlebt. Dazu fällt mir einiges ein:

  1. ICH habe das nicht erlebt.
  2. Dass das Klima Schwankungen unterliegt, ist nicht neu, es gab auch Eiszeiten, nur:
  3. weil es etwas schon mal gab, heisst das nicht automatisch, dass es toll ist.
  4. Es war auch damals eine Katastrophe
  5. Wir kennen die Gründe für damals nicht – oh, und wenn doch, bitte melden und anführen, ich lerne gerne dazu und bin zu faul zum googeln, da es mir um das Heute geht. Was 1540 war, können wir nicht mehr ändern oder irgendwie beeinflussen, das heute vielleicht schon.
  6. Es gibt Menschen, die tagein und tagaus wenig anderes tun, als zu forschen. Auf unterschiedlichen Gebieten. Ich tat es im Bereich der Philosophie. Andere tun es im Bereich Klima, Umwelt, Lebenswelten. Ich berufe mich dann darauf, wenn ich normativ argumentiere, wie man leben sollte. Und ich vertrau drauf, dass sie ihre Aufgabe wahrgenommen haben. Wenn aber irgendwer da draussen findet, er hätte bessere Argumente, bin ich interessiert, sie zu hören.

Betrachtet man den landläufigen Lebensstandard, ist augenfällig, dass wir mehr Ressourcen nutzen, als wir haben, dass wir mehr Abfall produzieren, als die Welt schlucken kann. Der ökologische Fussabtritt eines jeden in der sogenannt zivilisierten Welt ist bedenklich.

Systeme passen sich an. Wir passen uns der Umwelt an, diese sich uns. Unsere „Fortschritte“ gingen wohl zu schnell. Systeme sind träge. Nur werden wir ohne System nicht überleben können. Entweder wir bremsen und besinnen uns, oder wir gehen Hand in Hand unter.

Mir könnte das egal sein, ich werde den Untergang wohl nicht mehr erleben, ich bin alt genug. Ich denke aber, dass wir eine Verantwortung der nachkommenden Generation gegenüber haben. Es wäre nur gerecht, eine Welt zu übergeben, die trägt, so wie wir sie von unseren Vorfahren übernommen haben. Immer mit Problemen, aber doch tragend.

3 Comments

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  1. Aber wie kann man eine gewinnorientierte Wirtschaft/Industrie dazu bringen, umweltbewusster zu denken, konstruieren/entwickeln,produzieren?
    Ich sehe z.B. wasserlösliches Bio-Plastik, in dem mein Tab für die Spülmaschine eingepackt ist. Warum ist das nicht für viele weitere Produkte möglich? Warum kann nicht ein wenig Geld von der Werbung (die wir ja ohnehin als Verbraucher bezahlen) umgeleitet werden z.B. in ökologischere Verpackungen?

    Ich könnte dazu ein ganz einfaches Gesetz auf einer halben Seite DIN A4 hinbekommen. Aber anscheinend ist der politische Wille dazu nicht da und der Druck von uns noch nicht groß genug.

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  2. Du sagst es schon ganz richtig, Sunny. Jeder kann etwas dazu beitragen, ob weniger Verpackung, mehr zu Fuss gehen usw. Ich habe irgendwo einen Satz gelesen der lautete, „Wir sollten die Welt immer ein Stückchen besser hinterlassen, als wir diese vorgefunden haben.“ Daran arbeite ich nun schon ein paar Jahre und es wird sicher bis zu meinem Lebensende dauern .

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