Noch mehr Fragen – noch mehr Antworten

Das scheint ein neuer Boom zu sein…. Nachdem Stefan Mesch kürzlich Fragen stellte, klaute Chris Popp die Idee und stellte auf seinem Blog noch mehr Fragen. Kratzige, unbequeme Fragen seien es. ich war natürlich wieder gespannt und habe mich daran versucht. Hier das Ergebnis:

Runde 1 – Gemischte Fragen an Blogger, Redakteure und mehr (softcore und medium):

Welche Daseinsberechtigung hat Dein Blog?

Die Berechtigung ergibt sich aus meinem Wunsch, fast schon Drang, zu schreiben, und sicher auch daraus, dass der eine oder andere das lesen mag, was ich schreibe. Ich behandle auf meinem Blog nicht nur Bücher, sondern auch Themen. Themen, die mir am Herzen liegen, Themen, von denen ich denke, sie sind wichtig, dass man sich dafür einsetzt.

Der Blog oder das Blog?

Nach Dr. Duden darf man ja beides, für mich ist es „der Blog“.

Einer Deiner Artikel wird von einem anderen Blogger oder beispielsweise einem Amazon-Rezensenten geklaut. Wie reagierst Du?

Ist mir schon passiert und es hat mich sehr geärgert. Auf Facebook wurden schon Bilder und auch Texte ohne Verweis auf meine Urheberschaft gepostet. Wenn ich es sehe, bitte ich um die Verlinkung. Frech finde ich es doch.

Dein Blog ist urplötzlich offline, nichts geht mehr. Wie reagierst Du dann?

Fluchen, schnauben, auf den Tisch hauen, weiter fluchen….und versuchen, das Problem zu beheben. Wohl mit noch mehr fluchen.

Du hast einen Gutschein erhalten, um 2.500 gleiche Artikel Deiner Wahl mit dem Logo Deines Blogs als Werbeartikel anfertigen zu lassen. Allerdings sind Flyer, Lesezeichen, T-Shirts und Kugelschreiber tabu. Welchen Artikel würdest Du auswählen?

Ich würde ein Notizbuch wählen. Die kann dann jeder mit eigenen Gedanken füllen und sich so seine Denkzeiten nehmen.

Nenne zwei Bücher und Deinen persönlichen perfekten Soundtrack dazu.

„Der Zauberberg“ von Thomas Mann. Der Soundtrack dazu wäre „Bolero“ von Ravel. Wieso? ich liebe ja Thomas Mann, aber die ewigen Dialoge zwischen Naphta und Settembrini nahmen irgendwie kein Ende, strapazierten ab und an meine Geduld und ich hätte mir gewünscht, sie wären etwas kürzer und weniger. Trotzdem liebte ich das Buch. Beim Bolero ist es das gleiche: Ich mag das Stück, immer kommt noch ein Instrument dazu und mit der Zeit habe ich immer das Gefühl: Es ist nun gut, es reicht… und dann kommt noch eines.

Damit niemand findet, es reiche nun, nicht noch eines, belasse ich es bei diesem einen Buch mit Soundtrack 😉

Schreibst Du Deine Rezensionen handschriftlich vor?

Nein, ich tippe drei drauf los und meist in einem Guss.

Verunstaltest Du Bücher für deine Schreibarbeit mit Knicken, Markierungen etc. oder behandelst Du sie eher wie ein rohes Ei?

Ich kritzel und markiere ständig, ja, Knicken geht aber gar nicht. Ich weiss, dass das seltsam anmutet, aber he: Ich sagte nie, dass ich keine seltsamen Angewohnheiten habe.

Wenn Du eine Schreibblockade hast – wie gehst Du vor, um diese zu überwinden?

Kenne ich eigentlich kaum. Sicher gibt es Zeiten, in denen das Schreiben leichter fliesst, aber grundsätzlich schreibe ich ständig und habe viel mehr Themen und Ideen im Kopf, als Zeit, sie niederzuschreiben. Wenn es doch mal nicht fliesst, warte ich, bis es wieder fliesst.

Schreibe ein kleines Gedicht (mindestens Vierzeiler) über Dein(en) Blog.

 Denken
Gedanken fliessen
ständig
spiralförmig
ohne Unterhalt
von einem
zum andern
wie ein springender Brunnen
sprudelnd
schäumend
in sich versinkend.
(S.M.)

Du liest in einer anderen Rezension absoluten (tatsächlichen!) Unfug – sie quillt über vor inhaltlichen Fehlern. Wie reagierst Du? Kommentierst Du? Schreibst Du den Verfasser an? Oder hältst Du die Finger still?

Wenn ich nicht gefragt werde, bin ich grundsätzlich eher still. Es sei denn, es geht um ein Thema, das mir wichtig ist, wie zum Beispiel der Kampf gegen Rechts, Diskriminierung, Rassismus und ähnliches. Da werde ich nie still sein, sondern meine Meinung sagen. Immer und immer wieder.

Hast Du schon mal eine Idee von anderen Bloggern geklaut?

Nein. Ich bin schon froh, wenn ich meine eigenen Ideen umsetzen kann 😉

Hast Du Dich schon mal einer Formulierung in einer anderen Rezension bedient, die Du gerne so ähnlich auch in einem Deiner Texte haben wolltest?

Nein. Ich formuliere selber. Immer.

Das exotischste Buch in Deiner Sammlung ist:

Das sage ich lieber nicht, denn sonst wird dieser Beitrag wieder der meist besuchte. Das war nämlich der Beitrag über das Buch, das ich im Kopf habe, auch… peinlich, peinlich 😉

Runde 2 – Gemischte Fragen an Blogger, Redakteure und mehr (medium+ und hardcore):

Stell Dir vor, man böte Dir an, Dein(en) Blog oder zumindest Deine Internetadresse für einen ordentlichen Batzen Geld zu verkaufen. Was würdest Du tun?

Das ist natürlich schwer zu sagen. Ich finde es schade, dass Blogs häufig Fronarbeit sind, da doch viel Energie, Zeit und Herzblut drinsteckt. Geld, ihn weiterzubetreiben, würde ich wohl nehmen, ihn verkaufen? Nein. Es ist mein Blog, mein Herz hängt dran, meine Seele drin. Klingt pathetisch, ist aber so.

Geld verdienen mit Deinem Blog – wie weit würdest Du gehen?

Nur soweit, dass ich nicht Herz und Seele verkaufen muss. Ich würde auch gegen keine meiner Grundsätze verstossen.

Hast Du schon mal heimlich ein Buch gelesen/einen Film gesehen/eine Serie geschaut, obwohl Du eigentlich sagtest: „Den Mist? Never ever!“?

Nein, ich stehe zu dem, was ich tue. Immer.

Liest Du Dich selbst gern?

Ich lese mich höchst selten, quasi nie.

Man lobt Dich für einen Deiner Beiträge oder gar für Dein ganzes Blog total in den Himmel. Wie gehst Du mit diesem Lob um?

Ich würde wohl hinterfragen, wieso….

Man attestiert Dir aufgrund einer Kritik keine Ahnung. Wie reagierst Du auf so etwas?

Ich würde gerne gelassen reagieren, da ich von mir weiss, dass ich nie über etwas schreibe, von dem ich keine Ahnung habe. Ich habe nicht umsonst Philosophie studiert, ich gehe den Dingen gerne auf den Grund.

Man wirft dir als Blogger/Journalist vor, Du übtest Deine Arbeit nur aus, um so möglichst viele Rezensionsexemplare abzugreifen. Wie begegnest Du diesem Vorwurf?

Ich kaufe mir ganz viele Bücher selber. Meine Bücherwände zeugen davon. Da ich langsam keinen Platz mehr habe, greift das Argument gar nicht, denn es wird hier enger und enger 😉

Ein Autor oder Verlag verlangt von Dir, Deine Rezension abzuändern oder gar zu löschen. Wie wirst Du handeln? Oder ist Dir das gar passiert? Falls ja: Wie hast Du gehandelt?

Inhaltlich oder von der Wertung her würde ich nie ändern. Wenn ich die Änderung vertreten kann, würde ich es tun. Löschen? Käme drauf an, wieso.

Der Autor/Verlag droht mit einer Klage, wenn Du die Rezension nicht abänderst/löschst. Und nun?

Da sehe ich keine rechtliche Grundlage, insofern ist die Frage müssig.

Hast Du bei Rezensionen schon mal geschummelt (beispielsweise das Buch nicht zu Ende gelesen und trotzdem eine vollständige Rezension geschrieben)?

Wenn, schreibe ich, dass ich es nicht fertig las. Habe ich auch einmal gemacht.

Sind Zugriffszahlen/Like-Zahlen und Followerzahlen wichtig für Dich? Wie wirken sie sich hinsichtlich Motivation aus?

Ich freue mich über Reaktionen, über Diskussionen, über andere Meinungen. Motivation zu schreiben brauche ich nicht, aber es ist eine Bestätigung. Und ich bin dankbar für meine aktive Leserschaft.

Liest Du auf dem Klo?

Ich lese fast überall. Mal Bücher, mal auf dem Handy, mal Zeitschriften.

Runde 3 – Zur Entspannung. Du als Konsument (softcore und seicht):

Gab es schon mal einen Protagonisten in einem Buch oder eine Figur in einem Film oder einer Serie, und Du dachtest: Verflucht, kennt der Autor mich?

Ich habe sicher schon Gedankengänge wiedererkannt, Reaktionsmuster, aber mich so ganz? Ich glaube nicht – oder hätte es vergessen.

Stell dir vor, Du könntest die Protagonisten oder beliebige andere Figuren aus zwei Büchern/Filmen/Serien miteinander vertauschen. Wen und warum?

Ich halte wenig vom Umdichten schon geschriebener Texte. Wenn ich eine eigene Geschichte mit meiner eigenen Protagonistenliste haben möchte, würde ich sie selber schreiben.

Welches ist Dein peinlichstes Lieblingsbuch/Dein peinlichster Lieblingsfilm/Deine peinlichste Lieblingsserie?

Mir ist wenig peinlich.

Welches war das frustrierendste Buchende/Filmende/Serienfinale für Dich? Wie hätte es ausgehen sollen? Warnung an die Leser der Antworten: Spoileralarm!

House of Cards. Das war für mich so nicht fertig. Ich hoffe, da kommt noch was.

Wenn Dein Leben oder Deine persönliche momentane Situation als Buch oder Film veröffentlicht würden: Wie hieße das Buch/der Film?

Immer weiter

Welches Buch/welcher Film/welche Serie hat Dich derart beschäftigt und aufgewühlt, dass Du tagelang an kaum etwas anderes denken konntest?

All die Filme und Bücher, die ich über oder von Auschwitz-Überlebenden handelten. Ich habe das Thema seit Jahren erfoscht und werde dies sicher weiter tun. Das Thema kann einen nicht loslassen, es darf einen auch nicht loslassen. Einfach darum, weil dies nie mehr passieren darf.

Hast Du schon einmal einer Figur aus einem Buch, einem Film oder einer Serie nachgeeifert? Oder wurdest Du hierdurch zu einer Handlung/Tat inspiriert?

Nein

Runde 4 – Drei Dinge, die…

…das Schreiben schreibenswert machen: Das Schreiben selber.

…Dir bei manch anderem Blog mächtig auf die Nerven gehen: Ich lese keine Blogs, die mir auf die Nerven gehen

…Du Dir bei deinem eigenen Blog schon ewig vorgenommen, aber noch nicht verwirklicht hast: Wenn ich mir was vornehme, setze ich es um.

…Dir das Lesen spontan madig machen: Zu viele nicht lesenswerte Bücher

…Du gerne als Ausrede nutzt, nur um mehr Zeit zum Lesen zu haben: Wenn ich lesen will, lese ich.

…nicht so wichtig sind wie dein Blog: Das ist schwer zu sagen.

…Dir definitiv wichtiger sind als dein Blog: Vieles ist nicht so wichtig wie mein Blog. Das liegt in der Natur der Sache und soll auch so sein.

 Irgendwie scheine ich nie dre Dinge zu haben….

Runde 5 – ein paar Sätze zum Vervollständigen:

Amazon ist…ein Grosskonzern – mit allen positiven und negativen Seiten, die solche haben.

In meinem Wohnort… wohne ich sehr gerne

Ein Autor schreibt Bücher, weil… er schreiben will und teilweise auch muss

Marcel Reich-Ranicki fand ich…bewundernswert, eindrücklich, spannend, inspirierend.

Hysterisierung und Pathetisierung in der Literatur…mag ich nicht

Was ich im Literatur-/Film-/Serienbusiness niemals verstehen werde, ist…Wenn ich es nicht verstehe, versuche ich es zu ergründen. Wenn ich es verstehe, muss ich es aber nicht zwingend gvutheissen.

Wenn ich die Bibliographie eines bestimmten Autoren/einer bestimmten Autorin einfach auslöschen könnte, dann die von _________, weil __________. Das ginge in Richtung Bücherverbrennung. Davon halte ich wenig bis gar nichts. Ich muss nicht alles mögen, trotzdem hat es seine Daseinsberechtigung.

Ich würde unheimlich gern eine Literatur-Diskussionsrunde mit folgenden Personen sehen: Marcel Reich-Ranicki und Helmut Karasek… leider geht das nicht mehr.

Wie kann man eigentlich nur solch ein Kultursnob sein wie _______! Mich interessieren Snobs nicht.

Ich fände es großartig, wenn _____ auf meinem Blog einen Gastbeitrag schreiben würde. Wer will, darf sich melden. Ich habe keine speziellen Wünsche, müsste aber sicher passen.

Ich würde ______ gerne mal fragen, ob _______ … Wen ich was fragen will, den frage ich – wenn ich ihn erreiche.

Ich würde ______ gerne mal sagen, dass _______ …Ich sage eigentlich immer, was ich sagen will.

Booktuber… Mag ich selten. Zu viel Geplauder, zu wenig Substanz. Das ist aber nur mein Geschmack.

Dieser Fragebogen… war weder kratzig noch gefährlich. Ist nun aber beantwortet 🙂

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